1. Einleitung uns Entwicklungstendenzen:
- eine der Entwicklungen der heutigen Gesellschaft ist die Globalisierung
- Zunahme der internationalen Verflechtungen von Politik und Wirtschaft
- „Vernichtung von Zeit und Raum“ durch neue Kommunikationstechniken
- das Alltagsleben ist stärker abhängig von Entscheidungen die an anderen Orten getroffen werden (Bsp. sind Live-Übertragungen aus Krisengebieten oder auch bei Sportereignissen)
die aber in verschiedenen Regionen auch verschieden ausgeprägt waren, weil die räumlichen Strukturen so verschieden sind
- Es kommt zu einem schnellen Wachstum von Hochtechnologiezentren, die außerhalb von den wirtschaftlichen Agglomerationsräumen liegen
2.2.: in Hinsicht auf die politische Ebene:
- weil die Aufgaben des Strukturwandels so komplex sind, werden Entwicklungskonzepte der Regionen zu Grundlagen des staatlichen Handelns
- die Regionen bekommen eine größere Bedeutung in der EG-Politik
2.3.: in Hinsicht auf Kultur und Regionsidentität:
- die Regionalkultur wird von der Landesregierung bis hin zum Europarat gefördert
- Regionen werden Gegenstand von Marketing Strategien
- nach außen hin zur Anreizung für Investoren und Zuwanderungen
- nach innen hin zur Identitätsbildung
- die regionale Differenzierung von Kultur und Mentalität werden für die Unterschiede in der Wirtschaftsentwicklung verantwortlich gemacht
3.: „Locality Studies“
- war ein Forschungsprojekt in England das in den Jahren 1984 - 1987 durchgeführt wurde um die regionale Differenzierung zu beschreiben
- Regionale Differenzierung war gekennzeichnet durch eine Strukturkrise im Norden und durch ein gleichzeitiges Wachstum der Dienstleistungsbranche und High-Tech-Betrieben im Südosten
3.1.: Zentrale Fragestellungen in der Theorie der „Locality Studies“
1. Wie wirkt sich der wirtschaftliche Strukturwandel auf bestimmte „localities“ aus?
2. Wie reagieren die „localities“ auf den Strukturwandel?
3. Welche politischen Strategien werden in den „localities“ verfolgt?
3.2.: Probleme bei der Definition des zentralen Begriffs „locality“
- übersetzt bedeutet der Begriff ungefähr „Örtlichkeit“ oder „Gegend“
- nach Cooke: sozialräumliche Basis für alltägliche wirtschaftliche und politische Aktivitäten von Gruppen und Individuen
- die Abgrenzung der „localities“ musste erst empirisch ermittelt werden
- in der Forschungspraxis wurden aber meist Arbeitsmarktregionen als Untersuchungsräume gewählt
- in der Forschungspraxis wurden verschiedene „localities“, die verschiedene Arbeitsmarkttypen repräsentieren, über mehrere Jahre empirisch nach folgenden Merkmalen untersucht, um sie danach besser zu vergleichen zu können
1. Wirtschafts- und Sozialgeschichte
2. Arbeitsmarkt
3. Kapital /Arbeitsbeziehungen
4. Sozialstrukturen
5. Wohnungsmarkt
6. Politik
7. Planungspolitik
8. Soziokulturelle Verarbeitung des Strukturwandels
3.3.: Kritik an der Theorie der „Locality Studies“
- es kann ein zukunftsweisendes Forschungsprogramm sein, muss dafür aber theoretischer eingebettet werden, um nicht in eine Vielzahl von theoretischen Einzelergebnissen zu verfallen
- die Konzentration auf die lokale Ebene verstellt den Blick auf entscheidende Veränderungen in der Weltwirtschaft und auf der Ebene des Nationalstaates
- es liefert keine Erläuterungen des Zusammenhangs zwischen dem wirtschaftlichen Wandel und kulturellen sowie politischen Veränderungen
4.: Neue Ansätze zur Erklärung der raumstrukturellen Differenzierung
- die Tendenzen der Raumentwicklung (Globalisierung / Regionalisierung) führten zu verschiedenen theoretischen Entwürfen
- die neoklassischen und polarisationstheoretischen Ansätze, welche die regionale Entwicklung in Kontinuitäten und Brüche bzw. Zyklen einteilten wurden durch Theorien abgelöst,
- die regionale Entwicklung in einem Zusammenhang von raum-zeitlichen Erscheinungen sah
- abzugrenzen von Diesen ist die französische „école de la régulation“
- à sie sieht den Schwerpunkt der regionalen Entwicklung in der Abfolge von verschiedenen Perioden, Stadien und Phasen
werden
- sie lassen sich im Regulationsansatz aus einer Kombination von regionsinternen Faktoren (endogene Potenziale) und regionsexternen Faktoren (weltweite Veränderungen der Organisationsbeziehungen, unternehmensinterne Arbeits- beziehungen) ableiten
5.1.1.: Übergang von der Fordistischen Phase zur Postfordistischen Phase
- Fordistische Phase benannt nach Henry Ford
- in den 50er bis in die frühen 80er Jahre
- das industrielle Organisationsprinzip war die strikte interne Arbeitsteilung im Sinne des Taylorismus
- Massenproduktion von standardisierten Produkten stand im Mittelpunkt
- doch die Fixierung auf riesige Produktionsanlagen wies auf einen zeitlich begrenzten Horizont des Fordismus hin
- im Postfordismus (Regime der flexiblem Akkumulation) wurden die fordistischen Organisationsprinzipien immer weiter aufgelöst
- Besonders im Maschinen- und Fahrzeugbau, der Elektroindustrie und der Großchemie kommt es zu einer internen Flexibilisierung
interne Flexibilisierung:
flexible Produkttechnologien, durch Einsatz neuer Informations- und - Kommunikationstechnikenund computergesteuerter Produktionsmaschinen
neue Arbeitsorganisation (keine Fließbandarbeit mehr sondern - Gruppenarbeit)
externe Flexibilisierung:
Unternehmen sind bestrebt, flexible interindustrielle Verflechtungen - aufzubauen(just-in-time-Belieferung, Informationsaustausch) um kooperative Standortvorteile zu dezentralisieren und komparative - Standortvorteileauszunützen (z.B. Rohstoffbezug) à Fertigungstiefe sinkt (in den Stammbetrieben) àAusweitung der Auftragsvergabe an Subunternehmen à es entstehen neue Kontrollbeziehungen (hierarchische Abhängigkeiten, Partnerschaften, strategische Allianzen)
5.1.2: Drei Idealtypen von Regionalstrukturen
Interne und externe Flexibilisierungsstrategien können territorial - integriertoder desintegriert sein
Bei der Beschränkung auf die territorial integrierten Flexibilisie- - rungsstrategienlassen sich folgende idealtypischen Regionalstrukturen nachweisen
1. der erste Idealtyp entsteht durch Ausnutzen der Flexibilisierungsstrategie durch Großunternehmen, die Schlüsselprodukte in ausgeprägter Marktorientierung herstellen
außerdem behält das Hauptunternehmen die Kontrolle über die End- - produkte
Aktivitäten mit strategischer Bedeutung oder die Fertigung von - Komponentenwerden an Subunternehmer weitergegeben Bsp. für diesen Idealtyp sind die Automobilindustrie an den neuen - modernen Standorten
Arbeit zitieren:
Joerg Geuting, 2002, Perspektiven der geographischen Regionalforschung - Locality Studies und regulationstheoretische Ansätze, München, GRIN Verlag GmbH
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