Inhaltsangabe
1.
Einleitung. 2
2. Hauptteil - Was sehen die Pilger auf dem Camino de Santiago? 2
2.1 Navarra. 3
2.1.1 Landschaften und Orte am Weg. 3
2.1.2 Die Menschen und ihre Behausungen. 5
2.2 Kastilien / León. 8
2.2.1 Landschaften und Orte am Weg. 8
2.2.2 Die Menschen und ihre Häuser. 11
2.3 Galicien. 14
2.3.1 Landschaften und Orte am Weg. 15
2.3.2 Die Menschen und Häuser Galiciens. 16
3. Zusammenfassung. 17
Literaturliste. 20
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1. Einleitung
Bereits seit Jahrhunderten befassen sich die Menschen Spaniens, aber auch des restlichen Europa, mit dem Camino de Santiago, dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela zum Apostelgrab des Heiligen Jakobus. Dieses rege Interesse reflektieren die zahlreichen literarischen Werke, welche von der Pilgerroute und den sie säumenden Sakralbauten und Hospizen erzählen. Gegenstand dieser Schilderungen und Berichte sind dabei vor allem die meist romanischen Kirchen, Klöster und Hospize entlang der Strecke. Die sie umgebenden Landschaften sowie deren Bewohner und Behausungen spielen in diesen Darlegungen nur eine untergeordnete Rolle. Aus diesem Grund baut diese Arbeit auf folgenden Fragen auf: Was sehen die Pilger auf ihrer Wanderung nach Santiago de Compostela? Was beeinflusst das Leben der Menschen am Weg und in wieweit fließen diese Einflüsse in die Bauweise ihrer Häuser und Siedlungen ein? Diese Arbeit soll einen Eindruck von jenen Menschen vermitteln, die den Pilger auf seiner Reise eine Zeit lang begleiten, und zeigen, wie sich das Wesen dieser Bewohner im Verlauf der Wanderung ändert, wie sehr die Landschaft ihre Bewohner prägt. In diesem Licht betrachtet treten die Gotteshäuser und Zeugen einer bedeutenden Vergangenheit in den Hintergrund, obwohl es ein religiöser Anlass war, welcher Nord-Spanien, speziell Santiago, seinen europaweiten Ruhm als Pilgerziel einbrachte.
Dieser Arbeit liegen weder persönliche Erfahrungen noch Eindrücke zugrunde, deshalb entstammen alle Aussagen der bereits erwähnten Literatur zu diesem Thema. Beschrieben werden die Landschaften und Menschen entlang des Camino francés, also der Hauptroute folgend von Roncesvalles über Pamplona, Logrono, Burgos und León nach Santiago de Compostela.
2. Was sehen die Pilger auf dem Camino de Santiago?
Nach der Ankunft in Roncesvalles inmitten einer grandiosen Pyrenäenlandschaft, stehen den Pilgern noch etwa 800km Wegmarsch bis zu ihrem ersehnten Ziel Santiago bevor. Diese Reise führt sie durch Navarra, die Rioja, Kastilien und León nach Galicien, nachdem sie eine Fülle unterschiedlicher und abwechslungsreicher Landschaften durchwandert haben. Den Wanderer erwartet nach den kalten und kräftezehrenden Pyrenäenrouten eine unendliche, von der sengenden Sonne durchflutete Ebene, die Tierra de Campos hinter
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Burgos. Jene Pilger, die auch dieser Herausforderung gewachsen sind, erreichen die Berge der Montes de León und gelangen schließlich nach Galicien, wo sie von einer sanften, grünen Hügellandschaft empfangen werden.
So abwechslungsreich wie die Landschaft des Pilgerweges sind auch ihre Bewohner und Häuser, die sich an den jeweiligen regionalen Gegebenheiten orientieren müssen.
2.1 Navarra
Den ersten Eindruck von Spanien erhält der Pilger in den Pyrenäen Navarras, wo ihn eine karge Gebirgslandschaft empfängt, die schließlich weiter unten in den Tälern in ein fruchtbares Wald- und Wiesengebiet übergeht.
