In der heutigen Zeit ist es üblich für eine christliche Gemeinde einen Ort zu haben, an den man sich regelmäßig treffen kann, um gemeinsam eine Messfeier zu gestalten und zu feiern. Dies ist meist der Raum innerhalb der Pfarrkirche oder des Münster oder Domes. Innerhalb dieses Kirchenraumes gibt es verschiedene Bereiche, die wichtig für die liturgische Gestaltung der Messfeier sind, die aber nicht jeder kennt, bzw. die nicht jeder als wichtige Elemente wahrnimmt. Ein Kirchenraum sollte immer so eingerichtet und aufgeteilt sein, dass man sich auf das Wesentliche, näm-lich Eucharistiefeier und Wortgottesdienst, konzentrieren kann und nicht durch unnötige Dinge abgelenkt wird. Die Gemeinde benötigt einen eigenen Bereich, genau wie der Priester und seine Helfer. Falls es einen Chor und ein Orchester gibt, sollten auch diese Leute ihren eigenen Bereich innerhalb des Kirchenraumes haben. Diese drei Gruppierungen werden sicherlich noch jedem einfallen, doch welche weiteren Funktionsorte muss man beachten, um jedem gerecht zu werden und alle besonderen Merkmale zu nen-nen? Reicht es schon, wenn man erwähnt, dass es einen Bereich für Gemeinde, Priester und Chor gibt? Nein. Es gibt noch weitere wichtige Orte, die innerhalb des Kirchenraums bewusst – oder auch nur unbewusst – wahrgenommen werden (sollten) und auf diese werden wir hier detaillierter eingehen. Fragt man einen beliebigen Schüler der Jahrgangsstufe 9 oder eines Berufgrundschuljahres, ob er sich in einer Kirche auskennt, was würde er sagen? Wüsste er, wie das ‚Lesepult’ im Altarraum eigentlich heißt? Oder, dass der Altarraum überhaupt als solcher bezeichnet wird, und warum? Wie kann man einer (Berufs-) Schulklasse eine Kirche und deren Funktionsorte näher bringen? Und, was sind eigentlich Apostelleuchter, wo steht das Weihwasserbecken und was hat es mit diesem roten Licht in der Nähe des geschmückten, kastenartigen Schrankes auf sich? Mit Antworten auf solche und ähnliche Fragen werden wir uns innerhalb dieser Arbeit beschäftigen, indem wir zunächst auf den Altarraum (2.1), den Chorraum und den Bereich der Gemeinde eingehen (2.2). Anschließend den Ort der Aufbewahrung der Eucharistie (2.3) näher erläutern, sowie die Tatsache, das Bilder und Heiligenfiguren (2.4) in der Kirche vertreten sind, den Beichtbereich (2.5), den Taufbereich (2.6) und die Sakristei (2.7).
Abschließend geben wir ein Beispiel, wie man den Kirchenraum mit all seinen Funktionsorten einer Schulklasse näher bringen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. FUNKTIONSORTE INNERHALB DES KIRCHENRAUMES
2.1 Der Altarraum
2.1.1 Entwicklung des Altarraumes
2.1.2 Der Altar als Mittelpunkt der Kirche
2.1.3 Der Vorherstehersitz
2.1.4 Der Ambo als Ort der Verkündigung
2.2 Der Chorraum und der Platz für die Gemeinde
2.2.1 Ursprung und heutige Verwendung des Chorraumes
2.2.2 Der Ort für Sänger, Orgel und andere Musikinstrumente
2.2.3 Der Platz der Gemeinde
2.3 Der Ort für die Aufbewahrung der Eucharistie
2.4 Bilder und Heiligenfiguren
2.5 Beichtgelegenheit in der Kirche
2.6 Der Taufbereich
2.7 Die Sakristei
3. VORSCHLAG ZUR UNTERRICHTSGESTALTUNG
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion der verschiedenen Räume und Orte innerhalb eines katholischen Kirchenbaus. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Funktionsorte – von der Bedeutung des Altars bis zur Gestaltung des Taufbereichs – die Liturgie unterstützen und wie ein Kirchenraum für Schüler im Religionsunterricht erlebbar und verständlich gemacht werden kann.
