INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS II
1. EINLEITUNG 1
2. FORSCHUNGSMETHODE 2
3. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE 6
3.1 PROZESS DER INTEGRATION 6
3.2 AUFTRETENDE PROBLEME WÄHREND DER INTEGRATION 8
4. FAZIT 10
5. AUSBLICK 11
6. LITERATURVERZEICHNIS 12
7. ANHANG - PROTOKOLLE 13
7.1 PROTOKOLL VOM 20.10.08 13
7.2 PROTOKOLL VOM 27.10.08 14
7.3 PROTOKOLL VOM 30.10.08 17
7.4 PROTOKOLL VOM 03.11.08 19
7.5 PROTOKOLL VOM 10.11.08 21
7.6 PROTOKOLL VOM 13.11.08 23
7.7 PROTOKOLL VOM 15.11.08 (WEIHNACHTSFEIER) 25
7.8 PROTOKOLL VOM 17.11.08 26
7.9 PROTOKOLL VOM 24.11.08 28
7.10 PROTOKOLL VOM 27.11.08 30
7.11 PROTOKOLL VOM 01.12.08 31
7.12 PROTOKOLL VOM 04.12.08 33
7.13 PROTOKOLL VOM 08.12.08 35
7.14 PROTOKOLL VOM 11.12.08 36
7.15 PROTOKOLL VOM 14.12.08 (SPIELTAG GEGEN ERKELENZER VV) 37
II
1. EINLEITUNG
Globalisierung, Mobilität, Leistungsbereitschaft, Ehrgeiz - dies sind nur einige Begriffe, die die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts prägen. Sie finden sich ebenfalls alle im Sport wieder. Neben dem „höher, weiter, schneller“ wird von Sportlern, vor allem Mannschaftssportlern, extreme Mobilität verlangt. Doch muss man sich fragen, ob durch beispielsweise den Einkauf neuer Spieler das Team bzw. die Mannschaft wirklich immer profitiert. Im Leistungssport werden solche Kader-Entscheidungen meist vom Management getroffen, im Breitensport hingegen darf häufig die Mannschaft selbst mitbestimmen, wer ins Team aufgenommen wird und wer nicht.
Entscheidet sie sich für eine Aufnahme folgt in der Regel ein Integrationsprozess, der früher oder später abgeschlossen und nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Die Sport-sozialforschung ist auf diesem Gebiet hinsichtlich Ratschlägen für Trainer schon recht fortgeschritten 1 . Jedoch findet sich keine Literatur, die den Integrationsprozess genauer beschreibt. Wie läuft er nicht aus der Perspektive des Trainers, sondern aus der des neuen Spielers ab? Um diese Lücke zu schließen, möchte diese Arbeit erste Forschungsergebnisse darlegen sowie Denkanstöße für weitere Forschungen geben. Sie beschreibt anhand des Modells der Sozialintegration von Esser den Prozess der Integration einer neuen Spielerin in eine Volleyballmannschaft aus Sicht der für die Mannschaft Unbekannten und zeigt auftretende Probleme, die im Zuge dieses Prozess statt finden, auf. Wie verhalten sich die Spielerinnen gegenüber der Neuen? Verläuft die Integration problemlos? Kann sie innerhalb des Beobachtungszeitraums abgeschlossen werden? Wie geeignet scheint das Modell von Esser für diese Arbeit?
Das vorrangige Ziel dieser Forschungsarbeit ist es den Integrationsprozess mittels einer explorativen Beobachtung als beobachtende Teilnehmerin zu beschreiben. Es geht also darum, das sichtbare Verhalten der Volleyballspielerinnen und des Trainers zu erfassen und zu protokollieren. Im ersten Schritt werden die verwendete Forschungsmethode sowie die Untersuchungsobjekte erläutert und Fachbegriffe definiert. Hierauf folgen die Darstellung der Ergebnisse, die anhand von Protokollen der Trainingseinheiten gewonnen werden konnten, sowie deren Interpretation. Nach einem kurzen Fazit wird schließlich wird ein Ausblick für weitere Forschungen gegeben. Im Anhang befinden sich alle angefertigten Protokolle.
