Abstract
Diese Arbeit befasst sich mit der Erziehung und ihrer Entwicklung: es stellt sich die Frage, ob die Generation vor uns und unsere eigene in der Erziehung fehleranfällig war oder dies eine normale Entwicklung in der Geschichte bleibt. Eine gewisse Verunsicherung gibt es bei der Frage nach der richtigen Erziehung. Der Tenor zeigt uns eigentlich auf, dass die Weiterentwicklung in den autoritativen Erziehungsstil abgeschlossen wird. Um das genauer zu erklären und aufzuzeigen, werden die Erziehungsstile aus der historischen Perspektive angeschaut. Weiter wird die Entwicklung der Erziehung und Pädagogik im 19. Jahrhundert erläutert. Die Meinung des Psychologen Winterhoff zeigt in einem provokanten Stil den Ist-Zustand der heutigen Gesellschaft gegenüber der Erziehung und den Problemen mit den heutigen Kindern und Jugendlichen.
Keywords: Erziehung, Erziehungsreform, autoritativer Erziehungsstil, sozialpädagogische Familienbegleitung
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis___________________________________________________________ 3
1 Einleitung 4
2 Die Erziehung 5
2.1 Grundlagen der Erziehung 5
2.2 Erziehungsstile von Kurt Lewin 6
2.2.1 Autoritärer Stil 7
2.2.2 Demokratischer Stil 7
2.2.3 Laissez-faire Stil 8
3 Die Erziehungsreform - „Das Jahrhundert des Kindes“ 8
4 Die Abschaffung der Kindheit nach M. Winterhoff 9
4.1 Erste Beziehungsstörung: Partnerschaftlichkeit nach Winterhoff 11
4.2 Zweite Beziehungsstörung: Projektion nach Winterhoff 12
4.3 Dritte Beziehungsstörung: Symbiose nach Winterhoff 12
5 Sozialpädagogik 13
5.1 Vorläufer der Sozialpädagogik 13
5.2 Sozialpädagogische Familienbegleitung in der Schweiz 14
5.2.1 Was ist Sozialpädagogische Familienbegleitung? 14
5.2.2 Angebote der Sozialpädagogische Familienbegleitung in der Schweiz 15
6 Fazit 16
7 Literatur- und Quellenverzeichnis 19
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1 Einleitung
Als Anfangs 2008 das Buch „Warum unsere Kinder Tyrannen werden - Oder: Die Abschaffung der Kindheit“ von Winterhoff erschien, ging eine Welle der Empörung durch die deutschsprachigen Länder und alle Zeitungen und viele TV-Sendungen sprachen davon. Viele Eltern sind mit ihrem Nachwuchs überfordert, ihre Kinder machen was sie wollen und jegliche Erziehungsversuche kommen nicht an. Gemäss dem Bonner Kinder- und Jugendpsychiater Winterhoff verlieren viele Kinder den Respekt vor ihren Eltern. Er sieht dies als eine gefährliche Entwicklung, die aufgehalten werden muss und ist der Meinung, dass die Kinder nicht nur grundsätzlich respektloser geworden sind, sondern auch die Psyche sei in vielen Fällen gestört. 2
Auch Sendungen wie „Super Nanny“ zeigen einen angeblichen Trend zu den Tyrannen-Kindern und bestätigen, in gewisser Weise, die Meinung des Kinder- und Jugendpsychologen. Ein Beispiel: Am 24.11.2004 lag der Marktanteil der „Super Nanny“ bei 24,2%, bei der jungen Zielgruppe, gesamthaft verfolgten 4,96 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren die dritte Folge der Doku-Soap. 3 Die hohen Einschaltquoten können aber möglicherweise eine Verunsicherung der Menschen bezüglich der Erziehung im Allgemeinen sein. So gesehen beweist dies die „Vorwerk - Familienstudie“ des Demoskopie-Instituts Allensbach, welche aussagt, dass 47 Prozent der deutschen Bevölkerung Kindererziehung als eine unangenehme und anstrengende Arbeit empfinden. 4
Das Buch von Winterhoff sorgte für viel Aufsehen, weil er den Eltern, welche einen partnerschaftlichen Umgang mit ihren Kindern pflegen, vorwirft, ihre Kinder emotional zu missbrauchen. Der explizite Bezug auf dieses Buch wurde aufgrund von einer öffentlichen Diskussion in der Fribourger Innenstadt, angeregt durch einen älteren Herren, so gewählt. „War denn früher alles besser?“ Dieser Aussage, sowie den Fragen nach der Entwicklung der Erziehung, nach den Trends und den daraus folgenden Konsequenzen widme ich mich in der vorliegenden Arbeit. Das Thema ist sehr weitgreifend und viele Aspekte spielen eine Rolle,
2 Stern-TV: http://www.stern.de/tv/sterntv/:Erziehung-/621695.html?q=Warum%20unsere%20Kinder%20Tyrannen%20werden
3 http://bildungsklick.de/a/6731/erziehungstipps-im-super-nanny-format-beim-publikum-sehr-beliebt/
u.a. die Psychologie, die Pädagogik, die Politik und viele mehr. Da der riesige Umfang dieses Themas meine Arbeit um Dimensionen, insbesondere die gewünschten Seitenzahlen, sprengt, gehe ich daher nur auf einige wichtige Aspekte ein und schneide das Thema mit meiner Arbeit sozusagen nur an.