2.1.1 Landschaften und Orte am Weg
Von St.-Jean-Pied-de-Port kommend erwartet den Wanderer ein steiler Anstieg in ein „kahles Hochland, aus dem einzelne Felskegel herausragen“. 1 Bis in den Hochsommer hinein erfreuen Blumenwiesen das Auge des Pilgers, wie auch weidende Rinder, Schafe und Pyrenäenpferde 2 . An Weilern und Bauernhöfen vorbei ziehen die W anderer „zu den steilen Hochweiden um den Paß“ 3 , wo an schönen Tagen ein großartiges Bergpanorama zu bestaunen ist. Fink blickte an dieser Stelle inmitten einer kargen Gebirgslandschaft auf „endlos scheinende Wellen der Bergzüge im Westen“ 4 , wo nach etwa 800km das ersehnte Ziel den erschöpften Pilger erwartet. Im mittelalterlichen Pilgerführer schreibt man über den Cisa - Paß: „Sein Anstieg misst acht Meilen und der Abstieg ebensoviel. Dieser Berg ist so hoch, dass er den Himmel zu berühren scheint; wer ihn besteigt, glaubt mit eigener Hand den Himmel erreichen zu können.“ 5
Der Abstieg aus diesen Höhen führt vorbei an malerischen Dörfern und Weilern des Pyrenäenvorlandes, wobei der „Wechsel vom alten Kulturland zu üppig wuchernden Waldgebieten“ als besonders reizvoll beschrieben wird. 6 Den Weg hinter Burguete stellt Vázquez de Parga so dar: „ A la salida de Burguete, el peregrino caminaba por una apacible
1 Wegner, Ulrich: Der spanische Jakobsweg, Köln 1995, S. 81.
2 Vgl. ibid., S. 81.
3 Ibid., S. 80.
4 Fink, Alois: Straßen nach Santiago de Compostela. Auf den Spuren der Jakobspilger, München
s.a., S. 108.
5 Herbers, Klaus: Der Jakobsweg. Mit einem mittelalterlichen Pilgerführer unterwegs nach
Santiago de Compostela, Tübingen 1986, S. 98.
6 Vgl. Wegner, S. 86.
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llanura entre bosques de hayas, que alternan con prados y tierras de labor hasta llegar a Espinal“ 7
Der Weg führt in ein offenes Weideland hinaus, wo ein prähistorisches Hügelgrab, der Dolmen von Arriurdiu, vorübergehend den Blick einfängt. 8 Durch eine dichte Waldregion 9 und einige kleinere Orte gelangt man zum Erro - Paß in 800m Höhe, wo eine nun verlassene Pilgerzuflucht die einzige Einkehrmöglichkeit in diesem ausgedehnten Waldgebiet war. Von hier bietet sich wieder ein beeindruckender Rundblick über die den Rastplatz umgebende Bergwelt. 10 „Der Weg zieht nun [...] in engen, von tiefen Erosionsgräben durchzogenen Windungen abwärts. Manchmal hat das Wasser richtige Stufen ausgewaschen. Bizarre Schieferwände oder künstlich angelegte Trokkenmauern (sic!) sind hier auffällig“ 11 . Von Larrasoaña nach Pamplona verläuft der Weg entlang eines Talgrundes, dem Río Arga f olgend 12 . „Aus der Enge und dem Lärm der Großstadt Pamplona geht es den offen vor uns liegenden Hang des 1000 m hohen Monte Perdón hinauf. Wenn die Höhe überwunden ist, kann sich das Auge kaum satt sehen an den Pastellfarben von Wiesen, Äckern und fernen Hügelketten“ 13 . Von Pamplona nach Puente la Reina erwartet den Pilger ein mäßiger Anstieg zwischen hohen Hügeln hindurch und an Ruinen vorbei auf ein kleines Hochplateau von wo aus der Monte Perdón mit seinem Wäldchen sichtbar wird. 14 Hinter Puente la Reina läuft der Pfad „durch malerische Dörfer und über rote fruchtbare Erde“ nach Estella. 15 Es sind mäßige Steigungen auf gut begehbaren Wegen zu überwinden. Man passiert Äcker und Böschungen und hinter dem Dorf Cirauqui stößt man auf einer Höhe noch auf Reste des alten Pflasterweges, der Calzada 16 , welche die Wanderung an Regentagen sicher enorm erleichtert. Ölbaumäcker weisen auf das wintermilde Klima der Region hin 17 und Ruinen am Weg zeugen von einstigen Orten, welche ihre Bedeutung im Laufe der Zeit verloren. Hinter dem stark mineralhaltigen Río Salado gelangt man nach Estella und in den Westen Navarras, wo „alte legendenumwitterte Stätten und stattliche Gebäude“ die Strecke säumen, entlang welcher