1 Vergleiche hierzu beispielsweise Lektion 11, 5.3 Tipps zur Integration neuer Spieler (S. 237-240). In Alfermann, D. und Stoll, O. (2005). Sportpsychologie. Ein Lehrbuch in 12 Lektionen. Band: Sportwissenschaft studieren 4. Aachen: Meyer & Meyer.
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2. FORSCHUNGSMETHODE
Es gilt also zu untersuchen, ob man den Integrationsprozess in einer formellen Kleingruppe, hier einer Sportgruppe, in einzelne Phasen einteilen kann, wie es beispielsweise bei der Integration eines Ausländers in eine deutsche Fußballmannschaft der Fall ist. Ferner soll diese Entwicklung detailliert beschrieben werden. Im untersuchten Fall verlief die Eingliederung positiv. Ein Negativbeispiel kann im Rahmen dieser Arbeit also nicht gegeben werden. Des Weiteren werden außergewöhnliche oder untypische Ereignisse aufgezeigt. Im Laufe des Forschungsprozesses zeigte sich, dass ich, die neue Spielerin, nicht von allen Spielerinnen gleichermaßen akzeptiert wurde. Es kam zu einer Diskrepanz, die ebenfalls erläutert wird.
Bisher wurde die soziale Integration lediglich in Bezug auf ethnische Minderheiten wie Ausländer oder Behinderte wissenschaftlich untersucht. Beispielsweise Esser (1980 und 2002) beschreibt in seinen Werken Aspekte der Wanderungssoziologie und Integration und ethnische Schichtung drei bzw. später vier Phasen, die für eine erfolgreiche Integration, etwa eines Ausländers in eine für ihn zunächst fremde Gesellschaft, erfüllt sein müssen. Zunächst erfolgt ein Angleichungsprozess, die Akkulturation. Hier werden kulturell übliche Eigenschaften, also das Wissen und die Fertigkeiten und die Sprache der Gruppe erworben und interethnische Beziehungen aufgenommen. Der Ausländer lernt also Deutsch und bildet erste Kontakte zu Deutschen. Auf ihn folgt die Integration. Zunächst platziert sich der Ausländer in der deutschen Gesellschaft, übernimmt also gewisse Positionen und hat ebenso gewisse Rechte. Im Rahmen der Integration interagiert er verstärkt mit der Aufnahmegesellschaft und baut stabile soziale Beziehungen auf. Schließlich kommt es zur Assimilation, die von einer deutlichen Orientierung hin zum Aufnahmesystem geprägt ist. Sie umfasst die kognitive, also sprachliche, die soziale, die strukturelle und die identifika-torische Assimilation. Der Ausländer wandelt in dieser letzten Phase sein Gefühl gegenüber Deutschland. Er ist nicht mehr Außenstehender, sondern Teil der Gesellschaft. 2 Ähnliche Phasen lassen sich ebenfalls bei der Integration eines neuen Spielers in eine bestehende Mannschaft finden. Diese werden im folgenden Kapitel genauer dargestellt.
2 Vgl. (Klein 2006), 69 und (Esser 2002), 1.
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Zum besseren Verständnis der vorliegenden Arbeit sollen nun einige grundlegende Begriffe des Volleyballsports erläutert werden. Sie finden sich im folgenden Text bzw. den Protokollen wieder. Der Überschaubarkeit halber geschieht dies in Tabellenform: Tab. 1 Fachbegriffe zum Volleyball (selbst erstellt).
Beim Volleyball hat man zwar keinen direkten Kontakt zum Gegner, wohl aber zur eigenen Mannschaft. Über die räumliche Distanz lässt sich also gut die innere Distanz bzw. Nähe zwischen Spielern messen. Da keine Bildaufzeichnungen angefertigt wurden, können Rückschlüsse lediglich aus den Beschreibungen der Distanz in den Protokollen gezogen werden. Auch die Gesprächsthemen sowie die Wortwahl sind Indikatoren für den Grad der Integration, denn niemand wird einem Fremden sein Herz ausschütten. Weitere Anzeichen für eine gewisse Vertrautheit sind Gestik und Mimik. Man wird kaum einen Unbekannten zur Begrüßung umarmen. Auch ist es in Deutschland weniger als beispielsweise in Frankreich üblich sich Fremden mit einem Wangenkuss vorzustellen.