2 Die Erziehung
In diesem Kapitel wird anfänglich auf die Grundlagen der Erziehung eingegangen, indem die Notwendigkeit der Erziehung kurz aufgezeigt wird. Anschliessend schweift der Blick auf die Erziehungsstile von Kurt Lewin.
Doch zuerst eine verallgemeinterte Begriffserklärung von "Erziehung", damit ein Überblick über die nächsten Kapitel gegeben werden kann: Erziehung, bzw. erziehen (lt./ ahd.: irziohan = herausziehen) wird als Förderung der Entwicklung und Bildung von Geist und Charakter aufgefasst (vgl. Duden, 2002, S. 343). Das Ziel der Erziehung nach Kaiser & Kaiser ist, „der nachwachsenden Generation die in einer Gesellschaft vorhanden neu und für ihren Bestand und ihre Weiterentwicklung als wichtig angesehenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen zu vermitteln“ (Kaiser & Kaiser, 2001, S. 9)
2.1 Grundlagen der Erziehung
Wieso geht man davon aus, dass der Mensch erzogen werden muss und ist er überhaupt erziehbar? Die Antwort auf diese Fragen findet man in der Anthropologie, die eine Begründung dafür findet, dass der Mensch erzogen werden muss und kann. Die Abgrenzung vom praktischen Wissen eines Tieres gegenüber der selbst zukommenden Bildung des Menschen wird als Lösung angeschaut. Denn wenn man Menschen funktionalistisch anschaut, ist er dem Tier unterlegen, eine Fehlentwicklung der Natur bzw. eine „Sackgasse der Natur“ (Scheler, 1976, S. 95). Eine mögliche Antwort, die eine Erziehung des Menschen legitimiert, gab uns Nietzsche: „Der Mensch kann und muss erzogen werden, weil er ein nicht-festgestelltes Tier ist“ (Nietzsche nach Kaiser & Kaiser, 2001, S. 11) oder „Das Tier lebt in einer festen Umwelt, der Mensch dagegen hat Welt“ (Scheler, 1947, S. 36 f). Der Mensch ist in seiner Welt jedoch gefährdet. Er steht vor vielen Problemen, sei es das der
täglichen Nahrungssicherung oder das der Entwicklung von Lebensqualität. „Der Mensch muss sich, instinktreduziert wie er ist, mit seiner Welt auseinander setzen. Dies ist ihm möglich, weil er handelndes Wesen ist, d.h. weil er als Vernunftswesen Welt mittels Sprache sinnvoll gestalten kann“ (Kaiser & Kaiser, 2001, S. 13). Die Erziehbarkeit des Menschen hängt also mit seinem Handeln und der Sprache eng zusammen. „Der Mensch handelt im Gegensatz zum Tier, das sich verhält. Er handelt aufgrund von Vorstellungen im Kontext seiner Gesellschaft und nicht als Folge von Instinktreaktionen“ (Kaiser & Kaiser, 2001, S. 19). Man kann also sagen, der Mensch kann und muss erzogen werden, weil er ein „Mängelwesen“ (Gehlen, 1967, S. 35) ist, welches zum Handeln befähigt ist. Der Mensch ist nicht festgestellt. Er hat weder Instinkte, noch steht er direkt in den Instinkt-Umwelt-Bezügen. Das menschliche Wesen besitzt quasi eine „exzentrische Stellung in der Naturordnung“ (Plessner, 1975, S. 290). Aber mit seiner Vernunft kann er seine eigene Welt entwerfen. Durch die Erziehbarkeit des Menschen resultiert jedoch eine Gefährdung seiner Existenz und seiner Chancen seine Existenzformen selbst zu formen. Die Erziehung muss den Menschen so formen, dass er seine Existenz selbst zu sichern weiss.
2.2 Erziehungsstile von Kurt Lewin
Ein Erziehungsstil ist ein verhältnismässig stabiler Typ erzieherischen Verhaltens. Es existieren verschiedene Untersuchungsansätze, u. a. geisteswissenschaftlich-pädagogische, sozialpsychologische, empirisch-pädagogische. Am stärksten beeinflusst wurde die Erziehungsstilforschung von dem Sozialpsychologen Kurt Lewin. Dieser führte Ende der 1930er-Jahre als Erster in den USA gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Feldexperimente („durch planmässige Beobachung“ (Hobmaier & Altenthan, 2002, S. 214)) zu den Wirkungen unterschiedlicher Führungsstile auf die Atmosphäre und das Verhalten in Jugendgruppen durch. Ihm zu folge gibt es drei Erziehungsstile: Es werden ein autoritärer von einem demokratischen und einem Laissez-faire-Erziehungsstil unterschieden. Von besonderem Interesse ist die Frage, welche Erziehungseffekte sich aufgrund unterschiedlicher Erziehungsstile ergeben. In den folgenden Zeilen werden die drei Erziehungsstile nach Lewin, aus seinem Buch „Feldtheorie in den Sozialwissenschaften“ in einigen wenigen Worten beschrieben. Der autoritäre Stil wird besonders von Winterhoff unterstützt, da seiner Meinung nach die Partnerschaftlichkeit grundsätzlich Beziehungsstörungen auslöst (Winterhoff, 2007, S. 13). Genaueres von Winterhoff wird dann im Kapitel 4 folgen.
Arbeit zitieren:
Damaris Sanchez da Silva, 2008, Der emotionale Missbrauch unserer Kinder - Entwicklung, Trends und Konsequenzen der Erziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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