Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung 1
1.1 Hinführung zum Thema 1
1.2 Erkenntnisinteresse 2
1.3 Methodisches Vorgehen 3
2. Theoretischer Hintergrund 6
2.1 Definitionen 6
2.1.1 Definition von Kultur 6
2.1.2 Definition von Fußballkultur 14
2.1.3 Definition von Journalismus 14
2.1.4 Definition von Kulturjournalismus 16
2.2 Zeitschriftendefinition und -typologisierung 16
2.2.1 Definition und Typologisierung des Begriffes Zeitschrift 17
2.2.2 Determinierung der Publikumszeitschriften 18
2.2.3 Determinierung der Fußballzeitschriften 19
3. Fußball und Fußballkultur in der deutschsprachigen
Zeitschriftenlandschaft 21
3.1 Entwicklung der Berichterstattung über Fußballkultur im
Bereich der Publikumszeitschrift 21
3.2 Exkurs: Entwicklung von Marktstrategien im Bereich der
Publikumszeitschriften 24
3.2.1 Allgemeine Entwicklungen 24
3.2.2 Marktstrategien der Zeitschriften des Untersuchungsportfolios 24
4. Untersuchung 26
4.1 Untersuchung nach formalen Gesichtspunkten 27
4.1.1 Gesamtumfang 28
4.1.2 Artikelanzahl 28
4.1.3 Artikelumfang 29
4.1.4 Bilder 30
4.1.5 Statistische Inhalte 33
4.1.6 Heftstruktur 35
4.1.7 Layout 43
4.2 Untersuchung nach inhaltlichen Gesichtspunkten 52
4.2.1 Themen 52
4.2.2 Bildinhalt und Bildaussage 58
4.2.3 Journalistische Darstellungsformen 64
4.2.4 Sprache 70
5. Fazit 74
6. Diskussion 81
Fußballkultur durch subkulturelles Kapital 81
Literaturverzeichnis 89
TabellenNNNNNNN und Schaubildverzeichnis
Schaubild 1 5
Aufbau der Arbeit
Tabelle 1 27
Formale Kriterien nach Medium
Tabelle 2 33
Bildgrößen, flächen und -anteil nach Medium
Tabelle 3 34
Statistische Inhalte nach Medium
Tabelle 4 43
Heftstruktur nach Medium
Tabelle 5 58
Themenmittelpunkte der Artikel nach Anzahl und Medium
Tabelle 6 73
Satzlängen in Wörtern
Des Fußballs neue Kleider
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
In der Bundesrepublik Deutschland spielen über sechs Millionen Fußballer aktiv im Verein 1 , die modernen Bundesligastadien sind an Spieltagen nicht selten bis auf den letzten Platz gefüllt und die Begeisterung für des Deutschen liebsten Sport scheint, betrachtet man die Stimmung während der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2008, kontinuierlich zuzunehmen. Die Integrationskraft des Fußballs hat den zeitweiligen Proletariersport offensichtlich zu einem Event für alle werden lassen. Der Fußball weckt die Aufmerksamkeit vieler und dient zunehmend als Projektionsfläche für die unterschiedlichsten politischen,
gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Erscheinungen. 2 So wie der Fußballsport selbst, wandelt sich auch die mediale Berichterstattung, die sich mit ihm beschäftigt - ob im Rundfunk, im Internet oder den Printmedien. Jahrzehntelang war die Landschaft der Fußballzeitschriften geprägt durch das bereits 1920 gegründete und 1951 nach siebenjähriger Unterbrechung neu aufgelegte „kicker-Sportmagazin“. Die selbsternannte „Institution in Sachen Fußball“ 3 erscheint immer montags und donnerstags. Der Inhalt ist aktuell und sachlich. Dem gegenüber sind im deutschen Sprachraum, gerade in den vergangenen neun Jahren, neue journalistische Zeitschriftenformate entstanden, die den Fußball über den tagesaktuellen Tellerrand hinweg intellektuell, emotional und mit einem Augenzwinkern beleuchten und aufbereiten. Die zwei bekanntesten und von der Druckauflage 4 stärksten Vertreter dieses Genres sind „11 Freunde - Magazin für Fußball-Kultur“ aus Berlin und „ballesterer fm - Das Magazin zur offensiven Erweiterung des
1
Deutscher Fußball-Bund
2 Mittag, Jürgen; Nieland, Jörg-Uwe: „Der Volkssport als Spielball“, in: Jürgen Mittag, Jörg-Uwe Nieland (Hg.): Das Spiel mit dem Fußball. Essen 2007, S. 9
3
„kicker“
4
Media-Daten Verlag Online
online.com/mediadaten/popup/datenblatt/zeitschrift/auflagen.do?method=auflagen&buchbareBeleg ungseinheitId=240724&tenantId=00021> am 30.04.2009
„ballesterer“
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Fußballhorizonts“ aus Wien. 5 Beide Publikationen verfolgen das Konzept, leidenschaftlich und kritisch über den Fußball zu berichten. 6 Die vorliegende Arbeit zeigt auf, was diese beiden Zeitschriften inhaltlich, gestalterisch sowie strukturell besonders macht und in welcher Form sie sich von einander und von Publikationen wie dem „kicker“ unterscheiden.
1.2 Erkenntnisinteresse
Zur Berichterstattung von „11 Freunde“, zu der des „kicker“ ohnehin, sind bereits eine Vielzahl von Aufsätzen, Problemaufrissen und Untersuchungen erschienen. Das ausgewählte Thema bietet jedoch einen
Untersuchungsgegenstand, der in dieser Form noch nicht zum Tragen gekommen ist. Diese Arbeit analysiert im Querschnitt der Monate September und Oktober 2008 die formale und inhaltliche Gestaltung der Fußballmagazine „11 Freunde“ und „ballesterer“ im Vergleich zum „kicker“. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage:
Auf welche Art und Weise kommen die beiden eher jungen Publikumszeitschriften dem Konzept journalistisch über Fußballkultur zu berichten nach? 7
Über die reine Klärung der Begrifflichkeiten Kultur, Fußballkultur, Journalismus und Kulturjournalismus hinaus ist es für den
inhaltsanalytischen Vergleich von entscheidender Bedeutung, wie sich die Magazine „11 Freunde“ und „ballesterer“ formal und inhaltlich voneinander unterscheiden oder abgrenzen, welche Schwerpunkte sie sich selbst setzen und welche Unterscheidungsmerkmale zur traditionellen
Fußballberichterstattung á la „kicker“ zu identifizieren sind.
5 Im Folgenden werden der Einfachheit halber die Bezeichnungen „11 Freunde“ und „ballesterer“ verwendet. Darüber hinaus steht „kicker“ für „kicker-Sportmagazin“.
