Diese ersten USA-Jahre wurden mit einem siebenwöchigen Executive Course an der „Columbia University in the City of New York Graduate School of Business“ abgeschlossen. Die Teilnahme daran führte zu einer Einladung des amerikanischen „Automation-Guru“ John Diebold, seine deutsche Niederlassung zu übernehmen. So kam es zu 7 Jahren Tätigkeit als Geschäftsführer der Diebold Deutschland GmbH. Besonders im Zusammenhang mit dem „Diebold Research Program Europe“, das von ca. 100 der größten europäischen Firmen finanziert wurde, konnte ich mich dabei persönlich meiner späteren „Leidenschaft“, dem „IT-Technology Assessment“ widmen.
1974, im Alter von 50 Jahren, schied ich bei der Diebold Deutschland aus und ging zum zweiten Mal nach Amerika.
E-Mail - und Günther Leue
Die Affinität begann 1975. Zu der Zeit war ich noch bei der Diebold Inc. USA als „Director of Business Planning“ tätig. Ein großes Wort. Die eigentliche Aufgabe war die Leitung eines Teams, das die Anwälte von IBM im „Antitrust Suit“ US-Regierung gegen IBM
(*) IBM Antrtrust Suit Records
www.hagley.lib.de.us/1980.htm
mit Argumenten unterstützen sollte. Neben der Diebold Group waren seinerzeit auch IDC und Arthur D. Little mit dieser Aufgabe betraut. Ich lebte schon seit September 1974 in Carmel Valley, CA. und flog zur Durchführung der gestellten Aufgabe viele Wochen lang jeweils am Montag nach New York, blieb die Woche über dort und kehrte Freitags zurück vom Atlantik an den Pazifik. Es war eine spannende Zeit, aber nicht ganz das, was mir vorschwebte, als ich mir selbst die Aufgabe stellte, über in den USA erkennbare IT-Trends in Deutschland zu berichten.
Von dem Diebold-Team wurde der Nachweis erwartet, dass insbesondere mit dem Aufkommen des „Distributed Processing“
(*) Aufsatz im DMR (Diebold Management Report) Januar 1976
Interview mit Prof. Farber über Distributed Processing
und der absehbaren Kommunikations-Umwälzung (durch die Verflechtung von Computer und Communications) der Vorwurf einer monopol-artigen Dominanz der IBM bereits hinfällig war. Das verschaffte mir frühe Einblicke in einen Bereich, der nach 1980 zu meiner Haupttätigkeit wurde.
Dazu gehörte auch eine Unterredung mit Dr. Roberts, einem der „Väter“ des Internet, der für die ARPA (Advanced Research Project Agency) der Welt erstes Packet-Switching-Netzwerk entwickelte, aus dem später das Internet hervorging. Seine Bahn brechenden Entwicklungen führten aber auch zum X.25-Protokoll, das von der CCITT 1976 als weltweiter Standard eingeführt wurde. Nach Roberts Ausscheiden bei ARPA, brachte er mit seiner Firma TELENET das erste unabhängige Packet-Switching-Netzwerk in den Vereinigten Staaten ans Netz. Es machte von den Leitungen der AT&T Gebrauch.
Roberts erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den prestigereichen „Harry Goode Memorial Award“ der Computer Society, der seit 1964 als höchste Auszeichnung im Bereich der Computer-Wissenschaften gilt. (Konrad Zuse erhielt diesen Preis schon vor ihm, im Jahre 1965, als zweiter Preisträger überhaupt).
(*) ntz, Heft 8, August 1987)
ntz-interview - DFÜ am Beispiel Telenet . Interview mit Dr. Lawrence G. Roberts http://www.packet.cc/internet. html - Internet chronology 1960 - 2001 Papers
Roberts war also der eigentliche „Erfinder“ des Packet-Switching, das dem ARPANET zugrunde lag, aber auch zum X.25 Protokoll der CCITT, und damit zu dessen Einsatz in den global verknüpften Packet-Switching-Netzwerken der PTTs führte. Aus dem ARPANET entstand durch den weltweiten Verbund von
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Forschungsplätzen das Internet, dessen Nutzung bis 1989 ausschließlich der Wissenschaft vorbehalten blieb.
Die CCITT (Commité Consultatif Internationale Telegraphique et Telefonique) war das internationale Normengremium für das Fernmeldewesen. In diesem Gremium waren die meisten nationalen PTTs (Post-und Fernmeldeverwaltungen) vertreten. Die CCITT-Empfehlungen dienten zur herstellerunabhängigen Kommunikation zwischen den Kommunikationssystemen. Sie wurden in der Regel in den nationalen Dienstvorschriften berücksichtigt. Sie werden heute als ITU-T-Standards (International Telecommunication Union) bezeichnet. Die ITU ist seit 1947 eine Unterorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Für unser Metier wichtig sind die Empfehlungen der V-Serie, die sich mit Datenübertragung über das Telefonnetz und die X-Serie, die Datenübertragung über öffentliche Datenübermittlungsnetze behandeln. Aber auch der MNP-Standard, der Fehlerkorrektur und Datenkompression bei Modems betrifft, ist wichtig.
(*) CCITT/ITU-Empfehlungen
http://www.elktronic-kompendium.de/sites/kom/0411251.htm
Die CCITT schuf die Standards, nach denen die PTTs in der Welt ihre Netze aufbauten. Die Verabschiedung der Standards erfolgte in Vierjahres-Rhythmen. CCITT-Arbeitsgruppen erarbeiteten während einer Sitzungsperiode neue Standards, die dann am Ende der Periode verabschiedet wurden.
Herr Dipl.-Ing. Walter Tietz, früherer Postdirektor im FTZ (Fernmeldetechnisches Zentralamt der Deutschen Bundespost) erläutert die Arbeitsweise wie folgt:
„ Studienkommissionen hatten Arbeitsgruppen, die Arbeitsgruppen Rapporteursgruppen. Zu jeder der Gruppen konnten Beiträge eingebracht werden, die bei der nächsten Tagung betrachtet und ggf. eingearbeitet wurden.
Die Gruppen tagten zunächst unabhängig voneinander und berichteten der übergeordneten Gruppe ihre Ergebnisse. Die jeweiligen (gewählten oder freiwillig eingesetzten) Vorsitzenden hatten die Aufgabe, die jeweils nächste Tagung zu organisieren. Die Treffen fanden alternierend auf Einladungen der Mitglieder statt. So kamen Treffen rund um die Welt zustande. Dieses ziemlich komplizierte logistische Problem funktionierte nur deshalb, weil die Motivationen gegeben waren.
So entstanden immer wieder ergänzte und durch Beiträge verbesserte Entwürfe. Wenn diese an die Studienkommission gelangt waren, kamen die (bei Treffen in Genf), zur Abstimmung und wurden an die nächste Vollversammlung verwiesen. Parallel dazu wurden die Entwürfe in Dokumenten veröffentlicht. Der Papierfluss war auf allen Ebenen ziemlich intensiv.“
Im Kontrast zu der Vorgehensweise bei der CCITT, die sich 1984 am OSI-Modell (Open Systems Interconnection) orientierte, eröffneten die für das Internet Verantwortlichen mit der Schaffung des Instruments RFC (Request for Comments) einen sehr viel zügigeren Weg zur Einführung neuer Techniken und Verfahren. RFCs werden normalerweise von der IETC (Internet Engineering Task Force) vorgeschlagen, von den IETF-Gruppen und verschiedensten Experten einem Review unterworfen bevor sie von einem RFC—Editor zur Veröffentlichung freigegeben werden. Dieser Prozess wird kontinuierlich durchgeführt.
(*) Erläuterung des RFC (Internet Request For Comments
http://www.livinginternet.coom/i/ia_rfc.htm
Damit wurde dem immer schneller werdenden Fortschritt Rechnung getragen.
Mit der weltweiten Zunahme der Kommunikations-Liberalisierung entschied letztlich der Markt zu Gunsten der Dominanz des TCP/IP-Modells über das OSI-Modell, das die CCITT zu den Standards der Message Handling Systems führte. Das X.400-Protokoll, das 1984 in Boulder, Colorado vorgestellt wurde, sollte dem Zweck dienen, die damals bereits vorhandenen Inseln sowohl von vernetzten als auch von
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Einzelsystemen miteinander zu verknüpfen. Wirklich erreicht wurde dieses Ziel erst beim kommerziell geöffneten Internet.
(*) X.400 Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/x.400 .
Nach dem ich mich unter dem Namen „Leue Management Consultants“ Anfang 1976 selbstständig gemacht hatte, waren die zuvor im Rahmen des Diebold-Projekts bearbeiteten Bereiche weiterhin einer der Schwerpunkte meiner Tätigkeit, den „IT-Brückenschlag zwischen den USA und Deutschland“ vorzunehmen.
Über die Umwälzungen im Kommunikationsfeld der USA nach der so genannten „Carterfone-Decision“ und allen sonstigen Ereignissen der 70er-Jahre berichtete ich in Deutschland in mehreren LMC „state-ofthe-art“-Seminaren, aber auch besonders beim BIFOA an der Universität Köln unter Federführung von Dr. Klaus Höring. Die Professoren Grochla, Szyperski und Schmitz waren die Initiatoren. Paul Schmitz war Begründer des recht formlosen aber außerordentlich aktiven IOD (Informationskreis Organisation und Datenverarbeitung) dessen ca. 40 Mitglieder in erster Linie IT-Verantwortliche bei deutschen Großunternehmen waren. Es gehörten aber auch 8 „Pionier-Professoren“ bei deutschen und schweizerischen Universitäten zu dem Kreis. Hersteller und Berater waren grundsätzlich nicht erlaubt. Ich wurde damals wegen seiner speziellen Expertise aus den USA als Mitglied aufgenommen.
