Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis…………………………………………………………….....02
1.) Einleitung 03
2.) Analyse des Iwein 05
2.1) Inhalt und Einbindung in die Biographie des Autors 05
2.2) Textstruktur 07
2.3) Überlieferung und Rezeption 07
3.) Vergleich von Iwein und Erec 10
4.) Fazit 12
5.) Literaturverzeichnis 15
6.) Anhang 17
6.1) Stemma des Iwein…………………………………………………...17
6.2) Tabellarische Übersicht der Schriften im Ambraser Heldenbuch 17
2 NA
1. Einleitung
Eine der frühesten deutschen Literaturepochen war die ritterlich-höfische, auch als staufisch bezeichnet, die von 1170 bis 1250 reichte. Ihre Sattelzeit hatte diese Literatur 1198, ein Jahr nach dem Tode Heinrichs VI. Jedoch mit allmähli- cher Zersplitterung der alten Machtverhältnisse, der damit verbundenen Zunahme der Partikulargewalten und dem Scheitern der kaiserlichen Politik in Italien kam es zu Krisen, die schwere Erschütterungen hinterließen. 1 Am Ende des 15. Jahrhunderts schuf der in Tirol regierende Kaiser Maxi- milian I. ein blühendes Handels- und Kulturzentrum, dessen Mittelpunkt Inns- bruck bildete. Im Zuge der intensiven Beschäftigung mit den überlieferten Kul- turgütern wurden auch literarische Texte der von Helmut de Boor benannten „Stauferklassik“ zusammengetragen und schließlich von Hans Ried im „Ambraser Heldenbuch“ eingebunden. Hans Ried wurde in den 60er Jahren des 15. Jahrhun- derts geboren. Eine genaue Datierung und die Bestimmung der Herkunft sind nicht möglich. Unter Maximilian I. erhielt er im Jahre 1500 ein Amt als Zöllner am Eisack zu Bozen, ehe er 1504, wegen seiner Schriftgeübtheit den Auftrag er- hielt, das Ambraser Heldenbuch zu schreiben. Für diese Aufgabe wurde er von Dezember 1507 bis zum März 1514 von seinem Dienst freigestellt und an die Kanzlei des Kaisers berufen. 1514 jedoch war Ried wegen eines Augenleidens nicht mehr für den Dienst in der Kanzlei geeignet und so musste er die Arbeiten am Heldenbuch weitestgehend einstellen. Das genaue Todesdatum Rieds ist un- bekannt, jedoch kann gesagt werden, dass er vor dem 07. Mai 1516 verstarb. 2 Maximilian galt als der Kaiser der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neu- zeit. Seine Herrschaft zeichnete sich durch innere und äußere Stabilität aus, sowie durch einen hohen Grad an kultureller Bildung. So stand Maximilian sowohl den feudalhöfischen Traditionen genauso wohl gesonnen gegenüber, wie den zahlrei- chen technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Neuerungen der anbrechen- den Neuzeit, wie zum Beispiel der Erfindung des Buchdruckes. In diesem Kontext ist auch die Entstehung des Ambraser Heldenbuches zu betrachten. Die Begeiste- rung des Kaisers für die nationale volkssprachige Literatur in Kombination mit
1
Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik. 3.Aufl. München: Beck 1997. S. 187 f.
2 Unterkirchner, Franz (Hrsg.): Ambraser Heldenbuch. Codex Vindobonensis series nova 2663 der österreichischen Nationalbibliothek. Begleitheft. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1973. S. 6 f.
3
dem Verlangen zielte darauf ab, dass im Rahmen der „gedächtnus“, möglichst viel kulturelles Gut sowie Traditionen für die Nachwelt zu bewahren. 3 Hierzu zählt auch die mittelhochdeutsche Literatur, die in erster Linie von einer Idealform der höfischen Kultur und Harmonie, des Rittertums und der Minne, bestimmt ist. Ma- ximilan I. hatte großes Interesse an dieser traditionellen Konzeption und dem wei- teren Werdegang, der den Verfall dieser Ideale mit sich brachte. Dieser Verfall dieser höfischen Kultur lässt sich auch an der Reihenfolge der einzelnen Ge- schichten des Heldenbuches nachvollziehen. Den Auftakt bilden die höfischen Texte, zu denen auch der Hauptgegenstand der vorliegenden Arbeit, ‚Iwein’ ge- hört, gefolgt von den Heldenepen und der Kleinepiksammlung, in der sich das ‚Frauenbuch’ von Ulrich von Liechtenstein findet, in dem der Verfall der ritterli- chen Sitten am offensichtlichsten ist. 4 Im Zuge der bereits angesprochenen Auf- bewahrung dieser Kulturgüter wurden diese höfischen Traditionen im Ambraser Heldenbuch niedergeschrieben. Zu den bekanntesten Werken der Literatur, die sich mit Rittertum und Minne beschäftigen, zählt das ‚Nibelungenlied’. Aber es stehen daneben einige Werke aus der gleichen Epoche. 5 Zu den angesprochenen Werken zählt, wie erwähnt, auch das ritterlich- höfische Ideal, der ‚Iwein’ des Hartmann von Aue, der ebenfalls der Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist. Zunächst soll neben dem Inhalt des Werkes und der biographischen Einbindung Hartmann von Aue auch ein kurzer entstehungsge- schichtlicher Abriss gegeben werden. Weiterhin sollen eine kurze Analyse der Textstruktur und eine Einordnung in die Struktur der Artusromane erfolgen. Ein weiterer Punkt ist die Überlieferungsgeschichte anhand eines Stemmas und die Rezeption des Werkes. Aufgrund der starken Bindung an ein weiteres Werk, den ‚Erec’, ist zu betrachten, inwieweit Inhalt, Figuren, Struktur und Rezeption im direkten Vergleich zueinander abschneiden. Abschließend soll bilanziert und fest-
3
Maximilian I. steuerte bei der Sammlung der einzelnen Werke auch durch eigene Dik- tate, wie den ‚Weißkunig’ bei, den er nach dem verfassen an Fachleute zur sprachlichen und inhaltlichen Überarbeitung weitergab. Maximilian I. In: Literaturlexikon. Autoren und Werke in deutscher Sprache. Band 1. Hrsg. von Walther Killy. München: Bertels- mann 1988. S. 23.