6
„11 Freunde“
7 Im Sinne der unter Punkt 2.1 angeführten Definitionen.
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1.3 Methodisches Vorgehen
Um die spezifischen Merkmale des neuen Fußballjournalismus und dessen Abgrenzung gegenüber der konventionellen Berichterstattung kenntlich zu machen, bietet sich für diese Arbeit eine Kombination aus vergleichender Inhaltsanalyse mit objektorientierter Perspektive und darauf aufbauender interpretativer Diskursanalyse an. Angelehnt ist die Untersuchung dabei an Bourdieus Idee des kulturellen Kapitals, beziehungsweise Sarah Thorntons abgewandelter Theorie des subkulturellen Kapitals. Die Grundidee der Diskursanalyse ist es, dass jeder Text und jedes Bild die Werte, Ideen und Strukturen der jeweiligen Gesellschaft, beziehungsweise der Kultur, widerspiegelt. 8 Durch kritische Analyse der Texte und Bilder lassen sich Machtstrukturen identifizieren, die bezogen auf die Forschungsfrage aufzeigen und verdeutlichen, auf welche Art und Weise sich die einzelnen Zeitschriften dem Fußball widmen, und dass sich „11 Freunde“ und „ballesterer“ in der Berichterstattung vom „kicker“ in ähnlicher Form abgrenzen wie Eingeweihte als Besitzer des kulturelleren Kapitals von Außenstehenden. 9 Das Ziel dieser Arbeit ist, die Forschungsfrage anhand der Resultate aus der vergleichenden Inhaltsanalyse via Diskurs zu beantworten. Da es bei dieser Methode nicht um richtig oder falsch geht, sondern um die Einnahme einer Forschungsperspektive, soll die Beantwortung durch eine in der Argumentation logische Interpretation der Ergebnisse dieser Arbeit gelingen. 10 Dabei zu berücksichtigen sind die zugrunde liegenden Theorien Bourdieus, beziehungsweise Thorntons, die Intentionen, die mit der Publikation der Fußballzeitschriften des Untersuchungsportfolios verfolgt werden sowie andere Forschungsperspektiven und Blickwinkel auf das Thema.
Im hiernach folgenden zweiten Teil werden die wesentlichen Begrifflichkeiten dieser Arbeit geklärt und die Theorien Bourdieus,
8 Keller, Reiner: „Diskussionsforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen“. 3., aktualisierte Aufl. Wiesbaden: VS Verlag 2007, S. 9
9 ebenda, S. 29
10 ebenda, S. 60
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respektive Thorntons, bezüglich des kulturellen Kapitals vorgestellt. Eine journalistische Verortung des Untersuchungsgegenstandes rundet die Ausführungen zu den relevanten Hintergründen ab. Der dritte Teil widmet sich den Entwicklungen der Berichterstattung über Fußball und Fußballkultur in deutschsprachigen Publikumszeitschriften. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der jüngeren Geschichte und damit bei Publikationen eher unkonventionellerer Lesart. Daran schließt sich die Betrachtung zweier Marktstrategien an, die für die Entwicklung und Positionierung der Zeitschriften des Untersuchungsportfolios eine Rolle spielen. Teil Vier dieser Arbeit beinhaltet schließlich einen umfangreichen inhaltsanalytischen Vergleich nach formalen und inhaltlichen Kriterien, Teil Fünf fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bündelt die Erkenntnisse im Fazit. Für den interpretativen Part, den Diskurs basierend auf der Theorie des kulturellen beziehungsweise subkulturellen Kapitals, werden die einzelnen Punkte des „Wir-Die-Schemas“ von Sarah Thornton 11 als ein Standard der Abgrenzung und Unterscheidung verwendet. Sie stehen prototypisch für das Anderssein und werden in einem Katalog gebündelt, als Untersuchungskriterien den Ergebnissen und Erkenntnissen der Inhaltsanalyse gegenübergestellt. 12 Die anschließende Analyse anhand dieses Kataloges soll Aufschluss geben, inwieweit sich „11 Freunde“ und „ballesterer“ im Kontext mit Thorntons Theorie des subkulturellen Kapitals zu konventionellen Fußballzeitschriften wie dem „kicker“ abgrenzen, und es dabei schaffen, journalistisch über Fußballkultur zu berichten. Sie soll zeigen, inwiefern die relativ neuen Magazine subkulturelles Kapital liefern, oder sogar selbst einen Teil dessen darstellen.
Die folgende Abbildung soll verdeutlichen, wie die einzelnen Kapitel dieser Arbeit aufeinander aufbauen. Die Beobachtungen zur Entwicklung der Berichterstattung über Fußball und Fußballkultur in deutschen
11 siehe Punkt 2.1.1 dieser Arbeit
12 Gerhards, Jürgen: „Diskursanalyse als systematische Inhaltsanalyse. Die öffentliche Debatte über Abtreibungen in den USA und in der BRD im Vergleich“, in: Reiner Keller, Andreas Hirseland, Werner Schneider, Willy Viehöver (Hg.): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Bd. 2: Forschungspraxis. 2. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag 2004, S. 306-308
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Publikumszeitschriften knüpfen unmittelbar an die Determinierung von Fußballzeitschriften (Punkt 2.2.3) an und bilden daher den darauf folgenden dritten Punkt dieser Arbeit. In der schematischen Darstellung ist das Kapitel im weiteren Verlauf dem des interpretativen Diskurses untergeordnet, da es hierfür eine wesentliche Grundlagenfunktion besitzt.
Schaubild 1: Aufbau der Arbeit
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2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der journalistischen Berichterstattung über Fußballkultur im Segment der
Publikumszeitschriften. Bevor „11 Freunde“, „ballesterer“ und „kicker“ im Sinne der Forschungsfrage formal und inhaltlich analysiert und miteinander verglichen werden können, muss eine für diese Arbeit grundsätzliche und praktikable Begriffsklärung erfolgen. Von zentraler Bedeutung für das weitere Vorgehen, und das Verständnis dafür, sind die Definitionen der Begriffe Kultur, Fußballkultur, Journalismus und Kulturjournalismus.
2.1.1 Definition von Kultur
Ursprünglich kommen dem Wort Kultur völlig unterschiedliche Bedeutungen in verschiedenen Verwendungen zu. Diese Äquivozität macht eine exakte Definition äußerst schwierig. Aufgrund der offensichtlichen Breite des Kulturbegriffs kann an dieser Stelle nur in Ansätzen beschrieben werden, was unter Kultur verstanden wird. Die Auseinandersetzung mit dem Begriff Kultur erfolgt daher vor allem im Hinblick auf Definitionen, die im Rahmen der Analyse dieser Arbeit verwendet werden können.
Der britische Anthropologe Edward Burnett Taylor hat im Jahr 1871 in „Primitive Culture. Researches into the Development of Methodology, Philosophy, Religion, Arts and Custom” diese Erklärung verwendet:
„Cultur oder Civilisation im weitesten ethnographischen Sinne ist jener Inbegriff von Wissen, Glauben, Kunst, Moral, Gesetz, Sitte und
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aller übrigen Fähigkeiten und Gewohnheiten, welche der Mensch als Glied der Gesellschaft sich angeeignet hat […].“ 13
Claus-Michael Ort spezifiziert und fasst die weiteren Ausführungen von Andreas Reckwitz zur Charakterisierung vorhandener Kulturkonzeptionen wie folgt zusammen:
„Sie umfassen zum einen die regelmäßige und beobachtbare Lebensweise, also Gewohnheiten und Gebräuche, selbst. Darüber hinaus die ideellen und normativen Voraussetzungen dieser Handlungsweisen: Wissen, Glauben und Moral. Und schließlich mit Kunst und Recht noch die künstlichen Produkte und Artefakte, die in diesem Zusammenhang hergestellt werden.“ 14
Einen völlig anderen Ansatz der Definition von Kultur liefert Pierre Bourdieu. Für ihn stellt Kultur eine von im Wesentlichen drei gegenseitig konvertierbaren Kapitalsorten dar, die darüber entscheiden, welchen Platz ein Akteur im sozialen Raum einnimmt. Neben dem von Bourdieu als dominant angesehenen ökonomischen Kapital, das alle Formen materiellen Reichtums wie Geld, Besitz an beweglichen Werten oder Grundbesitz erfasst, sowie dem sozialen Kapital, sprich die Beziehungen, auf die jemand zurückgreifen kann, existiert als dritte Sorte: Das kulturelle Kapital. Es umfasst alle Ressourcen, über die der Mensch, hervorgerufen durch die (schulische) Ausbildung, verfügt. Das kulturelle Kapital kennt mit dem inkorporierten, dem objektivierten und dem institutionalisierten Kapital wiederum drei Ausprägungen. 15 Inkorporiertes Kapital ist grundsätzlich körpergebunden an eine Person und setzt immer einen Verinnerlichungsprozess voraus. Dieser Prozess erfordert Zeit,
13 Reckwitz, Andreas: „Die Transformation der Kulturtheorien. Zur Entwicklung eines Theorieprogramms“. Weilerswist: Velbrück 2000, S. 74 f.