Ende der 70er-Jahre widmete ich meine Aufmerksamkeit dem Zusammenwachsen von Kommunikation und Information. Die damals aufkommenden „Information Retrieval“- Aktivitäten, die besonders aus dem Bibliotheks-Sektor kamen, verfolgte ich mit besonderem Interesse. Das war die Zeit, in der man in Deutschland mit erheblichen staatlichen Geldmitteln versuchte, im Rahmen des IuD-Programms Datenbanken, wie zum Beispiel JURIS, aufzubauen. Der Zugriff auf diese Datenbanken erfolgte über Terminals und bedurfte zur wirksamen Nutzung des Einsatzes von „Information Brokers“, wie sie insbesondere auch bei den Industrie- und Handelskammer etabliert wurden.
(*) IuD Informations- u. Dokumentationswesen) in Deutschland
DMR (Diebold Management Report) Januar/Februar 1977
Zurück zu den USA. Bereits in den 60er-Jahren wurde unter dem Namen Multics
(*) History of MULTICS
http://www.mindpride.net/root/Extras/History/OS/history_of_multic.htm
am M.I.T. (Massachusetts Institute of Technology) Software entwickelt, die es erlaubte, Großcomputer im „time sharing“ für viele Terminals gleichzeitig zu nutzen. Systeme dieser Art bildeten später die Basis für die ersten Mailbox-Systeme. In beiden Fällen konnte der Zugriff über „dumme“ Terminals und Modems erfolgen. Ein „time sharing“-Computer der CompuServe Inc. in Columbus, Ohio offerierte 1979 unter dem Namen MicroNet E-Mail-Dienste für PC-Nutzer.
In dieser Zeit brachte ich in den USA ein Experten-Team zusammen, das sich darüber Gedanken machte, wie man die aufgrund der Mikroprozessoren-Entwicklung aufkommenden Niedrigkostenbausteine zu Werkzeugen der „Office Automation“ gestalten könnte. Die Mitglieder dieser freiberuflich zusammenarbeitenden Gruppe konnten auf umfassende Studien und Erfahrungen der Institutionen und Firmen aufbauen, bei denen sie hauptberuflich tätig waren. In mehreren Brainstorming-Sitzungen wurden die Anforderungen des Zukunftsmarktes „Bürokommunikation“ definiert.
• Bürokommunikation setzt sich aus einer Fülle, im Prinzip einfacher, Arbeitsgänge zusammen, deren Computerisierung die Arbeit von „Information Workers“ erleichtert und beschleunigt.
• Sie betrifft überwiegend nicht-strukturierbare Arbeitsvorgänge und wird in der Regel deshalb nur „computer-assisted“ und nicht voll automatisierbar sein.
• Die raschen Fortschritte in massenproduzierten Niedrigkosten/Hochleistungs-Mikroelektronik-Elementen ermöglichen Optimierungen durch vernetzte verteilte Intelligenz mit mehr und mehr
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Konzentration an der direkten Schnittstelle zum Menschen und einem „Ressource Sharing“ für noch teure oder selten gebrauchte Geräte.
• Die Endgeräte müssen so preiswert sein, dass ihre wirtschaftliche Rechtfertigung schon mit ihrer Nutzung für wenige Grundaufgaben gegeben ist, und so ausbaufähig, dass der Benutzer mit wachsender Erfahrung ihnen weitere Aufgaben übertragen kann.
• „Information Worker“ sind nur im geringen Ausmaß „schulbar“. Sie werden die ihnen geläufigen Hilfsmittel nur dann durch elektronische „Workstations“ ersetzen, wenn sie diese mit geringstmöglichem Lernaufwand und ohne Wartezeiten nutzen können. Computer-Jargon ist nicht akzeptabel.
• Die Systeme müssen klartextlich, sich selbst erklärend, fehlertolerant und helfend den Benutzer führen.
• Geräte der Bürokommunikation müssen mittelfristig alle Kommunikationsformen unterstützen: Sprache, Text und Bild.
• Sie müssen auf die vorhandenen und neu hinzukommenden öffentlichen Kommunikations-Netze zugeschnitten sein und diese organisch mit einbeziehen.
Mit Hilfe von Sohn Christian Leue, der an der University of California in Santa Cruz Computer Science studierte, wurde der Prototyp eines Niedrigkosten-E-Mail-Systems entwickelt, der im November 1981 vorgestellt werden konnte.
In diesen Jahren schrieb ich viele Artikel für Fachzeitschriften, vor allem aber verbreitete ich in hunderten von Vorträgen das Gedankengut. Die populäre Computerpresse jubelte mich sogar zum „Mailbox-Papst“hoch.
Das System fand in der Fachwelt großes Interesse,
Eine wesentliche Ursache waren die Design-Kriterien:
Es wurden alle Erfahrungen (insbesondere auch die negativen, z. B. im Hinblick auf unzureichende Benutzerfreundlichkeit) der damals im Welt-Markt vorhandenen Systeme ausgewertet. Der beim Team vorhandene Überblick über die technologischen Trends wurde genutzt, um sicher zu stellen, dass im Jahre 1984 und danach ein dem dann erreichten state-of-the-art entsprechendes System zur Verfügung steht.
Mit den nachfolgend beschriebenen Charakteristika sollte es eine Sonderstellung im vorhandenen Angebotsspektrum einnehmen.
• Es sollte ein dediziertes komplettes Hardware- und Software-System werden - nicht nur ein Software-Paket
• Verwendung von „leading edge“ Mikrocomputer-Technologie, die dem Produkt vergleichbare Leistungsstärke verschafft, wie sie mit Software-Paketen auf größeren Computern erzielt wurdeaber zu einem Bruchteil der Hardwarekosten.
• Die Mailbox sollte als Multi-Prozessor-System konzipiert werden, bei dem jedes Aufgabenspektrum durch einen, über eindeutige Schnittstellen abgegrenzten, separaten Computer abgedeckt wird. Das ermöglicht das Zurückgreifenkönnen auf massenproduzierte „black boxes“ hoher Zuverlässigkeit und niedrigen Preises, Erleichterung der Wartung und Steigerung der Gesamtleistung. Neben der eigentlichen Mailbox, die mit einem 8 Mhz Prozessor und 512 KBytes Arbeitsspeicher und einer Winchesterplatte mit Mainframe-Leistungsdaten auszustatten war, sollte das System über einen Packet-Switching-Multiplex-Vorrechner (natürlich mit FTZ-Zulassung) verfügen.
• Auslegung auf Kommunikationskosten-Minimierung und Unterstützung sowohl stationärer als auch mobiler Terminals.
• Eine mehrsprachige, vom Anwender mit Befehl umschaltbare Benutzerführung sollte sie besonders für die Nutzung in multinationalen Unternehmen geeignet machen.
• Aufsetzen auf einem der leistungsstärksten und zu der Zeit gängigsten Mikrocomputer-Betriebssystem (das damals mit mehr als 40.000 Installationen eine ungewöhnlich hohe Stabilität erreicht hatte.)
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• Vorbildlich im Hinblick auf Konsistenz, Fehlertoleranz, vielstufige Hilfestellung und Benutzerfreundlichkeit mit klartextlichen Dialogen in der Muttersprache. Mit aller Konsequenz konzipiert für den „Normalbenutzer“ (Sachbearbeiter, Sekretärin, Manager), also für Computer-Laien
• Ein Datenbank-Befehl sollte das Durchschalten zu allen über DATEX-P erreichbaren Datenbanken erlauben und somit die Verknüpfung von Kommunikation und Information bringen.
• „Gateways“ (auch diese alle wieder mit FTZ-Zulassung) für Telex-Out und Telex-In, Fax-Out und Fax-In, sollten „Unified Messaging“ erlauben.
Ende 1981 lief das erste System im Dauereinsatz und konnte demonstriert werden. Kurze Zeit danach war auch das „InterMail“-Protokoll implementiert, das den Verbund von GeoNet- (damals noch IMCA-) Systemen über X.25-Leitungen erlaubte. Es entsprach bereits den Prinzipien, wie sie später mit X.400 Allgemeingut wurden.
Das „Mailbox-ABC für Einsteiger“ von Günter Musstop im PerComp-Verlag, verbreitete das Wissen um das System und seine Möglichkeiten
(*) Mailbox ABC für Einsteiger, PerComp-Verlag GmbH, Hamburg - ISBN 3-89171-011-9
Anfang der 80er-Jahre gab es in Deutschland bereits eine relativ große Anzahl von kleinen, privaten Mailbox-Systemen, von denen einige über akustisch gekoppelte Modems, die meisten jedoch über Automatic-Answering-Modems mit dem Telefon-Netz verbunden waren. Lediglich eine (außer der IMCA-Box) war über DATEX-P erreichbar. Es waren -- korrekter bezeichnet -- keine Message Handling Systeme sondern RBBS (Remote Bulletin Board Systems). Sie bewegten sich in einer Grauzone, da sie formell gegen den Monopol-Anspruch der Deutschen Bundespost für Vermittlungssysteme verstießen.
