rung sowie die Mithilfe bei Behördenangelegenheiten umfassen. Dadurch wird eine Stärkung des eigenen Problemlösungspotentials der Familie angestrebt, ihr Selbstwertgefühl soll (wieder-) gewonnen, die inneren Beziehungen gestärkt, der produktive Umgang mit Konflikten gefördert und der geregelte Tagesablauf unterstützt werden. Außerdem werden den Familien praktische Hilfen für die selbständige Bewältigung von Lebenssituationen gegeben und sie erhalten die Befähigung zur Inanspruchnahme von Hilfeleistungen anderer Institutionen. Ein weiteres wichtiges Ziel der Sozialpädagogischen Familienhilfe ist die Vermeidung der Fremdunterbringung durch rechtzeitige ambulante und unterstützende Hilfe. 1.3 Finanzierung
Die Kosten, die durch die Sozialpädagogische Familienhilfe anfallen, betragen einen Bruchteil der durch Fremdunterbringung entstehenden Ausgaben. Erstere sind abhängig von der jeweiligen Organisations- und Kooperationsform. So ist es eine Möglichkeit des Jugendamtes ist es, ausschließlich mit eigenen Fachkräften zu arbeiten, wodurch Kosten in Höhe von 3000 bis 4000 Euro pro betreuter Familie jährlich entstehen. Die Form der Kooperation des Jugendamtes mit einem oder mehreren freien Trägern ist ebenso verbreitet; sie ruft aber wesentlich höhere Kosten hervor (5000 bis 8000 Euro). Ursächlich für die erheblichen Unterschiede in der Höhe der Ausgaben ist, dass Jugendämter zum einen überwiegend Honorarkräfte beschäftigen und zum anderen Zeit- und ABM-Verträge vergeben, während die Freien Träger ausgebildete und feste Kräfte einstellen. 1.4 Qualifikationen der Familienhelfer/innen
Es existiert für die Sozialpädagogische Familienhilfe kein einheitliches Berufsprofil. Familienhelfer/innen aus nicht-sozialen Berufen sind allerdings die Ausnahme. Die deutliche Mehrheit stellen Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagogen mit 38% dar, die zweite relativ große Gruppe bilden die Erzieher. Berufsgruppen wie Lehrer, Studenten, Arzthelferinnen oder Kinderpflegerinnen sind dagegen weniger stark vertreten. Als vorteilhaft bei der Einstellung Sozialpädagogischer Familienhelfer werden praktische Berufs- und Lebenserfahrungen angesehen; die Idealvorstellung ist das Vor-handensein von in annähernd gleicher Weise vertretenen allgemeinmenschlichen und professionellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sodass eine gelungene Mischung aus Empathie und Professionalität vorliegt.
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2 Die Klientel Sozialpädagogischer Familienhilfe
Generell sind Klienten der sozialpädagogischen Familienhilfe häufig Familien mit einer überdurchschnittlich hohen Kinderzahl, woraus sich eine ebenfalls überdurchschnittliche Haushaltsgröße ergibt. Das ist bemerkenswert, da die Hälfte der betreuten Familien Ein-Elternteil-Familien sind, die, verglichen mit der Wohnbevölkerung, um das vier- bis fünffache überrepräsentiert sind. Das Durchschnittsalter der Kinder in den betreuten Familien liegt bei 7,4 Jahren. Bezüglich der Indikatoren für soziale Schichtzugehörigkeit ist festzustellen, dass vor allem die Frauen eine sehr geringe schulische und berufliche Qualifikation vorzuweisen haben. Es liegt meist eine niedrige Erwerbsquote und ein sehr geringes Pro-Kopf-Einkommen vor, sodass fast 2/3 der betreuten Familien unterhalb der Sozialhilfegrenze leben und somit ganz oder teilweise laufende Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen; die Hälfte von ihnen ist in erheblichem Maße verschuldet.
Eine Clusteranalyse, wie sie von dem Sozialpädagogischen Institut Berlin durchgeführt wurde, ermöglicht es, auf der Grundlage mehrerer Ausgangsvariablen Zusammenhänge zwischen diesen aufzudecken. Folgende Variablen wurden dafür ausgewählt: Zahl der in der Familie lebenden Erziehungspersonen und Minderjährigen, Pro-Kopf-Einkommen sowie Bildungsabschluss der Mutter. Als Kompromiss zwischen Aussagefähigkeit und Überschaubarkeit erfolgte eine Einteilung in fünf Typologien der betreuten Familien:
Gruppe 1 stellt die „Ein-Elternteil-Familien mit niedrigem Einkommen“ dar, die 37% der von der Sozialpädagogischen Familienhilfe betreuten Familien ausmachen und dessen Zahl an minderjährigen Kindern unterdurchschnittlich ist. Nur wenige Mütter gehen einer Erwerbstätigkeit nach, sodass das Pro-Kopf-Einkommen niedrig ist und die Familien häufig Sozialhilfe beziehen; Verschuldung liegt allerdings relativ selten vor. Behördenangelegenheiten haben die größte Bedeutung für die Betreuung durch die Sozialpädagogische Familienhilfe.
Gruppe 2 repräsentiert kinderreiche Familien (durchschnittlich 6 Minderjährige) mit besonders niedrigem Einkommen. Sowohl das Kindesalter als auch das Alter der Eltern liegt deutlich über dem Durchschnitt. Auffällig ist zum einen der große Prozentsatz an verschuldeten Familien, zum anderen die überdurchschnittliche Zahl wö-
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Arbeit zitieren:
Sabrina Heuer, 2005, KlientInnen in der Sozialpädagogischen Familienhilfe, München, GRIN Verlag GmbH
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