Johannes Reimann
Hausarbeit:
Wintersemester 2000 - 2001 Veranstaltung: Drehbuch - Werkstatt
Titel:
David Howard- und Edward Mabley`s „Drehbuchhandwerk“ - verdeutlicht anhand eigener praktischen Umsetzungen
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Inhalt
1. Einleitung
4
2. „Drehbuchhandwerk“
5
2.1. Der Drehbuchautor im Filmgeschäft
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2.2. Grundlagen eines Drehbuches
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2.3. Dramatische Hilfsmittel
11
2.4. Die Entwicklung eines Drehbuchs
12
3. „Der Dienst“ - Das Expose
14
4. „Der Dienst“ - Die Sequenzdarstellung
20
4.1. Der erste Akt - Sequenzen 1 - 6
20
4.2. Der zweite Akt - Sequenzen 7 - 18
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4.3. Der dritte Akt - Sequenzen 19 - 24
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5. „Der Dienst“ - Die Analyse
31
5.1. Protagonist und Ziel
31
5.2. Hindernisse
32
3
5.3. Prämisse und Eröffnung 32
5.4. Spannungsbogen, Höhepunkt und Auflösung 33
5.5. Thema 34
5.6. Exposition 35
5.7. Charakterzeichnung 35
5.8. Dramatische Hilfsmittel 37
6. Abschließende Stellungnahme 37
4
1. Einleitung
Das Drehbuchschreiben ist ein komplexer Vorgang, der ein hohes Maß an Vorarbeit erfordert. Im Allgemeinen sind viele vorbereitende Schritte und Ausarbeitungen nötig, bevor mit dem Schreiben der einzelnen Szenen und somit mit dem, was das spätere Drehbuch tatsächlich umfasst, begonnen werden kann.
David Howard hat mit seinem Werk „Drehbuchhandwerk“, dass auf der Theatertheorie Edward Mabley`s, die im amerikanischen Diskurs als Standardwerk für Drehbuchautoren gilt, basiert, eine umfassende Anleitung zum Drehbuchschreiben herausgegeben, die sich speziell an werdende Drehbuchautoren richtet. Ziel dieses Buches ist es dem Leser das nötige Wissen zu vermitteln um selbständig ein Drehbuch herzustellen, das dem Standart des amerikanischen populären Films entspricht. Außer einer genauen Anleitung, die alle Phasen der Entstehung eines Drehbuchs wiedergibt, enthält David Howard`s Buch auch noch einen zweiten ausführlichen Teil, in dem er seine Theorie anhand von Analysen ausgewählter Filme demonstriert.
Im Folgendem werde Ich zunächst den oben erwähnten ersten, theoretischen Teil von David Howard`s „Drehbuchhandwerk“ darstellen. Darauf folgt meine eigene Umsetzung der Theorie in Form sowohl eines Exposés, als auch einer Sequenzdarstellung, der von mir im Rahmen der Drehbuch -Werkstatt der Universität Bielefeld entwickelten Geschichte „der Dienst“. Abschließend werde ich kurz demonstrieren, inwieweit meine Geschichte auf der Theorie Howard `s basiert, indem ich Teile seines im zweiten Teil seines Buches verwendeten Analyseschemas auf meine Geschichte übertrage und damit die wesentlichen Grundlagen seiner Theorie anhand meiner eigenen Geschichte demonstriere.
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2. „Drehbuchhandwerk“
Das 1993 herausgegebene Buch „Screenwriting A. Writer`s Guide to the Craft and Elements of a Screenplay“, das 1996 auf deutsch unter dem Titel „Drehbuchhandwerk“ erschienen ist, basiert inhaltlich auf dem von Edward Mabley für das Theater geschriebenen Werk „Dramatic Constructions“, das im amerikanischen Diskurs als Standardwerk der Drehbuchtheorie gilt. Dieses theatertheoretische Buch wurde von David Howard speziell für den Film überarbeitet, mit entsprechenden Beispielen versehen und um einige, den filmischen Kontext speziell berücksichtigende Kapitel bereichert. Darüber hinaus enthält es einen zweiten, ausführlichen Teil, der 16 Analysen ausgewählter Spielfilme unter dem Gesichtspunkt der vorherigen Theorie umfasst. Aufgrund der ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte dieses Buches werden als Autoren sowohl David Howard, als auch Edward Mabley genannt. Der Einfachheit halber werde ich jedoch im Folgenden von David Howard als dem Autoren des „Drehbuchhandwerk“ ausgehen, da der vorliegende Text durch seine Formulierung und Gestaltung entstand und nicht mehr nachvollzogen werden kann, welche Beiträge von ihn und welche von Mabley stammen.