In einem 1985 erschienenen Büchlein („Das Mailbox Jahrbuch“) wurden schon 50 solcher Systeme aufgeführt, wobei der IMCA-Mailbox in dem Buche bereits ein Sonderstatus eingeräumt wurde. Zunächst wohl in erster Linie, weil es bei ihr durch die DATEX-P-Anbindung und dem Vorhandensein vieler paralleler Kanäle keine Besetztsituationen gab. Das Buch berichtet über mehr als 10.000 Teilnehmer in den 50 namentlich erwähnten Boxen. Im Klappentext heißt es: „In den letzten Monaten des Jahres 1984 ist so ein riesiger elektronischer Kleinanzeigen-Markt entstanden, der schon heute mehr Leser hat, als Bildschirmtext Teilnehmer zählt.“
Die Deutsche Bundespost hatte zu der Zeit mit der Telebox ihr Debüt für Mailbox-Systeme gegeben. Sie wurde im Spindler-Buch recht kritisch bewertet: „Bis auf die Größe und den Mitmachpreis unterscheidet sich die Telebox kaum von einer gut gemachten C-64-Box. Die Befehlssprache stößt auf viel Kritik“.
Hierzu muss allerdings vermerkt werden, dass es Ende 1984 bei der Aufnahme des Probebetriebs eine schwierige Situation für die Bundespost war. Das Dialcom-System war von der Firma Dialcom in den USA entwickelt und an etliche PTTs in der Welt verkauft worden, die in einem Netzwerk verbunden waren. Aber die Gesellschaft war von ITT übernommen und die Betreuung der Telebox der SEL, als Tochterunternehmen der ITT übertragen worden. Daraus ergaben sich lange und zeitraubende Kommunikationswege bei der Meldung und Beseitigung von Problemen.
In den Unterrichtsblättern des Fernmeldetechnischen Zentralamts der DBP (Jg. 41/1988 - Heft Nr. 2 wurde angegeben, dass zum Stichtag 31.12.1986 1.100 Boxen eingerichtet waren.
Die Situation änderte sich später mit der Einführung leistungsstärkerer Hardware und dem Anpassen an die von der CCITT verabschiedeten Standards, die dann ab 1988 auch Telex-, Telefax- und später auch Teletex-, BTX-, und Cityruf-Übergänge erlaubten. Vor allem aber brachte die Einführung des X.400-Standards den wichtigen Schritt, mit dem die Übergänge zu den bis dahin existierenden, auch privaten Mailbox-Inseln im Rahmen der Transfer-Mitteilungs-Übermittlungsdienste geschaffen wurden. Besonders im EDI-Bereich gewann diese Drehscheibe große Bedeutung.
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(*) Das Mailbox-Jahrbuch von Wolfgang Spindler (Ex-Spiegel-Redteur) - Eichborn GmbH & Co. Verlag KG, Frankfurt am Main. ISBN 3-8218-1040-8
Zur Information sei eingeblendet, dass die Bundespost bereits damals nach den Aussagen des Postministers 1 Milliarde Mark in die Entwicklung des zentralen BTX-Systems (das Telefon und Fernseher miteinander verbindet) investiert hatte. Geld, das aus der heutigen Sicht wohl besser für die Netze hätte verwendet werden sollen. Wenn es privaten Firmen erlaubt gewesen wäre, Mehrwert-Dienste zu installieren, hätte das diesen Netzen auch zu besserer Nutzung verholfen. So wie es in Großbritannien geschah, wo 1984 die BT (British Telecom) privatisiert und eine Behörde OFTEL ins Leben gerufen wurde, die Lizenzen für Mehrwertdienste vergab.
Wie es anders möglich war, haben in jenen Jahren die Franzosen gezeigt. 1982 entschied sich die PTT (France Télécom) zu einem radikalen Schritt. Man druckte nicht mehr länger die teuren Telefonverzeichnisse, sondern richtete stattdessen einen elektronischen Suchdienst ein, der mit BTXähnlichen Techniken arbeitete. Allen Telefon-Teilnehmern (schätzungsweise 9 Millionen) wurden gratis „Minitels“ ausgehändigt, Endgeräte mit Bildschirm, französischer Tastatur und eingebautem Vollduplex-Modem. Es waren anfangs „dumme“ Terminals, die keine Editiermöglichkeit boten. Die eingetasteten Informationen wurden mit maximal 75 baud übertragen. Das Herunterladen von gefundenen Texten (oder Semigraphiken, die Bestandteil des Zeichenvorrats waren) geschah mit 1.200 baud. Das integrierte Modem wählte automatisch den nächstgelegenen PAVI (Point d’Accés Vidéotexte - dem PAD beim deutschen DATEX-P vergleichbar) an. Im Laufe der Zeit waren über Transpac (dem französischen Packet-Switching-Network) zahlreiche Service-Provider erreichbar. Es war in gewisser Weise eine Vorwegnahme dessen, was heute das Internet bietet. Nur die „White pages“ wurden kostenlos angeboten. Für alle anderen Dienste musste bezahlt werden. Abrechnung erfolgte über die Telefonrechnung. Die Télécom erstattete dann den Service-Providern den Anteil, der ihrer Service-Leistung entsprach.
Langfristig gesehen, war es ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell, bei dem noch im Jahre 1998 EUR 832 Millionen Einkünfte erzielt wurden, von denen EUR 521 Millionen an die Service-Provider ging.
Gleich nach Installation der ersten GeoNet-Systeme durch die 3M in Frankreich wurde das Minitel als weitere Terminalklasse von GeoNet unterstützt, so dass alle Minitel-Besitzer in der Lage waren, auf alle weltweit installierten GeoNet-Systeme zuzugreifen.
(*) Minitel - http://en.wikipedia.org/wiki/Minitel
Anfang der 80er-Jahre waren die Telefon-Kosten noch so hoch, dass die privaten Mailboxen nach Auswegen suchen mussten, wie man die E-Mail-Kommunikation und die Verbreitung von Informationen, wie sie in Schwarzen Brettern geführt wurden, in den Griff bekommen kann. So kam es zu mehreren Netzwerken, von denen vor allem das „FidoNet“ eine große Bedeutung bekam. Es wurde dafür eine spezielle Software geschaffen und auch ein eigenes Protokoll entwickelt. Die Übertragung erfolgte im „Store and Forward“-Format, und geschah wenn möglich mit Telefon-Ortsgesprächen bzw. Nachttelefonaten von einem Computer zum anderen. Das Netz war sternförmig aufgebaut. Man unterschied individuelle Nachrichten (Netmails) und öffentliche Nachrichten (Echomails) vergleichbar mit Usenet.
In Deutschland waren es besonders das Zerberus-Netz, aber auch das /CL-Netz, MAUS, sowie das WOMAN-Netzwerk, die gleiche Ziele verfolgten.
(*) FidoNet http://de.wikipedia.org.wiki/FidoNet
(*) Mailbox auf den Punkt gebracht - Mit Zerberus und CrossPoint zu den Bürgernetzen ISBN 3-9802182-6-0
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Für die Benutzer des IMCA-Systems wurde, um der „Illegalität“ aus dem Wege zu gehen ein Schlupfloch dadurch gefunden, dass - unter Federführung eines Anwalts und eines Patentanwaltes - ein Verein, der VFTK (Verein zu Förderung der Telekommunikation) gegründet wurde, dem alle Nutzer beitreten mussten. (Mittels des „Grundrechtes auf bürgerliche Vereinigungsfreiheit“ wurde das Postmonopol umgangen).
Erst im Juli 1985 wurde während einer Sitzung im Bundespost-Ministerium mit dem damaligen Bundespostminister, Herrn Dr. Schwarz-Schilling, ein Modus vivendi erreicht, mit dem eine Beendigung der „Grau-Zonen“-Zeit für Mailboxen erzielt wurde. Der Minister erklärte, dass er gerade von einer Reise in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt sei, wo man bekanntermaßen in der „Liberalisierung“ der technischen Kommunikation am weitesten vorangekommen sei.
Der Minister wies dann darauf hin, dass diese Bundesregierung mit der Zielsetzung angetreten sei, den weltweit in Gang gekommenen Liberalisierungsprozess auch in der Bundesrepublik Deutschland einzuleiten. Die Bedeutung der technischen Kommunikation beim Übergang zur Informationsgesellschaft, und der immer schneller werdende technische Fortschritt mache dieses zwingend. Eine „hochrangige Kommission“ befasse sich seit geraumer Zeit mit der Problemstellung und solle 1987 einen grundlegenden Bericht vorlegen. Die damit vorbereitete „Wende“ fände seine volle Unterstützung.
Der Minister beschloss das Gespräch mit der Mahnung, nicht zu versuchen, in großen Kommissionen generelle Lösungen anzustreben, sondern mit „angelsächsisch-amerikanischem Pragmatismus“ individuelle Entscheidungen zu erwirken. Natürlich müssten die existierenden Gesetze beachtet werden, die auch ein Minister nicht ändern könne. Es sollten jedoch Weisungen erteilt werden, die auf eine Tolerierung von privaten MHS-Systemen hinauslaufen.
In der Tat wurde zwei Jahre später mit der „MediaBox Köln“, einem im GeoMail-Verbund stehenden GeoNet-System, sogar eine Kooperation mit der Bundespost realisiert. Der Postdirektor Bernhard Kuhrmeyer vom Referat Datendienste im Bundespostministerium führte bei der Eröffnungsveranstaltung (die vom Kölner Oberstadtdirektor mit einer Keynote eingeleitet wurde) aus, dass sich die Deutsche Bundespost an diesem herausragenden Projekt beteilige, um aus den Erfahrungen eines Experimentierfeldes für moderne Marketing- und Abrechnungsmethoden zu lernen, bei dem neuartige Gateways und Mehrwertdienste zur Erprobung gelangen“.