14 Ort, Claus-Michael: „Kulturbegriffe und Kulturtheorien“, in: Ansgar Nünning, Vera Nünning (Hg.): Konzepte der Kulturwissenschaften. Stuttgart: Metzler 2003, S. 22
15 Treibel, Annette (Hg.): „Kultur, Ökonomie, Politik und der Habitus des Menschen“, in: Einführungen in soziologische Theorien der Gegenwart. 7., aktualisierte Aufl. Wiesbaden: VS Verlag 2006, S. 229-232
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erfolgt aber mitunter unterbewusst. Ein Beispiel hierfür ist die durch Erziehung erworbene Kenntnis, wie man sich in einem bestimmten Umfeld bewegt. Das objektivierte kulturelle Kapital ist gegenständlich, also materiell übertragbar und eng an das ökonomische Kapital gebunden. Dazu gehören unter anderem Bücher, Gemälde und Musikinstrumente. Die dritte Ausprägung ist die Institutionalisierung des kulturellen Kapitals. Sie umfasst vor allem schulische oder akademische Titel. 16 Aus dem Zusammenwirken des ökonomischen, des sozialen und des kulturellen Kapitals entsteht das von Bourdieu zum Teil auch als eigenständige Art behandelte symbolische Kapital, welches gemeinhin das Ansehen, den guten Ruf und das Prestige einer Person in der Gesellschaft bezeichnet. 17 Dieses symbolische Kapital dient als Mittel der Unterscheidung und damit auch der Anerkennung durch eine bestimmte Gruppe. Gemäß Annette Treibel
„nutzen die so genannten besseren Kreise heute ihr kulturelles Kapital in Verbindung mit ökonomischem Kapital zur Abgrenzung. Die kulturellen Praktiken der heutigen Oberschichten dienen als Distinktionsmittel.“ 18
Dadurch festigen sich die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft, wobei die sozialen Abgrenzungen das Selbstwertgefühl derjenigen steigern, die sich im Besitz des legitimen Geschmacks wähnen. 19 Vom Werk Bourdieus ausgehend hat Sarah Thornton den Begriff des subkulturellen Kapitals geprägt. Ihre Untersuchungen der
jugendkulturellen Strömungen im Umfeld der britischen Club- und Rave-Bewegung in den neunziger Jahren belegen, dass nicht nur kulturelles sondern auch subkulturelles Kapital zur Abgrenzung verwendet werden kann und verwendet wird. Sie setzt die Club-Kultur mit einer Kultur der
16 ebenda
17 Schwingel, Markus: „Pierre Bourdieu - zur Einführung“. 4. Aufl. Hamburg: Junius Verlag 2003, S. 92 f.
18 Treibel, Annette (Hg.): „Kultur, Ökonomie, Politik und der Habitus des Menschen“, in: Einführungen in soziologische Theorien der Gegenwart. 7., aktualisierte Aufl. Wiesbaden: VS Verlag 2006, S. 231 f.
19 ebenda, S. 234 f.
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Geschmäcker gleich, die die coolen Jugendlichen mit gleichem Geschmack - vor allem in Sachen Musik - verbindet. 20
„Club crowds generally congregate on the basis of their shared taste in music, their consumption of common media and, most importantly, their preference for people with similar tastes to themselves. Taking part in club cultures builds, in turn, further affinities, socializing participants into a knowledge of (and frequently a belief in) the likes and dislikes, meanings and values of the culture.” 21
Thornton zufolge erschaffen sich die Club-Kulturen ihre eigenen Hierarchien der Authentizität und des legitimen Geschmacks und legen damit selbst fest, was jemanden hip macht - oder eben nicht. Diese Abgrenzung wird durch die grobe Zusammenfassung in drei Binaritäten verdeutlicht: Das Authentische versus das Künstliche, die angesagten Insider versus die breite Masse und der Untergrund versus das mediale Interesse. 22 Der in der zweiten dieser Unterscheidungen aufgezeigte Kontrast zwischen den Gruppen der angesagten Eingeweihten auf der einen und der von ihnen verunglimpften Masse der Nichteingeweihten auf der anderen Seite geht dabei mit einem verschleierten Elitedenken und Separatismus der Insider einher. 23 So fürchten diese, aus Furcht vor dem Verlust ihrer Sonderstellung, denn auch die mediale Anerkennung und eine damit einhergehende Popularisierung ihrer Kultur, sowie deren Einverleibung durch die breite Masse. In der Diskussion verwendet Thornton die Bezeichnung subkulturelles Kapital alternativ für die durch Bourdieu eingeführten Begriffe des kulturellen und ökonomischen Kapitals. Dieses subkulturelle Kapital dient als Kennzeichen für „hipness“ und
20 Thornton, Sarah: „Club Cultures-Music, Media and Subcultural Capital“. Middleton/Connecticut: Wesleyan University Press 1996, S. 3
21 ebenda, S. 3
22 ebenda, S. 3 f.
23 ebenda, S. 4 f.
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„Bescheid wissen“. Seinem Besitzer verleiht es darüber hinaus ein Gefühl der Macht und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe.
„Distinctions are never just assertions of equal difference; they usually entail some claim authority and presume the inferiority of others.” 24
Mit Hilfe subkultureller Ideologien gelingt es Jugendlichen, sich selbst und andere soziale Gruppen wahrzunehmen, ihren aparten Charakter zu behaupten und sich sowie anderen zu vergewissern, kein anonymes Mitglied der undifferenzierten Masse zu sein. 25 Das subkulturelle Kapital
verleiht seinen Besitzern in den Augen der relevanten Betrachter den gewünschten Status und kann entweder verkörpert oder objektiviert werden. So wie das kulturelle Kapital durch gutes Benehmen und urbane Konversation verkörpert wird, personifizieren „hipness“, der maßvolle Gebrauch von Insidervokabular und ein bestimmtes, kulturkompatibles Aussehen das subkulturelle Kapital. Während Bücher und Gemälde unter anderem das kulturelle Kapital der Familien widerspiegeln, geschieht die Objektivierung des subkulturellen Kapitals zum Beispiel durch den modischen Haarschnitt, die gut sortierte, dem Lebensstil entsprechende Schallplattensammlung oder die angesehene Zeitschrift. 26 Thornton weist
in diesem Zusammenhang auf Marktforschungen von Mintel aus dem Jahr 1993 hin. Sie ergaben, dass sich junge Erwachsene unter Gleichgesinnten sogar bis zu einem gewissen Umfang in Drucksituationen begeben, um möglichst nah an jenen Trends 27 zu bleiben, die eine wichtige Rolle in der
aktiven Sozialisierung mit Gleichaltrigen, deren Interessen ähnlich gelagert sind, spielen. 28 Das Zelebrieren des subkulturellen Kapitals
gehört ebenfalls dazu.