Die Intensität dieser Indikatoren wurde mit Hilfe der offenen und verdeckten Beobachtung ermittelt. Als Beobachterin habe ich mich weder dem Trainer noch der
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Mannschaft offenbart und wie alle anderen Spielerinnen am Training teilgenommen; ich handelte also als beobachtender Teilnehmer. Außerdem war die Beobachtung nicht vorstrukturiert, folgte also nicht etwa einem Protokollbogen. 3 Die schriftliche Fixierung der Beobachtungen in Form von Protokollen erfolgte im direkten Anschluss an die Trainingseinheiten. An dieser Stelle muss auf die Probleme, die mit dieser empirischen Forschungsmethode einhergehen, hingewiesen werden. Friedrichs (1990) nennt in seinen Methoden empirischer Sozialforschung neben der vom Beobachter automatisch durchgeführten Verkürzung von Ereignissen u. a. auch das Problem, dass der Beobachter unverständliche Zusammenhänge logisch zu erklären sucht. 4 Da es im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht möglich war, Wort-für-Wort oder gar Bildaufzeichnungen anzufertigen, muss mit diesem Umstand gelebt werden.
Das Training fand zunächst montags einmal die Woche statt, ab der dritten Beobachtung zusätzlich donnerstags. Grund hierfür war die bis zu diesem Zeitpunkt andauernde Sanierung des Hallenbodens und damit einhergehend die Schließung der Sporthalle, in der das Training in den Vorjahren am Donnerstag statt gefunden hatte. Zunächst konnte auf eine Ersatzhalle in Köln ausgewichen werden und ab der zehnten Beobachtung wurde in der sanierten Halle in Hürth trainiert. Ich hatte mir eine Volleyballgruppe in Hürth gesucht, da ich seit dem 01. Oktober 2008 selbst dort wohne und der Trainer am Telefon sehr sympathisch wirkte. Zuvor hatte ich je eine Trainingseinheit bei der zweiten und der dritten Mannschaft des FC Junkersdorf (Verbandsliga und Bezirksklasse) absolviert, wo ich mich jedoch wegen des zu hohen bzw. zu niedrigen Spielniveaus und des mangelnden Interesses an mir nicht wohl gefühlt hatte. Hinzu kam der verhältnismäßig lange Anfahrtsweg zum Training. Ich rief also am 14. Oktober 2008 beim Trainer der Damenmannschaft des TuS Hürth (Landesliga), Geri Dexel, dessen Nummer auf der Homepage des Vereins angegeben war, an und vereinbarte mit ihm ein Probetraining am folgenden Montag. Dieses Montagstraining findet in der Turnhalle der Geschwister-Scholl-Schule und der Don Bosco Schule, Im Wiesengrund in 50354 Hürth statt. Die Trainingseinheiten am Donnerstag fanden zunächst in der Turnhalle der Katholischen Grund- und Hauptschule, Overbeckstr. 71-73 in 50823 Köln und später in der Turnhalle des Ernst-Mach-Gymnasiums, Bonnstraße 64-66 in 50354 Hürth statt. Des Weiteren bildeten die Weihnachtsfeier, an der fast alle Spielerinnen, aber nicht der Trainer teilnahmen, sowie das Ligaspiel gegen den Erkelenzer VV in der Sporthalle Hauptschule Hückelhoven, In der Schlee in 41836 Hückelhoven besondere Beobachtungseinheiten. Im Training war immer eine unterschiedliche Zusammensetzung der Spielerinnen in ebenso verschiedener Anzahl (sieben bis 13 Teilnehmerinnen) anwesend. Der Trainer war immer präsent.
Die Trainingsbeteiligung der Spielerinnen Moni A., Natalia, Steffi, Lisa, Moni D., Susi und Judith war am höchsten, so dass diesen im Verlauf der Arbeit eine höhere Bedeutung zukommt. Ursprünglich wollte ich ausschließlich den Prozess der Integration in die Mannschaft untersuchen. Im Verlauf der Beobachtungen zeigten sich aller- 3 Vgl.(Schulze 2008), 41.
