1. EINLEITUNG ......................................................................................... - 3 -
2. DIE REDE VON DER HÖLLE IN DER MODERNEN CHRISTLICHEN
THEOLOGIE AN AUSGEWÄHLTEN BEISPIELEN 3
2.1 Drei theologische Meinungen 3
2.1.1 Die Hölle existiert und ist auch gefüllt (L. Ott) 3
2.1.2 Die Hölle existiert als Zustand, nicht als Ort (L. Boff) 5
2.1.3 Die Hölle existiert und ist wahrscheinlich leer (H. .U v. Balthasar) 6
2.2 Ewigkeit der Hölle? 7
3. DIE REDE VON DER HÖLLE IM ISLAM AN AUSGEWÄHLTEN
BEISPIELEN 9
3.1 Die Hölle 9
3.1.1 Sieben Bereiche der Hölle 9
3.1.2 Die erste Wahlmöglichkeit: erst durch die Hölle, anschließend ins Paradies 10
3.1.3 Die zweite Wahlmöglichkeit: durch die Hölle, aber nicht ewig 11
3.1.4 Qualen in der Hölle 12
3.2 Hölle auf Zeit - wie ist das möglich? 13
4. FAZIT 15
5. LITERATURVERZEICHNIS 17
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1. Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit sind die Vorstellungen von der Hölle im Islam und im Christentum. Diese beiden Vorstellungen stehen sich gegenüber, wobei in christlicher Sicht auf neuzeitliche Theologen wie Ludwig Ott (2.1.1), Leonardo Boff (2.1.2) und Hans Urs von Balthasar (2.1.3) eingegangen wird. Diese drei Theologen vertreten unterschiedliche Meinungen, welche ich in drei Unterthemen darstellen werde. Im folgenden Absatz wird über die Frage nach der Ewigkeit der Hölle im Christentum (2.2) nachgedacht. Danach werde ich auf ausgewählte Positionen im Islam eingehen. Vorangestellt ist eine Erklärung der Höllenvorstellung (3.1), welche auch hier mit der Frage nach einer ewigen Hölle (3.2) abgeschlossen wird. Zum Schluss werden beide Höllenvorstellungen verglichen. Anlass für diese Hausarbeit ist das von mir besuchte Seminar Eschatologie und die Sitzung über Höllenvorstellungen der neuzeitlichen Theologen hat mich besonders interessiert. In dieser Hausarbeit möchte ich der Frage auf den Grund gehen, in wie fern sich die Höllenvorstellungen im Christentum und im Islam unterscheiden bzw. ähneln/gleichen. Um einen Vergleich anstellen zu können, habe ich eine weitere Religion ausgewählt und mich für den Islam entschieden. Wie man später sehen wird sind beide Vorstellungen nicht grundsätzlich verschiedene, aber dennoch geprägt von Unterschieden.
2. Die Rede von der Hölle in der modernen christlichen Theo-
logie an ausgewählten Beispielen
2.1 Drei theologische Meinungen
2.1.1 Die Hölle existiert und ist auch gefüllt (L. Ott)
Der schon in der Antike entstandene Glaube an eine existierende Hölle wird auch heute noch von verschiedenen Theologen vertreten. Einer dieser Theologen ist Ludwig Ott, der in seinem Buch „Grundriss der katholischen Dogmatik“ auch auf die Lehre von den letzten Dingen eingeht und in diesem Kapitel seine Vorstellung der Hölle immer in gleicher Vorgehensweise bekräftigt. Zunächst belegt er die Höl-lenvorstellung anhand verschiedener Dogmen, danach legt er einen Schriftbeweis vor und am Ende jeden Absatzes folgt ein Traditionsbeweis der alten Väter. 1
1 vgl. z. ges. Abschnitt: L. Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik,571-574.
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Innerhalb seines Kapitels über Eschatologie unterscheidet er zwischen der „Eschatologie des einzelnen Menschen“ 2 und der „Eschatologie der gesamten Menschheit“ 3 . In ersterem Teil geht es zunächst um die „Wirklichkeit der Hölle“ 4 , dann um das „Wesen der Höllenstrafe“ 5 und zum Abschluss um ihre „Eigenschaften“ 6 . Es ist nicht nur Otts Glaube, dass die Hölle als Ort existiert und dass sich dort diejenigen befinden, die von Gott verworfen wurden, sondern so steht es auch de fide geschrieben: „Die Seelen derer, die im Zustand der persönlichen schweren Sünde sterben, gehen in die Hölle ein“ 7 . Außerdem gibt es zahlreiche Bibelstellen, die diesen Glauben vertreten und befürworten. In Dn 12,2 steht geschrieben, dass die Gottlosen auferstehen werden „zu Schmach und zu ewigem Abscheu“, und auch im Neuen Testament droht Jesus „den Sündern die Höllenstrafe an“ 8 . Da Ott als Theologe der Neuscholastik gilt, galt auch für ihn die Unterscheidung zwischen der poena damni (Strafe des Verlustes), „die das eigentliche Wesen der Höllenstrafe ausmacht“ 9 und der poena sensus (Strafe der Sinne). Bei der poena damni handelt es sich um eine zeitweilige Gottesferne. Durch das besondere Gericht ist aber eine anschließende Beseligung zu erwarten (D 778). Nach der poena damni folgt nach der allgemeinen Lehre der Theologen die poena sensus. Es wird ein physisches Feuer als Strafmittel angenommen und von den Vätern, den Scholastikern und auch vielen Theologen mit 1 Kor 3,15 begründet. Diese biblische Begründung sei allerdings unzureichend.
