1 Einleitung 3
2 Segmentale Merkmale 4
2.1 Vokale. 4
2.2 Diphtonge 7
2.3 Konsonanten 8
3 Suprasegmentale Merkmale 11
3.1 Intonation. 11
3.2 Koartikulation. 12
4 Schwierigkeiten für britische Deutschlerner. 12
4.1 Artikulation. 12
4.2 Laut-Buchstabe-Beziehung 14
4.3 Analyse eines Schülertextes. 15
5 Ausspracheübungen 19
5.1 Allgemein. 19
5.2 Vokale. 20
5.3 Konsonanten 21
6 Literatur 22
7 Anhang 23
1 Einleitung
„Eine einfache, aber schwere Sprache. Es besteht aus lauter Fremdwörtern, die falsch ausgesprochen werden.“ (Tucholsky, Kurt o.J.)
Was der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky hier über die englische Sprache bemerkt, ist die seiner Meinung nach „falsche“ Aussprache der englischen Wörter. Obwohl sich das englische und das deutsche Schriftbild nicht unterscheiden und auch das Lautinventar ähnlich ist, gibt es große Unterschiede in der Aussprache gleicher Buchstaben.
Im Gegensatz zu Tucholsky lege ich den Fokus jedoch auf das Deutsche, als eine von einem Briten zu erlernende Fremdsprache. Um mögliche Schwierigkeiten und Hindernisse in Bezug auf die deutsche Aussprache durch einen Lernenden zu erarbeiten, wird zunächst die allgemeine britisch-englische Aussprache beleuchtet und mögliche Abweichungen zum deutschen Phonemsystem werden angesprochen.
Diese Gegenüberstellung findet einerseits auf der Ebene der segmentalen Merkmale (Vokale und Konsonanten) und andererseits auf der Ebene der suprasegmentalen Merkmale der Aussprache (Intonation und Koartikulation) statt.
Durch die Kontrastierung werden besondere Schwierigkeiten der Artikulation für den britischen Lerner erkennbar. Die von Tucholsky angedeutete verschiedene Laut - Buchstaben-Beziehung des Englischen und Deutschen wird ausführlich behandelt. In Bezug auf diese Probleme folgt eine Analyse eines Schülertextes eines britischen Deutschlerners.
Um eine möglichst authentische deutsche Aussprache zu erlangen wird abschließend auf mögliche Ausspracheübungen für den Lerner eingegangen.
3
2 Segmentale Merkmale
2.1 Vokale
Vokale sind Laute bei denen der Luftstrom, aus der Lunge kommend, zu großen Teilen ungehindert durch den Mundraum entweichen kann.
Sie werden durch folgende drei Qualitäts-Parameter beschrieben: Zungenposition, Öffnungsgrad des Kiefers und die Lippenrundung. Die Zungenposition ist entweder vorne, zentral oder hinten. Der Kieferöffnungsgrad wird unterschieden in geschlossen,
halbgeschlossen, halboffen oder offen. Die Lippen können entweder gerundet oder ungerundet sein. (vgl. Skandera & Burleigh 2005 S.32)
Ein weiteres Merkmal kann die Vokalquantität sein. In einigen Sprachen ist die Länge der Vokale distinktiv und wird in kurz und lang unterschieden.
Als letzter Parameter ist die Gespanntheit zu nennen, welche die Anspannung der Zunge während der Artikulation bezeichnet. Im Allgemeinen korreliert im Deutschen die Gespanntheit mit der Länge der Vokale; kurze Vokale sind meist ungespannt, lange Vokale sind gespannt.
Das britische Englisch verfügt über zwölf Vokale, die neben der Qualität auch in ihrer Quantität unterschieden werden.
/i:/ ist ein langer Vokal und wird vorne mit geschlossenem Kiefer gebildet (z.B. „feel“ / fi:l /)
/I/ist ein kurzer Vokal und wird vorne mit halbgeschlossenem Kiefer gebildet. (z.B. „lip“ / lIp /)
/e/ ist ein kurzer Vokal und wird vorne mit halbgeschlossenem bis halboffenem Kiefer gebildet (z.B. „fell“ / fel /).