24 ebenda, S. 10
25 ebenda, S. 10
26 ebenda, S. 11 f.
27 In diesem Fall geht es um Musik-Trends und dem Interesse an allem, was sich darum rankt.
28 ebenda, S. 19
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„ […] people […] often enjoy a lot of respect not only because of their high volume of subcultural capital, but also from their role in defining and creating it. In knowing, owning and playing the music […].” 29
Darüber hinaus fand Thornton heraus, dass die von ihr untersuchte Gemeinde der jugendlichen Clubgänger und Raver die eigene Gruppe zwar als sehr gemischt und schwer klassifizierbar ansieht, im Allgemeinen aber froh ist, nicht der von ihr identifizierten homogenen Masse der anderen anzugehören. 30 Diese Abgrenzungstendenzen hat Simon Frith ebenfalls ausgemacht. Demnach unterstützten höher gebildete Jugendliche im Gegensatz zu geringer Qualifizierten verstärkt ein „Wir-Die-Schema“, in dem sie sich, unter anderem, durch das Offenbaren eines exklusiven Musikgeschmacks als selbstbewusste Elite von der Masse distanzieren. 31 Ein ausgeprägtes Geschmacks- und Stilempfinden, beziehungsweise einen Hang zum Ästhetischen, attestiert Bourdieu schließlich auch wirtschaftlich privilegierten, bürgerlichen Jugendlichen, die auf diese Weise ihre Distanz zur Welt der Bürgerlichen ausdrücken. 32 Diesem Denken entspringt ein binärer Wertekanon, bei dem die aus jugendlicher Sicht vermeintlich positiven Attribute dem eigenen, und die vermeintlich negativen Attribute dem Lager der anderen zugerechnet werden.
„Wir“ steht dabei stellvertretend für:
• Alternativität
• Hipness/ Coolness
• Unabhängigkeit (independent)
• Authentizität
• Rebellentum/ Radikalität
• spezialisierte Genre
29 ebenda, S. 12
30 ebenda, S. 99
31 Frith, Simon: „Sound Effects: Youth, Leisure and the Politics of Rock ’n’ Roll“. New York: Pantheon 1981, S. 208
32 Bourdieu, Pierre: „Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“. 1. Aufl. Frankfurt am Main: suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1987, S. 102
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• Insiderwissen
• Minderheit
• Heterogenität
• Jugend
• Klassenlosigkeit
• männliche Kultur
„Die“ steht für:
• Mainstream/ die Masse
• ohne Geschmacksempfinden
• Kommerz
• Falschheit/ keine Echtheit
• Konformität/ Konservativismus
• Pop
• einfach zugängliche Informationen
• Mehrheit
• Homogenität
• Familie
• Klassen
• weibliche Kultur 33
Sich mittels subkulturellen Kapitals von anderen abzuheben oder abzugrenzen, ist allerdings kein ausschließliches Privileg von Jugendlichen. Auch Erwachsenen ist es möglich in subkulturelles Kapital - was Sarah Thornton zufolge ein Teil des „ästhetischen Widerstandes gegen soziales altern“ darstellt - zu investieren.
„By investing in leisure, youth can further reject being fixed socially. They can procrastinate what Bourdieu calls ‘social ageing’, that ‘slow renunciation or disinvestment’ which leads people to ‘adjust their aspirations to their objective chances, to espouse their condition,
33 Thornton, Sarah: „Club Cultures-Music, Media and Subcultural Capital“. Middleton/Connecticut: Wesleyan University Press 1996, S. 115
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become what they are and make do with what they have’. This is one reason why youth culture is often attractive to people well beyond their youth. It acts as a buffer against social ageing - not against the dread of getting older, but of resigning oneself to one’s position in a highly stratified society.” 34
Letztlich lässt sich Thorntons Theorie der Club-Kulturen, die sich ihre eigenen Hierarchien der Authentizität und des legitimen Geschmacks schaffen, gut auf den Fußball und sein Milieu übertragen. Auch hier gibt es Bestrebungen mehr oder weniger großer Gruppen Gleichgesinnter, sich von der Masse abzuheben und als wahre Fans zu gerieren. Jene, die über das Wissen darüber verfügen, wie man konsumiert, was man bevorzugt und was anerkennenswert ist, die das Empfinden, die Kenntnis und das Vokabular besitzen, Kultur vollständig wahrzunehmen, zu verstehen und zu kategorisieren. 35 Ein weithin hör- und sichtbares Beispiel hierfür sind die seit Ende der 1990er Jahre auch in Deutschland existierenden Ultra-Gruppierungen, die ihre bedingungslose Unterstützung im Stadion nicht am sportlichen Erfolg der Mannschaft ausrichten und für die die Präsenz und Aktivität auf den Rängen unbedingt dazugehört. Die meist jungen Mitglieder der Bewegung stehen dem Konsum- und Kommerzdenken der Vereine ebenso kritisch gegenüber, wie dem der unterstützenden Konzerne und Medien und grenzen sich so vor allem von Gelegenheits-und Erfolgsfans ab. 36 Während diese Anhänger ihren Status durch ihr extremes, in ihren Augen einzig richtiges, Fan-Verhalten innehaben, ist es natürlich auch möglich subkulturelles Kapital durch die Rezeption bestimmter Zeitschriften anzuhäufen, die ihrerseits anspruchsvoll über den Fußball und Fußballkultur berichten.
34 ebenda, S. 102
35 Richardson, Brendan: „New Consumers and Football Fandom: The Role of Social Habitus in Consumer Behaviour”, in: Irish Journal of Management. 2004, S. 92
36 Gabriel, Michael: „Ultra-Bewegungen in Deutschland. Von Doppelhaltern und Choreografien - die Antwort der Kurve auf den Fußball als Event“, in: Bündnis Aktiver Fußballfans - BAFF (Hg.): Ballbesitz ist Diebstahl. Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz. Göttingen: Die Werkstatt 2004, S. 179-193
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2.1.2 Definition von Fußballkultur
Die Fußballkultur-Definition ist eng verknüpft mit der Begriffsbestimmung von Kultur an sich. Für Birgitt Glöckl von der Deutschen Akademie für Fußballkultur in Nürnberg liegt genau dort das Problem. So könne Kultur unter anderem als kulturelle Vielfalt, als bezahlte Kulturveranstaltung oder auch als Zusammendenken verschiedener Gesellschaftsbereiche gesehen werden. Grundsätzlich gehe es darum, den Fußball als ein Stück Alltagskultur zu begreifen. Den Ansatz der Deutschen Akademie für Fußballkultur beschreibt Glöckl wie folgt:
„Fußballkultur ist alles, was mehr ist als das Spiel selbst, als das was auf dem Rasen passiert und über das 1:0 hinausgeht, dabei aber mit dem Fußball in direkter Verbindung steht. Berührungspunkte oder Schnittmengen gibt es dabei in verschiedenen Bereichen der sozialen Fragen 37 , der Sprache 38 , der Wirtschaft 39 , der Medien 40 , der Geschichte 41 und der Kunst in all ihren Facetten 42 . Außerdem gehören zur Fußballkultur natürlich der Fußball an sich, und als ganz wesentlicher Aspekt die Fankultur, beziehungsweise das Fanwesen. Dazu wiederum zählen Initiativen, Projekte und Netzwerke von Fans für Fans, Fangesänge und Choreographien.“ 43
2.1.3 Definition von Journalismus
Leitet man die Definition von der Berufsbeschreibung des Deutschen Journalisten-Verbandes ab, dann ist unter Journalismus die
