Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. II
TABELLENVERZEICHNIS. II
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS III
1. Problemstellung 1
1.1. Professioneller Fußball. 2
1.2. Leistung. 12
1.3. Leistungsvergütung 15
2. Motivationsforschung 24
2.1. Begriffsbestimmung 24
2.2. Grundlegende Motivationsansätze 31
2.3. Spezielle Motivationstheorien 35
2.3.1. Inhaltstheorien 37
2.3.2. Prozesstheorien. 44
2.3.3. Situationale Theorien. 49
2.3.4. Theorie der Gruppennormen. 51
2.4. Motivation durch leistungsbezogene Vergütung 52
3. Kritische Betrachtung der Leistungsvergütung im Profifußball 56
3.1. Monetäre Aspekte. 56
3.2. Verhaltensbedingte Aspekte. 61
4. Thesenförmige Zusammenfassung 72
VERZEICHNIS ZITIERTER SCHRIFTEN. 73
VERZEICHNIS ZITIERTER AMTLICHER DRUCKSACHEN 89
VERZEICHNIS ZITIERTER INTERNETQUELLEN. 89
VERZEICHNIS ZITIERTER GESETZESMATERIALIEN. 89
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Typischer Aufbau des Prämienlohns.
Abbildung 2: Aufbau der Gesamtvergütung.
Abbildung 3: Grundmodell der "klassischen" Motivationspsychologie
Abbildung 4: Formen intrinsischer Motivation
Abbildung 5: Maslows Bedürfnishierarchie.
Abbildung 6: Dynamische Betrachtung der Bedürfnishierarchie von Maslow.
Abbildung 7: Einflussfaktoren auf Arbeitseinstellung
Abbildung 8: Motivationsmodell nach Porter/Lawler.
Abbildung 9: Determinanten der Bemühung-Ausführung-Erwartung
Abbildung 10: Zieltheorie von Locke.
Abbildung 11: Job Characteristics Modell nach Hackman/Oldham
Abbildung 12: Leistungshöhe in Abhängigkeit der Intensität der Gruppennorm
Abbildung 13: Typologie der Anreizelemente
Abbildung 14: Einfaches Modell zu Leistungsvergütung und Motivation
Abbildung 15: Fehlerquellen der Leistungsbeurteilung
Abbildung 16: Lorenzkurve der Einkommen von Bundesligaspielern
Abbildung 17: The Self-Determination Continuum
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Formen zusätzlicher Nebenleistungen.
Tabelle 2: Spielertypisierung: Nachwuchsspieler
Tabelle 3: Spielertypisierung: Profispieler kurz vor Kariereende
Tabelle 4: Spielertypisierung: Arbeiter
Tabelle 5: Spielertypisierung: Führungungsspieler, Star.
Tabelle 6: Spielertypisierung: Söldner
II
1. Problemstellung
Die Umsätze der Bundesligavereine 1 haben die Höhe mittelständischer Unternehmen 2 erreicht und es lässt sich beobachten, dass das Management häufig ökonomisch ausgebildet ist. 3 Parallel zu dieser Entwicklung lässt sich eine Übernahme von betriebswirtschaftlichen Instrumenten wie der leistungsabhängigen Vergütung der Spieler beobachten. Diese Entwicklung wurde bisher unzureichend wissenschaftlich betrachtet, trotz einer Fülle motivationstheoretischer Abhandlungen in anderen Gebieten, die jedoch bisher nicht konsequent auf die Strukturen im Profifußball angewandt wurden.
An dieser Stelle setzt die vorliegende Arbeit an. Sie beschäftigt sich mit der Frage, ob das gegenwärtige Vergütungssystem in der deutschen Fußballbundesliga mit leistungsabhängigen Komponenten die Leistungen des einzelnen Spielers und der gesamten Mannschaft verbessert. Hierzu werden die Annahmen der gebräuchlichsten Theorien 4 , auf denen die leistungsabhängige Vergütung beruht, auf ihre Angemessenheit im Profifußball hin überprüft.
Die Arbeit gliedert sich in drei inhaltliche Kapitel. Das Grundlagenkapitel stellt zunächst den Untersuchungsbereich Profifußball vor und geht auf seine historische Entwicklung ein. Im Anschluss erläutert es den Begriff der Leistung und stellt die Leistungsvergütung mit ihren verschiedenen Funktionen vor. Im zweiten Kapitel werden nach der Begriffsbestimmung grundlegende motivationstheoretische Ansätze und daran anschließend spezielle Motivationstheorien mit Hinblick auf die arbeits-und organisationspsychologischen Zielsetzungen vorgestellt. Das Kapitel schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Motivationsfunktion der Leistungsvergütung. Das letzte Kapitel beleuchtet die variable Leistungsvergütung der Profifußballer kritisch und zieht Schlüsse hinsichtlich der Fragestellung dieser Arbeit.
1 Vgl. FC Bayern München AG, 2008, S. 1, Jahresumsatz des Geschäftsjahres 2007/2008 beträgt Euro 286,8 Mio.
2 Gemäß § 267 Abs. 2 HGB besitzen mittelgroße Kapitalgesellschaften eine Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags größer als EUR 19,25 Mio. und Umatzerlöse größer EUR 38,5 Mio.
3 Neben dem sportlichen Führungspersonal beschäftigen die Vereine verstärkt Managementfachleute für die wirtschaftlichen Belange der Klubs.. Vgl. Geiselberger, 2001, S. 60.
4 „Theories-in-use “, vgl. Kieser, Hegele, et al., 1998, S. 252.