4
/Q/ ist ein kurzer Vokal, der vorne mit halboffenem Kiefer gebildet wird (z.B. „cat“ / kQt /).
/€Œ:/ ist ein langer Vokal, der zentral mit halbgeschlossenem bis halboffenem Kiefer gebildet wird (z.B. „third“ / TŒ:d /).
/´/, das so genannte „Schwa“ ist ein kurzer Vokal und wird zentral mit halbgeschlossenem bis halboffenem Kiefer gebildet (z.B. „the“ / T´/).
/•/ ist ein kurzer Vokal, der zentral mit fast offenem Kiefer gebildet wird (z.B. „cut“ / k•t /).
/U/ ist ein kurzer Vokal, der mittig bis hinten mit halbgeschlossenem bis halboffenem Kiefer gebildet wird (z.B. „foot“ / fUt /).
/a:/ ist ein langer Vokal, der mittig bis hinten mit offenem Kiefer gebildet wird (z.B. „start“ / sta:t).
/u:/ ist ein langer Vokal und wird hinten mit geschlossenem Kiefer gebildet (z.B. „school“ / sku:l /).
/ç:/ ist ein langer Vokal, der hinten mit halbgeschlossenem bis halboffenem Kiefer gebildet wird. (z.B. „talk“ / tç:k /)
/Å/ ist ein kurzer Vokal und wird hinten mit offenem Kiefer gebildet. (z.B. „possible“ / pÅz´bl /) (vgl. Skandera & Burleigh 2005, S.35f)
Die Lippenrundung spielt im Englischen keine bedeutende Rolle, da der Grad der Lippentätigkeit sehr schwach ist. (vgl. Skandra & Burleigh 2005, S. 32)
Das Deutsche hat wie das Englische auch die geschlossenen Vokale [i, I, u:, U].
5
Der Vokal /i:/ ist im Englischen Wort „fee“ /fi:/, sowie im Deutschen „Vieh“ nahezu identisch. Das Englische /u:/, wie in „noon“ /nu:n/ ist gleich dem Deutschen /u:/ in „nun“. Geringe Unterschiede sind in den Vokalen zu finden, die mit halbgeschlossenem bis halboffenem Kiefer gebildet werden. Beispiele dafür sind die Vokale [Q, ´, ç:]. Das / Q / in „cat“ ist nur in einer ähnlichen Form in der deutschen Aussprache zu finden. Der /Q/-Laut liegt zwischen dem Deutschen /E/ wie „Kette“ und /a/ wie in „Katze“. /E/ ist im Deutschen etwas geschlossener und weiter vorne als /Q/, während der /a/-Laut im Deutschen offener und zentraler gebildet wird als das /Q/.
Der lange Laut /ç:/ ist im Englischen im Wort „law“ zu finden. Im Deutschen ist lediglich der entsprechende kurze Laut /ç/ wie in „Locke“ zu finden.
Im Deutschen gibt es im Gegensatz zum Englischen gespannte Vokale die mit halboffener bis halbgeschlossener Kieferöffnung gebildet werden, wie die Laute [e:, o:].
Besonders prägnant ist der Unterschied, dass im Englischen keine gerundeten Vorderzungenvokale wie [y, Y, O, ø] existieren. Die orthographisch im Deutschen dargestellten Laute „ö“ und „ü“ sind in der englischen Phonetik nicht zu finden.
Generell ist zu bemerken, dass der Kieferöffnungsgrad bei den englischen Vokalen geringer ist als bei den Deutschen. (vgl. Reinke o.J., S. 6)
Sind Englische Vokale unbetont, können sie ihre Qualität und Quantität verändern oder völlig wegfallen. Dies ist insbesondere bei den sog. „weak forms“ der Fall, auf die später noch explizit eingegangen wird.
Ein Beispiel für eine Veränderung der Vokalquantität kann bei dem Verb „been“ festgestellt werden. In der betonten Version, wird das
6
Arbeit zitieren:
Catharina Belinghausen, 2008, Kontrastive Phonologie – Britisches Englisch und Deutsch, München, GRIN Verlag GmbH
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