Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG - 4 -
1. GESCHICHTE DES GRAFFITI - 6 -
1.1. WORTHERKUNFT UND GESCHICHTE - 6 -
1.2. GESCHICHTE DES KRIMINALITÄTSPHÄNOMEN GRAFFITI IN FORM DES STYLE
WRITING - 7 -
1.3. ERSCHEINUNGSFORMEN DES GRAFFITI - WELCHE METHODEN GIBT ES - 8 -
1.3.1. AUFTRAGEN - 8 -
1.3.2. ABTRAGEN - SCRATCHING - 8 -
1.3.3. KOMPRIMIEREN - 8 -
1.3.4. POCHOIR (DT. SCHABLONE) - 9 -
1.3.5. STEMPEL - 9 -
1.3.6. STICKER - 9 -
1.3.7. ETCHING - ÄTZEN - 9 -
2. PHÄNOMENOLOGISCHE BETRACHTUNG - 11 -
2.1. STRAFBARKEIT - 11 -
2.1.1. GESETZGEBUNG - 11 -
2.1.2. URTEILE - 11 -
2.2. TATORT - 12 -
2.3. TATZEIT - 13 -
2.4. TATHERGANG - 13 -
2.5. TATMITTEL - 15 -
3. TÄTER UND OPFER - 17 -
3.1. TÄTERPROFIL - 17 -
3.2. TÄTERMOTIVATION / SZENEDARSTELLUNG - 18 -
3.2.1. TAGGER - 19 -
3.2.2. TOYS - 19 -
3.2.3. KINGS / DER HARTE KERN - 20 -
3.3. OPFER UND IHRE SCHÄDEN - 20 -
3.3.1. ANZEIGEVERHALTEN / DUNKELFELD - 20 -
3.3.2. SCHADENSAUSMAß - 21 -
- 2 -
4. PRÄVENTIONSMAßNAHMEN - 23 -
4.1. BROKEN WINDOW / ZERO TOLERANCE - 23 -
4.2. FLÄCHENFREIGABE FÜR GRAFFITI - 25 -4.3. AUFKLÄRUNG - 26 -4.4. VORBEHANDLUNG - 27 -4.5. BAULICHE MAßNAHMEN - 28 -
4.6. PRÄVENTION DURCH REPRESSION - 28 -
5. SCHLUSSBETRACHTUNG - 30 -
GLOSSAR - 31 -
LITERATURVERZEICHNIS - 33 -
- 3 -
Einleitung
SMK, FOIM, INF, OH, PIGS, XT, SMC, NETZ .
Was klingt wie der Einstieg in ein neues der Lied der Musikgruppe „Die fantastischen Vier“ 1 ist für viele Reisende der Deutschen Bahn im Gebiet Köln/Bonn ein ständiger Begleiter beim Blick aus dem Fenster. Dies sind Tags von Writern oder Crews, welche entlang der Line ihre Throwups, Pieces, Rollertags , Scratching an und in Trains bomben, um fame zu erreichen und zum King of the line zu werden. Übersetzt bedeutet dies, dass es sich um Namenszüge von Graffitisprayern oder einer Gruppe von Sprayern handelt, welche entlang der Bahnlinie ihre schnellen Namenskürzeln, ihre großflächigen Gemälde, ihre Namenszüge mit Farbrollen an Zügen illegal aufbringen oder in Zügen die Scheiben mit ihrem Kürzel zerkratzen um Ruhm in der Szene zu erlangen und der König der Bahnlinie zu werden. Alleine durch diese unverständliche Sprache möchte ich Ihnen deutlich machen, dass es sich bei Graffiti und Streetart längst um eine eigene Subkultur im Bereich des urbanen Lebens handelt. Graffiti ist für die begeisterten Anhänger eine eigenständige Welt in der sie Anerkennung suchen.
Graffiti ist allgegenwärtig und wenn man drauf achtet, dann entgeht einem kaum ein einziger Fußweg an dem man nicht ein Graffito findet. Die Graffiti Szene als solches ist sehr schnelllebig. Dies hat seinen Ursprung unter anderem in den Präventionsmaßnahmen. Die schnelle Reinigung besprühter Flächen stellt die Writer vor ein Problem, da andere Writer nicht mehr die Chance haben die Pieces zu sehen. Somit ist der angestrebte Erfolg, das Erreichen von fame, gefährdet. Um dem zu entgehen, bedienen sich die Writer dem Internet als modernes, schnelles Medium zur Verbreitung ihrer Werke. Hierbei werden auch diverse Bewertungssysteme durch die Websitenbetreiber eingefügt, die den fame messbar werden lassen.
Liedtext MfG - mit freundlichen Grüßen, 1999 1
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Ein kurzes Foto, hochgeladen auf diverse Graffiti-Seiten und die Jagd nach fame geht weiter, selbst wenn die Reinigungskolonne das Werk bereits entfernt hat. 2
Neue Writer können sich hier für jede Stadt geeignete Locations zum malen erklären lassen. Auch lässt sich hier schnell und einfach die Frage nach Cans-Nachschub klären.
Auch die diversen Videoforen lassen die Verbreitung von sogenannten Kamikaze-Videosequenzen einfacher werden und dies natürlich zur Freude der Szene. 3
So ergab sich für mich als Ersteller im Rahmen der Vorbereitung die zentrale Frage, wie lässt sich das Kriminalitätsphänomen Graffiti wirksam kontrollieren bzw. bekämpfen und verhüten. Auf die diversen Antwortmöglichkeiten werde ich hinarbeiten.
