Inhaltverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Integrationsbegriff. 1
3. Datenlage und die Indikatoren zur Messung von Integration 3
3.1 Datenlage 3
3.2 Indikatoren zur Messung von Integration 5
4. Die Integrationskurse 8
5. Angedachte Methodologie zusammengefasst 9
6. Fazit 10
7. Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, eine qualitative empirische Forschung zu entwickeln und zu präsentieren, die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden soll. Die Zielsetzung der hier zu entwickelnden empirischen Forschung geht der Frage nach, welchen Beitrag bestimmte Maßnahmen der Zuwanderungsgesetze, verkörpert durch Integrationskurse, zum nachhaltigen Integrationsprozess der Teilnehmer leisten kann. In der vorliegenden Arbeit konzentriere ich mich an dem Theorieteil der Untersuchung, die einen Überblick über den zu untersuchenden Gegenstand ermöglichen soll, die auch den Weg öffnet, eine solide Grundlage für die empirische Untersuchung zu bilden. Am Ende stelle ich meine ersten Überlegungen für eine Forschungsmethodologie vor und gebe dadurch einen Überblick auf die wichtigsten Punkte der ausgewählten Methode.
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In diesem Kapitel wird versucht, den Begriff „Integration“ näher zu beschreiben. Dafür setze ich mich mit dem Begriff Integration durch migrationssoziologische Integrationsmodelle auseinander, die von zwei Migrationssoziologen - Hartmut Esser und Friederich Heckmann - entwickelt wurden. Am Ende kommentiere ich die Bedeutung dieser Theorie für meine Untersuchung.
Dem Migrationssoziologen Esser bedeutet Integration allgemein die „Existenz von systematischen Beziehungen von Teilen zueinander und in Abgrenzung zu einer Umgebung“. 1 Dabei werden zwei Perspektiven unterschieden: Systemintegration ist in Bezug auf ein soziales System und dessen Zusammenhalt als kollektive Einheit insgesamt zu setzen. 2 Sozialintegration bezieht sich auf die Individuen und deren Beziehung zu dem bestehenden gesellschaftlichen Kontext 3 . Während die Systemintegration sich auf die Integration des Systems einer Gesellschaft als Ganzheit bezieht, steht die Sozialintegration
in Bezug auf die Integration der Akteure in das System hinein. 4
1 Esser, Hartmut (2006): Sprache und Integration. Die sozialen Bedingungen und Folgen des Spracherwerbs von Migranten. Frankfurt: Campus. S 23.
2 Vgl. ebd., S. 23f.
3 Die Beziehungen zwischen Individuen sind auch darunter zu betrachten.
4 Dieses Arbeitspapier diente auch als Gutachten für die Zuwanderungskommission des Bundesministeriums des Inneren. Vgl. Esser, Hartmut (2001a). Integration und ethnische Schichtung. Mannheim. Quelle: http://www.mzes.uni-mannheim.de/publications/wp/wp-40.pdf [29.07.09].
Bei der Sozialintegration von Migranten können vier allgemeine Grundprozesse bzw. Dimensionen unterschieden werden: Kulturation, „Plazierung“, Interaktion und Identifikation. 1. Kulturation bzw. kulturelle Fertigkeiten wie eben auch Sprachkenntnisse 2. Plazierung - eine strukturelle Dimension der Plazierung in Bildungs- oder Arbeitssystem; 3. Interaktion bzw. soziale Dimension von Kontakten und anderen sozialen Beziehungen; 4. Identifikation bzw. eine emotionale Dimension der Identifikation. In Bezug auf die Dimensionen der sozialen Integration ist ihre Abhängigkeit von großer Bedeutung. Sie stehen eng in Verbindung zu einander und beeinflussen sich gegenseitig. „Alle vier Dimensionen hängen von einander ab. Die Plazierung setzt eine gewisse Kulturation voraus, erst bei einer bestimmten Kulturation wird eine Plazierung möglich, und erst darüber werden Interaktion und Identifikation in einem bestimmten sozialen
System möglich“. 5
Vorstellbar ist es in diesem Model, dass eine hohe Sozialintegration in der strukturellen Dimension sich mit einer geringeren Sozialintegration in der kulturellen Dimension kombinieren lässt. Es wird aber empirisch gezeigt, 6 dass kulturelle bzw. ethnische Differenz sich regelmäßig mit systematischer vertikaler sozialer Ungleichheit in soziostruktureller Hinsicht verbinde. Von daher erweise sich die Vorstellung von
Multikulturalität im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe als eine Illusion. 7 Ein anderes Bild von Integration zeigt sich in dem Integrationsmodell von Heckmann. Wie Esser unterteilt er die Integration in vier Bereiche, nämlich eine strukturelle Integration (Rechtliche Rahmenbedingungen - Ähnlich der Plazierung bei Esser), kulturelle Integration (Aneignung von kognitiven Qualifikationen und Wissen - entspricht der kulturellen Dimension bei Esser), soziale Integration (individuelle soziale Kontakte) und