Marketing-Abkommen mit 3M:
Im Februar 1983 wurde eine nicht-exklusive Marketing-Absprache mit der europäischen 3M-Organisation getroffen, die in der Folge zur ersten Auftragserteilung durch die 3M Deutschland und im Juli 1983 durch die 3M France führte. Das brachte den Durchbruch in der Anerkennung und führte insbesondere zur ersten Installation von insgesamt 4 Systemen bei einem zur PTT gehörenden österreichischen Unternehmen (Radio Austria).
Maßgebend für diesen Erfolg war die Verfügbarkeit des Telex-Gateways, der von vornherein Design-Ziel war. Das erlaubte Österreich, führend zu sein in der Verknüpfung von Billig-Terminals (PCs waren zu der Zeit noch ziemlich teuer) per Modem zum Message Handling System, um über dieses mit dem weltweiten Telex-Netzwerk kommunizieren zu können. Das stagnierende und eher rückläufige Telex-Leitungs-Geschäft bekam dadurch wieder Auftrieb. Viele Nutzer, welche die hohen Kosten für die Installation eines Telex-Geräts, für die Wartung und für die Anschlussgebühr scheuten, bekamen durch das Anwählen der Telebox-Austria Verbindung mit den damals noch ca. 2 Millionen Teiex-Teilnehmern in der Welt.
Telex war also zu der Zeit noch die überwiegende Kommunikations-Technik für Firmen. Dem Gateway dazu musste also besondere Sorgfalt gewidmet werden. Als Vorprozessor wurde eine Einheit von Hasler im UK ausgewählt, für die bei allen Ländern, in denen man hoffte, solch einen Gateway anbieten zu können, die Genehmigungen für den Anschluss vorlagen. (In Deutschland war das FTZ (Fernmeldetechnisches Zentralamt) der Deutschen Bundespost dafür zuständig).
Entscheidend aber war die Software des Gateways. Hier seien die wichtigsten Bestandteile geschildert.
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Die Software gestattete es, dass der Benutzer in identischer Weise, wie er eine Mailbox-Nachricht eingab, auch vorging, wenn die Nachricht als Telex beim Empfänger ankommen sollte. Er brauchte keine der vielen Beschränkungen des Telex-Formats beachten. Dadurch benötigte man keine Spezialisten mehr. Die Software sorgte für automatische Format-Konvertierung (einschließlich „wrap around“ bei der Abschneidung der Zeilen auf 69 Stellen, der Umwandlung von Groß- in Kleinbuchstaben, der Umlaute in ae, oe, ue, des ß in ss, des $ in US-Dollar usw.)
Sie sorgte für die Abgabe an die „Telex-Warteschlange“ (wonach der Teilnehmer sofort wieder frei war, also nicht zu warten brauchte, bis die Nachricht mit der langsamen Geschwindigkeit des Telex-Netzes wirklich abgesetzt wurde).
Sie ermöglichte ein „Abfragen der Warteschlange“ nach dem jeweiligen Status eines Telex. Dabei konnten Parameter geändert werden (Express-Aussendung anstelle Normalversand, Änderungen in Datum und Zeit der Absendung). Es konnte eine Nachricht auch storniert werden.
Bei jeder erfolgreichen Absetzung wurde in der positiven Rückbestätigung auch die Zeitdauer der TelexÜbertragung mit ausgewiesen. Auch konnte sofort die dafür angefallene Gebühr angezeigt werden. Das Festhalten dieser Daten ermöglichte zum Abrechnungsstichtag den Einzelnachweis aller versandten Nachrichten mit Gebührenabrechnung. Die Einbeziehung in die Mailbox-Abrechnung erlaubte Auslastungsstatistiken.
Das alles veranlasste viele Firmen sogar ganz auf die Nutzung der vorhandenen Telex-Maschinen zu verzichten und den Sonderstatus, den der Telex-Bereich (Spezialisten!) genoss, zu beseitigen. Auf allfällige Erweiterungen, zum Beispiel um Telex-Nebenstellenanlagen konnte verzichtet werden.
In der Bundesrepublik wurde der Telex-Gateway von der Bundespost unter Berufung auf Ihr Fernmeldemonopol nicht erlaubt. Das brachte GeoNet zur Gründung einer GeoNet Ltd. in London, weil dort durch die bereits weiter fortgeschrittene Liberalisierung eine Lizenz zum Betreiben eines solchen Systems gegeben werden konnte. Das Resultat: GeoNet-Teilnehmer in Deutschland konnten von ihren PCs oder ihren Niedrigkosten-Terminals (wie zum Beispiel dem Whisper Writer von 3M oder einem vergleichbaren Gerät von Brother) aus Nachrichten absetzen, die über X.25 zum System in London gelangten und dort Gebrauch vom Telex-Gateway machten. Und das zudem noch zu den viel niedrigen Telex-Preisen, die im UK galten. Ein legaler Weg, der von der Bundespost natürlich verargt wurde.
1984 erfolgte ein Abschluss über 10 Systeme mit der Deutschen Mailbox GmbH in Hamburg. Dieser Abschluss war bedeutungsvoll, weil damit erstmalig eine Service-Organisation mit gutem Marketing und einer schlagkräftigen Vertriebs- und Unterstützungs-Mannschaft die Idee in den Markt trug. GeoNet selber konnte im Wesentlichen nur darauf vertrauen, durch „Mundpropaganda“ der frühen Benutzer bekannt zu werden. In der Tat kamen Aufträge von Infex in Bremen, dem Nomos-Verlag (der später das System an das RZB Rechenzentrum Buch des Deutschen Buchhandels abgab) aus der Schweiz, Italien, Luxemburg und Frankreich auf diese Weise zustande.
Einige der frühen Mailbox-Teilnehmer waren kirchliche Organisationen, die GTZ in Eschborn, NGOs (Non-Governmental Organizations) , besonders in England, aber auch das Auswärtige Amt. Vor allem wegen des Bedarfs dieser beiden Gruppierungen zum Verkehr mit den USA gründete GeoNet 1986 eine GeoNet Inc. und installierte ein System in San Francisco. Konsequenterweise wurde GeoNet in den USA auch ein frühes Mitglied der EMA (Electronic Mail Association) und ich wurde später eines der Gründungsmitglieder der EEMA (European Electronic Messaging Association), wo ich für zwei Jahre auch Mitglied des Executive Committees und Chairman bei mehreren Konferenzen war.
(*) EEMA (European Electronic Messaging Association)
http://www.eema.org/index.cfm?fuseaction=about.content&cmid=36
Der Bau der Systeme erfolgte in einem gekauften ehemaligen Schulgebäude in Haunetal-Stärklos. Dort wurden im Verlauf von fünf Jahren 28 Systeme des Typs GEO-I gebaut.
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1986 schlossen sich die unabhängigen Betreiber von GeoNet-Systemen in den verschiedensten Ländern durch Gründung einer Dachgesellschaft „GeoMail“ zusammen. Von Haunetal aus erfolgte die Remote-Wartung der Systeme und die Steuerung, sowie die Abrechnung der gegenseitigen Nutzung der Gateways. Dieser Verbund war in etwa vergleichbar mit dem Verbund der Dialcom-Systeme, die vornehmlich an PTTs verkauft worden waren. Die Telebox der DBP zählte dazu.
Im gleichen Jahre wurde auch die Entwicklung und Programmierung der GeoFax-Gateways fertig gestellt. Sie brachten den Durchbruch bei der Verknüpfung von Fax mit Mailbox-Systemen und werden heute als wichtigste Säule des „Unified Messaging“ angesehen. In einem viel beachteten Referat anlässlich der Electronic Messaging Conference 1989 in London mit dem Titel „Fax and E-Mail: Challenge or Opportunity“ hatte ich herausgestellt, dass dank der von GeoNet entwickelten Gateways sich beide Techniken ergänzen und zu einer Symbiose führen.
Die Nachfrage nach GeoNet-Dienstleistungen wuchs so schnell, dass leistungsstärkere Systeme benötigt wurden. Der Weg über Z 80-Maschinen unter Oasis erwies sich als Sackgasse, da keine Aufwärtskompatibilität vorhanden war. Das zwang zu einer völligen Neuprogrammierung, wobei dieses Mal DEC-Hardware (VAX) und Open VMS zugrunde gelegt wurden.
Die Neuprogrammierung erfolgte in Dortmund. Die dort durchgeführten Arbeiten führten zur GEO-II, von der dann 17 zum Teil relativ große Systeme unter anderem in die USA, nach Polen, Portugal, Irland (Irische Post), Russland (Moskau und Kemorovo/Sibirien) und wiederum in die Schweiz, nach Italien, nach England und an verschiedene Plätze in Deutschland geliefert wurden.
GeoNet war natürlich immer der „David“ in einem Markt, der von Goliaths bestimmt wurde. Interessant war allerdings, dass immer dann, wenn Ausschreibungen stattfanden, zu denen wir eingeladen wurden, GeoNet letztlich den Zuschlag erhielt. Das traf in England bei den System-Verkäufen in Manchester, Kirklees und London, aber auch in Deutschland bei Verkäufen eines Message-Handling-Systems für ARD und ZDF, sowie eines Systems für den Verband Privater Bausparkassen zu.