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1.1. Professioneller Fußball
In der Literatur liegt keine einheitliche Definition der Begriffe „Profession“ und „Professionalisierung“ vor. 5 Unter etymologischen Aspekten ist der deutsche Begriff „Profession“ lateinischen Ursprungs umfasst und alle geistigen und körperlichen Berufe, zu denen sich „öffentlich“ bekannt wird. 6 Als Zuordnungskriterien werden neben dem nur noch untergeordneten Kriterium des „öffentlichen Bekenntnisses“ auch die Einkommenshöhe, das Sozialprestige und die Spezialisierung der Ausbildung genannt. Demnach kann der Begriff der „Professionalisierung“ als ein dynamischer und koordinierter Prozess zur Institutionalisierung verstanden werden. 7 Die Professionalisierung des Sports ist nach Heinemann „die Unterwerfung des Sports oder des Sportlers unter die Anforderungen und Gesetzmäßigkeiten von Beruf und Markt“ 8 .
Mit Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahre 1963 wurde gleichzeitig der Status des Lizenzspielers 9 geschaffen. Die Vereine, die an der Bundesliga teilnehmen, müssen ihre Kader mehrheitlich, d.h. mit mindestens zwölf Spielern dieses Typus besetzen. Der Deutsche Fußballbund als Bundesligaveranstalter lässt nur solche Spieler zu Spielen zu, die einen Arbeitsvertrag mit ihren Vereinen abgeschlossen haben. 10 In der Fußball-Bundesliga sind daher mit Ausnahme von zahlenmäßig begrenzten Amateuren und Vertragsamateuren nur Profifußballspieler anzutreffen. Darüber hinaus zeigt die Praxis, dass Spieler aufgrund der hohen Gehälter bereits seit vielen Jahren nicht mehr auf Nebenverdienste angewiesen sind. 11 Die Idealvereinen im Sinne des § 21 BGB, die sich im eigentlichen Sinne durch Kriterien wie Freiwilligkeit, Ehrenamtlichkeit, demokratische Entscheidungsstrukturen und Finanzierung über Beiträge und öffentliche Zuschüsse definieren, 12 streben nach Umstrukturierungen neben der Nutzenmaximierung auch nach Maximierung
5 Vgl. Fischer, 1986, S. 1 f.
6 Vgl. Benner, 1992, S. 17 f.
7 Vgl. Erning, 2001, S. 26.
8 Vgl. Heinemann, 1995, S. 42.
9 Vgl. § 8 Nr. 3 DFB Spielordnung.
10 Vgl. § 8 Nr. 2 DFB Spielordnung.
11 Vgl. Frick, 2008, S. 4.
12 Vgl. Heinemann, 1995, S. 66.
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des Gewinns, 13 und erfüllen somit die Definition von Unternehmen nach Gutenberg. 14 Die Ehrenämter wurden durch hauptamtliche Tätigkeiten ersetzt und der ursprüngliche Nebenzweck der wirtschaftlichen Tätigkeit entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Hauptzweck, um den sportlichen Erfolg zu finanzieren. Die verbandsrechtliche Grundlage für eine Umstrukturierung der Vereine als Voraussetzung für einen Börsengang schuf der DFB am 24.10.1998 durch eine Änderung seiner Statuten. 15 Die Beschlüsse betreffen die Einführung von Kapitalgesellschaften als außer-ordentliche Mitglieder des DFB und Teilnehmer der Lizenzligen 16 und sehen vor, dass die Bundesliga-Vereine ihre Berufsfußballabteilungen auf einen externen Rechtsträger ausgliedern dürfen, dem unmittelbar selbst die Lizenz erteilt wird. Eine Professionalisierung des Fußballspiels auf Ebene der 1. und 2. Bundesliga liegt somit vor.
Werden Profifußballspieler nach ihrem Karriereweg gefragt, machen sie einheitlich die Aussagen, dass sie in ihrer Jugend zunächst vereinsungebunden Fußball als Hobby betrachteten. 17
In der weiteren Entwicklung wurden dann jedoch Bedeutungsunterschiede des Spielens zwischen einem Profi und einem Amateur-Spieler deutlich. Diese zeigen sich insbesondere an der umfassenden Konsequenz bezüglich des Trainierens. Zwar stehen Training und Spiel in enger Beziehung, dennoch spielen jeweils andere Faktoren eine Rolle. Während das Training zur Verbesserung der Fähigkeiten genutzt wird, steht im Spiel das Gewinnen oder zumindest das Zeigen einer guten Leistung im Vordergrund.
Es zeigt sich, dass im Fall von Profifußballspielern zwei unterschiedliche psychologische Strukturen vorliegen, die wechselseitige Rückkoppelungen aufweisen. 18 Diese beiden Strukturen, das Spiel an sich und die Trainingswoche, im Folgenden Trainingsstruktur und Spielstruktur genannt, werden zunächst genauer in ihren jeweiligen
13 Vgl. Schilhaneck, 2008, S. 74.
14 Vgl. Gutenberg, 1929, S. 44.
15 Am 31. 10. 2000 erfolgte durch die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA der erste Börsengang einer Fußball-Kapitalgesellschaft in Deutschland.
16 1. und 2. Bundesliga.
17 Vgl. Strack, 2000, S. 29 f.
18 Vgl. Strack, 2000, S. 59 f.
3
Wirksamkeiten und Funktionen beschrieben, da zum späteren Zeitpunkt auf deren Unterschiede eingegangen wird.
