Einleitung
Die Sozialistische Republik Vietnam in Südostasien als ein landwirtschaftlich orientiertes Entwicklungsland hat sich in den letzten 12 Jahren durch staatlich initiierte Gesetztes- und Landnutzungsreformen, die den Einwohnern liberaleres Wirtschaften ermöglichte, in einen gesellschaftlichen Transformationsprozess begeben. Mit dem Aufkommen beträchtlicher Umweltprobleme, die auf einer intensiven Landwirtschaft und einem die Waldbestände reduzierendem Bevölkerungswachstum fußen, entstand bei politischen Entscheidungsträgern die Einsicht zum Schutz der Natur als Lebensgrundlage des vietnamesischen Volkes mit einer Orientierung auf außerhalb der Landwirtschaft und Industrie liegenden Wirtschaftssektoren. Diese Arbeit soll deshalb einen Beitrag leisten, inwiefern die Großschutzgebiete Vietnams im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung dazu geeignet sind, ein die Vietnamesen einbindenden ökologisch- sozial verträglichen Tourismus zu etablieren, dem im wirtschaftlichen Erstarken des Landes eine wichtige Rolle zukommt. Nach einer kurzen Einführung in die Geografie Vietnams und die den Tourismus wie auch die Großschutzgebiete behandelnden gesetzlichen Grundlagen in Teil A, folgt die Situation des südostasiatischen Tourismus im Allgemeinen und Vietnams im Besonderen in Teil B, um mit der Beschreibung der Großschutzgebiete Vietnams im dritten Teil deren Bedeutung für den Tourismus hervorzuheben.
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Inhaltsverzeichnis
Teil A
1. Geografischer Hintergrund 4
1.1 Sozio- ökologisch- ökonomisches Fazit 5
2. Gesetzliche Grundlagen für Großschutzgebiete und Tourismus
2.1. Schutzgebiete 6
2.2. Tourismus 7
2.3 Legislatives Fazit 7
Teil B
1. Tourismus im südostasiatischen Vietnam
1.1.Stellung des Tourismus in Südostasien 8
1.2.Tourismus in Vietnam 8
1.3 Touristisches Fazit 9
Teil C
1. Bedeutung von Schutzgebieten in Vietnam
1.1. Schutzgebiete in Vietnam 11
1.2. Nationalparke 11
1.3. Protectives Fazit 12
2. Großschutzgebiete und Tourismus
2.1 Der Wert von Großschutzgebieten für den Tourismus 13
2.2. Die Bedeutung von Großschutzgebieten für den Tourismus in Vietnam 14
Quellenangaben
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Teil A
1. Geographischer Hintergrund
Die Landesfläche Vietnams, die im Norden an China, im Nordwesten an Laos , im Südwesten an Kambodia und entlang der Ostküste an das südchinesische Meer grenzt hat bei einer Längenausdehnung über 16. Breitengrade eine Größe von 331 690 Quadratkilometer und aufgrund dieser Nord- Süd- Streckung nach SPILLECKE ET AL. (1998) ein Klima zur Folge, in denen subtropische Verhältnisse des Nordens in feuchttropische Bedingungen des südlichen Mekongdelta übergehen. Die tiefsten Temperaturen liegen bei 10 - 15 °C zwischen Dezember und Februar, die höchsten Temperaturen schwanken zwischen 30 - 35 °C im März und April (IG RAS 1998).
Der Norden und Nordosten kann nach ENGELBERT (1994) als Übergangszone zwischen dem südchinesischen Festlandssockel und tropischer Regenwaldzone, der Nordwesten und Nordmittelvietnam als Schnittpunkt der indochinesischen Geosynklinale mit tropischen Regenwald sowie Südmittel- und Südvietnam als Schnittpunkt der indochinesischen Geosynklinale mit südäquatorialem Regenwald begriffen werden. Der ehemals dominierende Waldbestand ist von 43 % der Landesfläche 1943 auf unter 20% im Jahr 1995 zurückgegangen (WOLFF 1997).Neben den zu zwei Dritteln an Berge gebundenen Regenwäldern sind Ästuare, Flussdeltas, Küsten- und Flusslagunen, Tidenmarschen und Korallenriffe bedeutende Ökosysteme in Vietnam (GOVERNMENT OF THE SOCIALIST REPUBLIC OF VIETNAM 1994).
