Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Biographie Karl Rahner 5
2.1 Herkunft und Leben 5
2.2 Theologischer Ansatz. 8
2.3 Werke 10
2.4 Bedeutung. 10
3 Der begründungsfreie Rationalismus bei Karl Rahner. 12
3.1 Das Geheimnis Christi als Geheimnis des Menschen. 12
3.2 Anthropologischer Ansatz. 15
4 Fazit 17
5 Literaturverzeichnis. 19
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1 Einleitung
Mit Hilfe der hier vorliegenden, von mir persönlich, im Rahmen des im Wintersemester 2006/07 an der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt belegten Hauptseminars in Fundamentaltheologie „Glaube und Vernunft - eine spannungsvolle Einheit“, angefertigten Hausarbeit „Begründungsfreie Rationalität bei Karl Rahner“, möchte ich mich konzentrierter mit der Frage nach dem Verständnis bzw. dem Verhältnis von Glaube und Vernunft bei dem deutschen Theologen Karl Rahner auseinandersetzen. Hierbei werde ich zunächst die Person Rahners, seine Herkunft, sein Leben, seine theologische Entwicklung und seine Werke beleuchten, um zu einer Bewertung seiner Gedanken, seiner Schriften, seiner Lehren für die katholische Theologie und ihren weiteren Verlauf formulieren zu können. Diese Vorüberlegungen dienen der intensiveren Beschäftigung mit dem von Rahner geprägten Fachterminus des Begründungsfreien Rationalismussees, den ich im Folgenden herausarbeiten, vorstellen und kritisch hinterfragen sowie nach Betrachtung und in Rücksichtnahme aller Fakten eine fundierte Stellungnahme abgeben werde. Die Fundamentaltheologie, eine wissenschaftliche Disziplin der Systematischen Theologie, fragt ausgehend vom Glauben her nach der Vernunft. Sie erhebt den Anspruch die logische sowie evidente Kohärenz des christlichen Glauben aufzuzeigen. Ihre Substanz stellt die Fundierung sowie Legitimierung der Glaubensaussagen dar. Sie hat zum einen den Nachweis der Rationalität des christlichen Glaubens zu führen, zum anderen die Fundamente der christlichen Existenz, des christlichen Logos zu klären sowie darüber Rechenschaft abzulegen. Es geht ihr somit um den Versuch, die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft im Lichte der Vernunft und der Wissenschaft zu begründen und die an den Glauben herangetragene Fragestellungen aktueller Natur zu beantworten, um die Verbindung, die Symbiose zwischen Glauben und Wissen nachzuweisen.
Die Begrifflichkeiten des Glaubens und der Vernunft zeigen zwei Grundkonstitutionen menschlichen Lebens auf, sie sind Antriebe, essentielle Impulse unseres Handels, Redens und Denkens. Der Glaube lässt sich hierbei nicht rational erfassen oder vernunftmäßig begreifen, jedoch in seiner komplexen Reflexion als plausibel aufdecken. Zugegen erkennt der Mensch schmerzlich seine Begrenztheit, seine Beschränkung und zugleich seine innere Bezogenheit auf die Transzendenz hin (siehe: C. Klein in: Der Glaube der Christen. Ein ökumenisches Wörterbuch. Bd.2. 1999; S. 166). „Die Selbstoffenbarung Gottes schafft eine existentielle Entscheidungssituation, doch kann der Mensch Gott nicht begreifen oder besitzen“ (C. Klein
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in: Der Glaube der Christen. Ein ökumenisches Wörterbuch. Bd.2. 1999; S. 166). Dem gemäß bekundet sich der Glaube als ungesicherte Gewissheit (siehe Röm 4,18-21 1 ). Die Vernunft steht hierbei seit der griechischen Philosophie für das philosophische Kernproblem, unter welchen unverzichtbaren Bedingungen ferner Anordnungen ein Wissen über die eigenen Möglichkeiten des Überlegens, Sprechens und Tuns erreicht und somit auch gesichert werden kann (vergleiche hierzu: T. Knöppler in: Der Glaube der Christen. Ein ökumenisches Wörterbuch; Bd.2, 1999, S.501).