Der Alltag eines Profifußballers besteht aus institutionalisiertem Training, was bedeutet, dass es festgelegte Trainingszeiten, ein vorgegebenes Trainingsprogramm und Vereinsregeln einzuhalten gilt. Das Training dient zum einen der Verbesserung und der Erhaltung der eigenen Leistungsfähigkeit. Trainieren im Verein heißt, eine Rückmeldung von außen über die eigene Leistung zu bekommen, bewertet und ggf. gefördert zu werden. Gleichzeitig dient das Training zur Positionierung innerhalb der Mannschaft mit dem Ziel, am Wochenende spielen zu dürfen. 19 Im Gegensatz zum Training nimmt das Spiel einen ganz besonderen Stellenwert im Leben der Spieler ein und verliert offensichtlich auch im Laufe der Jahre nicht an Reiz. Die Spieler nehmen die harten Bedingungen der Trainingsstruktur hin, um aktiv am Spiel teilnehmen zu dürfen. 20
Die Spielstruktur steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Trainingsstruktur. Nur wenn die Bedingungen der Trainingsstruktur erfolgreich gemeistert werden, wird der Spieler für seinen Trainingsalltag dadurch belohnt, dass er vom Trainer am Spieltag ein Teil der auflaufenden Mannschaft sein darf.
Ziel des Spiels ist es, den Ball ins Tor der gegnerischen Mannschaft zu bringen. Hierfür muss die Mannschaft als ganzes funktionieren, denn kein Spieler kann alleine das Spiel gewinnen. Die Spieler müssen die Bereitschaft aufbringen, Ihre eigenen Fähigkeiten den Mitspielern zur Verfügung zu stellen und ihnen bei Fehlern zu helfen.
Die von den Spielern zu erbringende Leistungsbereitschaft ist komplex und geht über das Training hinaus. Zwar ist der Spieler nach dem Weberianischen Organisationsverständnis nicht vollständig mit allen seinen Rollen in den Verein inkludiert, 21 dennoch ist das Leben der Spieler auf den Beruf abgestimmt, der oftmals das Privatleben einschränkt. 22 Aufgrund der wiederkehrenden Abfolge von Training und Spiel und den Regeln, die den Alltag des Spielers vorgeben, besteht keine Unsicherheit für die nahe Zukunft. Der Spieler ist für einen gewissen Zeitraum vertraglich abgesichert
19 Vgl. Klein, 1994, S. 145.
20 Vgl. Strack, 2000, S. 35.
21 Vgl. Kieser, 1989, S. 550.
22 Vgl. Strack, 2000, S. 34.
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und seine Pflichten und Rechte sind definiert. Die Verträge binden und halten zusammen, denn selbst wenn der Spieler am Wochenende nicht spielen darf, so hat er die Pflicht und das Recht auf Training wahrzunehmen.
Der Spieler ist auch aus materieller Sicht abgesichert, da er neben seinem Gehalt oft auch weitere materielle Vergünstigungen erhält. 23
Damit die aktiven Profifußballspieler ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten können, werden Störfaktoren von ihnen ferngehalten. Die Geschäftsstellen vereinbaren Termine und geben für diese Kleidungsvorgaben an den Spieler. Manager regeln das Vertragliche und kümmern sich um die Finanzen. Zeugwarte sorgen sich um Kleidung und Spiel-Materialien. Ärzte, Psychologen und Masseure kümmern sich um das Wohlergehen der Spieler. 24
Neben dieser Rundumversorgung erhält der Spieler andererseits genaue Begrenzung durch Anweisungen von Verband, Verein oder Trainer, deren Missachtung mit durch Vereinsregeln bestimmte Disziplinarmaßnahmen geahndet werden. 25 Die Strafen können sportlicher Natur in Form von zusätzlichen Trainingseinheiten oder Spielentzug sein, oder auch materieller Art wie Geldstrafen. 26 Jede Zuwiderhandlung gegen die Regularien wird bestraft, was teilweise soweit führt, dass Spieler auf Einwände oder Widersprüche verzichten, da sie ein Teil des Fußball-Systems sein und bleiben wollen. 27
Die Professionalisierung der Spieler wird als notwendige Reaktion auf die Kommerzialisierung des Sports gesehen. 28 Untersuchungen zeigen eine hohe Korrelation zwischen Finanzkraft und sportlichem Erfolg innerhalb der Fußball-Bundesliga. 29 Die sportlich überlegenen Vereine erhalten höhere Sponsorenzahlungen sowie Eintrittsgelder und können mehr in den Aufbau der Mannschaft investieren. Dennoch bewirken im Fußballsport mehrere Faktoren den Ausgang von Spielen. 30 In diesem Zusammenhang kann auf das Modell der Arbeitsteilung 31 von Recardo
23 z.B. Unternehmensfahrzeuge und komplette Spiel- und Trainingsausrüstung.