7 Vázquez de Parga, Luis: Peregrinaciones a Santiago de Compostela, tomo I, Madrid 1948, S. 110.
8 Vgl. Wegner, S. 87.
9 Vgl. Vázquez de Parga S. 110.
10 Vgl. Wegner, S. 88.
11 Wegner, S. 88.
12 Vgl. Vázquez de Parga S. 112.
13 Wegner, S. 96.
14 Vgl. ibid. S. 97.
15 Ibid., S. 101.
16 Vgl. ibid., S. 103.
17 Vgl. ibid., S. 103.
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schon im Mittelalter durch fremde Kaufleute, Handwerker und Mönche ein europäisches Gepräge deutlich wurde. 18 Der Weg verläuft hier in einer langen und offenen Etappe entlang des bewaldeten Montejurra über Los Arcos und Torres del Río nach Logroño, der im fruchtbaren Ebro - Tal gelegene Hauptstadt der Rioja. Bis Nájera verläuft der Weg eben und ohne nennenswerte Steigungen. Zwischen Nájera und Santo Domingo de la Calzada lässt sich überzeugend nachvollziehen, dass die Rioja als großes Gemüseanbaugebiet vor allem auch eine gepflegte Weinlandschaft vor der Kulisse der Sierra de la Demanda zu bieten hat 19 .
2.1.2 Menschen und Gebäude in Navarra
Navarras Landschaft ist zweigeteilt: im Osten dominieren die Pyrenäengipfel das Bild der Region und im westlichen Teil hinter Pamplona liegt ein fruchtbares, leicht hügeliges Anbaugebiet. Im mittelalterlichen Pilgerführer werden die Bewohner des Berglands, sowohl Basken als auch Navarreser, als gottlos und gewalttätig dargestellt. Über die Geschehnisse am Cisa-Paß wird berichtet: „Auf diesem Berg pflegten die gottlosen Navarreser und Basken, bevor das Christentum in Spanien vollkommen verbreitet war, die Pilger nicht nur auszuplündern, sondern sogar auf diesen wie auf Eseln zu reiten und sie zu töten.“ 20 Auch die Lebensweise und Bekleidung der Navarreser wird kritisiert, so etwa ihre schwarzen, kurzen Kleider, die Schuhe aus ungegerbtem Leder, die nur die Sohlen schützen oder ihre dunklen Wollmäntel, die bis zum Ellbogen reichen. Kurz: „sie sind schlecht gekleidet und sie essen und trinken schlecht“ 21 . Andererseits wussten die Pilger die Köstlichkeiten des Landes wie Brot, Wein, Milch und Vieh 22 sicherlich zu schätzen, auch wenn sie die Navarreser gerne mit „fressenden Hunden oder Schweinen“ verglichen 23 . Ein hartes Urteil über ein Volk, das sich an die schwierigen Gegebenheiten der Pyrenäenregion anpassen musste und durch seine Lage von der restlichen, sog. zivilisierten Welt isoliert war. Der Pilgerführer geht sogar noch weiter und berichtet über Gepflogenheiten dieses Volkes, die es an den Rand der Menschlichkeit drängen. 24 Ob alles der Wahrheit entspricht was den Navarresern und Basken an dieser Stelle vorgeworfen wird, gehört nicht in diesen Zusammenhang und ist Aufgabe anderer Arbeiten.
18 Vgl. Wegner, S. 108.
19 Vgl. ibid., S. 119.
20 Herbers, S.100.
21 Ibid., S. 101.
22 Vgl. ibid., S. 100.
23 Vgl. ibid., S. 101.
24 Vgl. ibid.,S. 102.
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Arbeit zitieren:
Karin Alperth, 2000, Was sehen die Menschen auf dem Weg nach Santiago de Compostela?, München, GRIN Verlag GmbH
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