2 http://www.graffecke.de/photokorn/index2.php?action=showgal&cat=3, letzter Aufruf 05.03.2009
http://www.youtube.com/results?search_type=&search_query=graffiti+bombing 3
&aq=1&oq=graffi abgerufen am 05.03.2009
- 5 -
1. Geschichte des Graffiti
1.1. Wortherkunft und Geschichte
Das Wort Graffiti leitet sich aus dem italienischen Wort sgraffiare (dt. Kratzen, das Gekratze) und dem griechischen Wort graphein (dt. schreiben) ab. Beide Worte bezeichnen eine althergebrachte Form der Fassadengestaltung bei der zunächst mehrere Putzschichten
aufgetragen wurden und dann durch Wegkratzen reliefartige Gemälde entstanden. So wurde aus dem Verb sgraffito (dt. mit dem Griffel kratzen) die Kurzform Graffito. Im deutschen Sprachgebrauch ist jedoch die pluralistische Ausdrucksweise Graffiti gängiger und bezeichnet so auch fälschlicherweise ein Graffiti statt einem Graffito. 4 Die Geschichte des Graffiti beginnt in der Steinzeitära vor ca. 33.000 Jahren. Bereits zu der damaligen Zeit bedienten sich die Menschen der Wand ihrer Höhlen, um bildliche Nachrichten oder Erlebnisse zu dokumentieren und zu malen.
Es handelt sich bei diesen Malereien um die bislang ältesten gefundenen Höhlenmalereien der Welt. Die Höhle befindet sich in Südfrankreich in der Nähe der Stadt Vallon-Pont-d'Arc und wurde nach der Finderin Jean-Marie Chauvet benannt. 5 Bereits diese Formen der Höhlenmalerei sind als Graffiti im ursprünglichen Sinne zu deuten und daher auch hier anzuführen.
Im antiken Pompeji wurden z.B. Karrikaturen von Politikern an den Häuserwänden gefunden. Diese entstanden ca. 79 n.Chr. Von diesen Steinzeitmalereien zu den heutigen Style-Writings liegt eine lange Entwicklung, die allerdings in ihren Grundgedanken miteinander verwurzelt sind. Damals wie heute möchte der Ersteller des Graffiti eine Nachricht seiner Umwelt zukommen lassen. Die Motivation des Kriminalitätsphänomen Graffiti in Form des Style-Writing liegt noch woanders, doch darauf werde ich im weiteren Verlauf noch eingehen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Graffiti#Geschichte abgerufen am 07.03.2009 4
Jean-Marie Chauvet u.a. Grotte Chauvet bei Vallon-Pont-d'Arc. Jan Thorbeck 5 Stuttgart 1995.
- 6 -
1.2. Geschichte des Kriminalitätsphänomen Graffiti in Form des Style Writing
Style Writing ist die Form des Graffiti welche am weitesten verbreitet und von der Bevölkerung umgangssprachlich als Graffiti bezeichnet wird.
Die Ursprünge dieses Writing finden sich in New York in Form eines einfachen Botenjungen, welcher schlagartig berühmt wurde. Es handelt sich hierbei um den Boten mit dem Pseudonym Taki 183. Anfang der 70er Jahre war es unter den jugendlichen Botenjungen in New York Usus, ihre Pseudonyme an Häuserwänden ,Türen, Telefonzellen etc. anzubringen, um ihren Bekanntheitsgrad und vermutlich in Folge dessen auch ihre Auftragszahlen zu verbessern. Der griechische Emigrantensohn Taki 183 folgte diesem Brauch und fiel insbesondere durch die Häufigkeit seiner Hits/Tags auf. Am 21.07.1971 veröffentlichte die Zeitung New York Times ein Interview mit Taki 183, bei dem dieser von seinem Tun berichtet. Die Zahl hinter den angebrachten Tags stand für die Straßen- oder Hausnummer. Zu damaliger Zeit zielte das Anbringen der Tags nur auf die Häufigkeit ab und nicht auf die Qualität oder den Style eines Tag. Durch dieses Interview kam es zu immer mehr Nachahmern und es entstand die Subkultur des Writing. 6
Sehr schnell hatten die interessierten Jugendlichen in New York entdeckt, dass sich die Subway anbot um seinen Namen noch bekannter werden zu lassen, da der Name mit der U-Bahn durch ganz New York fuhr. So war es nicht verwunderlich, dass die Writer begannen ihre Tags innen und außen an die Subway zu bomben. Bereits 2 Jahre später wurde der erste Wholecar gesprüht, 5 Jahre später der erste Wholetrain.
Die zu diesem Zeitpunkt entstehende Szene und ihr Jargon wurden um 1980 von den Jugendlichen in Europa übernommen. Man identifizierte sich mit der New Yorker Szene und den dort entstandenen Regeln des Writing. Eine starke Beeinträchtigung der europäischen Szene ging von zwei Filmen aus, welche Graffiti thematisch aufgriffen. Hierbei handelt es sich um Wild Style 7 und Style Wars 8 . Beide Filme geben einen
Bartelds, O. (2006). I just write my name - Graffiti: Ein gesellschaftliches Phänomen. 6 München: Grin Verlag 7 Ahearn, C. (Regisseur). (1983). Wild Style! [Kinofilm]. Chalfant, H (Regisseur). (1983). Stylewars [Kinofilm]. 8
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Arbeit zitieren:
Ralf Winter, 2009, Graffiti als Kriminalitätsphänomen, München, GRIN Verlag GmbH
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