37 Umfassen Aspekte wie Rassismus und Gewalt, Gender, Religion und Bildung.
38 Umfasst zum Beispiel die Verwendung von Fußball-Fachausdrücken in anderen Bereichen der Gesellschaft.
39 Umfasst Aspekte wie Arbeitsrecht, Kommerzialisierungstendenzen und Vermarktung des Spiels.
40 Umfasst unter anderem die Berichterstattung über Fußball.
41 Umfasst die Entwicklungen rund um den Fußball.
42 Umfasst verschiedenste Bereiche wie Literatur, Architektur, Fotografie, Film, Theater und Musik
43 Telefonkontakt mit Birgitt Glöckl von der Deutschen Akademie für Fußballkultur in Nürnberg am 22.08.2008
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„Erarbeitung und Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Medien mittels Wort, Bild, Ton oder Kombinationen dieser Darstellungsmittel“
zu verstehen. 44 Die besondere Leistung des Journalismus innerhalb des Mediensystems besteht nach Manfred Rühl „in der Ausrichtung auf die Bereitstellung von Themen zur öffentlichen Kommunikation.“ 45 Dies geschieht durch die recherchebasierte Erarbeitung von Wort- und Bildinformationen, die Selektion und Bearbeitung der Informationsinhalte, deren eigenschöpferische medienspezifische Aufbereitung, Gestaltung und Vermittlung sowie durch Disposition von Organisation, Technik und Personal des Journalisten. 46 Als Kommunikationsmuster zur Vermittlung von Informationen dienen die journalistischen Darstellungsformen. Claudia Mast unterscheidet hier medienunabhängig drei Gruppen. Die erste bilden die tatsachenbetonten Formen. Zu ihnen gehören als Wortnachricht die Meldung und der Bericht, als Bildnachricht das Foto und die Infografik, die Reportage, das Feature, das Interview und die Dokumentation. Die zweite Gruppe umfasst die meinungsbetonten Formen, wie den politisch urteilenden Leitartikel, den Kommentar, die Glosse, die Kolumne, das Porträt, die Karikatur, das politische Lied, die vorwiegend ästhetisch urteilende Kulturkritik und das politisch oder ästhetisch urteilende Essay. Die dritte und letzte Gruppe der fantasiebetonten Formen setzt sich zusammen aus dem Zeitungsroman, der Kurzgeschichte, der kleinen Form des Feuilletons, dem Spielfilm, dem Hörspiel, dem Fernsehspiel, dem Lied, dem Comic und der Witzzeichnung. Die Grenzen zwischen den einzelnen Formen sind allerdings ebenso wenig trennscharf, wie deren Intentionen zu informieren, zu überzeugen oder zu unterhalten. 47
44 Donsbach, Wolfgang: „Journalist“, in: Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hg.): Fischer Lexikon. Publizistik Massenkommunikation. 2.Aufl. Frankfurt am Main: Fischer 2003, S. 79
45 ebenda
46 ebenda, S. 80
47 Mast, Claudia: „ABC des Journalismus - Ein Handbuch“. 10. Aufl. Konstanz: UVK 2004, S. 237
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2.1.4 Definition von Kulturjournalismus
Eine exakte Definition von Kulturjournalismus ist, wie schon der Begriff Kultur selbst, nur schwer zu fassen. Analog zum Problem des vielschichtigen Kulturbegriffs ergibt sich für den Kulturjournalismus die Schwierigkeit der Eingrenzung. Auch die Kriterien für die Themenauswahl des Genres sind nicht eindeutig. In seinem Handbuch für Ausbildung und Praxis weist Dieter Heß auf die Unschärfe des Begriffs hin, bezeichnet Kulturjournalismus doch zum einen ein Berufsfeld und zum anderen eine publizistische Gattung. 48 Stefan Porombka fasst den Begriff von vornherein etwas weiter:
„Definiert man Kulturjournalismus mit Hilfe eines weiten Kulturbegriffs, wie er in den Kulturwissenschaften entwickelt worden ist, dann geht es ihm nicht mehr allein um Kunst, Literatur, Theater, Architektur oder Musik. Kulturjournalisten müssen sich für viel mehr interessieren: nämlich für all das, was unsere Kultur als Ganze bestimmt […].“ 49
Ziel der Kulturberichterstattung sollte es sein, diese Vielfalt von Kultur zu erkennen und widerzuspiegeln, die Alltags- von der Hochkultur ab- aber keinesfalls auszugrenzen und Eingeweihte aber auch Uneingeweihte anzusprechen. 50
2.2 Zeitschriftenspezifische Definitionen und Typologisierung
Um die spezifischen Merkmale des Untersuchungsgegenstandes der vorliegenden Arbeit herauszuarbeiten, ist es sinnvoll, ihn zuvor innerhalb
48 Heß, Dieter: „Kulturjournalismus - Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis“. München: List 1992, S. 7
49
Stephan Porombka
50 Reus, Gunter: „Ressort: Feuilleton - Kulturjournalismus für Massenmedien“. 2. Aufl. Konstanz: UVK 1999, S. 13
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der Pressegattung Zeitschrift zu determinieren. Dafür ist die Definition und Typologisierung der Erscheinungsform notwendig.
