2
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung 3
1 Das Gesetz 4
2 Prinzipien 5
2.1 Das subjektive Prinzip 5
2.1.1 Durch den guten Willen gesteuerte Maximen 5
2.1.2 Durch Neigungen gesteuerte Maximen 6
2.2 Das objektiven Prinzip 6
2.2.1 Das objektive Prinzip als Gebot 7
2.2.1.1 Der Imperativ 7
2.2.1.1.1 Der hypothetische und der kategorische Imperativ 8
2.2.1.1.1.1 Der hypothetische Imperativ 8
2.2.1.1.1.2 Der kategorische Imperativ 9
3 Zusammenfassendes Schlusswort 10
Literaturverzeichnis 11
3
0 Einleitung
Der Mensch ist ein Naturwesen, voll von Trieben, Gelüsten, Gier, Herrschsucht, Habsucht, Besessenheit, Neid und Eitelkeit. Er ist erfüllt von Neigungen, um seine eigene Glückseligkeit zu erlangen. Oft getrieben von diesem Egozentrismus, bleibt der Mitmensch auf der Strecke. Homo homini lupus. Für die Gemeinschaft ist dies hemmend. Das soll nicht heißen, der Mensch sei prinzipiell von Natur aus schlecht - er ist aber auch nicht von Natur aus gut. Handelt er gut, dann ist dies noch lange nicht moralisch. Will er anderen nichts Böses, dann meist nur, weil er das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, weil er so Gutes auch zurückerwarten möchte, weil er Angst vor der Rache hat, weil er als ‚Liebemann’ dastehen will. Alles egoistische Gründe.
Der Mensch ist aber auch ein Vernunftwesen. Würde er seine Vernunft stets gebrauchen, so könnte es gut, harmonisch und gerecht in der Welt zugehen. Der Mensch würde ständig nur moralisch handeln.
Nun ist der Mensch aber sowohl Naturwesen als auch Vernunftwesen. Hinzu kommt, dass er ein Gemeinschaftswesen ist und der Interaktion mit seinen Mitmenschen bedarf. Eine Gemeinschaft funktioniert jedoch nur wenn der Einzelne die anderen Mitglieder als vollwertige Menschen akzeptiert und achtet, so wie er auch von ihnen geachtet werden möchte. Hier kommt es zu Diskrepanzen zwischen dem Natur- und dem Vernunftwesen im Menschen. Um ein friedliches und faires Zusammenleben zu sichern, bedarf es daher Regeln, die meist gesetzlich manifestiert werden müssen. Fakt ist: Je besser jeder Mensch ist und handelt, umso besser funktioniert die Gemeinschaft. Aber einfach nur gut zu sein und zu handeln, reicht nicht immer aus, wenn dieses zufällig und willkürlich ist. Man muss sich in einer Gemeinschaft, die funktionieren soll, auf das Gute verlassen können. Es muss unbedingt und absolut notwendig durch sich selbst gut sein. Es muss moralisch sein. Daher strebt der Mensch schon seit jeher nach dem moralisch Guten. Doch woran macht man das Moralische fest? Wie bestimmt man, was moralisch ist?
Dieser Frage ging u.a. Immanuel Kant nach. Er entwarf dazu ein Gerüst, das Gesetze und Prinzipien derart hinterfragte, inwieweit sie notwendig, unbedingt und gut sind. Es entstand ein Überprüfungskriterium, an dem im Idealfall kontrolliert werden kann, ob die Handlung oder der Gedanke hinter der Handlung moralisch gut ist.
In dieser Arbeit wird dieses Gerüst nachvollzogen, um ebenfalls am Ende zu wissen, was, nach Kant, moralisch ist.
4
1 Das Gesetz
Alles in der natürlichen Welt unterliegt Gesetzen. 1 Ein Apfel fällt nach unten und nicht nach oben. Mischt man Blau und Gelb, erhält man Grün. Schmilzt Eis, so wandelt es sich um in Wasser. Alles, was entsteht, vergeht auch irgendwann. Diese Naturgesetze gelten notwendig und unbedingt für jegliches natürliche Ding, egal ob es Vernunftvermögen hat oder nicht. Sich ihnen zu widersetzen, ist unmöglich.