24 Vgl. Strack, 2000, S. 37 f.
25 Vgl. Pfister, 1991, S. 183
26 Vgl. Klein, 1994, S. 52.
27 Vgl. Klein, 1994, S. 134.
28 Vgl. Brandmaier, Schimany, 1998, S. 78 f.
29 Vgl. Frick, Lehmann et al. 1999; S. 499-502; Lehmann, Weigand, 1999; Swieter, 2002, S. 69.
30 Vgl. Kruse, 2000, S. 15.
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verwiesen werden. 32 Hierbei zeigt sich die Vorteilhaftigkeit der Spezialisierung einzelner Akteure am Markt. Im Bereich des Profifußballs lassen sich z.B. entsprechend der körperlichen Voraussetzungen der Spieler typische Spezialisierungsmuster finden. 33 Das Zusammenspiel dieser Spezialisten wird durch äußere und interne Regeln zu einem zweckmäßigen Ergebnis geführt. 34 Den institutionellen Regeln kommt eine hohe Bedeutung zu, da sich Erfolg auch bei herausragenden individuellen Leistungen nicht zwingend einstellt. Kurzfristig wirken Tagesform der Spieler und externe Effekte auf den Ausgang einzelner Spiele, jedoch ist nicht zu erwarten, dass diese Einflussfaktoren das Meisterschaftsrennen langfristig und systematisch beeinflussen. Von größerer Bedeutung ist die Tatsache, dass sich die Spielstärke der Mannschaft im Teamsport nicht additiv aus den potentiellen Spielstärken der einzelnen Spieler zusammensetzt. Der Erfolg hängt entscheidend vom Zusammenwirken der Spieler auf den unterschiedlichen Positionen sowie den Qualitäten des sportlichen Führungspersonals ab, so dass ex ante nicht sicher gestellt ist, dass der Kauf der teuersten und individuell stärksten Spieler auch zur spielstärksten und sportlich erfolgreichsten Mannschaft führt. 35 Im Fokus sollte viel mehr die Interaktionen der einzelnen Akteure stehen.
Der DFB unterscheidet zwischen Amateur- und Profispielern. In seiner Satzung ist in Übereinstimmung mit dem Weltverband FIFA eine Dreiteilung vorgenommen:
• Amateurspieler, die kein Entgelt, sondern bestenfalls einen Aufwendungsersatz in steuerrechtlichen Grenzen erhalten.
• Vertragsamateure, mit Vertragsbindung zum Verein, welche gegen Entgelt spielen, ohne Lizenzspieler zu sein.
• Profispieler haben einen vom DFB lizenzierten Musterarbeitsvertrag mit dem Lizenzligaverein abgeschlossen mit dem diese die Spielordnung, die Rechts-
31 Eswerden Transaktionskosten von Null unterstellt.
32 Vgl. Recardo, 1817.
33 Bspw. Abwehrspieler versus Stürmer.
34 Anweisungen des Trainers, Kooperationen der Mitspieler.
35 Die Beweisführung soll an dieser Stelle anhand vieler Beispiele anekdotischer Evidenz erfolgen. Beispielsweise spielte Borussia Dortmund, in der Spielzeit 1999/2000 mit der höchsten Gesamtinvestition der Liga von etwa 190 Mio. DM in Spielergehälter und Ablösesummen bis zum Saisonende gegen den Abstieg.
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und Verfahrensordnung und sämtliche Durchführungsbestimmungen des DFB anerkennen. 36
Lizenzspieler sind Angestellte des Vereins und unterliegen den arbeitsrechtlichen Besonderheiten des Berufssports wie kurzen Vertragslaufzeiten, für die ein ordentliches Kündigungsrecht ausgeschlossen ist, häufigen Nebentätigkeiten, wechselnden Wettkampfstätten und eingeschränkter Weisungsbefugnis des Arbeitgebers aufgrund der extremen psychologische Belastungen der Spieler während des Spiels. 37 Die Befristung und der Abschluss von aufeinanderfolgenden Arbeitsverträgen sind juristisch unbedenklich, da der geforderte sachliche Befristungsgrund im Profifußball gegeben ist. 38 Die Beendigung eines Vertragsverhältnisses vor Vertragsablauf und ein damit verbundener Vereinswechsel sind gemäß allgemeinem Rechtsgrundsatz jederzeit möglich, wenn die Vertragsparteien damit einverstanden sind. Um jedoch die Spielberechtigung für einen anderen Verein zu erhalten, ist die Einhaltung der Vorschriften des § 20 Lizenzspielerstatut zu beachten. Grundsätzlich ist ein Vereinswechsel während der Saison nur einmal und nur in bestimmten Zeiträumen möglich. 39 Außerdem muss der Spieler laut § 28 Lizenzspielerstatut in die Transferliste des DFB aufgenommen worden sein.
Der Vertrag zwischen Spieler und Verein entspricht mit seinen Eigenschaften denen eines Werkvertrags. 40 Neben dem Grundgehalt regelt dieser auch bestimmte Sachbezüge sowie diverse Prämienzahlungen. Die Prämienzahlungen werden geleistet bei Siegen, Unentschieden, dem Erreichen bestimmter Wettbewerbe, Tabellenplätze und Saisonziele. Ist der Umfang der erfolgsbezogenen Vergütung stark ausgedehnt, ist das Wesen eines Werkvertrages erfüllt, wohingegen bei Dienst- und Arbeitsverträgen das Wirken im Vordergrund steht. 41
In der Bundesliga werden neben einem fixen Grundgehalt teilweise außerhalb der Verträge Handgelder geleistet. 42 Darüber hinaus werden diverse Prämien für unter-
36 Vgl.§ 8 DFB Spielordnung.
37 Vgl. Pöttinger, 1989, S. 222 f.
38 Vgl. Rybak, 1999, S. 196-198.
39 Vgl. § 23 DFB Spielordnung, Wechselperiode I vom 1.7. bis 31.8. und Wechselperiode II vom 1.1. bis 31.1. eines Jahres.
