Inhaltsverzeichnis:
Abk ürzungsverzeichnis 3
I Einleitung 4 -5
II Die SMAD und ihre Zentralverwaltungen 5 -7
II.1 Die „Sowjetische Militäradministration in Deutschland“ (SMAD) 5
II.2 Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung“ (DVV) 5 -7
III Gesellschaftliche Organisationen 7 - 15
III.1 Der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ 7 - 12
III.2 Die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ (DSF) 12 - 15
IV Zeitungen in der SBZ - Die „Tägliche Rundschau“ 15 - 17
V Rundfunk in der sowjetischen Besatzungszone 18 - 20
VI Film 20 - 22
VII Zensur 22 - 23
VIII Literatur 23 - 25
IX Schlussbetrachtung 25 - 26
X Gedruckte Quellen und Literatur 27 - 28
2
Abkürzungsverzeichnis
NSDAP -NS -SAG -SBZ -SED -SMAD -SU -WKP(B) -ZK -
3
I Einleitung
Noch bevor Hitler sich am 30.April 1945, aus Angst vor der Schändung seiner Leiche durch sowjetische Truppen, das Leben nahm und verbrennen ließ, war das Schicksal „Nazi-Deutschlands“ besiegelt. Am 1.Mai 1945 setzten die Sowjets die Meldung in Umlauf, dass die sowjetische Armee die Flagge der Sowjetunion auf dem Reichstag gehisst habe. Durch die Eroberung Berlins und der darauffolgenden Kapitulationsbeurkundung vom 7.Mai, unterzeichnet von General Jodl, wurde dem II. Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen ein Ende gesetzt. Bereits am 5. Juni übernehmen die Siegermächte die oberste Regierungsgewalt in Deutschland. Jedoch war bereits zu diesem Zeitpunkt abzusehen, dass die Chance einer Einigung auf ein demokratisches Deutschland relativ gering war. 1
Nachdem Deutschland später in die bekannten vier Besatzungszonen untergliedert wurde, begann jede Besatzungsmacht, dass Leben im jeweiligen Sektor neu zu gestalten. Dies betraf selbstverständlich die politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten, aber auf der anderen Seite natürlich auch die Kultur und die Medien. In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Kultur und den Medien in der sowjetischen Besatzungszone in den Jahren von 1945 bis 1949 auseinandersetzen. Die Literatur über diese Thematik ist äußerst umfangreich und reicht von Werken aus Zeiten der zwei Teilstaaten bis hin zu Publikationen der Nachwendezeit. Besonders diese Werke können auf ein umfangreiches Archivmaterial zurückgreifen, welches die Öffnung ehemaliger DDR- und Sowjet-Archive ermöglichte. In meinen Fußnoten werde ich die Quellen von Befehlen, Anordnungen etc. der Einfachheit halber gemäß dem jeweiligen Archiv mit der zugehörigen Ablagenummer angeben. Diese Quellen sind abgedruckt im Band 15 des Instituts für Zeitgeschichte zur „Politik der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD): Kultur, Wissenschaft und Bildung 1945-1949“ abgedruckt.
In der Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit die sowjetischen Besatzer versuchten Einfluss auf das kulturelle Leben in ihrem Sektor zu nehmen. Dabei möchte ich mich ins besondere mit der SMAD und ihrer Zentralverwaltung für Volksbildung auseinandersetzen. Auf eine ausführlichere Betrachtung der Institution und ihres
1 Freund, 1975, S.125
4
Aufbaus soll jedoch an dieser Stelle verzichtet werden, da sich die Arbeit speziell mit der Kultur- und Medienpolitik der SBZ von 1945-1949 auseinandersetzt und nicht mit dem institutionellen Aufbau der Administration, ebenso werden die anderen Zentralverwaltungen, die sicher ebenfalls wichtige Funktionen im System der SMAD übernehmen, außenvorgelassen. 2 Des Weiteren möchte ich auf zwei Kulturorganisationen eingehen, dabei den „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“, sowie der „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft“. Weitere Inhaltspunkte befassen sich mit den Zeitungen, insbesondere der „Täglichen Rundschau“, dem Rundfunk, sowie dem Film in der SBZ. Abschließend werden noch die Punkte Zensur und Literatur im sowjetischen Sektor behandelt.
