Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Leben Platons 2
3. Einordnung des Höhlengleichisses in die Politeia 4
3.1. Das Sonnengleichnis 5
3.2. Das Liniengleichis 6
4. Das Höhlengleichnis 7
4.1. Inhalt des Höhlengleichnisses 7
4.2. Deutung des Höhlengleichnisses 8
5. Das Höhlengleichnis heute 10
5.1. Heutige Situation der Medien 10
5.2. Drei Typen von Medienkonsumenten 11
6. Schluss 13
7. Bibliographie 15
1 NA
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit handelt von dem Höhlengleichnis in Platons Hauptwerk, der Politeia, und dessen Bezug zur heutigen Medienwelt. Zunächst sollen die Zusammenhänge der platonischen Philosophie geschildert werden. Dafür wird nach einer kurzen Übersicht zu Platons Leben das Höhlengleichnis im Zusammenhang mit den beiden anderen Gleichnissen aus der Politeia, nämlich dem Sonnen- und dem Liniengleichnis, im Kontext der Politeia erklärt. Im Sonnengleichnis wird die Idee des Guten mit der Sonne gleichgesetzt, wobei im Liniengleichnis Gegenstände stufenweise abstrahiert werden, die letztlich in der allgemeinen Grundform enden, nämlich den Ideen. Da das Höhlengleichnis nur im Zusammenhang mit den anderen beiden Gleichnissen zu verstehen ist, bzw. auf diese aufbaut, folgt die Beschreibung des Höhlengleichnisses erst im Anschluss an das Sonnen- und Liniengleichnis. Die Deutung des Höhlengleichnisses, wie sie im siebten Buch der Politeia von Platon selbst erläutert wird, soll zusammengefasst zur anschließenden Interpretation des Gleichnisses im Bezug auf die heutige Medienwelt führen.
Drei unterschiedliche Typen von Medienkonsumenten sollen in Vergleich zu bestimmten Schritten des Weges der Erkenntnis gestellt werden. Diese Interpretation des Höhlengleichnisses soll aufzeigen, dass die medial erzeugte Realität zu einer Richtschnur unseres Denkens und Handelns wird und unsere Wahrnehmung der Realität beeinträchtigt. Abschließend wird der Unterschied zwischen der Höhle und der Medienwelt, der sich im Laufe der Interpretation herauskristallisieren wird, hervorgehoben.
2. Leben Platons
Der griechische Philosoph Platon wurde 427 v. Chr. In Athen geboren, wo er auch um 347 v. Chr. Starb. Durch seine Mutter gehörte er zu einer alten vornehmen Familie, die der athenischen Hocharistokratie angehörte. Er genoss die traditionelle Erziehung eines adligen Heranwachsenden seiner Zeit und widmete sich in jungen Jahren der Dichtkunst und der Philosophie. Platons philosophische Lehrer waren die Sophisten Gorgias und Protagoras. Später wollte er aktiver Politiker werden. Die Bekanntschaft mit Sokrates veränderte Platons Leben grundlegend, er war von ihm
2
tief beeindruckt und wurde sein Schüler. Die große Bewunderung für seinen Lehrer zeigt sich mitunter darin, dass er alle Schriften, die er in seiner Zeit als Dichter verfasst hatte, nach der Begegnung mit Sokrates verbrannt haben soll. Danach widmete er sich nur noch der Philosophie. 1
Platon erlebte den Peleponnesischen Krieg, die oligarische Herrschaft der so genannten Dreißig Tyrannen, sowie die wiederkehrende Demokratie in Athen. Diese Erfahrungen und besonders die ungerechte Verurteilung Sokrates zwangen ihn zum Umdenken:
„Als ich das alles sah und noch manches andere derart und nicht eben Kleinigkeiten, da erfasste mich ein Widerwille, und ich zog mich von diesem verbrecherischen Regiment zurück.“ 2