Es leben ca. 75 Millionen Menschen bei einer durchschnittlichen Dichte von 195 Einwohnern pro Quadratkilometer in Vietnam, was nach SPILLECKE ET AL. (1998) sehr hoch für ein landwirtschaftlich orientiertes Entwicklungsland ist. Dabei ist der Norden mit einer intensiven Agrarkultur und im Länderdreieck bestehenden Industrie neben dem durch Landwirtschaft überprägten südlichem Mittelvietnam der am dichtesten besiedelte Raum (DAVIDOFF ET AL. 1995). 80 % der Bevölkerung leben nach DANG (1999) auf dem Land.20 % des Landes sind landwirtschaftlich genutzt, wobei die größte Nahrungsmittelproduktion durch Nutzung aquatischer Lebewesen in den Flussdeltaebenen bei Hanoi und Ho-Chi-Minh Stadt erreicht wird. Die Schlüsselexportprodukte sind neben Rohöl, Kohle, Textilien, Schuhen und Kautschuk folgerichtig Reis, Tee und Meeresprodukte.
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Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftssektoren betrug Mitte der neunziger Jahre 26,9 % für die nichtstaatliche Land- und Forstwirtschaft; 15,9 % im Bereich der staatlichen Industrie und 20% für den staatlichen Dienstleistungssektor, sowie eine Steigerung des privaten Dienstleistungssektors von 16 % (1986) auf 21,6 % im Jahr 1994 (SPILLECKE ET AL. 1998).Ausländische Direktinvestitionen wurden nach DANG (1999) vornehmlich auf den Sektoren des Büro- und Wohnungsbau, der Schwerindustrie und in Hotels und Tourismus getätigt.
1.1 Sozio / ökologisch- ökonomisches Fazit
In Vietnam ist mit dem steigenden Bevölkerungsdruck in Verbindung mit einer im Verhältnis zur Bevölkerungszahl schmalen Ressourcenbasis (WOLFF 1997) eine schwer- industrielle Entwicklung und agrarintensive sehr kritisch zu betrachten.
Eine ressourcenbasierte Exportorientierung scheint für das Land zukünftig nicht möglich, da die exportierten Überschüsse angesichts des hohen Binnenverbrauchs begrenzt sind und Flächenreserven für eine umweltschonende, extensive Landwirtschaft nicht vorhanden sind. WOLFF (1997) verweist auf eine, trotz der langjährigen, wirtschaftlichen Stagnation, fortschreitende Schädigung der Umwelt und WISCHERMANN (1994) spricht gar von der „Bedrohung Vietnams durch einen ökologischen Kollaps, wenn nicht entschieden gegen gesteuert wird. Die Waldzerstörung, die Beeinträchtigungen der Küstenlandschaften und die fortschreitende Verschmutzung des Bodens und der Gewässer sind die von SCHEPKE (1996) genannten Hauptgründe beschränkter vietnamesischer Entwicklungsoptionen. Ziel ländlicher Entwicklungsprogramme ist deshalb auch die Erschließung nicht-landwirtschaftlicher Einkommensquellen (WOLFF 1997). Da mit dem Zusammenfall der UDSSR Vietnam die Hauptquelle der internationalen Unterstützung verloren hat, ist nach DAVIDOFF ET AL. (1995) das Land nun „begierig“ auf Tourismus und ausländische Investoren.
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Arbeit zitieren:
Dipl.Ing.Ing Oliver Thaßler, 2002, Die Bedeutung von Großschutzgebieten für den Tourismus in Vietnam, München, GRIN Verlag GmbH
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