- Struktur und Bedeutung des Altarraums sowie seiner Ausstattung
- Funktion des Chorraums und die räumliche Einbindung der Gemeinde
- Liturgische Anforderungen an Orte der Eucharistieaufbewahrung und Taufbereiche
- Symbolik und Platzierung von Heiligenfiguren, Apostelleuchtern und Beichtgelegenheiten
- Methodische Konzepte für eine lebendige Kirchenpädagogik im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Der Altar als Mittelpunkt der Kirche
Wenn man den Altar, als eine Opferstätte sieht, ist er für die Christen das höchste Gut und gleichzusetzen mit dem Altar Christi im Himmel, dem Abendmahltisch und mit dem Altar des Christus am Kreuze. Auf diesem Altar wird Jesus Christus für uns „zum vollkommensten Opfer und zum erhabensten Sakrament“. Und nicht nur Jesus Christus wird geopfert werden, sondern durch ihn opfert sich die ganze Schöpfung. Durch die Wirkung des Heiligen Geistes werden der hingegebene Leib und das vergossene Blut Christi durch Realsymbole in Gestalt von Brot und Wein dargestellt. Der Altar wird als „Tisch des Herrn“ angesehen und macht als solcher den Mittelpunkt eines Altarraumes aus. Er ist nicht nur Mittelpunkt des Altarraumes, sondern Mittelpunkt des liturgischen Geschehens, da auf ihn jede weitere gottesdienstliche Feier ausgerichtet ist.
Allerdings gilt der Altar ja nicht nur als Opfer-, sondern auch als Sakramentsstätte und als solche dürfen wir an ihm die Eucharistie empfangen und vor ihm das Ehesakrament erhalten.
Der Altar bestand noch zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert aus Holz, was durch verschiedene Schriftstücke bewiesen werden kann und dennoch wurden steinerne Altäre immer häufiger und bald auch vorgeschrieben: „In einer dem hl. Augustin zugeschriebenen Kirchweihrede heißt es: ‚Wir feiern heute die Konsekration des Altares, und mit vollberechtigter Freude begehen wir das Fest, wo der Stein gesegnet und gesalbt wurde, auf dem uns das göttliche Opfer konsekriert wird.’“
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz des Kirchenraums als Lernort ein und definiert die grundlegende Forschungsfrage nach den Funktionsorten einer Kirche.
2. FUNKTIONSORTE INNERHALB DES KIRCHENRAUMES: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen liturgischen Orte, wie den Altarraum, den Chor, den Aufbewahrungsort der Eucharistie und weitere sakrale Bereiche.
3. VORSCHLAG ZUR UNTERRICHTSGESTALTUNG: Hier werden didaktische Ansätze präsentiert, wie Schüler die identifizierten Funktionsorte einer Kirche in der Praxis erkunden und erfahren können.
4. FAZIT: Das Kapitel fasst die Bedeutung der räumlichen Gestaltung für das liturgische Verständnis zusammen und plädiert für eine intensivere Kirchenpädagogik.
Schlüsselwörter
Kirchenpädagogik, Altarraum, Eucharistie, Kirchenraum, Liturgie, Ambo, Vorherstehersitz, Tabernakel, Sakristei, Taufbrunnen, Religionsunterricht, Kirchenarchitektur, Gottesdienst, Gemeinde, Sakramentsstätte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche funktionalen Bereiche ein katholischer Kirchenraum besitzt und welche liturgische Bedeutung diesen Orten jeweils zukommt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Gestaltung und Nutzung des Altarraums, des Chorraums, der Sakristei sowie der Orte für Eucharistie, Taufe und Bußsakrament.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die funktionale Gliederung des Kirchenraums zu schaffen und methodische Wege aufzuzeigen, wie diese Orte Schülern im Unterricht nahegebracht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theologische und kirchenpädagogische Literaturanalyse, kombiniert mit praktischen didaktischen Überlegungen für den Religionsunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse einzelner Funktionsorte wie Altar, Ambo, Taufbrunnen, Beichtzimmer und zeigt deren historische Entwicklung sowie ihre Rolle in der heutigen Liturgie auf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Kirchenpädagogik, liturgische Funktionsorte, Altarraum, Sakralarchitektur und schulpraktische Kirchenerkundung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen einem Beichtstuhl und einem Beichtzimmer heute wichtig?
Die Autorin argumentiert, dass das Beichtzimmer die moderne Liturgie des Bußsakraments, die ein offenes Gespräch oder ein anonymes Bekenntnis ermöglicht, besser unterstützt als ein traditioneller Beichtstuhl.
Wie sollte ein Kirchenraumbesuch mit Schülern gestaltet werden?
Es wird empfohlen, zunächst theoretische Grundlagen (z.B. per Mind-Mapping) zu erarbeiten und anschließend eine praktische Erkundung durchzuführen, bei der Schüler durch individuelle Aufgaben, wie das Aufstellen eines Teelichts an einem für sie wichtigen Ort, eine persönliche Bindung zum Raum aufbauen.
- Citation du texte
- Andrea Höltke (Auteur), 2006, Funktionsorte innerhalb eines katholischen Kirchenraumes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137259