Inhaltsverzeichnis
1 Einführung: Thema, Ziel und Aufbau dieser Arbeit 2
2 Das Modell der Themenzentrierten Interaktion 3
2.1 Was ist TZ?I 3
2.2 Kurze Darstellung der wissenschaftlichen Kritik 6
2.3 Aktueller Stand der TZI 7
3 Die TZI in der Praxissituation 9
3.1 Fragestellung 9
3.2 Beschreibung der Gruppensituation 10
3.3 TZI in dieser Gruppensituation 12
3.4 Ergebnis und Schlussfolgerung 14
4 Abschluss: Zusammenfassung und Fazit 16
Anhang
Literaturverzeichnis
1
1 Einführung: Thema, Ziel
und Aufbau dieser Arbeit
In dieser Arbeit wird das Modell der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn sowohl in der Theorie als auch in Praxis betrachtet. Die TZI als Modell für die Gruppenarbeit wurde auf dem Wertehintergrund der Humanistischen Psychologie entwickelt und bietet für das Leiten von Lern- und Arbeitsgruppen durch Postulate und Hilfsregeln konkrete Anleitungen für die Umsetzung der Leitlinien der TZI, den Axiomen, mit der TZI-Gruppe. Ziel der TZI ist, lebendiges Lernen in einer angstfreien, wertschätzenden Umgebung durch Interaktion der Gruppenmitglieder zu ermöglichen. In wie weit dieses Modell der Gruppenarbeit im Alltag herangezogen werden kann, soll durch die Anwendung der TZI in einer Gruppensituation geprüft werden. Ziel der Arbeit ist, die "Praxistauglichkeit" der TZI zu analysieren.
Im folgenden Kapitel 2 (S.3) wird das Modell der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth Cohn dargestellt. Hierbei beschränke ich mich auf die Beschreibung theoretischen Aspekte und gehe nicht tiefer auf die Entstehungsgeschichte ein. Im Anschluss werden Kritikpunkte an der TZI und der gegenwärtige Stand des Modells beschrieben. Danach richtet sich der Blick in Kapitel 3 (S.9) auf die Praxissituation: die Anwendung des Modells in einem Mitarbeitergespräch, präziser: in einer Gruppensituation. Zunächst wird der Hintergrund und die Fragestellung zu dieser Anwendung näher erläutert. Nach der Beschreibung der Situation wird das theoretische Modell der TZI an den Praxis-Beobachtungen vorbeigeführt, das Ergebnis formuliert und die Schlussfolgerung gezogen. Als abschlieÿende Schritte ziehe ich in Kapitel 4 (S.16) nach einer Zusammenfassung mein Fazit.
2
2 Das Modell der
Themenzentrierten
Interaktion
2.1 Was ist TZI?
"Themenzentrierte Interaktion (TZI), bezeichnet ein Verfahren der Gruppenleitung und Gruppenarbeit, bei dem unter Beachtung bestimmter Regeln versucht wird, Thema, Individuum und Gruppe (die häug konkurrierenden Gröÿen) in Balance zu bringen. Ziel des Verfahrens der TZI ist es u.a., lebendiges Lernen durch angstfreie Interaktion zu ermöglichen."
deniert Klaus Mutschler die TZI in Dorsch, 1982, S.685. TZI ist also "eine Methode des lebendigen Lernens" (Langmaack, 2004, S.15), deren Ziel es ist, dass eine Aufgabe bzw. ein Thema (ES) von jedem Individuum mit seinen Bedürfnissen (ICH) interagierend in einer Gruppe (WIR) in einer wertschätzenden Umgebung erarbeitet werden kann. Dabei wird die Aufgabe, die Zielsetzung, der Lernsto, also das Thema in den Mittelpunkt der Gruppenarbeit gestellt (Themenzentrierung) und dieses durch Zusammenarbeit und Austausch (Interaktion) aller Beteiligten der Gruppe bearbeitet. Ein Faktor fehlt jedoch in der oben stehenden Denition: der GLOBE. Das Bearbeiten des Themas ndet nicht in einem isolierten Bereich statt. Auch Gegebenheiten der mittelbar und unmittelbar spür- und sichtbaren Umwelt (GLOBE) wirken sich auf die Gruppe und das Individuum aus. Der GLOBE umfasst alle situativen, kulturellen, gesellschaftlichen, philosophischen und religiösen Umgebungsbedingungen (Reiser & Dlugosch, 2007, S.8), die die Aktionen des ICH und des WIR beeinussen. Und somit auch Auswirkung darauf haben, wie das Thema behandelt wird.
3
In der Gruppenarbeit im Rahmen der TZI sollen diese vier Faktoren, ICH, WIR, ES und GLOBE, in Balance gehalten werden. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Formen der Gruppenarbeit wie zum Beispiel Gruppendynamik, Gruppenpsychotherapie oder Gruppenpädagogik (Reiser & Dlugosch, 2007, S.6), bei denen der einzelne Faktor Thema, Individuum oder Gruppe im Vordergrund steht. Die angestrebte Balance wird durch das Bild
verdeutlicht. Dieses TZI-Dreieck wurde von Ruth Cohn, von der das Konzept der Themenzentrierten Interaktion stammt, selbst entwickelt. Aus einer Nachts erträumten gleichseitigen Pyramide (einem Tetraeder), deren vier gleichgroÿen Flächen die vier gruppenarbeitbestimmenden Faktoren darstellen, wurde ein Dreieck umgeben von einem Kreis (Langmaack, 2004, S.49f). Die Theorie und die Methode der Themenzentrierten Interaktion bildete sich aus Ruth Cohns Biographie und den Beobachtungen ihrer psychotherapeutischen Praxis in den USA heraus. Die "TZI ist sehr beeinusst von der Psychoanalyse und auch sehr beeinusst von der geschichtlichen Situation des Nationalsozialismus." sagt Ruth Cohn in Cohn & Heidbrink, 1992.
Ruth Cohn ist eine Vertreterin der humanistischen Psychologie. Ihre humanistische Überzeugung war bei der Entwicklung der TZI von entscheidender Bedeutung. Das humanistische Menschenbild ndet in den durch die Axiome formulierten Richtlinien, den Postulaten und den Hilfsregeln der TZI Ausdruck. Ruth Cohn erweiterte jedoch die Forderung sapere aude der Aufklärung um den körperlichen Aspekt: "Bediene dich ebenso deiner Gefühle und der Signale deines Körpers." (Langmaack, 2004, S.36). Die grundlegende Haltung der TZI beinhaltet eine wertgebundene Lebensauassung: die Anerkennung und Achtung des Einzelnen und allem Lebendigem. Durch die Verkörperung dieser Werte und die Nutzung der Postulate und Hilfsregeln der TZI wirkt der Gruppenleiter entsprechend auf die Arbeit der Gruppe ein. Dabei hat er zum einen die Leitungsverantwortung, ist zum anderen gleichzeitig Mitglied der Gruppe mit allen Rechten, die allen anderen Gruppenteilnehmern ebenfalls zustehen. Ein Primus inter pares,
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Arbeit zitieren:
Lucie Wollenweber, 2008, Themenzentrierte Interaktion von Cohn - Anwendung in einem Mitarbeitergespräch, München, GRIN Verlag GmbH
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