Auch die Frage nach einer ewigen Hölle ist bei Ott schnell geklärt: „Die Höllenstrafe dauert in alle Ewigkeit. De fide.“ 10 Auch dies wird durch Dogmen wie „Jene (die Verworfenen) werden mit dem Teufel eine immerwährende Strafe empfangen. D 429“ 11 und Zitate aus der Hl. Schrift belegt. Außerdem heißt es bei Ott, dass „die Väter vor Origenes […] die ewige Dauer der Höllenstrafe einmütig“ 12 bezeugen.
2 Ebd. 563.
3 Ebd. 578.
4 Ebd. 571.
5 Ebd. 572.
6 Ebd. 573.
7 Ebd.: 571.
8 Vgl. Ebd. 572.
9 Ebd. 572.
10 Ebd. 573.
11 Ebd. 573.
12 Ebd. 574.
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2.1.2 Die Hölle existiert als Zustand, nicht als Ort (L. Boff)
Ein weiterer Theologe der Neuzeit ist Leonardo Boff, der in seinem Buch Was kommt nachher? schon in der Überschrift zu seinem Kapitel über die Hölle klarmacht, wie er zu diesem Thema steht: „Die Hölle - Absolutes Scheitern des Menschen“ 13 . In seinem Buch und besonders in diesem Kapitel steht die Freiheit des Menschen im Vordergrund und es wird immer wieder betont, dass eine Entscheidung für oder gegen Gott von uns getroffen werden kann. 14 Dadurch, dass der
Mensch frei handeln kann, ist es ihm möglich einen Weg in den Himmel zu finden, aber auch einen in die Hölle 15 .
Ein weiterer wichtiger Aspekt, abgesehen vom Freiheitsgefühl des Menschen, liegt in der Erschaffung der Hölle. In Boffs Augen ist die Hölle „kein Werk Gottes, sondern des Menschen“ 16 . Damit ist allerdings nicht gemeint, dass Menschen sich die Hölle als Ort der Zuflucht selber kreieren, oder sich absichtlich in ihr Unglück -und somit in die Hölle - stürzen. Nach Boff kann sich kein Mensch frei dazu entscheiden die Hölle zu schaffen und „nein zum Glück“ zu sagen 17 . Es hängt also al-
les vom Leben eines jeden Menschen ab. Natürlicherweise „sucht [der Mensch] immer das Glück“ 18 , doch wenn ein Mensch „keine Zukunft mehr [hat], keinen Ausweg mehr [sieht] und nichts tun [kann] von dem, was [er] will und sich wünscht“ 19 , heißt dies, dass er sich in der Hölle befindet. Dadurch hat er sich nach Boffs Meinung seine eigene Hölle geschaffen. Hätte er Zuwendung in Gott gesucht, hätte er diese auch gefunden und wäre nicht in der Hölle gelandet. Aber für einen Menschen bestehe die größte Enttäuschung „in der Abwesenheit von Gott“ 20 , und durch diese Einsamkeit entsteht die Hölle.
Da nur Gott verschiedene Orte erschaffen kann und der Mensch dazu gar nicht in der Lage ist, kann man davon ausgehen, dass die Hölle als wirklicher Ort im Jenseits nicht existiert. „Die Hölle existiert, allerdings ohne gehörnte Teufelchen“ 21 , so steht es in Boffs Buch geschrieben. Ohne Teufelchen und ohne sonstige ausgedachte Quälereien 22 . Die Hölle ist ein „Zustand“ 23 und kein Stätte, an die Verbrecher
13 L. Boff, Was kommt nachher? 73.
14 Vgl. Ebd. 75.
15 Vgl. Ebd. 82.
16 Ebd. 76.
17 Vgl. hierzu u. z. Folgenden: Ebd. 81.
18 Ebd. 81.
19 Ebd. 80.
20 Ebd. 80.
21 Ebd. 76.
22 Anm. d. Verf.
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Arbeit zitieren:
Andrea Höltke, 2006, Die Hölle im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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