2.2.1 Definition und Typologisierung des Begriffes Zeitschrift
Eine allgemeingültige und trennscharfe Definition des Terminus Zeitschrift zu finden ist schwierig. 51 Bis heute hat sich keine Begriffsbestimmung kritiklos etablieren können. Um das schwer überschaubare Angebot an periodischen Publikationen, welches mit dem Sammelbegriff Zeitschriften bezeichnet wird, identifizierbar zu machen, soll an dieser Stelle die pragmatische Definition der Pressestatistik des Statistischen Bundesamtes herangezogen werden:
„Zeitschriften sind alle periodischen Druckwerke mit kontinuierlicher Stoffdarbietung, die mit der Absicht eines zeitlich unbegrenzten Erscheinens mindestens viermal jährlich herausgegeben werden, soweit sie keine Zeitungen sind.“ 52
Für Jürgen Heinrich stellen die Periodizität, die Publizität, die Kontinuität und der Verzicht auf Tagesaktualität die entscheidenden Merkmale der Publikationsform Zeitschrift dar. 53
So problematisch wie die Definition der Zeitschrift ist auch die Einteilung der unterschiedlichen Zeitschriftenarten. Da keine allgemein gültige Typologisierung vorliegt, hat es in der Vergangenheit diverse Versuche gegeben, den Zeitschriftenmarkt nach verschiedenen Kriterien zu gliedern. Gängig ist nach Menhard & Treede die Abgrenzung in Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften, Kundenzeitschriften,
Mitarbeiterzeitschriften, konfessionelle Zeitschriften, Offerten- und
51 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz: UVK 2004, S. 15
52 ebenda, S. 16
53 Heinrich, Jürgen: „Ökonomische Analyse des Zeitschriftensektors“, in: Andreas Vogel, Christina Holtz-Bacha (Hg): Zeitschriften und Zeitschriftenforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002, S. 62
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Anzeigenblätter, Verbands-, Gewerkschafts- und, Vereinszeitschriften,
Amtliche Blätter und kommunale Amtsblätter sowie Supplements. 54
Fußballzeitschriften die sich wie „11 Freunde“ und „ballesterer“ der
Fußballkultur widmen, sind in verschiedenen Pressegattungen zu finden. 55
Mehrheitlich sind sie jedoch, ebenso wie der „kicker“, dem Sektor der
Publikumszeitschriften zuzuordnen. 56
2.2.2 Determinierung der Publikumszeitschriften
Der Gattungsbegriff Publikumszeitschrift ist in der Praxis seit Beginn der
50er-Jahre gebräuchlich, im Grunde aber irreführend, wendet sich doch
letztlich jede Zeitschrift an ein Publikum. 57 Da unter dieser Bezeichnung
sogar nicht redaktionell hergestellte Periodika wie Comics, Romanhefte
oder Rätselhefte versammelt sind, hat Andreas Vogel für Publikationen die
„den Lesern durch eine redaktionell erarbeitete Themenmischung
Erlebnisse verschaffen und Orientierung ermöglichen“ im Sinne einer
homogenen Gruppenbildung den Begriff Populärpresse eingeführt. 58
Hierzulande gehören gattungsbereinigt 1.392 59 von insgesamt über
10.000 Zeitschriften dem Genre der, nach Vogels Definition,
Publikumszeitschriften im engeren Sinne an. Dabei ist die Titelanzahl seit
Mitte der 90er Jahre kontinuierlich gestiegen, während sich im gleichen
Zeitraum eine insgesamt relativ konstante, seit einigen Jahren aber
abwärts tendierende Auflagenhöhe beobachten lässt. 60 2005 lag die Zahl
54 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz:
UVK 2004, S. 21-26
55 Das können zum Beispiel Stadionzeitungen, Vereinszeitschriften oder Fanzines sein.
56
Media-Daten Verlag
online.com/mediadaten/popup/datenblatt/zeitschrift/allgemeineinfos.do?buchbareBelegungseinheit Id=222325&tenantId=00021> am 30.04.2009
57 Vogel, Andreas: „Pressegattungen im Zeitschriftengewand“, in: Andreas Vogel, Christina Holtz-
Bacha (Hg): Zeitschriften und Zeitschriftenforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002, S. 23
58 Vogel, Andreas: „Die populäre Presse in Deutschland. Ihre Grundlagen, Strukturen und
Strategien“. München: Reinhard Fischer 1998, S. 38f
59 Vogel, Andreas: „Stagnation auf hohem Niveau. Daten zum Markt und zur Konzentration der
Publikumspresse in Deutschland im 1. Quartal“, in: Media Perspektiven 7/2006, S. 383
60 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz:
UVK 2004, S. 41 f.
Des Fußballs neue Kleider
der im Jahresdurchschnitt verkauften Publikumszeitschriften bei 85,90 Millionen 61 .
Charakteristisch für die Gattung Publikumspresse ist, dass sie sich an ein möglichst breites, prinzipiell nicht durch Beruf, Stand oder Mitgliedschaft begrenztes Publikum wendet. Im Fokus stehen weniger Bildung und Unterrichtung, dafür eher Unterhaltung oder Beratung. 62 Die Inhalte sind äußerst dispers und das Niveau variiert je nach Publikation. Beinahe jede Thematik, jedes Hobby und jede Interessenslage wird im Segment der Publikumszeitschriften behandelt, das abhängig von Inhalt und Zielgruppe in General-Interest-, Zielgruppen-, Special-Interest- und Very-Special-Interest-Zeitschriften unterteilt werden kann. 63 Beeinflusst durch die Dynamik des gesellschaftlichen Wandels, sind die jüngsten Entwicklungen auf dem Zeitschriftenmarkt geprägt durch Diversifizierung und Spezialisierung. Die Zeitschriften folgen diesem Trend zur Very-Special-Interest-Kategorie, und richten sich mit spezialisierten Inhalten an ganz bestimmte Zielgruppen, die durch demographisch bedingte Interessen, durch Konsumverhalten oder durch Lebensstil gekennzeichnet sind. 64
2.2.3 Determinierung der Fußballzeitschriften
Fußballzeitschriften oder Sportzeitschriften mit dem Schwerpunkt Fußball gehören aufgrund der monothematischen oder beinahe monothematischen Ausrichtung ihrer Inhalte zu den Special-Interest- oder Very-Special-Interest-Zeitschriftentypen. 65 Allerdings können einzelne Aspekte oder Themenbereiche - zum Beispiel durch eine prominente Person - auch für eine breitere Öffentlichkeit interessant sein. In der Regel aber werden Leser dieser Magazine bedingt durch die Wahl des Spezialthemas ein
61 Vogel, Andreas: „Stagnation auf hohem Niveau. Daten zum Markt und zur Konzentration der Publikumspresse in Deutschland im 1. Quartal“, in: Media Perspektiven 7/2006, S. 380-398
62 Wilke, Jürgen: „Presse“, in: Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hg.): Fischer Lexikon. Publizistik Massenkommunikation. 2.Aufl. Frankfurt am Main: Fischer 2003, S. 445
63 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz: UVK 2004, S. 23 u. 41
64 Wilke, Jürgen: „Presse“, in: Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hg.): Fischer Lexikon. Publizistik Massenkommunikation. 2.Aufl. Frankfurt am Main: Fischer 2003, S. 451
65 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz: UVK 2004, S. 23
Des Fußballs neue Kleider
Interesse am Fußball haben. Im Zuschnitt des speziellen Inhaltes auf die jeweilige Zielgruppe unterscheiden sich die Magazine allerdings. Während Special-Interest-Zeitschriften wie der „kicker“ versuchen, ein im Rahmen der Möglichkeiten allgemeines Publikum anzusprechen, fokussieren sich Very-Special-Interest-Publikationen wie „11 Freunde“ oder „ballesterer“ auf eine ganz bestimmte Zielgruppe. 66
66 ebenda
Des Fußballs neue Kleider
3. Fußball und Fußballkultur in der deutschsprachigen Zeitschriftenlandschaft
3.1 Entwicklung der Berichterstattung über Fußballkultur im Bereich Publikumszeitschriften
Vom September 1976 bis zum Januar 1997 erscheint im Olympia-Verlag mit dem „fußball-magazin“ eine Publikumszeitschrift, die versucht, den Fußball pointierter und mit mehr Tiefe zu betrachten als der „kicker“ aus gleichem Hause. 67 Der Heftumfang variiert, beträgt aber immer 80 bis 100 Seiten. Thematisch geht die hintergründig-zeitgenössische
Berichterstattung über die Tagesaktualität hinaus, hat allerdings sehr oft den Charakter einer Homestory. Der Stil des Magazins ist gestalterisch wie inhaltlich konventionell. Trotzdem kann das „fußball-magazin“ als eine Art Vorläufer für das heutige Very-Special-Interest-Segment Fußball gesehen werden. Bis 1985 erscheint es zweimonatlich, von 1986 bis Mitte 1991 monatlich und im Anschluss, bis zur endgültigen Einstellung Anfang 1997, halbjährlich. Publikationen, die sich der schönsten Nebensache der Welt abseits von Spielergebnissen- und berichten, zeitgeistkritisch, kulturell und intellektuell nähern, gibt es aber bis Mitte der 1990er Jahrezumindest im Bereich der Publikumszeitschriften - nicht. Das ändert sich 1995 mit der ersten Ausgabe von „Der tödliche Pass“. Dessen Gründer selbst möchten ein „kritisches, manchmal satirisches, zuweilen intellektuelles, immer inspirierendes Magazin über den Fußball im allgemeinen.“ 68 Vierteljährlich und mit einer Auflage von lediglich 2.500 Exemplaren erscheint das Heft aus München bis heute. Allerdings - bis auf wenige Verkaufsstellen in Hamburg und München - nur noch im Abonnement. 69 Der neu eingeschlagene Weg mit einer größeren Distanz zum reinen Informationsjournalismus, welcher im englischsprachigen Ausland von Magazinen wie dem ursprünglich als Fanzine gestarteten