40 Vgl. § 631 BGB.
41 Vgl. Imping, 1995, S. 52.
42 Vgl. Schewe, Gaede et al., 2001, S. 22.
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schiedliche Leistungen an die Spieler weitergegeben. 43 Der prozentuale Anteil der variablen Einkommensbestandteile am Gesamteinkommen ist in der Bundesliga je nach Verein und Spieler sehr unterschiedlich und liegt meist zwischen 10 und 40 Prozent. 44
Der Status des Vertragsspielers wurde zu Beginn der Saison 1950/51 eingeführt. Zuvor erlaubte der Deutsche Fußballbund in seiner höchsten Klasse, der damaligen Oberliga, keine Profis. 45 Für die monatlichen Gehälter galt zunächst eine Obergrenze, die schrittweise von anfangs 320 DM auf 400 DM im Jahre 1963 angehoben wurde. 46 Mit der Saison 1963/64 und der Gründung der Fußball-Bundesliga wurde ein Gesamtbetrag von 1.200 DM erlaubt, der sich aus höchstens 500 DM Grundgehalt und entsprechenden Prämienzahlungen zusammensetzte. 47 Die Spieler sicherten sich bereits zu dieser Zeit einen Nebenverdienst über Werbung und Plattenverträge. 48 Bereits 1954 erhielten die Mitglieder der Weltmeistermannschaft ungeachtet vereinsinterner Verbote eine Prämienzahlung von jeweils 2.000 DM für den Titelgewinn. In weiten Teilen der Bevölkerung wurde diese Zahlung als verdienter Lohn der „Helden von Bern“ angesehen. 49 Das Grundgehalt und die Prämienzahlungen haben seitdem für Nationalmannschafts- und Ligaspieler erheblich zugenommen. Anfänglich erhielten Profispieler in etwa das Doppelte eines durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens. Dies hat sich in den folgenden 45 Jahren auf etwa das Vierzigfache erhöht. 50
Der Fußballprofi wird ausgehend von dem neoklassischen Gesetz der Lohntheorie 51 und der Annahme, dass der Markt ein geeignetes Verfahren zu Bestimmung der Einkommen von Fußballspielern ist, gemäß seinem Wertgrenzprodukt entlohnt. 52
43 Vgl. Schewe, Gaede et al., 2001, S. 21.
44 Vgl. Schewe, Gaede et al., 2001, S. 13.
45 Entsprechend der Ansicht, das Profitum und Kommerzialisierung den Sport ruinierten.
46 Durchschnittliche betrug damals das monatliche Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit etwa 750 DM. Vgl. Arbeitskammer, 1988, S. 100.
47 Vgl. Frick, Prinz, 2005, S. 100.
48 Vgl. Bleeker-Dohmen, Stammen et al., 2007, S. 502.
49 Durchschnittliche betrug damals das monatliche Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit etwa 340 DM. Vgl. Müller-Jentsch, 1989, S. 148.
50 Vgl. Frick, 2008, S. 4.
51 Grenzproduktivitätstheorie.
52 Vgl. Frick, 2008, S. 10.
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Das Wertgrenzprodukt bestimmt sich aus dem Gegenwartswert der zusätzlichen Erträge, die dem Verein aus der Verpflichtung des Spielers erwachsen. Solche Erträge können beispielsweise aus dem gesteigerten sportlichen Erfolg bei besonders leistungsfähigen Spielern entstehen, 53 oder bei populären Spielern aus dem Bereich des Merchandising, z.B. aus dem Trikotverkauf der Spieler, erwachsen. 54 Der Marktwert des Spielers resultiert aus der Gesamtheit seiner individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Erfahrungen, Kenntnisse und Kreativität. 55 Somit lassen sich die empirisch nachgewiesenen Gehaltsunterschiede der Fußballprofis mit mehreren Determinanten erklären. Das Alter eines Spielers ist ein Beispiel für eine solche Determinante. Es kann von einem nichtlinearen Zusammenhang zwischen Alter und Wertgrenzprodukt eines Spielers ausgegangen werden. Auch wenn mit zunehmendem Alter der Wert des Spielers aufgrund der gesammelten Erfahrung steigt, verliert er gleichwohl ab einem gewissen Alter an physischer Leistungsfähigkeit, was sich negativ auf seinen Wert auswirkt. 56 Eine weitere Determinante, mit der sich die Gehaltsunterschiede innerhalb der Mannschaft erklären lassen, ist die Spielposition und die mit ihr einhergehende Spezialisierung des Spielers. Je spezialisierter ein Spieler ist, umso weniger flexibel ist er einsetzbar, desto geringer ist tendenziell sein Marktwert. 57
Zwischen den einzelnen Mannschaften entstehen Unterschiede durch die unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Fußballunternehmen. Für langfristig sportlich erfolgreiche Fußballunternehmen besteht die Möglichkeit, sportlich leistungsfähigere Spieler zu verpflichten, die mit ihrer marktgerechten Entlohnung über höhere Gehälter verfügen. 58 In diese Überlegungen sind auch die Transferzahlungen mit einzubeziehen, die auf vertraglichen und gesetzlichen Regelungen beruhen, die beim Vereinswechsel eines Spielers relevant werden. In den letzten 20 Jahren haben sich die Regelungen zu Transferzahlungen durch nationale und europäische Rechtsprechung geändert. Zuvor stand es dem abgebenden