Die Beziehung von Glaube und Vernunft wird oftmals unter die Überlegung gestellt, ob und wie man den Glauben intellektuell und überzeugend rechtfertigen kann. Existieren vernünftige Gründe, an Gott zu glauben? Wie sind kirchamtliche Glaubenssätze bzw. Dogmen, wie ist religiöser Glaube überhaupt zu analysieren? In welchem Rahmen sind solche Fragestellungen grundsätzlich zu klären? Die Fundamentaltheologie widmet sich unter anderem solchen Fragen und versucht hierbei die Spannung der zwei Kategorien des Glaubens und der Vernunft aufzuzeigen, zu klären sowie zu etablieren. Mich persönlich tangiert dieses Thema „Begründungsfreie Rationalität bei Karl Rahner“ im speziellen Maße auf Grund dessen, dass für mich primär eine gewisse Faszination von der Persönlichkeit des zweifellos eminentesten deutschen Theologen des 20. Jahrhunderts, sowie eine tiefgreifende Erfurcht vor den bahnbrechenden Denkansätzen und
Veränderungsimpulsen, die Rahner in der katholischen Theologie bewirkt hat, ausgeht. Sich seiner Person, seinem Denken und seinen umfangreichen Werken und Schriften in einem wissenschaftlichen Zugang zu nähern, gestaltet subjektiv betrachtet ein großes Bedürfnis. Ich unternehme den Versuch, den theologisch und philosophisch fundierten Systematiker des letzten Jahrhunderts mit meinen Ausführungen und Erläuterungen gerecht zu werden. Des weiteren empfinde ich die Auseinandersetzung mit den umfangreichen Definitionen von Glauben und Vernunft und ihre letztlich verbindliche Einheit hervorzuheben für höchst spannend sowie auf Grund der aktuell gegebenen Gefahr, die von den Erscheinungsformen des Fanatismus und Fundamentalismus ausgeht, für adäquat und sinnvoll. Beide für den rationalen sowie emotionalen Glaubensvollzug elementare Motivationen zu verbinden und in
1 Röm 4,18-21: Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich werden deine Nachkommen sein. Ohne im Glauben schwach zu werden, war er, der fast Hundertjährige, sich bewusst, dass sein Leib und auch Saras Mutterschoß erstorben waren. Er zweifelte nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde stark im Glauben, und er erwies Gott Ehre, fest davon überzeugt, dass Gott die Macht besitzt zu tun, was er verheißen hat.
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eine logische Stringenz zu bringen, stellen für mich ein großes Anliegen dar, dessen Herausforderung ich mich gerne stellen möchte.
2 Biographie Karl Rahner
Der deutsche Theologe und Religionsphilosoph Karl Rahner zählt gewiss zu den beeindruckensten sowie beherrschensten Theologen des 20. Jahrhunderts. Er hat mit seinen zahllosen Publikationen nicht nur die Theologie unserer Zeit entscheidend geprägt, sondern auch maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) 2 ausgeübt (vergleich hierzu genauer: H. Wagner in: Theologische Realenzyklopädie Bd. XXVIII. 1997; S.111). Er hat bahnbrechend bei der Überwindung neuscholastischer 3 Denkmuster in der katholischen Theologie mitgewirkt und die katholische Dogmatik auf der Basis des neuzeitlichen Menschen- und Existenzverständnisses neu artikuliert (siehe: Der Brockhaus in einem Band. 2000; S. 731), mit dem Bemühen zeitgemäße individuelle Erfahrungen sowie modernes Verstehen in den christlichen Glaubenkontext einzubetten.
2.1 Herkunft und Leben
Karl Rahner ist am 5. März 1904 in Freiburg in Breisgau als viertes Kind von insgesamt sieben Kindern des Ehepaars Karl (1868-1934) und Luise Rahner (1875-1976), geborene Trescher, geboren. Karl Rahner wächst in einer mittelständigen, überzeugt christlich geprägten und praktizierenden kleinbürgerlichen Familie, deren finanziellen Mittel begrenzt sind, in einem vorwiegend katholischen Umfeld auf. Der Vater ist Professor am Lehrseminar von Freiburg, die Mutter stammt aus einer Wirtsfamilie. „Karl Rahner bezeichnete einmal das Milieu, in dem er aufwuchs, als „heile Welt“, trotz der materiellen Sorgen“ (H. Vorgrimler: Karl Rahner verstehen. Eine Einführung. 2002; S. 66).
Von 1908 bis 1922 verbringt Karl Rahner seine Kindheit und Jugend in Freiburg. Dort besucht er ab 1910 für die folgenden drei Jahre die Knabenbürgerschule, um ab 1913 bis 1922 das Abitur an dem Realgymnasium zu absolvieren. Seine Schulzeit ist durch die
2 21. ökumenische Konzil der römisch-katholischen Konzil von Papst Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 mit dem Auftrag zum pastoralen und ökumenischen Denken einberufen und nach dem Tod von Papst Johannes XXIII. im Jahre 1963 von Papst VI. am 8. Dezember 1965 beendet (vergleiche hierzu genauer: P. Walter in: Lexikon für Theologie und Kirche. 2006; Bd.10; S. 561-568).
3 Neuscholastik ist der zusammenfassende Name für eine restaurative theologische und philosophische Strömung in der römisch-katholischen Kirche, die sich vor allem seit der Mitte des 19. Jh.s mit Unterstützung der Kirchenleitung als die offiziell gültige Lehrtradition hervortat (siehe T. Schoof in: Wörterbuch des Christentums. 2001; S. 878-879).
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Arbeit zitieren:
Ulrike M. S. Röhl, 2007, Glaube und Vernunft – eine spannungsvolle Einheit, München, GRIN Verlag GmbH
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