5 Ebd., S. 73.
6 Esser, Hartmut (2001): Integration und das Problem der ,Multukulturellen Gesellschaft. In: Mherländer, U/Schukzem G. (Hrsg.): Einwanderungsland Deutschland. Neue Wege nachhaltiger Integration. Bonn: Dietz, 64 - 91.
7 Der Text ist noch nicht erschienen. Hier lohnt sich die Begriffs- und Theoriebildung von Integration der nordamerikanischen Portes und Rumbaut zu lesen (S. 189f). Vgl. Rost, Dietmar (in Vorbereitung, erscheint Sommer 2009): Sprachpraxis und Sprachbedeutungen aus der Perspektive von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ergebnisse aus einer qualitativen Befragung. In Ahrenholz, Bernt (Hrsg): Empirische Befunde zu DaZ-Erwerb und Sprachförderung. Beitrag aus dem 3. Workshop Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Freiburg: Fillibach, 285 - 303.
identifikatorische Integration („subjektive Empfinden der Identifikation mit einer
Gruppe“). 8
Aber Heckerman versteht bei der Kategorie der sozialen Integration, im Gegensatz zu Esser, die Integration als einen beidseitigen Prozess, an dem sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch die Zugewanderten beteiligt sind, und ist deshalb für diese Arbeit interessant.
Von den migrationssoziologischen Integrationsmodellen aus werden Indikatoren zur Messung bzw. Aufzeigung von Integration entwickelt, die ich auch in meiner Untersuchung anwenden werde. Das Model Heckermanns, das hier leider aus Platzgründen nur kurz erwähnt wurde, ist deshalb wichtig, weil er versteht, dass die Integration ein beidseitiger Prozess ist, wobei die Öffnung der Aufnahmegesellschaft eine entscheidende Rolle spielt.
3. Datenlage und die Indikatoren zur Messung von Integration
Dieses Kapitel dient als Einführung in das Thema Datenlage der Migration und Integration und die Indikatoren zur Messung von Integration. Wichtig ist es hier zu zeigen, welche Wege angewendet werden, um Informationen über Migration Integration zu sammeln, und welche Schwierigkeiten es gibt. Dabei arbeite ich heraus, welche dieser Indikatoren zur Gewinnung von Daten für meine Untersuchung wichtig sind.
3.1 Datenlage
Bei der Erhebung von Daten über Migration und Integration tauchen erhebliche Schwierigkeiten auf:
„Die Qualität der im Bereich der Migration und der ausländischen Bevölkerung vorhandenen Datenquellen muss als nicht zufrieden stellend und
verbesserungsbedürftig beurteilt werden. Die Datenlage im Bereich der Integration ist unübersichtlich und lückenhaft; es mangelt bislang an einer Einigung über relevante Integrationsindikatoren und Datenquellen“ . 9
Das Motiv kann daran liegen, dass sich Deutschland eine lange Zeit nicht als ein Einwanderungsland verstand und aufgrund dessen auch kein Interesse an der Entwicklung
8 Heckmann, Friedrich (1997): Integration und Integrationspolitik in Deutschland. Bamberg. S.11 ff.
9 Haug, Sonja (2005): Die Datenlage im Bereich der Migrations- und Integrationsforschung. Ein Überblick über wesentliche Migrations- und Integrationsidikatoren und die Datenquellen. Nürnberg, S.3.
Arbeit zitieren:
Student Turian da Silva, 2009, Integrationskurse und nachhaltige Integration von Zuwanderern, München, GRIN Verlag GmbH
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