Grundlagen der Wirtschaftsdidaktik Wintersemester 2008/09
Die Erkundung eines Fertigungsbetriebes soll vor allem technische Verfahren erfahrbar machen. Damit den Schülern Fertigungsverfahren anschaulich gemacht werden. Ferner kann sie allgemeine wirtschaftliche Problemstellungen bewusst machen und soll einen Gesamteindruck von einer bestimmten Branche vermitteln. Außerdem es ist es wünschenswert, wenn auch soziale Belange in einem Betrieb berücksichtigt werden.
Die Erkundung bietet die Möglichkeit des Einsatzes von Arbeitsformen, die im Unterricht weniger praktiziert werden können. Man kann die Schüler in Arbeitsgruppen auf eine Faust Aufgaben bearbeiten lassen.
3. Beispiele für Erkundungen:
Grundsätzlich können Erkundungen in allen Jahrgangstufen und in allen Schularten durchgeführt werden.
In der 4. Klasse Grundschule im Fach Heimat und Sachkunde kann zum Unterrichtsthema Stromerzeugung ein Kraftwerk erkundet werden.
In der 9. Klasse Realschule im Fach Wirtschafts- und Rechtslehre ist es angebracht angesichts des bevorstehenden Betriebspraktikums einen Fertigungsbetrieb zu erkunden. In der 10. Klasse Gymnasium im Fach Sozialkunde zum Unterrichtsthema die Deutsche Parteienlandschaft kann der deutsche Bundestag besichtigt werden. In der Kollegstufe im LK Geographie kann eine Exkursion in die bay. Alpen zum Thema Glazialmorphologie durchgeführt werden.
Grundlagen der Wirtschaftsdidaktik Wintersemester 2008/09
4. Eine Betriebserkundung splittet sich in 3 Phasen.
Zuerst wird im Unterricht der Erkundungsgang vorbereitet. Dann kommt die Durchführung und nach der Erkundung wird er im Klassenzimmer nachbereitet, um die Ergebnisse zu sichern.
4.1.1 Vorbereitungsphase des Lehrers
Die Lehrkraft holt erstmal allgemeine und spezielle Informationen, z.B. über Berufsbilder, Produkte, Dienstleistungen, Fertigungsverfahren, des Betriebes ein. Je nach Unterrichtsthema wird eine Betriebsvorauswahl getroffen. Jetzt kontaktiert der Lehrer erstmal per E-mail oder Telefon einen Firmenbeauftragten, ob eine Betriebserkundung überhaupt erwünscht ist. Dann wird die Schulleitung informiert.
Danach werden die Eltern informiert und eine Einverständniserklärung angefordert. Daraufhin erfolgt eine Vorerkundung des Lehrers mit einem Firmenbeauftragten. Jetzt werden die Erkundungsplätze und Themen ausgewählt, z.B.:
- Auswahl möglicher Interviewpartner
- Anzahl und Größe der Erkundungsgruppen,
- Vereinbarung des Zeitplans für die Erkundung,
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4.1.2 Vorbereitungsphase mit den Schülern
Es werden benötigte Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie z.B.: Interviewtechnik und Gesprächsführung, stichwortartige Protokollführung, Darstellung von Erkundungsergebnissen in einem Sachbericht, Erstellung und Beschreibung von Grafiken..., eingeübt. So kann ein Erkundungsgang auch fächerübergreifend mit Deutsch verbunden werden. Weiter werden spezielle Kenntnisse vermittelt und Fachbegriffe erklärt. Jetzt werden mit den Schülern die Aufgaben erarbeitet und an die vorher eingeteilten Gruppen verteilt. Dabei wird eindeutig festgelegt wer was zu tun hat.
Grundlagen der Wirtschaftsdidaktik Wintersemester 2008/09
Dann wird das Verhalten der Schüler im Betrieb, um unnötige Störungen und Gefahren zu verhindern, besprochen.
Nun wird eindeutig festgelegt, was die Schüler am Ende abJHEHQVROOHQ%HULFKW&ROODJH«
4.2. Die Durchführung:
Die Durchführung gestaltet sich sehr variabel. Je nach Altersgruppe und Art des Betriebes, hält sich der Lehrer jetzt eher im Hintergrund.
Erste Allgemeine Informationen
Als erstes werden die Schüler durch den Firmenbeauftragten begrüßt und erhalten eine erste Einführung und Information. Z. Bsp. über die Gesamtanzahl der Beschäftigten, die Berufe und Tätigkeiten im Betrieb, über das Produktions- oder Dienstleistungsprogramm des Betriebes, über die 0DUNWVWHOOXQJGHV%HWULHEHV« Dazu kann auch ein Film gezeigt werden.
Erkundungsgang in Gruppen
Jetzt werden die Schüler aktiv. Sie beobachten und befragen die Betriebsangehörigen an ihren Arbeitsplätzen. Ggf. fertigen sie hierzu Foto- oder Tonbandaufnahmen an. Sie erstellen Protokolle und Skizzen und nehmen, falls möglich, aktiv an Arbeitsvorgängen teil. Ein Abschlussgespräch mit Betriebsangehörigen kann die Erkundung abrunden.
4.3. Auswertung (Nacharbeit)
Im Klassenzimmer wird die ganze Erkundung nachbereitet. Die einzelnen Gruppen stellen ihre Arbeitsergebnisse vor. Dann können Fragen geklärt werden.
Arbeit zitieren:
Thomas Windhoevel, 2009, Unterrichtsskizze: Betriebserkundungen im Fach Wirtschaft- und Rechtslehre, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Betriebserkundung und Expertenbefragung
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