Mit der Verfügbarkeit der DIGITAL Alpha-Technik unter Open VMS wurde die GEO-II zur GEO-III ausgebaut, von der weitere 8 Systeme zur Auslieferung gelangten.
Das größte System ging 1990 nach Polen. Polen betrachtete zu der Zeit im Rahmen der demokratischen und marktwirtschaftlichen Umorientierung des Landes die Schaffung einer modernen kommunikationstechnischen Infrastruktur als eine der wichtigsten Maßnahmen. Dabei war man besonders bemüht, die Anbindung an die Länder der europäischen Gemeinschaften so effizient wie möglich zu gestalten.
Aus diesem Grunde hatte das Polnische Ministerium für Post- und Fernmeldewesen eine Firma TESA damit beauftragt, so schnell wie technisch und organisatorisch möglich, ein landesweites „Electronic Mail“-System zu errichten und zu betreiben. TESA hatte dann, nach der Evaluierung einer Reihe von Systemen, der GeoNet Mailbox Systems GmbH in Haunetal den Auftrag erteilt. Gleichzeitig wurde der Antrag gestellt, in den GeoMail-Verbund aufgenommen zu werden. In Ermangelung eines Packet-Switching-Netzwerkes in Polen wurde es notwendig, durch im X.25-Protokoll betriebene Mietleitungen (aus Redundanz-Gründen über zwei verschiedene Leitungswege zwischen Warschau und Dortmund) diese Hürde zu überspringen.
Der Installation eines Systems in Sibirien ging im Jahre 1991 eine Demonstration während des West-Sibirien-Wirtschaftstages des Deutschen Industrie- und Handelstages voraus. In einer Keynote-Ansprache referierte ich dabei über „Weltweite elektronische Kommunikation und elektronischer Zugriff auf Informationen: Wichtige Voraussetzungen für Erfolge in der Marktwirtschaft und Hilfsmittel bei der Demokratisierung.“
Internet und OSI waren bis 1989 getrennte Welten. Erst danach öffnete sich das Internet, das bis dato nur akademischen Instituten weltweit zugänglich war, auch der kommerziellen Nutzung. Das geschah zum ersten Male durch MCI Mail in den USA. 1991 öffnete die NSF (National Science Foundation) in den USA generell das Netz für die Wirtschaft. Bald danach wurde bei GeoNet das InterMail-Protokoll, das alle
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GeoNet-Systeme weltweit verband, von X.25 auf TCP/IP umgestellt. Von da an war gewährleistet, dass alle Teilnehmer nicht nur eigene X.400-Namen, sowie virtuelle Telex- und virtuelle Fax-Nummern haben konnten, sondern auch Internet-Adressen.
GeoNet machte den Umgang mit den X.400-Adressen einfach und wurde damit dem Ruf der Benutzerfreundlichkeit gerecht. Da die Adressen sehr komplex sein konnten, brauchten GeoNet-Teilnehmer diese nur einmalig dem GeoMail-X.400-Gateway vorgeben und dazu einen leicht zu behaltenen Kurznamen benennen. X400:G.Leue reichte. Der Gateway verhinderte eine Mehrfachvergabe. Jeder vom Teilnehmer oder vom Gateway gewählte Kurzname war deshalb einzig. Durch die wahlweise Einspeicherung ins GeoMail-Directory konnte auch jeder andere Teilnehmer im GeoMail-Verbund feststellen, welche Personen oder Firmen schon über X.400 erreichbar sind und gegebenenfalls den gleichen Kurznamen verwenden.
Bei der Annahme einer X.400-Nachricht an einen Teilnehmer im GeoMail-Verbund wurden wiederum die privaten Synonym-Listen der Empfänger zur Erzeugung von Kurznamen verwendet. Gelang das nicht, wurde vom System ein Name generiert. Das generierte Synonym wurde als Absender eingetragen. Für die Teilnehmer in den GeoNet-Systemen wurde die Handhabung des Versendens und Empfangens von X.400-Nachrichten genau so einfach und benutzerfreundlich wie das Senden und Empfangen innerhalb des Heimatsystems. X.400 veränderte also seine ihm vertraute „Benutzeroberfläche“ in keiner Weise. Der Gateway unterstützte auch alle „Attribute“ (wie z.B. Absender, Empfänger, Datum, Uhrzeit, Betreff, Kopien, Empfangsbestätigung und Vertraulichkeit) und erlaubt die Kennzeichnung unterschiedlicher Formate, wie z.B. ASCII oder Binary.
Last not least, übernahm der X.400-Gateway sowohl bei abgehenden als auch bei hereinkommenden X.400-Nachrichten die Expandierung aufgrund eines Verteiler-Namens und gemäß globaler Verteilerlisten an viele Empfänger. Aber er erfüllte auch die wichtige Aufgabe der Kostenermittlung und -Abrechnung. Viele der damals experimentell im Einsatz befindlichen X.400-Software-Pakete ließen diese wichtige Komponente außer Acht.
Gleichzeitig erfolgte damals die Erweiterung der Systeme durch Implementierung von POP 3, SMTP, FTP, Telnet, Radius, BIND, HTTP und SSL was zur voll gültigen Internet-Provider-Fähigkeit führte.
Aber zurück, warum die frühen Benutzer in Deutschland GeoNet den anderen Systemen im Markt (auch in den USA) vorzogen.
Zu denen frühen Nutzern zählten neben den Computer-Clubs, wie A.U.G.E. und dem CCD, auch der Computer-Club des WDR, viele Journalisten, die Auslandshandelskammern des DIHT, der BDI,
die GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), der Sparkassen-Verlag, das Auswärtige Amt,
das Aktionsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, eine Anwaltsgruppe,
Arbeitsgruppen im Rahmen des ESPRIT-Programms beim BIFOA, tekom - der deutsche Fachverband für Technische Kommunikation, Gewerkschaften (besonders im UK),
„New Labor“ im UK (unter anderem mit einem Fach auch für Tony Blair) und viele NGO’s (Non-Government Organizations).
Wir waren von Beginn an der Meinung, dass E-Mail nicht nur dem Kommerz dienen sollte, sondern in gleicher Weise auch dem sozialen Verbund von Menschen.
So gaben wir auch dem CCC (Chaos Computer Club) eine „Heimstatt“ zu günstigen Tarifen.
Das Interesse vieler dieser Gruppen wurde auch durch ein Konzept geweckt, das man als „Box-in-the-Box“ bezeichnete. Gruppen konnten sich selbst verwalten und mit ihren Gruppenangehörigen die
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Abrechnung vornehmen. Die GeoNet-Zentrale übertrug alle notwendigen Daten dem Gruppen-Administrator per E-Mail. Dadurch waren Nachlässe möglich, die zu attraktiven Preisen führten. Es traten aber auch gruppendynamische Effekte ein.
Besonders kommerzielle Benutzer hatten seiner Zeit natürlich auch Zugriff zu CompuServe, MCI Mail, Delphi, Well, AT&T Mail, Peace-Net, The Source,Telemail, in den USA, aber auch zu One-to-One und zu BT Gold in England.
CompuServe gewann, speziell nach dem Aufbau eines Vertriebs in München, Firmen mit Auslandsaktivitäten durch die Einwahlmöglichkeit der Teilnehmer im Ausland in das verknüpfte Netzwerk. In Deutschland wurde ab 1991 ein eigenes Knotennetz aufgebaut, das in mehreren deutschen Städten per Telefonanwahl genutzt werden konnte. Als seinerzeit größter Dienst mit weltweit schon damals mehr als 1 Millionen Mitgliedern, vielen Foren und einer Frühform des Instant Messaging, dem Echtzeit-Chat, der CB-Simulator genannt wurde, war CompuServe sehr attraktiv.
Die Gründe, warum viele GeoNet vorzogen, lagen in den Vorteilen, wie sie nachfolgend aufgezählt werden. Typisch waren Aussagen wie „The GeoNet User Interface was in another League, clear and simple“
Nachfolgend sei detailliert aufgeführt, warum alle diese Benutzer das MHS (Message Handling System) GeoNet als zu einer „anderen Liga gehörend“ ansahen.
Heute, bei mehr als 1 Milliarde Internet- Teilnehmern rund um den Globus, ist das alles so selbstverständlich. Aber damals gehörte schon etwas Mut zu einem Statement der Art dazu, wie ich es damals abgab: „Es wird nicht mehr lange dauern, dass die E-Mail-Bezeichnung gleichberechtigt neben Telefon-Nummer, Telex-Nummer und Fax-Nummer auf Briefbögen und Visitenkarten erscheinen.“
Der wichtigste Punkt: GeoNet-Systeme waren nicht nur, wie das Gros der damals installierten Mailboxen, „Bulletin Boards“ (obwohl sie deren Fähigkeiten natürlich auch und - gegenüber anderen Systemen - in verbesserter Form anboten), sondern im gewissen Umfange eine Vorwegnahme dessen, was uns heute das Internet gebracht hat: Die Verbindung von Informationszugriff mit Messaging.