4 Die höfischen Texte sowie die Heldenepen stammen aus einer älteren Vorlage, die Ma- ximilian I. sehr beeindruckt hatte und erst die Idee eines eigenen Heldenbuches reifen lies, dem „Heldenbuch an der Etsch“. Vgl. Unterkirchner, Franz (Hrsg.): Ambraser Hel- denbuch. Codex Vindobonensis series nova 2663 der österreichischen Nationalbibliothek. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1973.
5 Ambraser Heldenbuch. In: Literaturlexikon. Autoren und Werke in deutscher Sprache. Band 1. Hrsg. von Walther Killy. München: Bertelsmann 1988. S. 125 f.; Maximilian I. In: Killy, S. 23 ff.; Weddige, S. 187 f.
4
gehalten werden, welcher Stellenwert dem ‚Iwein’ im Ambraser Heldenbuch zu- kommt.
Auf eine Verfolgung der einzelnen Überlieferungen der verschiedenen Handschriften des ‚Iwein’ und die damit verbundenen Abweichungen in der Wortverwendung, sowie kodikologische Aspekte müssen im Rahmen dieser Ar- beit verzichtet werden.
2. Analyse des ‚Iwein’
2.1) Inhalt und Einbindung in die Biographie des Autors
Für die höfisch-ritterliche Literatur und die Einbindung in den historischen Kontext ist zunächst zu untersuchen, wie sich die literarische Ausgangslage für den Artusroman darstellt. Es stellt sich heraus, dass viele Werke der Stauferklas- sik in der französischen Literatur ihre Vorlage finden. Die französische Literatur mit ihrer Darstellung der Figurenkonstellation und des höfischen Lebens. Dies ließ das Interesse auf deutscher Seite enorm wachsen, so dass eine Adaption der Geschichten erfolgte. Häufig sind die Ereignisse übernommen worden, jedoch wurden auch einzelne Teile modifiziert, indem stärkere Affekte abgeschwächt und das idealistische weiter hervorgehoben wurde. Ziel war die „authentische Vermitt- lung höfischer Modernität“. 6 Weiterhin ist gerade mittels der Adaption aus der französischen Literatur, in erster Linie von Hartmann von Aue, diese gesamte ritterlich-höfische Epoche begründet worden. Zu den direkten Entlehnungen kamen noch Elemente aus der keltischen Fabelwelt, die unter anderem Zwerge und Riesen mit sich brachte. Eine weitere Übernahme aus der französischen Literatur war das Ich-Lied der Minne, welches eine dominante Stellung innerhalb der Literatur einnahm. Anzumerken ist hier jedoch, dass die Minne als sehr vielseitig gilt. Zur Minne zählen „Gottesliebe, Nächstenliebe, Eltern- und Gattenliebe, Freundschaft, Flirt sowie erotische Faszi- nation“. 7 Walther von der Vogelweide antwortete auf seine Frage: „waz ist min- ne?“ mit der Definition, dass „minne […] zweier herzen wünne: teilent si gelîche,
6
Hartmann von Aue. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Hrsg. von Kurt Ruth. Band 3. Berlin: de Gruyter 1981. Sp. 499-520; Weddige, S. 191 f.
7
Wachinger, Burghart: Was ist Minne? In: PBB (1989). S. 252.
5
Quote paper:
Arne Ostheim, 2007, „Analyse des Iwein bei Hartmann von Aue“, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Erzählerfigur in Hartmanns EREC.
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Termpaper, 21 Pages
Der Parzival-Erzähler, ein dominanter Erzähler?
Eine Analyse des Erzählverhalt...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 14 Pages
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 12 Pages
Adjektivflexion im Mittelhochdeutschen am Beispiel von Hartmann von Au...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Termpaper, 9 Pages
Höfische Liebe - die Beziehung zwischen Erec und Enite in Hartmanns &q...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Frau Minne vor Gericht
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Maere, Novelle, Novellentheorie
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 13 Pages
Konrad von Würzburgs "Herzmaere" oder "Der Mythos vom v...
Ein analytischer Vergleich von...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Examination Thesis, 31 Pages
Erklären und Verstehen in den Sozialwissenschaften
Sociology - Methodology and Methods
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 23 Pages
Wer oder Was ist der Autor? Positionen der gegenwärtigen Literaturtheo...
German Studies - Modern German Literature
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Fiktionalität und Erzählen im "Parzival" Wolframs von Eschen...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Das Motiv des Teufels in der mittelalterlichen Literatur am Beispiel v...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Hartmann von Aue: Iwein. Ein Analyse zum "literarischen Ich"...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Listige Frauen in der mittelhochdeutschen Kleinepik - Exemplarische St...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Thesis (M.A.), 100 Pages
Symbole und Leitmotive im "Helmbrecht" Wernhers des Garten...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Arne Ostheim's text „Analyse des Iwein bei Hartmann von Aue“ is now available as a printed book
Arne Ostheim has published the text „Analyse des Iwein bei Hartmann von Aue“
Arne Ostheim has uploaded a new text
German Poetry from the Beginnings to 1750: Hartmann Von Aue, Wolfram V...
Ingrid Walsoe-Engel, Wolfram Von Eschenbach, George C. Schoolfield
0 comments