Nun hat aber jedes Vernunftwesen - also auch der Mensch 2 - das Potential, selbst Gesetze zu manifestieren, die ihr Verhalten reglementieren. Auch sie haben den Anspruch, notwendig und für alle unbedingt zu gelten. Dies sind beispielsweise die Rechtsgesetze. Sie wirken als Zwang, da der Mensch durchaus in der Lage ist, diesen nicht zu folgen. 3 Es sind also meist schriftlich festgesetzte Reglementierungen, die das Verhalten der Menschen und ihr gemeinschaftliches Zusammenleben positiv beeinflussen sollen, beispielsweise um einen Staat bestmöglichst funktionieren zu lassen. Handelt jemand gegen ein Gesetz, wird er bestraft, als Zeichen dafür, dass dem Gesetz zu folgen sei.
Kant sagt, dass Gesetze stets „den Begriff einer unbedingten und zwar objektiven und mithin allgemein gültigen Notwendigkeit bei sich“ 4 führen. Gesetze können den Menschen durchaus heteronom zwingen und bei Widersetzung Strafen implizieren. Im Optimalfall ist es jedoch so, dass der Mensch durch sich selbst, also als autonomes Wesen, keine andere Wahl haben dürfte, als diesen Gesetzen zu folgen. Dies lässt mutmaßen, dass dann Gesetze als Handlungsanleitung überflüssig wären. Dem könnte auch so sein, wäre der Mensch ein reines Vernunftwesen. Da er aber auch ein Naturwesen ist und nach subjektiver Befriedigung strebt, bedarf er Gesetze, die stets an seine Vernunft, also den guten Willen 5 , als Antriebsfeder für seine Handlungen, appelliert.
1 vgl.: „Ein jedes Ding der Natur wirkt nach Gesetzen.“ (Kant: GdMS. Reclam, S. 56.).
2 Wenn im Folgenden vom Menschen gesprochen wird, gilt das pars pro toto für alle Vernunftwesen.
3 Eine Widersetzung funktioniert bei den Naturgesetzen nicht.
4 GdMS: S. 61.
5 Der gute „Wille ist ein Vermögen, nur dasjenige zu wählen, was die Vernunft unabhängig von der Neigung als praktisch notwenig, d.i. als gut, erkennt.“ (Kant: GdMS. Reclam, S. 56.).
Quote paper:
Anne Skroblin, 2004, Wann eine Maxime moralisch ist, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Das Glück des Philosophen in Aristoteles' Nikomachischer Ethik
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Intermediate Examination Paper, 25 Pages
Zur Begründung der Menschenwür...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Inneres ist Äußeres. Ludwig Wittgenstein über das Leib-Seele-Problem
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Freiwilligkeit und Unfreiwilligkeit in der Nikomachischen Ethik des Ar...
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Kants "Metaphysik der Sitten": Brauchbare Moral oder Ideal u...
Über die Frage: Wie ist ein ka...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Intermediate Examination Paper, 27 Pages
Aristoteles Nikomachische Ethik
Der Zusammenhang zwischen dem ...
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Ist die Freiheit noch zu retten? Lösungsvorschläge zur Vereinbarkeit v...
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Scholary Paper (Seminar), 28 Pages
Das Spannungsverhältnis zwischen Recht und Moral bei Gustav Radbruch
Philosophy - Philosophy of the Present
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
Die Finanzkrise - Ursache und Auswirkung
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Termpaper, 7 Pages
Die Lustabhandlungen in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Termpaper, 19 Pages
Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Kunstmarkt
Business economics - Miscellaneous
Termpaper, 13 Pages
Das Übel in der besten aller möglichen Welten
Leibniz und die Theodizee
Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Was verstehen wir heute unter Werten? Und welche Werte brauchen unsere...
Termpaper, 16 Pages
Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Leibniz' System der ...
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Die Frage nach der Moral menschlicher Handlungen
Die unterschiedlichen Herangeh...
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Termpaper, 22 Pages
Anne Skroblin's text Wann eine Maxime moralisch ist is now available as a printed book
Anne Skroblin has published the text Wann eine Maxime moralisch ist
Anne Skroblin has uploaded a new text
Kants Grundlegung einer kritischen Metaphysik
Einführung in die "Kritik der ...
Norbert Fischer
Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"
Ein einführender Kommentar
Dieter Schönecker, Allen W. Wood
Did My Neurons Make Me Do It?: Philosophical and Neurobiological Persp...
Nancey Murphy, Warren S. Brown
Did My Neurons Make Me Do It?: Philosophical and Neurobiological Persp...
Nancey Murphy, Warren S. Brown
Kritik der praktischen Vernunft / Grundlegung zur Metaphysik der Sitte...
Immanuel Kant, Wilhelm Weischedel
0 comments