II Die SMAD und ihre Zentralverwaltungen
II.1 Die „Sowjetische Militäradministration in Deutschland“ (SMAD)
Die SMAD hatte die Hauptaufgabe die sowjetische Besatzungszone zu verwalten und die Einhaltung der Bestimmungen, die die bedingungslose Kapitulation für Deutschland mit sich brachte, zu überwachen. Diese Hauptaufgabe unterteilte sich dann jeweils auf die Bereiche Demilitarisierung, Wirtschaft, Politik, sowie Zivilverwaltung. 3 Der Oberste Chef der SMAD war gleichzeitig Oberbefehlshaber der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen und oberster sowjetischer Vertreter im Alliierten Kontrollrat. Dieser Posten wurde zu Beginn von Marschall Georgi Schukow begleitet, der bereits am 7.Mai 1945 durch Stalin fernmündlich bestellt wurde. Abgelöst wurde er durch Wassili Sokolowski im März 1946. Der Beschluss zur Bildung der Administration stammt vom 6.Juni 1945. 4
II.2 Die „Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung“ (DVV)
Die „Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung“ war eine der ersten durch die SMAD gebildeten Zentralverwaltungen in der sowjetischen Besatzungszone, erlassen durch Befehl Nr.17 am 27.Juli 1945. Grund für die Einrichtung solcher Dienststellen
2 Aufbau der SMAD Vgl. Foitzik, 1999
3 Foitzik, 1993, S.9ff
4 Ebd. S.16
5
war, dass sie der Administration als Hilfsorgane zur Verfügung stehen sollten. Die Leitung der Behörde oblag bis zu ihrer Auflösung Paul Wandel. Untergebracht war sie im ehemaligen „Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung“ in Berlin. In der Hochzeit der Organisation waren circa 250 Mitarbeiter bei ihr beschäftigt. Diese Institution bestand bis zur Gründung der DDR am 7.Oktober 1949 und ging anschließend in das „Ministerium für Volksbildung der DDR“ auf. 5 Die Aufgaben der Verwaltung umfassten das Schul- und Hochschulwesen, die Bereiche Literatur, Presse, Film, Rundfunk sowie den Bereich der Kunst. Diesen Bereichen nach wurden die Abteilungen der DVV eingerichtet. Die Organisationsstruktur gliederte sich demzufolge in: Sekretariat, Personalabteilung, Abteilung Interne Verwaltung und wirtschaftliche Angelegenheiten, Abteilung Finanzen und Statistik, Abteilung Schulwesen, Abteilung Hochschulen und Wissenschaft, Abteilung für kulturelle Aufklärung und die Abteilung für Kunst und Literatur. Im Laufe der Zeit wurden der Verwaltung verschiedene Institutionen mit überregionaler Bedeutung, wie z.Bsp. dem Rundfunk, unterstellt. Wie alle Verwaltungen der SMAD hatte auch die DVV keine zentrale Gesetzes- und Ordnungsbefugnis, sondern war lediglich eine unterstützende Einrichtung für die Militäradministration. 6
Wichtige Aufgaben, welche die einzelnen Abteilungen der Zentralverwaltung für Volksbildung betrafen, waren vor allem die schnelle Wiederinbetriebnahme des Schul-und Hochschulbetriebs. Dabei mussten vor allem neue Lehrpläne und Schulbücher gedruckt und die Lehrerschaft entnazifiziert werden. Zuständig für den Druck neuer Bücher wurde der neu gegründete Schulbuchverlag „Volk und Wissen“. Der Schulbetrieb konnte am 1.Oktober 1945 wieder aufgenommen werden. Problematischer gestaltete sich der Lehrbetrieb durch die notwendig durchgeführten Massenentlassungen bei den Lehrern. 70% der Lehrerschaft gehörten im Nationalsozialismus der NSDAP entweder nominell oder aktiv an, die sowjetische Besatzungsmacht ergriff jedoch die Möglichkeit, im Rahmen der politischen Säuberung, alle diese Lehrer zu entlassen und ersetzte sie durch Neulehrer, deren Lehrgänge zuerst 8 und später 12 Monate betrugen, in denen sie auf die Lehrtätigkeit vorbereitet wurden. Durch eine Anordnung im August 1946 wurde eine Schulreform durchgeführt, welche die Einheitsschule einführte und Russisch zum Pflichtfach ab der 8.Klasse erklärte, dafür den Religionsunterricht jedoch aus den Unterrichtsplänen verbannte. Ab Dezember 1945 nahmen auch nach und nach