4 Vgl. (Friedrichs 1990), 284.
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dings Missstimmigkeiten zwischen mir und einer der Außenangreiferinnen. Aus diesem Grund wird dieser Sachverhalt ebenfalls eingehender erläutert.
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3. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
Aus den Protokollen geht hervor, dass die Trainingseinheiten alle ähnlich aufgebaut sind. Auf eine kurze Begrüßung mit Wangenküssen folgt bei einer Einheit nach einem Ligaspiel gegen eine andere Mannschaft die Besprechung dieses Spiels. Fand kein Spiel statt, entfällt diese. Danach wird zum Aufwärmen meist von einigen Spielerinnen ein einfaches Ballspiel in zwei Mannschaften gegeneinander gespielt, die restlichen Spielerinnen laufen Runden um das Volleyballfeld. Währenddessen baut der Trainer das Netz auf. Im Anschluss kommen die Spielerinnen in einem Hallenteil zusammen und dehnen und kräftigen sich dort. Es folgt ein kurzes Einspielen zu zweit und dann beginnt der Trainer mit Übungen. Diese werden zunehmend komplexer bis hin zu spielähnlichen Situationen. Nachdem die Übungen beendet sind, baut die Mannschaft zusammen das Netz ab und räumt die Netzpfosten auf. Falls ein Ligaspiel bevor steht, wird dieses kurz besprochen. Danach verabschieden sich die Spielerinnen von einander und vom Trainer per Zuruf und gehen duschen. Die Trainingseinheit ist beendet.
3.1 PROZESS DER INTEGRATION
Die Integration einer neuen Spielerin vollzieht als Prozess, der dem von Esser in Kapitel 2 Dargestellten stark ähnelt. Man kann die Protokolle ähnlich der von ihm genannten Dimensionen einteilen.
In den ersten Trainingseinheiten musste ich die Mannschaft erst kennen lernen, mir die Namen merken, die jeder Mannschaft eigene Spielweise und Aufstellung aneignen. Ich musste also die Kultur dieser Sportgruppe erfahren. 5 Hierbei halfen u.a. kurze Gespräche mit den Spielerinnen während des Aufwärmens. Während diese in der ersten Trainingseinheit vorwiegend mit anderen Studenten - ich bin selbst Studentin - statt fanden, folgten schon ab der zweiten Einheit auch mehr Gespräche mit dem Rest der Mannschaft. Dank diesen Unterhaltungen konnte ich einen ersten Eindruck von der Denkweise und dem Handeln der Mannschaft bekommen. An dieser Stelle soll nicht näher auf die Einstellungen, geltenden Regeln und Normen eingegangen werden, da dies nicht im Fokus der Betrachtung stand. Interessant ist, dass die mir unbekannten Spielerinnen sich immer sofort vorstellten und mich schon ab dem zweiten Training mit Wangenkuss begrüßten. Ferner muss während der Phase der Akkulturation auch die Sprache der Gruppe erworben werden. So lernte ich beispielsweise in der zweiten Trainingseinheit den Schlachtruf der Landesliga Damenmannschaft des TuS Hürth. Auch half in dieser Phase die Aufnahme in den E-Mail-Verteiler der Mannschaft auf Initiative einer der Spielerinnen hin nach dem zweiten Training.
5 Sportgruppen haben eine gemeinsame Gruppenkultur; halten sich also an die Normen ihrer Gruppe, haben gemeinsame Erwartungen, Ziele und Symbole. Schafer (1966) misst diesen Symbolen auf den Seiten 114f. in Die soziale Struktur von Sportgruppen einen wichtigen Charakter bei der Sozialisierung neuer Gruppenmitglieder bei. Es ist wichtig, diese gruppenspezifischen Symbole zu erlernen und zu verwenden, um Teil der Gruppe zu sein.