Was boten GeoNet-Systeme im Hinblick auf die Newsgroup-Fähigkeit mehr als die meisten SBBs? Die Systematik erlaubte es, organisatorische Strukturen flexibel und unkompliziert nachzubilden, Informationen zu sammeln und auf einfachste Art zur Verfügung zu stellen. Die Schwarzen Bretter konnten entweder innerhalb des internationalen GeoNet-Verbundes, für die Teilnehmer des lokalen GeoNet-Systems oder nur für eine Gruppe oder sogar lediglich für bestimmte Teilnehmer zugänglich gemacht werden.
Informationen, die in Schwarzen Brettern elektronisch zur Verfügung gestellt wurden, konnten entweder als ASCII-Texte oder auch als binäre Nachrichten abgelegt werden. Somit war auch das Zurverfügungstellen von Graphiken oder formatierten Texten möglich. Sogar EDV-Programme konnten dort abgelegt werden. Es gab die Möglichkeit, Bretter nur auf bestimmte Teilnehmer zu begrenzen. Alle Bretter konnten zusätzlich durch ein Schreib- oder Lesepasswort geschützt werden
Interessant war auch die Verfügbarkeit einfacher, aber wirkungsstarker Suchmethoden, die es erlaubten, ein auf den Normalbenutzer besser zugeschnittenes „virtuelles“ Ablage-Konzept zu realisieren. Diese Methoden waren sowohl auf die Bretter als auch auf die Fächer der Benutzer anwendbar.
Zur damaligen Zeit wurden noch verschiedenste Namen für das verwendet, was dann in der Begriffsbestimmung der CCITT als MHS (Message Handling System) bezeichnet wurde. Man sprach auch von „Terminal Based Electronic Message Systems“ und EMS (Electronic Message Systems), womit zum Ausdruck gebracht werden sollte, dass es nicht nur „Electronic Mail“-Systeme waren (obwohl E-Mail als die so genannte „Killer-Application“ galt), sondern dass auch die Verknüpfungen mit anderen Formen der Text-Kommunikation wie Telex, Fax, Teletex, BTX, SMS, mit abgedeckt wurden. Der wichtigste amerikanische Informationsdienst aus der Zeit trug deshalb auch den Namen EMMS (Electronic Mail and Messaging Systems).
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Hauptmerkmal, im Vergleich zu den klassischen Datenübertragungstechniken war die Menschen- anstelle der Geräte-Orientierung, wie sie zum Beispiel beim Telex vorlag. Beim Telex verkehrte Maschine mit Maschine.
So wurden dann auch die unvergleichlich benutzerfreundlichen Formen der Kommunikation zwischen Mensch und System von allen frühen Benutzern als Hauptunterscheidungsmerkmal im Vergleich mit anderen öffentlichen Systemen, sowohl in den USA als auch in Großbritannien und in Deutschland angesehen.
Da das System als ein Instrument für globale Nutzung konzipiert wurde, hatte man eine beliebig ausbaubare Multi-Lingualität eingeplant. So wurde von Anfang an neben Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch und Spanisch angeboten. Sofort nach Erweiterung des Teilnehmerkreises durch Systeme in anderen Ländern wurde eine Standard-Prozedur eingeleitet.
Einem Verantwortlichen dort, der sich in der Materie auskannte und der vor allem aber den gerade lokal gültigen „Jargon“ beherrschte, wurde ein komplettes Paket elektronisch übermitteln, in das er jeweils hinter dem deutschen (oder wahlweise englischen) Text, die Bezeichnungen in seiner Sprache einzutragen hatte. Die Rücksendung dieses Pakets erlaubte dann eine zügige Implementierung dieser zusätzlichen Sprache. Durch ein neues Release der Software wurde sie gleichzeitig allen anderen Systembetreibern zugänglich gemacht. So wurde es später sehr einfach, Russisch, Polnisch und Portugiesisch beispielsweise als Benutzersprachen zur Verfügung zu stellen. Diese korrekte Vielsprachigkeit wurde im Vergleich zu anderen Systemen im Markt von den Kunden sehr geschätzt
Der Befehlsvorrat, den das System anbot, war so ausgewählt, dass alle Operationen mit schlichten, der Umgangssprache entnommenen Worten aufrufbar waren. Es wurde dadurch eine extreme
Benutzerfreundlichkeit erreicht, die sich insbesondere in der einfachen klartextlichen Dialogführung in der jeweiligen Muttersprache widerspiegelte. Aber auch im „Vergeben“ bei den häufigsten Syntax-Eingabefehlern, in automatischer Korrektur (wo immer möglich) und dem Anbieten von Hilfen und Alternativen, wo das System nicht von sich aus korrigieren kann. Das Ganze war ausgelegt auf „Nicht-Computerfachleute“, wie zum Beispiel Sekretärinnen. Selbst für Blinde, von denen einige von Anfang im System waren, waren sie schnell lern- und nutzbar.
Flexible Adaption an den jeweiligen Wissensstand der Benutzer (klartextliche Frage- und Antwort-Führung für den Novizen und Verwendung von Abkürzungen und komplexen Kommandofolgen - in einer Zeile - für Fortgeschrittene). Wer die Kommandos überhaupt nicht mehr im Kopf hatte, brauchte nur ? eingeben, um die Befehle aufgeführt zu bekommen. Da zu der Zeit häufig ohne Terminalprogramme in den Endgeräten gearbeitet werden musste (solch nützliche Programme wie das MS Outlook oder Apple MAIL existierten noch nicht) war eine mehrstufige Hilfe von großer Bedeutung.
Als bedeutungsvoll fanden auch die frühen Nutzer, dass das System die unterschiedlichsten Endgeräte akzeptierte. 7 verschiedene Terminalklassen wurden unterstützt (CRT, PRT, PC, BTX, TTY, TLX und RMI). So war es an Plätzen, wo eine Telex-Maschine das einzig verfügbare Gerät war, geschätzt, dass man selbst damit einen Dialog mit dem fernen System aufnehmen konnte.
Wichtig war auch das schon sehr frühzeitig transparenter und gesicherter File-Transfer beliebiger Daten, anfänglich mit dem Proprietary-Programm KERMIT, später mit xmodem und ymodem gewährleistet war. Damit war das System bereits gut für Edifact geeignet.
Zur Kostentransparenz wurden für jedes E-Mail-Fach individuelle Logbücher zur Verfügung gestellt, in denen die entstandenen Kosten detailliert nachvollzogen werden konnten. Eine generelle Übersicht über die entstandenen Drittkosten konnte man sich online mit dem Befehl ZÄHLER verschaffen. Dort wurden die Kosten summiert aufgezeigt. Für spezielle Leistungen erhielten die Benutzer außerdem nach der Ausführung separate Gebührentelegramme angezeigt.
Die Verfahren zur Absicherung gegen missbräuchliche Nutzung waren bereits recht ausgefeilt: Vom Anwender selbst änderbares Passwort, zusätzliche „Privacy“-Kennzeichnung, Anzeige des letzten
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Einwählens, „Challenge“-Verfahren zur Authentifikations-Kontrolle, Protokollierung von Hacker-Versuchen und automatische Information des regulären Benutzers, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung waren verfügbar.
Ein besonders geschätzter Befehl gewährleistete eine Vorwegnahme dessen, was heute als „Instant Messaging“ bezeichnet wird. Mit dem Befehl ONLINE konnte man feststellen, wer jeweils online war. Mit dem Befehl TEXT konnte man einem daraus ausgesuchten Teilnehmer eine Sofort-Nachricht schicken und mit DIALOG wurde ein Online-Dialog gestartet.
Das sind heute alles Selbstverständlichkeiten. Damals war das von den GeoNet-Teilnehmern gern betretenes Neuland. Erwähnenswert vielleicht an dieser Stelle, dass man mit dem DIALOG-Befehl auch einen Dialog mit „ELIZA“ führen konnte. Dieses Programm wurde von Prof. Joseph Weizenbaum am renommierten M.I.T. (Massachusetts Institute for Technology) in den USA geschrieben.
Weizenbaum, der jetzt wieder in seiner Heimatstadt Berlin lebt, hatte in den Vereinigten Staaten einen Lehrstuhl für Computerwissenschaften und ist auch heute noch ein Computer-Kritiker, der besonders vor den „Mythen der künstlichen Intelligenz“ warnt. ELIZA erlaubte, mit einem Computer ein „Gespräch“ zu führen. Das Programm, ein „Meilenstein in der Geschichte der Künstlichen Intelligenz“, wollte Weizenbaum als Parodie eines Psychiater-Patienten-Gesprächs verstanden wissen.
Ein beliebter Befehl, den es heute nirgendwo mehr gibt, war „Rücknahme“. So lange der Empfänger eine Nachricht noch nicht gelesen hatte, konnte man sie noch wieder zurücknehmen: Sehr nützlich, wenn man bei einer spontanen Antwort etwas von sich gab, das man schon kurze Zeit später bereute.
Sehr wichtig war, dass von vornherein die Teilnehmer nicht mit Nummern, wie es damals noch häufig der Fall war, sondern mit Namen bezeichnet wurden. Bei fehlerhafter Namenseingabe versuchte das System dem Benutzer ähnlich klingende Namen anzubieten.
Es gab komfortable Adress-, Teilnehmer- und Verzeichnisbefehle zum selektierten Zugriff nach beliebigen Kriterien auf netzweite „Yellow Pages“. Es gab „Bit-Transparenz“ für die Verarbeitung von Graphik, Tele-Software („Upload“ und „Download“ von Programmen) und abgesicherte Datenübertragung über asynchrone Leitungen, sofern die Endgeräte der Benutzer darauf ausgelegt waren.