53 Vgl. Frick, 2008, S. 10.
54 Vgl. Hintermeier, Rettberg, 2006, S. 53.
55 Vgl. Casper, 1996, S. 196.
56 Vgl. Speight, Thomas, 1997, S. 42.
57 Vgl. Hintermeier, Rettberg, 2006, S. 53; Swieter, 2002, S. 114.
58 Vgl. Lang, 2008, S. 187.
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Verein frei, eine Transferzahlung in beliebiger Höhe von dem an der Übernahme des Spielers interessierten Vereins zu verlangen. 59 Begründet wurden diese Zahlungen mit der Refinanzierung der Aufwendungen für die Ausbildung des Spielers. 60 Weiter sollte eine Abwanderung der Spieler von Vereinen mit finanziell begrenzten Möglichkeiten zu den finanziell überlegenen Vereinen verhindert werden. 61 Die Transferzahlungen wurden unabhängig davon erhoben, ob Spieler einen laufenden Arbeitsvertrag besaßen. Wettbewerbspolitisch schwächte dies die Verhandlungsmacht der Spieler, da sie keinen Einfluss auf die Höhe der Ablösesummen hatten. Diese Restriktion wurde nach einer Zivilrechtsentscheidung 62 im Jahre 1979 durch den DFB gemildert, jedoch nicht vollständig abgeschafft. 63 In der geänderten Regelung wurde die Höhe der Transferzahlung durch ein Rechenverfahren festgelegt. Der Europäische Gerichtshof schaffte im Jahre 1995 mit dem sogenannten Bosman-Urteil 64 Transferzahlungen nach ausgelaufenen Arbeitsverträgen und die mengenmäßige Begrenzung von EU-Ausländern in Mannschaftsaufstellungen ab. 65 Die Stärkung der Verhandlungsmacht der Spieler führte zu einem deutlichen Anstieg der Spielergehälter und partiell zu einmaligen Handgeldzahlungen. 66 Die Vereine sicherten sich ihrerseits gegen das Ausfallrisiko der einkalkulierten Ablösesummen mit längeren Vertragslaufzeiten. 67
59 Vgl. Parlasca, 1993, S. 183.
60 Vgl. Frick, Wagner, 1996, S. 611.
61 Vgl. Parlasca, 1993, S. 186.
62 Landesarbeitsgericht Berlin 4 Sa 127/78, begründet mit nicht zu rechtfertigenden Eingriffen in die freie Wahl des Arbeitsplatzes gemäß Artikel 12 I Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
63 Nach dem Wortlaut des Urteils hätten Transferzahlungen für Spieler mit laufenden Arbeitsverträgen abgeschafft werden müssen. Die gemilderte Neuregelung bestand 15 Jahre lang, da nicht gerichtlich gegen sie vorgegangen wurde.
64 EuGH C-415/93, begründet mit nicht zu rechtfertigendem Verstoß gegen die Arbeitnehmerfreizügigkeit gemäß Artikel 39 EG-Vertrag (alte Fassung Art. 48 EGV).
65 Seit 2001 besteht ein Kompromiss zwischen der Europäischen Wettbewerbskommission und den Verbänden FIFA und UEFA. Für Spieler unter 23 Jahren ist dem Verein, der den Spieler ausgebildet hat, eine Kompensationszahlung zu leisten. Die Laufzeit der Verträge zwischen den Spielern und den Vereinen darf höchstens 5 Jahre betragen. Spieler können gegen eine Ablösezahlung aus laufenden Verträgen ausgelöst werden.
66 Vgl. Erning, Johannes, 2001, S. 177; Mittag, 2007, S. 203; Swieter, 2002, S. 99-101.
67 Vgl. Swieter, 2002, S. 103, Verlängerung der Vertragslaufzeiten um etwa 25%; S. 105 sprunghafter Anstieg ab Saison 1996/97 und Simmons, 1997, S. 17 f., hier Verlängerung der durchschnittlichen Vertragslaufzeiten in Italien und Niederlande von 2-3 Jahre auf 5-10 Jahre.
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Eine weitere Änderung war der vermehrte Einsatz von Verträgen mit leistungsabhängiger Vergütung. 68 Begründet wurde dies mit dem Interessenausgleich, der nötig wurde, weil längere Vertragslaufzeiten ein höheres verletzungsbedingtes Ausfallrisiko beinhalten, 69 ungeachtet des Gegenargumentes, dass die Allokation dieses Risikos auf die Vereine effizient ist, da diese das Risiko poolen 70 und risikoaversen Spieler dadurch eine höhere Nutzenposition zugänglich machen können. 71 Darüber hinaus wurde mit der Agenturtheorie argumentiert und angenommen, dass aufgrund der verlängerten Vertragslaufzeiten, bestehenden Informationsasymmetrien und Opportunismus die Wahrscheinlichkeit von vermehrt auftretenden verborgenen Handlungen wie Drückebergerei und betrügerischem Verhalten durch die Spieler steigt. Zwar lassen diese Verhaltensweisen sich nicht vollständig ausschließen, doch durch die Etablierung von Corporate-Governance-Mechanismen, 72 der guten Beobachtbarkeit der Agenten (Spieler) durch das große Medieninteresse, und dem Teammonitoring 73 durch den Principal (Management, Trainer) sind solche Risiken weitgehend minimiert. 74
Neben diesen Gründen führte auch das Auftreten einer finanziellen Krise in der Fußballwelt zum verstärkten Einsatz von leistungsabhängiger Vergütung bei den Fußballprofis. Zunächst erhöhten sich im Zeitraum 1992 bis 2001 die Umsätze der Bundesligavereine, 75 hauptsächlich durch gestiegene Einnahmen aus dem Verkauf von TV-Senderechten. 76 Gleichzeitig ist der Anteil an Spielerwechseln, für die Transferzahlungen zu leisten sind, nach dem Bosman-Urteil deutlich gesunken 77 und
68 Vgl. Swieter, 2002, S. 107.
69 Vgl. Augustin, 2008, S. 52.
70 Poolen entspricht in etwa dem deutschen Begriff „streuen“
71 Vgl. Szymanski, 1999, S. 147.
72 Vgl. Lehmann, Weigand, 2002, S. 43-61: Der Begriff Governance Structure geht auf Williamson zurück. Ordnungsstiftung, Konfliktlinderung und die Ermöglichung beidseitiger Vorteile für die Vertragsparteien sind das Ergebnis eines freiwilligen Austausches.