67 Telefon-, E-Mail-, und Schrift-Kontakt mit Marlis König aus der Dokumentation des „kicker“.
68
„Der tödliche Pass“
69
„Der tödliche Pass“
Des Fußballs neue Kleider
„When Saturday Comes“ seit Mitte der achtziger Jahre verfolgt wird, inspiriert auch andere. Pünktlich zum DFB-Pokalfinale im Jahr 2000 erscheint die erste Ausgabe von „11 Freunde“. Der eigenhändige Verkauf vor den Toren des Berliner Olympiastadions an diesem Tag durch den Gründer und jetzigen Chefredakteur und Herausgeber Philipp Köster, gemeinsam mit dem langjährigen Bildredakteur Reinaldo Coddou H., verläuft eher schleppend. 70 Im Laufe der Jahre jedoch steigt die gedruckte Auflage der Zeitschrift auf monatlich mittlerweile 107.667 Exemplare. 71 Die Themen sind vom tagesaktuellen Geschehen weitestgehend losgelöst und werden in unterschiedlichen journalistischen Genres aufbereitet. Ziel des Heftes ist es,
„den Fußball mit hintergründigen, aber frischen Reportagen, die die Leidenschaft der Autoren zum Sport erlebbar machen zu beleuchten, statt nur gesichtslose Statistiken und Spielberichte zu liefern.“ 72
Auch das Design hebt sich stark von jenen Publikationen im Bereich Fußball ab, die sich eher der reinen Dokumentation von Spielergebnissen verpflichtet fühlen. 73 Philipp Köster beschreibt das Konzept seines Magazins im Buch „Ballbesitz ist Diebstahl. Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz“, welches vom Bündnis Aktiver Fußballfans - BAFF herausgegeben wurde, wie folgt:
„Ein bundesweites Magazin, anders als „Sportbild“ und „kicker“. Ein Heft aus der Kurve mit all den faszinierenden Geschichten, die das Leben und der Fußball so schreiben, von verrückten Fans, verwegenen Kickerfrisuren und verbalen Flachpässen. Ein Magazin über das Gute und Schöne am Fußball […]. So sollte nun auch „11
70
Kletterer, Frank:
71
Media-Daten Verlag
online.com/mediadaten/popup/datenblatt/zeitschrift/allgemeineinfos.do?buchbareBelegungseinheit Id=219549&tenantId=00021> am 30.04.2009
72
„11 Freunde“
73
„kicker“
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Freunde“ sein, leidenschaftlich, selbstironisch, lustig und noch vieles mehr.“ 74
Seinen Ursprung ebenfalls im Jahr 2000 hat der österreichische „ballesterer“. Das Magazin aus Wien erscheint seit Oktober 2008 zehn Mal im Jahr, mit einer Auflage von 20.000 Heften. Zuvor waren es jährlich sechs Ausgaben bei einer Auflage von 13.000 Exemplaren. Das EM-Sonderheft 2008 wurde sogar 40.000 Mal gedruckt. 75
Einen regelrechten Boom an Special-Interest-Publikationen löste die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aus. Ab August 2005 versucht sich der Olympia-Verlag mit „Rund“ auf dem Markt. Der Stil der Berichterstattung ähnelt dem von „11 Freunde“. Im Frühjahr 2007 nach knapp anderthalb Jahren wird das offensichtlich als Konkurrenzprodukt gedachte Magazin aufgrund unbefriedigender Verkaufszahlen wieder eingestellt 76 , obwohl
seitens des Verlages eigentlich eine dreijährige Anlaufzeit garantiert worden war. 77 Andere Fußball-Publikumszeitschriften kommen und gehen.
Fast zeitgleich ist auch das Magazin „Player“ aus dem B & D-Verlag von Fußball zu Lifestyle erst neu ausgerichtet und später komplett eingestellt worden. 78 Die schweizerische Antwort auf Magazine wie „11 Freunde“,
„Der tödliche Pass“ und „ballesterer“ heißt „Zwölf“. Die Fußball-Geschichten aus der Schweiz gibt es seit Mai 2007 alle zwei Monate. Sie komplettieren damit den Markt der etwas anderen deutschsprachigen Fußballzeitschriften.