Die Hinrichtung seines Lehrers Sokrates bestürzte ihn sehr, so dass er sich entschied, sich vom politischen Leben in Athen zu distanzieren und aus der Stadt zu fliehen. Er unternahm Reisen nach Megara, Kyrene, Italien und Ägypten. Er soll drei Reisen nach Sizilien gemacht haben, wo er sich hauptsächlich am Hofe der dortigen Herrscher Dionysios I und Dionysios II aufhielt. Bei seinem ersten Sizilienaufenthalt versuchte er seine Staatsutopie, seine ethisch-politischen Ideale, zu verwirklichen. Diese Versuche scheiterten und er wurde auf einem Sklavenmarkt verkauft. Durch einen glücklichen Zufall wurde er dort von einem Sokratiker befreit. Zurück in Athen, gründete er daraufhin seine eigene philosophische Schule, die Akademie. Von dieser Zeit an widmete er sich vornehmlich der philosophischen Schriftstellerei und den Lehrveranstaltungen, welche die Philosophie, die Mathematik und die Astronomie betrafen. Die Akademie war keine reine Lehr- und Forschungsanstalt, wie man sie von den heutigen Universitäten kennt, sondern eine Institution, in der die Menschenformung und –führung gepflegt wurde, sowie eine religiös-kultische Gruppierung pythagoräischer Prägung. Obwohl Platon seine ursprünglichen Ideale über den Staat nicht verwirklichen konnte, hat er trotzdem die Gesellschaft geprägt und beeinflusst, da aus der Akademie Menschen hervorgingen, die eigenständig denken konnten und Gegner von Diktatur und Tyrannei waren. 3
1
Hirschberger, Johannes. S. 73.
2 ebd. S. 171.
3 ebd. S. 74.
3
Im Gegensatz zu den Werken Sokrates’, die ausschließlich verbale Dialoge und Reden waren, wurden eine Reihe von Platons Werken schriftlich festgehalten, und sind uns noch heute alle erhalten geblieben. „[…] kein antiker Autor erwähnt bekanntlich einen Dialog Platons, den nicht auch wir noch besitzen.“ 4
3. Einordnung des Höhlengleichisses in die Politeia
Die Politeia [griech. Staat, Staatswesen] verfasste Platon um 370 v. Chr. Sie ist wie die meisten Werke Platons, in Dialogform niedergeschrieben, wobei Sokrates der Hauptredner ist. Das zentrale Thema der Politeia ist die Frage nach Gerechtigkeit. Das Werk lässt sich inhaltlich in zwei Teile gliedern, denn im ersten Buch gelingt es Sokrates nicht eine klare Definition von Gerechtigkeit zu liefern. In den folgenden Büchern, zwei bis zehn, entwickelt sich eine weit umfassende Argumentation, wobei Sokrates ein Modell des gerechten Staates entwirft, um analog im Großen die Funktionalität der menschlichen Seele zu verdeutlichen. Der Gerechtigkeitsbegriff wird quasi vergrößert am Staat untersucht und erst dann wieder mit Bezug auf die Einzelseele betrachtet. Platon verknüpft somit Politik und Philosophie miteinander und hebt hervor, dass die Machthaber eines gerechten Staates Philosophen werden sollten, oder die Philosophen die Macht erhalten sollen.
„Wenn nicht […] entweder die Philosophen Könige werden in den Staaten, oder die jetzt so genannten Könige und Gewalthaber wahrhaft und gründlich philosophieren, und also dieses beides zusammenfällt, die Staatsgewalt und die Philosophie […], ehe gibt es keine Erholung von dem Übel für die Staaten […].“ 5
Die drei Gleichnisse, Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnis, sollen verdeutlichen, dass die Philosophen mit ihrem besonderen Wissen die rechtmäßigen Herrscher seien. Sonnen- und Liniengleichnis, am Ende des sechsten Buches, sind vorbereitend auf das Höhlengleichnis zu Beginn des siebten Buches.
4
Ebert, Theodor. S.1
5
Platon: Der Staat. V, 473c-d.
4
Quote paper:
Silvia Hennig, 2006, Platons Höhlengleichnis und seine Bedeutung in der heutigen Medienwelt, Munich, GRIN Publishing GmbH
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