Beliebt war die „Alert“-Funktion zur pager- oder telefonorientierten Information, dass eine Nachricht einging. Es gab damals schon einen „Public Key“-Befehl zur Vorhaltung von Public Keys für das RSA-Verfahren zur Verschlüsselung von Nachrichten. Das GeoNet-Interesse darin spiegelte sich auch in einer frühen Beteiligung GeoNets als Mit-Gründungsmitglied des TeleTrust-Deutschland-Vereins wider.
Eine eingebaute parametergesteuerte Abrechnungs-Software erlaubte vielfältigste Rechnungsstellungs-Möglichkeiten und automatischen Ausdruck von Rechnungen auf Papier.
Besonderes Augenmerk wurde auf Maßnahmen zur Kostenminimierung für die Einwahl ins System gelegt: Etwas, was die Benutzer damals sehr schätzten. Man darf nicht vergessen, dass nur in den 17 Städten, in denen sich DATEX-P-Knoten befanden, der Zugriff zum PAD für 8 Minuten (der damalige Gebührentakt) 23 Pfennige kostete. Aber bei einer Einwahl zum Beispiel von Fulda zum PAD in Frankfurt kostete es tagsüber DM 9,20.
Die - im Vergleich mit anderen europäischen Ländern viel zu geringe Dichte des DATEX-P-Netzes(notwendig wären 200 Knoten gewesen) versuchten die GeoNet-Betreiber in Deutschland (wie zum Beispiel das Telehaus Nordhorn) durch Installation von Remote-PADs, die GeoNet in solche Städte lieferte, in denen sich Kunden vom Telehaus Nordhorn befanden, zu kompensieren. Durch die Verknüpfung der in Deutschland installierten GeoNet-Systeme mit den in den anderen Ländern, in denen sich System-Kunden von GeoNet befanden, durch DATEX-P, konnten sich alle Teilnehmer überall in der Welt, wo sich eines der damals 70 Packet-Switching-Netzwerk befand, auf preiswerte Weise zu ihrem Mailbox-Fach durchschalten lassen.
Bedeutungsvoll war auch, dass GeoNet, bevor Apple MAIL und MS Outlook verfügbar waren, durch das Schreiben und Bereitstellen eines Macintosh E-Mail—Clients und später von „MailStation“ für die
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Windows-Umgebung für eine weitergehende Automatisierung und damit Beschleunigung des Zugriffs sorgte.
GeoNet wurde sehr frühzeitig Mitglied der „iPass Alliance“ und erlaubte damit den mobilen Benutzern weltweit preiswerte Einwahlmöglichkeiten mit „reverse charging“ (die anfallenden Kosten, die mit RADIUS erfasst wurden, erschienen in der monatlich Rechnung in einem getrennten Logbuch). Damit - und natürlich mit der Einwahlmöglichkeit bei jedem der im Ausland befindlichen GeoNet-Systeme im GeoMail-Verbund - konnte vermieden werden, dass zum Erreichen des Faches in der Heimat-Mailbox ein damals sehr teures Telefongespräch geführt werden musste.
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. GSM (z.B. Laptop via Infrarot oder Datenkabel und Handy)
. DSL im Home Office oder kleinen Standorten
Last not least gab es aber auch frühzeitig Absprachen mit Sprintnet, Transpac und BT-GNS, über deren zahlreiche Knoten in vielen Ländern ein unkompliziertes Einwählen (ohne Notwendigkeit einer NUI) und ein „reverse charging“ möglich war.
Auch war bedeutungsvoll, dass GeoNet schon lange vor der Kommunikationsverbindung der diversen MHS-Inseln durch das X.400-Protokoll eine Mitgliedschaft bei DASNet in den USA erworben hatte. Durch sie war es möglich, dass E-Mails mit allen dort subskribierten Diensten austauschbar waren.
Der gewichtigste Unterschied bei GeoNet-Systemen war jedoch die gleichberechtigte Verknüpfung von Kommunikation und Information. Mit dem Datenbanken-Befehl bestand die Möglichkeit des Durchschaltens zu allen über Packet-Switching-Netzwerke erreichbaren Datenbanken-Hosts. Die Betreiber der Hosts standen dem zunächst skeptisch gegenüber, bis sie erkannten, dass sie sich dadurch viel Aufwand und Zeit einsparten, um potentielle Kunden zunächst einmal mit dem Einmaleins des Zugriffes (Ausstattung eines PCs mit Terminalprogramm und Modem, Einrichtung von Anschlüssen der Deutschen Bundespost, Training in der Handhabung) vertraut zu machen.
Das alles hatten GeoNet-Teilnehmer von Haus aus. Darüber hinaus schätzten die Datenbanken-Hosts bald, dass sie die ganze Mühe der Einzelabrechnungserstellung und des Inkassos, die besonders bei grenzüberschreitender Nutzung schon erheblich sein kann, einsparten. Abgerechnet wurde mit GeoNet,
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die wiederum über spezielle Logbücher für Datenbanken-Nutzung die Weiterbelastung der Kunden vornahmen.
Wichtig war das Instrument des „Privilege-Levels“, der darüber entscheidet, was ein Benutzer alles tun darf. Ein zweites Instrument, das besonders bei größeren Firmen Anklang fand, war die Überwachungsmöglichkeit der Nutzung durch einen mit höherer Zugriffsberechtigung ausgestatteten Vorgesetzten, der durch einen Zugang zu den Zählerständen seiner Mitarbeiter jederzeit feststellen konnte, wie hoch die Kontenstände aufgelaufen waren. Auch konnte auf Wunsch das Setzen eines Limits einprogrammiert werden, bei dessen Erreichen eine automatische Alarm-Nachricht ausgelöst wurde.
Beim Zugriff auf fremde Hosts mit dem Datenbank-Befehl erfolgte also im Grunde genommen nichts anderes als ein elegantes und zeitsparendes Durchschalten. Nachdem durchgeschaltet wurde, ist der E-Mail-Benutzer direkt mit dem Host verbunden und arbeitet mit der Geschwindigkeit seines Modem-Zugriffs auf das E-Mail-System; und natürlich in der Retrieval-Sprache des Hosts, die er beherrschen muss. Dabei konnte er sich mit entsprechend ausgestatteten Terminalprogrammen, wie zum Beispiel dem Metalog-Paket im „Terminal Control“-Programm der Firma Softcontrol mit dessen Fenstertechnik Hilfestellung geben lassen.
Es gab einen S-Befehl (S steht für „Schnell“), mit dem man besonders bei solchen Informationsdatenbanken wie zum Beispiel dem Flugverzeichnis OAG (Official Airlines Guide), bei denen man präzise vorgeben konnte, wann man wohin fliegen will und die im Flugverkehr üblichen Abkürzungen, sowie die Syntax der Abfrage beherrschte, sehr viel schneller Ergebnisse erzielte, als mit dem normalen DA-Befehl. Bei dem konnte der Dialog leicht schon einmal DM 12,-- bis DM 15,-- kommen. In den GeoNet-Systemen gab es sehr viele solcher S-Befehle, um Währungskurse, brandneue Nachrichten oder Aktienkurse abzufragen. Mit dem S-Befehlen wurde der Zugriff zu bestimmten Informationen, die klar definiert sind, kinderleicht.
Der Zugriff auf Hosts mittels Durchschaltung setzte jedoch in der Regel immer Kenntnisse der angewählten Datenbanken und der Retrievalsprachen voraus. Das setzte der Nutzung Grenzen. Der I/R-Laie hatte große Schwierigkeiten. Wenn er es ohne Schulung versuchte, musste er viel Lehrgeld zahlen. Man bemühte sich von verschiedenen Seiten, dieses Handicap zu beseitigen. Ein Versuch wurde von der KEG (Kommission der Europäischen Gemeinschaften) mit der Sprache CCL gemacht. Damit sollte eine genormte Retrieval-Sprache geschaffen werden. Es führte jedoch nur dazu, dass die Anzahl der Sprachen um eine weitere vermehrt wurde. Schließlich vergab die KEG eine Studie, die zu dem Resultat kam, dass eine zwischengeschaltete Einheit vonnöten wäre, der man den Namen „Intelligent Interface Facility“ gab.
An der Ausschreibung dafür beteiligten sich mehr als 60 Firmen. Den Zuschlag erhielt die Gruppe GeoNet/Infotap, bei der GeoNet federführend und für die Auswahl von Hardware und die Entwicklung der Software verantwortlich war, während Infotap Ideen und die so genannte „Brainware“ beisteuerte. Unter Brainware wurde hier das Ausfüllen von Tabellen in allen Sprachen und das Gestalten von Menüs verstanden, die eine wichtige Voraussetzung für die angestrebte Benutzerfreundlichkeit war. Die für die kommerzielle Nutzung „ii“ (Intelligente Information) getaufte und in Luxemburg installierte Einheit war in den GeoMail-Verbund eingebettet und damit jedem Teilnehmer in dieser weltweit „Private Domain“ zugänglich.
Er wurde, wie bei GeoNet Standard, in seiner Muttersprache begrüßt und durch ein maßgeschneidertes Menü geführt, das ihn nach seinen Wissenswünschen befragte. Er hatte die Wahlfreiheit zwischen allen Hosts und Datenbanken, zu denen der ii-Betreiber subskribierte (das waren schon von Beginn an mehr als 200 Datenbanken in den wichtigsten Hosts dieser Welt) und bekam vorab eine Kostentransparenz, die ihm die Entscheidung erleichterte.