5 Welsh, 1993, S.229
6 Ebd., 1993, S.231f
6
die Hochschulen ihre Lehrtätigkeit wieder auf, beginnend mit der Universität in Jena. An den Universitäten sollte besonders das Privileg der Oberschicht auf Bildung gebrochen werden, indem man besonders Wert darauf legen sollte, dass Arbeiter und Bauernkinder zum Studium zugelassen werden. Dies geschah vor allem im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen, die eben diese Jugendlichen auf ein Hochschulstudium vorbereiten sollten. Auch der Abteilung für kulturelle Aufklärung kam größere Bedeutung zu, indem das ihm unterstellte Referat für Verlagswesen anfangs noch die Drucklizenzen vergab. Diese Vergabe wurde später jedoch an den „Kulturellen Beirat“ übertragen. Im Dezember 1945 wurde der Abteilung für kulturelle Aufklärung das gesamte Rundfunkwesen der SBZ unterstellt mit dem Auftrag, die bereits bestehenden Sender um neue Sendeanstalten zu erweitern. Das Filmwesen wurde im Gegenzug der Abteilung Kunst und Literatur unterstellt, bei dem man im November 1945 das „Filmaktiv“ bildete, um die Schaffung einer neuen Filmgesellschaft vorzubereiten. Weitere Aufgaben die der DVV im Laufe ihrer Tätigkeit noch zufielen waren die Koordinierung im Rahmen der Wiedereröffnung von Theatern und Museen, sowie die Säuberung von Bibliotheksbeständen von NS-Literatur. 7
III. Gesellschaftliche Organisationen
III.1 Der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“
In der sowjetisch besetzten Zone wurde, anders als in den westlichen Sektoren, jedem Künstler individuelle Hilfe angeboten. Diese Unterstützung sah vor, denjenigen beispielsweise mit einer Wohnung auszustatten, oder ihm Leistungen in Form von Nahrung anzubieten. 8 Durch diese Leistungen nahm man an, dass sich die SMAD die Solidarität der Künstler und Wissenschaftler sichern könne, ermöglichte sie diesen doch das Überleben in Zeiten von Not und Hunger. 9 Gleichzeitig musste gerade jetzt, kurz nach Kriegsende, die Intelligenz für das sowjetische System gewonnen werden. Aus dem Bericht des Chefs der Propaganda-Abteilung der Verwaltung der SMA in Sachsen-Anhalt, Major Demidow geht hervor, dass sich ein Großteil der Gelehrtheit der Besatzungsmacht ablehnend gegenüber verhalte. Das wird unter anderem damit
7 Welsh, 1993, S.231ff
8 Glaser, 1997, S. 103
9 Dietrich, 1994, S.232
7
Arbeit zitieren:
Peter Dähn, 2009, Die Kultur- und Medienpolitik in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945 - 1949, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Peter Wesner's Text Die Kultur- und Medienpolitik in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945 - 1949 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Peter Wesner hat den Text Die Kultur- und Medienpolitik in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945 - 1949 veröffentlicht
Peter Wesner hat einen neuen Text hochgeladen
Die Politik der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMA...
Ziele, Methoden, Ergebnisse. D...
" war ihm nicht zuzumuten, länger in der SBZ zu bleiben"
DDR-Flüchtlinge im Notaufnahme...
Elke Kimmel
Die sowjetischen Geheimdienste in der SBZ/DDR von 1945 bis 1953
Jan Foitzik, Nikita W. Petrow
Uranbergbau Wismut 1946-1990 in der sowjetischen Besatzungszone und i...
Karl-Heinz Bommhardt
0 Kommentare