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Ab etwa dem dritten Training kann man schon von der Integrationsphase sprechen. Ich suchte und fand meinen Platz, meine Rolle in der Mannschaft. Rein objektiv betrachtet ist dies auch an der Spielposition zu erkennen. Ich spiele normalerweise auf der Position des Liberos. Da die Mannschaft allerdings schon über eine Libera verfügt, wurde ich von Geri entweder in die Abwehr und Annahme geschickt oder sollte als Außenangreiferin agieren. Er sagte mir auch, dass er mich eher auf der Position 4 einsetzen würde, falls ich in die Mannschaft aufgenommen werden sollte. Doch von der Position abgesehen, ist auch daran, dass ich in der sechsten Trainingseinheit erstmalig mit dem Trainer auf Eigeninitiative hin scherzte, erkennbar, dass ich gewisse Rechte innerhalb der Gruppe erhielt. Ein weiteres Integrationsmerkmal zeigt sich darin, dass bereits nach dem dritten Training eine der Spielerinnen, die mich nach Hause fuhr, meinte, dass sie nun endlich wisse, wo eine der Spielerinnen wohnt. Das zeigt deutlich, dass zumindest sie mich schon zu diesem Zeitpunkt als Mitglied der Mannschaft ansah, obwohl das Team noch gar nicht über meine Aufnahme abgestimmt hatte. Dies geschah jedoch schon zwei Trainingseinheiten später. Hiermit war die formelle Integration einen großen Schritt voran gegangen. Diese Genehmigung bedeutete, dass ich auch zu Spieltagen mitfahren und für die Mannschaft spielen würde. Zwar erleichtert diese offizielle Integration den Prozess, jedoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass zur vollständigen Integration auch persönliche und soziale Aspekte gehören. Zwar fühlte ich mich durch die Zusage und auch die Tatsache, dass ich auf der Weihnachtsfeier häufig Fotomotiv war, gestärkt in meinem Vorhaben, aber es kann nicht behauptet werden, dass ich mich schon nach dem fünften Training oder der Weihnachtsfeier selbst als vollwertiger Teil des Teams sah. Deutlich wird dies besonders im neunten Beobachtungsprotokoll, da ich die Mannschaft zu jenem Zeitpunkt noch als „ihr“ anstatt „wir“ bezeichnete. Auch in der elften Beo- bachtungseinheitspreche ich noch von „den Mädels“ anstatt „wir“ zu schreiben. Erst am Spieltag, also der letzten Beobachtungseinheit, scheint die Integration auch in meinen Augen vollzogen zu sein. Gestärkt wurde dieser Prozess weiterhin durch soziale Kontakte auch außerhalb des Trainings wie beispielsweise die Teilnahme an der Weihnachtsfeier oder Gespräche auf der gemeinsamen Fahrt zum Training in Köln. Die soziale Bindung wuchs stetig. Deutlich wird dies u. a. darin, dass eine der Spielerinnen, die mich nach Köln zum Training mit nahm, zunächst nur von Franken, wo ich herkomme, spricht, mir aber einige Trainingseinheiten später schon von der Geburt ihres Sohnes, also etwas sehr Persönlichem, erzählt. Auch scherze ich - wie in den Protokollen sechs, sieben und zwölf festgehalten - zunehmend mit dem Trainer und den Spielerinnen während des Trainings bzw. diese auch mit mir.
Dieser Phase folgt die Assimilation, also die Einordnung in die Mannschaft, die Adaptation ihres Verhaltens. Diese dauert laut Esser (1980) bei Immigranten über mehrere Generationen hinweg. Auch in meinem Fall kann allenfalls von der beginnenden Assimilation, nicht aber der vollständigen, gesprochen werden. Ein Spieler, der völlig in eine Mannschaft integriert ist und nicht mehr als „der Neue“ auffällt, ist ein assimi- lierterSpieler. Ich hatte zwar in der letzten Beobachtungseinheit sogar einen Einsatz am Spieltag, doch dieser war nur sehr kurz und fand wohl lediglich statt, um mich überhaupt einzusetzen bzw. der aus dem Spiel genommenen Spielerin eine Pause
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Arbeit zitieren:
Sandra Holte, 2009, Integration einer neuen Spielerin in eine Volleyballmannschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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