Hatte er sich für eine bestimmte Datenbank entschieden, so wurde er aufgefordert, Stichworte einzugeben. Alle Spezialausdrücke wie „Boole’sche Algebra, And, Or, Truncation und ähnliches wurden von ihm ferngehalten. Obwohl er mit allen diesen Hilfsmitteln für die Suche arbeiten konnte. Die Übersetzung der vereinfachten Regeln in die jeweils hostspezifischen Formen übernahm ii für ihn. Wenn der Benutzer seine Suche definiert hatte - und erst dann - wurde er (und zwar unabhängig von der
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Verbindung des Benutzers von seinem PC über seine Heimat-Mailbox zur ii-Einheit) eine schnelle Verbindung zum Host aufgebaut und die Suche durchgeführt.
Die Resultate wurden zur ii-Einheit zurückgespielt und die Verbindung zum Host beendet. Damit wurden die beim Host wegen seiner in der Regel hohen Anschalt-Minuten-Gebühr teuren Denkpausen auf den Dialog mit der ii-Einheit verlagert. Auch ein „Profilsuchen“ in vorgegebenen Abständen auf beliebigen Hosts und in beliebigen Datenbanken konnte durchgeführt werden, deren Ergebnisse automatisch in das Mailbox-Fach des Suchenden (bei gleichzeitiger Benachrichtigung, dass eine Nachricht für ihn eintraf) gelegt wurden.
Für das reibungslose Zusammenspiel aller GeoNet-Systeme im GeoMail-Verbund war der Aufbau eines Netzwerkkontroll-Zentrums zur Fernwartung der international installierten GeoNet-Server notwendig. Bei der Installation von GeoNet-Servern vor Ort einschließlich der Schulung des Betriebspersonals erfolgte jeweils auch die Anpassung der Software an die landesspezifischen Gegebenheiten (PTT-Richtlinien, CCITT-Schnittstellen, usw.)
Wie viel Anerkennung GeoNet-Systeme seinerzeit gefunden hatten, wurde später durch die Verleihung der Auszeichnung „E-Mail-Service of the Year“ des EMMS-Newsletter bestätigt. „The Award Winner is ... GeoNet“.
In der Begründung hieß es:
„GeoMail, the world-wide E-Mail System, was awarded the title of the BEST E-MAIL SERVICE IN 1989. This underlines once again the leading role of GeoNet Mailboxes in the world of modern communication with gateways to other services and access to the world of information. GeoNet is the manufacturer of all the operative systems in the international GeoMail Association. 48 % of the voters made GeoMail their number one, giving the victorious system a considerable edge over its runners up GeoMail, whose sole supplier of the operative machines is the German manufacturer GeoNet Mailbox Systems GmbH, succeeded against such formidable competitors as AT&T, BellSouth and MCI. GeoNet has raised the bar a few more inches for the major U.S. and PTT services. It has so much more than the big services, some of which EMMS hasn’t seen elsewhere.
Aber dann machten die schnellen Fortschritte im Internet --besonders durch das Entstehen des WWW -die „klassischen MHS“ mit ihren Datenbanken-Zugriffen und den Schwarzen Brettern obsolet.
1989 entwickelte Tim Berners-Lee am CERN in Genf sein Hypertext-System, das damit zum Ausgangspunkt für das heutige WWW wurde. 1991 präsentierte er dazu den Hypertext-orientierten Browser.
(*) World Wide Web
http.//de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web
Mark Andreesen am NCSA in den USA schuf dann 1993 als wichtigen Durchbruch einen Browser MOSAIC mit graphischer Benutzeroberfläche (GUI).
Die von ihm im Silicon Valley gegründete Firma Netscape Communications Corporation brachte dann seinen Navigator im Oktober 1994 auf den Markt.
Mit dem Microsoft Internet Explorer und dem Apple Safari wurde dann das Browsen im globalen Internet, besonders nach dem Erscheinen von google, zum schnellen Zugriff auf das Wissen unserer Zeit für die heute mehr als 1 Milliarde Internet-Nutzer auf dem ganzen Globus.
(*) EITO Marktforschung: In 2007 Steigerung von 1,13 auf 1,23 Milliarden Internet-Nutzer http://
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Verblieben sind neben den ungezählten Anbietern von Informationen jeglicher Art und Diskutierenden im WWW eine relativ große Anzahl von kleineren, vor allem aber eine Reihe von großen Internet-Service-Providern, viele davon zusätzlich mit einem Angebot an Unified Messaging Diensten.
Von mindestens eben so großer Bedeutung waren die immer schneller erzielten Fortschritte auf der hardware-technischen, aber auch auf der Software-Seite.
Wer heute davon hört, dass ein „Telefongespräch“ in Deutschland von Fulda nach Frankfurt DM 1,20 pro Minute gekostet hat, wird das vergleichen mit den Zahlen in dem Wettkampf der Tarife, die ihm heute von 75 konkurrierenden Anbietern offeriert werden. Und er wird feststellen, dass ein Gespräch nach Hawai und Australien heute schon für 1 ct pro Minute (also 2 Pfennig) abgewickelt wird. Selbst extrem weite und schwierige Destinationen, wie Afghanistan (12,5 cts = 25 Pfennig pro Minute) oder die Antarktis (14,74 cts = 30 Pfennig pro Minute) sind preiswerter zu erreichen.
Das haben uns - neben dem Wettbewerb -- die Glasfaserkabel gebracht, bei denen durch Multiplexing Durchgangsleistungen für ein Faser-Paar von 1 Terabit pro Sekunde erreicht worden sind. Sie bewältigen heute weltweit, häufig als unterseeische Kabel, den globalen Telefon- und Datenverkehr. Sie wurden zu Schlagadern des Internet.
(*)Die Schlagadern des Internet
www.sueddeutsche.de/computer/artikel/436/157020
Natürlich sind die schnellen Zugriffsmöglichkeiten aus dem Festnetz, durch DSL-Technik zu Flat-Tarifen ein weiterer wichtiger Grund für den Siegeszug des WWW.
Von ähnlich ausschlaggebender Bedeutung war aber auch die kontinuierliche Gültigkeit des Moore’schen Gesetzes im Halbleiterbereich. Diese von Moore postulierte Gesetzmäßigkeit hat über viele Jahrzehnte ihre Richtigkeit bewiesen und soll auch mindestens noch bis zum Ende dieser Dekade Gültigkeit behalten.
“Moore’s Law, the technology axiom that states that the number of transistors on a chip doubles roughly every two years, giving rise to a constant escalation of computing power at lower costs”.
(*) Intel Says Chips Will Run Faster, Using Less Power
(The New York Times, Jan. 27, 2007)
So war es möglich, dass PCs und Notebook-Computer zu den niedrigen Preisen gelangen konnten, mit denen sie heute angeboten werden. Nur so konnte ein Projekt wie “One Laptop per Child” mit einem angestrebten Preis von um die 100 US Dollar angedacht werden.
Vor allem aber werden die Chips, die heute in der neuesten Generation von Mobiltelefonen verwendet werden, die Nutzung von Browsern erlauben, die den Zugriff aufs Web auch mobil gestatten. Welche Umwälzung davon ausgeht, kann man heute nur ahnen. Auf dem Mobilfunk-Welt-Kongress in Barcelona Mitte Februar 2008, gab es ein erstes Ahnen, wie in der Ära des mobilen Internet das Handy hinter den Inhalten verschwindet. Telefonieren kann man zwar auch noch mit den neuen Geräten im Quadband über alle GSM-Kanäle. Aber eingebautes GPS zur genauen Ortsbestimmung bei Navigation über eingeblendete Karten, eine Kamera und HSDPA für schnelles Web-Browsing eröffnen eine neue Welt für den “Homo mobilis”
Es darf daran erinnert werden, dass der Weltbestand an GSM-Telefonen auf 2,5 Milliarden geschätzt wird.
(*) SPIEGEL 8/2008 “Exkursion in der Rikscha”
Das neue Paradigma "Bezahlung aller Informationsdienste durch Werbung", wie es besonders durch Google in den Markt getragen wurde, hatte vielen der "alten" Anbieter die wirtschaftliche Basis genommen. Inzwischen wurde diese neue Sicht der Dinge aber auch von wichtigen Zeitschriften in
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Deutschland bei deren Online-Diensten (SPIEGEL, WELT und viele andere), aber auch zum Beispiel von Lexika-Diensten wie dem Brockhaus -Verlag aufgegriffen.
Die Datenbanken, die in den frühen Jahren über DATEX-P erreichbar waren und des Einsatzes von Spezialisten bedurften, welche die unterschiedlichen Retrievalsprachen beherrschten, stehen wohl alle heute über das Internet mit viel Hilfestellung über graphische Interfaces zur Verfügung. So weit sie für den Zugriff noch Gebühren verlangen, erfolgt auch das benutzerfreundlich über Bankeinzug, Click + Buy, Kreditkarten oder T-Pay (mit Mikromoney oder über die Telefonrechnung).
Was für eine andere Welt, wenn man das Alles mit der „Steinzeit“ vor 25 Jahren vergleicht, wo alle Betreiber sich glücklich schätzten, wenn sie ein paar hundert Fächer vermietet hatten.
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Wirtsch.Dipl. Günther Leue, 2009, Vom Glück der frühen Geburt – ein Rückblick auf die Anfangsjahre der E-Mail, Munich, GRIN Publishing GmbH
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