73 Teammonitoring bedeutet ständige Beobachtbarkeit der Spieler im Training und im Wettkampf durch Trainer, Betreuung und Management.
74 Vgl. Augustin, 2008, S. 51.
75 Vgl. Swieter, 2002, S. 103.
76 Vgl. Swieter, 2002, S. 134.
77 Vgl. Swieter, 2002, S. 125, um etwa 240%.
11
die Vereine nutzten den Wegfall der Ausländerbeschränkung und vergrößerten Ihre Kader. 78
Jedoch geriet die europäische Fußballbranche 2000/01 in eine finanzielle Krise, die vor allem auf die nach dem Bosman-Urteil stark gestiegenen Spielergehälter, Refinanzierungsprobleme bei Fernsehsendern 79 und somit die nur zeitverzögert anpassbare Kostenstruktur, zurückzuführen ist. Eine zunehmende Fokussierung von Sponsoren, Ausrüstern, Werbepartnern und des Fernsehens auf wenige erfolgreiche Vereine verschärfte die Situation zusätzlich. 80
Die Erträge der Fußballbundesliga stiegen stetig, jedoch erst in der Saison 2004/05 konnten wieder Gewinne erwirtschaftet werden. 81
Dieses Ziel wurde insbesondere durch die Reduzierung der Ausgaben erreicht. Es wurden vermehrt ablösefreie Spieler verpflichtet und die Kadergröße reduziert. 82 Das dadurch entstandene Überangebot an Profis stärkte die Verhandlungsposition der Vereine und die Gehälter und Vertragslaufzeiten der Spieler konnten reduziert werden. Darüber hinaus wurde in den Arbeitsverträgen der Anteil des Grundgehalts gesenkt und der leistungsabhängige Anteil entsprechend erhöht. 83
1.2. Leistung
Nach der Einführung in Geschichte und Entwicklung des Deutschen Profifußballs widmen wir uns im Rest dieses Kapitels den theoretischen Grundlagen von Leistung und Leistungsvergütung.
Nach Heckhausen werden in psychologischer Sicht alle Interaktionen zwischen Personen und der Umwelt als leistungsthematisch verstanden. 84 Handlungen und Handlungsergebnisse werden auf einen für verbindlich gehaltenen Tüchtigkeitsmaßstab bezogen und zum Schluss als Erfolg oder Misserfolg bewertet. Das Ergebnis einer Handlung und somit die Qualität der Leistung hängt demnach von der Tüchtigkeit des Handelnden ab. Der Leistungsbegriff lässt sich demnach in Fähigkeit und
78 Auf etwa 27 - 28 Spieler.
79 Insbesondere bei Fernsehsendern in Deutschland, Spanien und England.
80 Vgl. Süßmilch, Elter, 2004, S. 12.
81 Vgl. Vöpel, Steinhardt, 2008, S. 31.
82 Vgl. Kupfer, 2006, S. 75; Süßmilch, Elter, 2004, S. 85.
83 Vgl. Süßmilch, Elter, 2004, S. 79.
84 Vgl. Heckhausen, 1976, S. 169-171
12
Anstrengung unterteilen. Während die Fähigkeit des Handelnden als zeitlich stabil angenommen wird, ist die Anstrengung variabel und wird durch den Handelnden in der jeweiligen Situation selbst bestimmt.
Damit eine Situation als leistungsthematisch aufgefasst und bewertet werden kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
1. Das Handlungsergebnis einer Leistung muss erzielbar und objektivierbar sein und einen Aufgabencharakter besitzen.
2. Die Handlungen und das Ergebnis einer Leistung müssen mittels eines Maßstabs der Schwierigkeit zu beurteilen sein.
3. Handlungen in Bezug auf die Leistung müssen in ihren Ergebnissen gelingen oder misslingen können.
4. Der Maßstab für die Schwierigkeit einer Tätigkeit muss vom Handelnden als ein für ihn verbindlicher Tüchtigkeitsmaßstab übernommen sein. 5. Das Handlungsergebnis einer Leistung muss vom Handelnden selbst verursacht sein, das heißt sowohl von ihm beabsichtigt als auch zustande gebracht worden sein.
Mit dieser Sichtweise lässt sich die Leistung entweder als stärker fähigkeitszentriert 85 oder stärker anstrengungszentriert 86 sehen. 87 Entsprechend lässt sich die Leistung im Sport zwar als Ausdruck und Ergebnis des Leistungswillens und bestimmter Fähigkeiten definieren, 88 dennoch ist die sportliche Leistung auch an bestimmte Leis-tungsvoraussetzungen gebunden, welche sich in innere und äußere unterscheiden lassen. 89 Bei den äußeren Leistungsvoraussetzungen handelt es sich um die materiel-
85 Vgl.Bedingungen 1., 3. und 5. Für eine fähigkeitszentrierte Leistung mit den verbundenen Gütemaßstäben müssen das Handlungsergebnis einer Leistung erzielbar sein, die zu leistende Handlung misslingen oder gelingen können, und das Ergebnis einer Handlung eigenverantwortlich erreicht worden sein.
86 Vgl. Bedingungen 2. und 4. Für eine anstrengungszentrierte Leistung muss das Ergebnis einer Handlung in Bezug auf die Leistung auf einen Maßstab der Schwierigkeit bezogen werden können und diese Schwierigkeit vom Handelnden als ein verbindlicher Tüchtigkeitsmaßstab anerkannt werden.
