Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Wort S 3
2. Essstörungen S 3
2.1. Adipositas und Obesitas S 5
2.2. Anorexia nervosa S 6
2.2.1. Exkurs: Geschlechterrolle der Frau S 8
2.3. Bulimia nervosa S 10
2.4. Binge-Eating-Störung S 12
3. Bedeutung von Schönheitsidealen in unserer Gesellschaft S 12
4. Schönheit im Kontext der globalisierten und medialen Welt S 13
5. Schlussbetrachtung S 18
6. Literaturverzeichnis S 17
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1. Einleitende Worte
„Essstörungen stellen ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem dar. Obwohl sich Betroffene der unterschiedlichen Krankheitsbilder u. a. in ihrem Erscheinungsbild beträchtlich unterscheiden, ist es doch allen Essgestörten gemeinsam, dass das lebensnotwendige „Essen“ ein erhebliches psychosomatisches Problem, oft mit körperlichen, psychischen und sozialen Konsequenzen geworden ist.“ Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Anhand dieser Hausarbeit möchte ich versuchen zu erläutern, von welcher Bedeutung Essen und Nahrungsaufnahme für bestimmte Personen sein kann. Hierbei beschreibe ich zunächst Definitionen und Elemente der verschiedenen Essstörungen. Nach der Betrachtung der Krankheiten, diskutiere ich besonders den Faktor Schönheitsideal als Element der Entstehung von Essstörungen.
Besonders in unserer modernen, westlichen Gesellschaft ist dieses Thema von großer Relevanz. In der Arbeit mit jungen und heranwachsenden Mädchen treffe ich oft auf bedenkliches Verhalten und auch Unkenntnis. Ich möchte versuchen, zu einer kritischen Betrachtung von Schönheitsideal und -wahn anzuregen, indem ich einerseits dessen Bedeutung für die Entstehung von Essstörungen erläutere und andererseits versuche, Aufklärung über die Störungen als solche zu bieten.
2. Essstörungen
Die Internationale Klassifikation der Krankheiten – die ICD-10 – ordnet einige Essstörungen in die Kategorie F5 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren ein. Diese werden in Anorexia nervosa (F50.0), Bulimia nervosa (F50.2), Atypische Bulimia nervosa (F50.3), Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen (F50.4), Erbrechen bei sonstigen psychischen Störungen (F50.5), Sonstige Essstörungen (F50.8) und Nicht Näher Bezeichnete Essstörung (F50.9) differenziert.
Adipositas hingegen gehört nicht in die Kategorie der psychischen Verhaltensstörungen, sondern ist den „Endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten“ zugeordnet. Laut dieser Definition ist Adipositas im eigentlichen Sinne keine Essstörung, sondern bezeichnet lediglich ein höheres als das normale Gewicht, welches nicht immer auf pathologische Ursachen zurück zu führen ist (Vgl. Reich 2003, S.5). Sofern
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Übergewicht eine psychische Störung auslöst, wird mit der Kategorisierung des ICD-10 die dadurch entstandenen Störung benannt 1 . Der Unterpunkt Adipositas und sonstige Überernährung (E65 – E68) unterscheidet nochmals in die Subtypen Lokalisierte Adipositas (E65), Adipositas durch übermäßige Kalorienzufuhr (E66.0), Arzneimittelinduzierte Adipositas (E66.1), Übermäßige Adipositas mit alveolärer Hypoventilation (E66.2), Sonstige Adipositas (E66.8) und Adipositas, nicht näher bezeichnet (E66.9).
Kategorisiert und bestimmt werden Essstörungen häufig anhand des Body Mass Index (BMI), so lassen sich die Störungen, insbesondere wird dies bei Adipositas gehandhabt, nochmals in verschiedene Schweregrade unterteilen.
Gemäß der ICD-10 Definition bezeichnet
Quelle: Radzun, 2005, Universität Göttingen
Unabhängig der ICD-10 Definitionen, ließe sich auch eine folgende Erklärung darstellen:
„Als 'essgestört' werden Menschen beschrieben, 'für die das Essen eine missbräuchliche Funktion hat, Probleme, die ansonsten unlösbar erscheinen, auf diese Art zu bewältigen' (Bruch, 1991, S. 13).“ (Reich 2003, S. 5 aus Bruch 1991, S. 13) Hierbei wird vor allem die Komplexität der Ursachen für Essstörungen deutlich, es verweist auf psychische Ursachen der Störungen.
1 Jacobi, Paul, Thiel, 2004, S. 2
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2.1. Adipositas und Obesitas
Adipositas bezeichnet einen Fettreichtum, Obesitas eine Fettleibigkeit, beides resultiert aus einem unbalancierten Energiehaushalt. Die Ursachen dafür sind in drei Bereichen anzusiedeln. Zum einen kann eine Störung des Hunger-Appetit-Sättigungs- Mechanismus das Ernährungsverhalten beeinflussen, zum anderen genetische, biologische Voraussetzungen des Körperbaus und der -funktionen (in Wechselwirkung mit psychologischen und sozialen Faktoren), ebenso wie auch Fehlfunktionen der Stoffwechselorgane und -prozesse. Durch die Kombination mehrerer Aspekte sind Kausalitätsbeziehungen nicht immer eindeutig zu benennen. Daher gibt es auch keine einheitliche Therapieform und -ablauf (Gniech, 2002, S. 206).
Unterschieden wird die Adipositas, wie einführend oben erläutert, in verschiedene Schweregrade. Schweregrad I beginnt bei einem BMI von 30,0. Ab einem BMI von 35,0 handelt es sich um einen Schweregrad II und von einer extremen Adipositas, Schweregrad III spricht man ab einem BMI größer als 40 (Vgl. Tabelle S. 4). Untersuchungen des Essverhaltens ergaben Unterschiede zwischen normal- und übergewichtigen Personen. So sei bei übergewichtigen Menschen die Außenreizabhängigkeit wesentlich stärker ausgeprägt, als bei schlanken. Dies bedeutet, die Wahrnehmung von Nahrung durch verschiedene Sinne führe zu einem großen Verlangen nach Essen, dem auch – unabhängig von Appetits-, Hunger- oder Sattheitsgefühl - nachgegangen wird. Frau Prof. Dr. Gniech stellt eine These zur Entstehung dessen auf, es sei durch Sozialisierungsprozesse ausgebildet, als eine Art Ersatzbefriedigung für einen Mangel an Liebe und Zuwendung (Vgl. Gniech, 2002, S. 207).
Folgeerkrankungen 2 von Adipositas können sein:
➢Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 2 ➢Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hypertonie, Cholesterinanstieg, Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Thrombose) ➢Gallensteine ➢Atemstörungen ➢Gicht ➢Fettleber
2 Radzun, 2005, S. 1-2
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Dana Süß, 2009, Essstörungen im Kontext von Schönheitsidealen und der medialen Welt, Munich, GRIN Publishing GmbH
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