Gliederung
1 Grundlegende Informationen zur Regionalsprache Galicisch. 3
2 Kurzer Überblick über das galicische Rexurdimento. 4
2.1 Situation des Galicischen vor der Bewegung des Rexurdimento. 4
2.2 Bedeutung der galicischen Rexurdimento - Bewegung. 5
3 Phase des geplanten Ausbaus der galicischen Sprache. 6
3.1 Galicische Sprachpolitik seit den 40er Jahren. 6
3.2 Galicien und die Diskussion um die Normierung der galicischen Sprache 7
3.3 Stationen des Normierungsprozesses 8
3.3.1 Anfangsstadien der galicischen Normierung 8
3.3.2 Die 80er Jahre - Höhepunkt des Normierungsprozesses. 9
3.3.3 Die Bedeutung der erfolgten Normierung in Galicien 11
4 Einordnung des Galicischen in das Spektrum europäischer Sprachen 12
5 Bibliographie. 13
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1 Grundlegende Informationen zur Regionalsprache Galicisch
Katalanisch und Baskisch - es ist wohl kaum zu bestreiten, dass die Mehrheit der Europäer ohne spanische Herkunft bei der Frage nach den unterschiedlichen Regionalsprachen Spaniens zuerst an diese beiden relativ bekannten Minderheitensprachen denken wird. Daneben existiert jedoch unter anderem auch noch die Sprache Galicisch, die seit dem Autonomiestatut von 1981 in der autonomen Region Galicien im Nordwesten des Landes offiziellen Sprachstatus innehat.
Das Gebiet mit der Hauptstadt Santiago de Compostela gliedert sich in die Provinzen La Coruña, Lugo, Pontevedra sowie Orense (vgl. Freitag 1994: 13). Doch auch außerhalb jenes autonomen Territoriums ist das Galicische im Westen der angrenzenden Provinzen Oviedo, Léon und Zamora (siehe Internetquelle 1: blaue Umrandung (Hervorhebung der Autorin)) verbreitet, ohne dort jedoch als offizielle Sprache anerkannt zu sein (vgl. Bochmann 1982: 151).
Internetquelle 1: Stand: 13. 5. 2008
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Neuesten Schätzungen zufolge beläuft sich die Sprecherzahl des Galicischen auf 3,7. Mio (vgl. Internetquelle 2: Stand 7. 4.2008). Hierbei finden allerdings auch die mehreren hunderttausend Auswander Berücksichtigung, die das Galicische beherrschen und/oder praktizieren.
Doch nicht immer ist Galicisch im geschichtlichen Verlauf als eigenständige Sprache angesehen worden. Hierfür sind vor allem linguistische Besonderheiten des galicischen Idioms ausschlaggebend. Schließlich weist dieses einen sehr stark kastialianisierten Wortschatz auf, wohingegen die sprachstrukturelle Basis des Galicischen von etlichen Parallelen zum Portugiesischen gekennzeichnet ist (vgl. Freitag 1994: 16). Trotz der demnach schlüssig erscheinenden Folgerung, die galicische Sprache als dialektale Varietät einer dieser beiden zentralen europäischen Sprachen anzusehen, hat sich das Galicische im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte zu einer - um mit Ursula Esser zu sprechen - „ [...] modernen Kultursprache [..]“ (Esser 1990: Zitat aus Titel der Publikation entnommen) entwickelt.
2 Kurzer Überblick über das galicische Rexurdimento
2.1 Situation des Galicischen vor der Bewegung des Rexurdimento
Jener Status einer Kultursprache ist durch die Errungenschaften der Rexurdimento-Bewegung vorbereitet und in der späteren Phase der gezielten Sprach- und Korpusplanung, die das Galicische ab den 40er Jahren erfahren hat, ausgebaut worden. Doch schon lange bevor der zweiphasige Emanzipationsprozess jener Minderheitensprache greifen konnte, hat das Galicische als durchaus bedeutendes Idiom gegolten. In der Tat ist
worden. Seinen mittelalterlichen Kulminationspunkt hat dieses Regionalidiom während der spanischen Reconquista erreicht, in deren Verlauf der galicische Sprachraum zu einem spirituellen und kulturellen Zentrum des christlichen Abendlandes geworden ist (vgl. Radatz 2006: 149.). Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, dass im von den Arabern nicht besetzen heutigen Galicien das Grab des Apostels Jacobus aufgefunden worden ist, welcher im Folgenden zum Schutzheiligen im Kampf gegen die Mauren erklärt worden ist (vgl. Freitag 1994: 28). Als Konsequenz hieraus hat die galicische Sprache sich zu einer „ [...] Literatursprache von überregionaler Bedeutung [...]“ (Radatz 2006: 149) entwickelt, was vor allem auf die enorme und nicht nur auf Galicien selbst beschränkte Beliebtheit der galicischen Mariendichtung zurückzuführen ist (vgl. Radatz 2006: 149.).
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Arbeit zitieren:
Melanie Skiba, 2008, Die Entwicklung des Galicischen seit dem „Rexurdimento“, München, GRIN Verlag GmbH
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