87 Vgl. Heckhausen, 1976, S. 172.
88 Vgl. Ausschuss Deutscher Leibeserzieher, 1964, S. 122.
89 Vgl. Schnabel, Harre et al., 2008, S. 41.
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len Voraussetzungen wie Sportstätte oder Wetter, und um die sozialen Voraussetzungen wie das Umfeld, die Mannschaft und den Trainer. Die inneren Leistungsvoraussetzungen bezeichnen hingegen die persönlichen, physischen und psychischen Eigenschaften des Sportlers.
Von den professionellen Fußballspielern wird als Experten eine bereichs- und aufgabenspezifische Fertigkeit für dauerhafte Leistungsexzellenz erwartet, 90 die vor allem im Spiel gezeigt werden soll.
Im Übungsansatz 91 wird davon ausgegangen, dass unabhängig von der Begabung ein jahrelanges Training zur Erlangung der Expertise nötig ist. 92 Talent als Leistungsvoraussetzung wird in diesem Zusammenhang nur als ein Selektionskriterium gesehen, 93 dem unterschiedlich große Bedeutung beigemessen wird. 94 Studien belegen, dass für der Grundstein für die Erlangung der Expertise bereits im Kindesalter mit intensivem und umfangreichem Training gelegt wird. 95 Damit das Training zur gewünschten Leistungssteigerung beitragen kann, sollten die äußeren Leistungsvoraussetzungen folgende Kriterien erfüllen und Ressourcen bereitstellen: 96
• Zugang zu Trainer und institutionellen Trainingsbedingungen;
• Unterstützung durch das soziale Umfeld;
• Leistungsatmosphäre in der Trainingsgruppe 97 .
Eine der inneren Leistungsvoraussetzungen der Spieler ist, die Leistung im Training über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Ausgehend von der Annahme, dass Trainieren nur der Leistungssteigerung dient und nicht immer freudvoll ist, ist
90 Ericsson, Smith, 1991, S. 2; Krems, 1994.
91 Auch als deliberate practise bezeichnet, vgl. Ericsson, Krampe et al., 1993, S. 363.
92 Vgl. Ericsson, Crutcher, 1990, S. 215-217; Weinert, Schneider et al., 1991. S. 38.
93 Vgl. Posner, 1988. S. xxix-xxxi.
94 Keine Bedeutung: Ericsson, Krampe et al., 1993, S. 364 f.; keine große Bedeutung: Ericsson, Crutcher, 1990. S. 190 f.
95 Vgl. Kalinowski, 1985, S. 141-142.
96 Vgl. Ericsson, Krampe et al., 1993. S. 397-399.
97 Vgl. Gabler, 1981, S. 216.
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für das Beibehalten des Trainings Motivation notwendig. 98 Mit diesem Themenkomplex setzt sich das Kapitel 2 grundlegend auseinander.
1.3. Leistungsvergütung
Die Grundidee von Leistungsvergütung, den Menschen über einen finanziellen Anreiz zu Handlungen zu motivieren, ist keine moderne Erfindung. 99 Für die Vergütung menschlicher Arbeit mittels Geld werden zahlreiche Begriffe verwendet. 100 Für die motivationspsychologische Perspektive ist diese Unterscheidung jedoch unerheblich. Der Begriff Vergütung wird im Folgenden für alle erzielten Einkünfte aus unselbständiger Arbeit verwendet.
Bei den Lohnformen wird zwischen reinen und zusammengesetzten Lohnformen unterschieden, wobei die Ersteren nur ein einziges Vergütungsprinzip verwenden. 101 Zunächst werden mit Zeit-, Akkord und Prämienlohn drei grundlegende Vergütungsprinzipien vorgestellt, bevor ausführlicher auf die Vergütung im Profifußball eingegangen wird.
Beim Zeitlohn wird die Vergütung anhand der Dauer der Arbeitszeit berechnet und ist grundsätzlich unabhängig von der erbrachten Arbeitsleistung. Von einem mittelbaren Leistungsbezug kann jedoch ausgegangen werden, da die erwartete Arbeitsleistung im Arbeitsvertrag geregelt wird. Da Zeitlöhne zumeist jährlich angepasst werden, haben kurzfristige Schwankungen in der Arbeitsleistung beim Mitarbeiter keinen direkten Einfluss auf dessen Vergütung. Bei Profispielern werden die Zeitlöhne regelmäßig für die gesamte, zumeist mehrjährige Vertragslaufzeit vereinbart. Entsprechend wirkt bei einer kurzfristigen Betrachtung kein monetärer Anreiz zur Leistungssteigerung, wie es beim Akkord- und Prämienlohn der Fall ist. 102 Beim Akkordlohn hängt die Vergütung direkt und proportional von dem individuell durch den Mitarbeiter beeinflussbaren Leistungskriterium ab. Als Leistungskriterium
98 Vgl. Ericsson, Krampe et al., 1993. S. 366.
99 Die älteste schriftliche Dokumentation zu Leistungsvergütung geht auf den Codex des Hammurabi zurück, ein Gesetzbuch des Königs Hammurabi von Babylon (1792 v.Chr. bis 1750 v.Chr.). In dieser Gesetzessammlung wird ein Provisionssystem für Handelsvertreter erläutert.
100 Bspw. Lohn, Gehalt, Entgelt, Vergütung, Einkommen.
101 Vgl. Schettgen, 1996, S. 297.
102 Vgl. Reisch, 2004, S. 2360-2361.
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Arbeit zitieren:
Alexander Scharf, 2009, Leistungsbezogene Vergütung im professionellen Fußballunternehmen - Eine motivationstheoretische Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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