2.1. Der Drehbuchautor im Filmgeschäft
Film und Theater sind durch ihre dramatische Grundkonzeption zwar stark artverwandt, dennoch gibt es entscheidende Unterschiede, die ein Drehbuchautor auf jeden Fall beachten sollte: Die Bühne wirkt im Gegensatz zum Film realer, da „Das Publikum die Interaktion realer, lebender, atmender Menschen“ (Howard / Mabley, 1996, S. 30) sieht. Die Schauspieler stehen im direkten Kontakt zum Zuschauer, was ihnen mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Durch diese Voraussetzung gelingt es dem Theater eine „Beziehung zwischen Schauspieler und Publikum herzustellen“ (Howard / Mabley, 1996, S. 30)
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die enger ist, als die des Filmes. Dieser jedoch verfügt über einen anderen entscheidenden Vorteil. Im Gegensatz zum Theater, das auf dem Gegenüber von Bühne und Publikum basiert, hat der Film die Möglichkeit, durch verschiedene Einstellungen Positionen einzunehmen, die erzählerisch wirksam werden. Außerdem kann er, beispielsweise durch Nahaufnahmen, bestimmte handlungsrelevante Details betonen. Alles in allem besteht somit in der Natur des Filmes die Möglichkeit, weitaus stärker als im Theater, durch das Visuelle erzählerisch tätig zu werden. Durch seine Unmittelbarkeit hat im Gegensatz dazu das Theater den Vorteil durch Dialog die Handlung effektiver voranzutreiben. Aufgrund dieses Unterschiedes fordert David Howard, im Film, und somit also auch im Drehbuch, auf weitgehend auf handlungstragende Dialoge zu verzichten und statt dessen die Handlung durch visuelle erzählerische Mittel, also vor allem durch Aktionen der Darsteller voranzutreiben.
Da der kommerzielle Film im Allgemeinen, mit Ausnahme bestimmter Autorenfilme, ein Gemeinschaftsprodukt vieler entscheidend beteiligter ist, nimmt der Drehbuchautor eine spezielle und wichtige, aber auch auf bestimmte Aufgaben begrenzte Rolle im Filmgeschäft ein.. So wird von ihm der Aufbau einer interessanten, schlüssigen Geschichte in Szenen, die dem filmischen Ausdrucksmitteln angepasst ist, erwartet. Die detaillierte visuelle und akustische Interpretation seines Werkes obliegt jedoch anderen, allen voran dem Regisseur, aber auch dem Schauspieler, dem Kameramann und vielen anderen. Deshalb sollte sich ein guter Drehbuchautor auf die wichtigsten Regieanweisungen beschränken, um die anderen am Film Beteiligten nicht in ihren Fachgebieten einzuschränken. Dieser Gemeinschaftscharakter des Films hat also den Vorteil, dass die Kreativität und das Fachwissen Vieler in ihm zum tragen kommt, jedoch auch den Nachteil, dass ein gutes Drehbuch durch eine schlechte Umsetzung zu einem schlechten Film werden kann. Als sicher kann aber wohl betrachtet werden, dass aus einem schlechten Drehbuch auch ein schlechter Film werden wird. Die gute Arbeit des Drehbuchautors bildet somit die Grundlage für einen guten und kommerziell erfolgreichen Film.
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2.2. Grundlagen eines Drehbuchs
Am Anfang eines jeden Drehbuchs, mit Ausnahme vielleicht der Adaption, steht eine Idee. Aber damit aus einer kreativen Idee „eine gute Geschichte, die auch gut erzählt ist“ (Howard / Mabley, 1996, S. 42) werden kann, hält Howard es für notwendig, sich mit einigen dramatischen Grundsätzen vertraut zu machen. Das soll nicht bedeuten, dass sich der Autor an ein festes Konzept bedingungslos gebunden fühlen soll, sondern, dass er dieses dramatische Grundkonzept als ein bewegliches Gerüst verstehen soll, das ihm als Anhaltspunkt dienen kann um seine kreativen Ideen zu verwirklichen
Als Grundlage einer gut erzählten Geschichte nennt David Howard fünf „wesentliche Elemente“ (Howard / Mabley, 1996, S.45), die auf den Filmwissenschaftler und anerkannten Drehbuchexperten Frank Daniel zurückgehen:
1. Die Geschichte handelt von jemandem, mit dem wir ein gewisses Mitgefühl empfinden.
Publikum und seine Anteilnahme so groß wie möglich sind. 5. Die Geschichte muß ein zufriedenstellendes Ende haben (aber nicht notwendig ein Happy-End). (Howard / Mabley, 1996, S.45)
Die Geschichte handelt von jemandem, also einem Protagonisten, mit dem wir ein gewisses Mitgefühl empfinden. Das was Frank Daniel als „ein gewisses Mitgefühl empfinden“ beschreibt bedeutet allerdings nicht, dass der Protagonist eine in jeder Hinsicht positiv wirkende Person, also ein Held seien muss. Er kann dieses natürlich seien, jedoch birgt so ein Vorgehen die Gefahr in sich, das die Person eindimensional und
Arbeit zitieren:
Johannes Reimann, 2001, David Howard- und Edward Mabley`s "Drehbuchhandwerk" - verdeutlicht anhand eigener praktischer Umsetzungen, München, GRIN Verlag GmbH
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