74 Köster, Philipp: „Geschichten, die das Leben und der Fußball schreiben. 11 Freunde vom Wohnzimmer in die Welt“, in: Bündnis Aktiver Fußballfans - BAFF (Hg.): Ballbesitz ist Diebstahl. Fußballfans zwischen Kultur und Kommerz. Göttingen: Die Werkstatt 2004, S. 224
75
„ballesterer“
76
„Rund“
77
Mertes, Andrea
78
Mantel, Uwe
Des Fußballs neue Kleider
3.2 Exkurs: Entwicklung von Marktstrategien im Bereich der Publikumszeitschriften
3.2.1 Allgemeine Entwicklungen
Über die Grenzen der journalistischen Berichterstattung hinaus besteht für Zeitschriftenverlage durch verschiedene Strategien die Möglichkeit, den Erfolg einer Zeitschriftenmarke zu stärken. Zwei gängige Vorgehensweisen sind die Produktdifferenzierung und die Produktdiversifizierung. Bei der Produktdifferenzierung werden unter dem eingeführten und bekannten Markennamen einer Zeitschrift weitere Titel entwickelt. Diese Ableger können auf das Image des bereits etablierten Titels aufbauen und fürchten. 79 brauchen Markteintrittsbarrieren kaum zu Mit der
Produktdiversifizierung lassen sich auch außerhalb der Print-Branche neue Märkte und Umsatzmöglichkeiten erschließen. Vor allem aber wird die Zeitschriftenmarke mitsamt ihrem Image, stellvertretend für deren Inhalte und Intentionen, durch Maßnahmen wie Büchereditionen, Lesungen und Reisen, die unter dem Zeitschriften-Label angeboten werden, unterstützt. 80
3.2.2 Marktstrategien der Zeitschriften des Untersuchungsportfolios
Die Zeitschriften des Untersuchungsportfolios verfolgen offensichtlich auch in diesem Punkt unterschiedliche Strategien. Der „kicker“, der mit dem „fußball-magazin“ schon ab 1976 eher auf Produktdifferenzierung gesetzt hat, ist in jüngster Vergangenheit mit verschiedensten Publikationen im
Segment der Sonderhefte besonders eifrig gewesen. 81 Das Angebot umfasst hierbei auch andere Sportarten, unter anderem Basketball und Eishockey. Eine Produktdiversifizierung findet, mit Ausnahme einiger
79 Wehrle, Friedrich; Busch, Holger: „Ökonomische Analyse des Zeitschriftensektors“, in: Andreas Vogel, Christina Holtz-Bacha (Hg): Zeitschriften und Zeitschriftenforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002, S. 91
80 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz: UVK 2004, S. 232
81
„kicker“
Des Fußballs neue Kleider
Buchveröffentlichungen, jedoch kaum statt. Die hingegen steht bei „11 Freunde“ im Vordergrund. Aktuell wird, neben diversen Kleidungsstücken und anderen Devotionalien mit aufgedrucktem „11 Freunde“-Logo, beispielsweise eine DVD-Edition mit elf legendären Fußballfilmen offeriert. 82 Darüber hinaus verstärken auch immer wieder Lesereisen der Redakteure das Gefühl der „11 Freunde“-Community, welches crossmedial durch den Internetauftritt, hier vor allem durch den wöchentlichen Podcast aus der Redaktion, untermauert wird. 83 Seit dem 01. April 2008 bietet der „kicker“ in Zusammenarbeit mit „Spiegel-TV“ ebenfalls einen Podcast auf seiner Homepage an: die „kicker.tv news“, die zugleich auch bei Spiegel-Online angesehen werden können. 84 Beide Angebote stellen eine Verlängerung der Zeitschriftenmarke dar 85 und spiegeln deutlich die Intentionen der gedruckten Hefte wider. Während beim „kicker“ auch online eine faktenorientierte, seriöse und topaktuelle
Nachrichtenberichterstattung dominiert, die im Moderatorenstil und mit Einspielfilmen aus einem Fernsehstudio präsentiert wird, ist der Podcast von „11 Freunde“ zwar ebenfalls faktenorientiert und zumindest spieltagsaktuell, wird in der Regel jeweils vor und nach den Spieltagen erneuert, zugleich aber auch ironisch und unterhaltend. Außerdem agieren hier im Gegensatz zu „kicker.tv news“ immer mindestens zwei Redakteure im Gespräch, meist am Arbeitsplatz und ohne Unterbrechungen durch Einspielfilme. Während die Maßnahmen der Produktdiversifizierung bei „11 Freunde“ auch in der gedruckten Ausgabe ersichtlich sind, die DVD-Edition und Teile der Bekleidungskollektion werden ganzseitig beworben 86 , beschränkt sich der „ballesterer“ in Sachen Devotionalien, wie der „kicker“, auf seinen Internetauftritt. 87
82 deutschrock.de
83
„11 Freunde“ (-Podcast)
84
„kicker .tv news“
85 Wehrle, Friedrich; Busch, Holger: „Ökonomische Analyse des Zeitschriftensektors“, in: Andreas Vogel, Christina Holtz-Bacha (Hg): Zeitschriften und Zeitschriftenforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002, S. 61
86 In der 82. Ausgabe auf den Seiten 25 und 131, in der 83. Ausgabe auf den Seiten 23 und 115.
87
„ballesterer“
Des Fußballs neue Kleider
4. Untersuchung
Das folgende Kapitel soll heftimmanente Merkmale der Fußballzeitschriften des Untersuchungsportfolios als eine Grundlage für die abschließende Interpretation in der Diskursanalyse erfassen und aufzeigen. Es soll im Sinne des Erkenntnisinteresses verdeutlichen, inwiefern sich die Magazine darin unterscheiden, journalistisch über Fußballkultur zu berichten. Dafür bietet sich eine objektorientierte Inhaltsanalyse der Zeitschriften als angemessene Methode an. Den Korpus der Untersuchung bilden die Fußballzeitschriften „ballesterer“, „11 Freunde“ und „kicker“ mit jeweils zwei Ausgaben. Der Untersuchungszeitraum ist so gewählt, dass die Berichterstattung der Magazine in diesen Monaten beziehungsweise Wochen als hefttypisch bezeichnet werden kann, also keinen Schwankungen unterworfen ist, die saisonal, durch unerwartetes Geschehen oder erwartete Großereignisse ausgelöst werden können. 88 Der Fokus dieser Arbeit, der auf den Monaten September und Oktober, also im vorderen Abschnitt der Bundesliga-Saison 2008/ 09 liegt, gewährleistet dies - für alle Hefte des Portfolios. Die Analyse umfasst die Untersuchung nach formalen und inhaltlichen Merkmalen, deren Auswahl angelehnt ist an die Ausführungen von Edigna Menhard und Tilo Treede zur „Planung beziehungsweise Überarbeitung der journalistischen und optischen Zeitschriftengestaltung.“ 89 Die formalen Merkmale umfassen: Den Gesamtumfang des Heftes, die Artikelanzahl, die Artikelumfänge, den Umfang statistischer Inhalte und des Bildmaterials nach Bildgrößen, die Heftstruktur und das Layout. Zu den inhaltlichen Merkmalen gehören: Die Themenwahl, der Bildinhalt und die Bildaussage, die journalistischen Darstellungsformen und die Sprache. Sowohl das Layout als auch die Sprache, an sich eigenständige Kriterien, unterstützten hier in erster Linie die formalen beziehungsweise inhaltlichen Merkmale und sind diesen daher untergeordnet.
88 Beispiele: Die Sommerpause ist eine saisonale Schwankung, eine Stadion-Katastrophe ein unerwartetes Geschehen und eine Fußball-Weltmeisterschaft ein erwartetes Ereignis.
89 Menhard, Edigna; Treede, Tilo: „Die Zeitschrift - Von der Idee bis zur Vermarktung“. Konstanz: UVK 2004, S. 83
Des Fußballs neue Kleider
4.1. Untersuchung nach formalen Gesichtspunkten
Tabelle 1: Formale Kriterien nach Medium 90 , MW = Mittelwert 91
90 Hier nicht berücksichtigt ist das jeder „11 Freunde“-Ausgabe beiliegende Stadionposter.
91 Die Mittelwerte dieser Arbeit werden grundsätzlich mit den Werten der Zeitschriftentitelpaare
errechnet. Die Rundung erfolgt auf zwei Nachkommastellen.
92 Die redaktionellen Seitenzahlen ergeben sich jeweils aus: Anzahl der Gesamtseiten abzüglich der
Fläche für die Standardrubriken Impressum und Leserbriefe sowie werbliche Zwecke. Flächen unter einer sechstel Seite werden nicht berücksichtigt, Flächen mit einer Zwischengröße auf sechstel, viertel oder drittel Seite entsprechend gerundet. Der Maßstab für diese Berechnung ist das Heftformat. Die Werte des kicker berücksichtigen ausschließlich die Fußballberichterstattung. Die Artikel/ Seiten der anderen Sportarten sind herausgerechnet.
93 Artikel sind im Rahmen dieser Arbeit abgeschlossene Sinneinheiten. Thematisch eigenständige
Kurzmeldungen unter einer gemeinsamen Überschrift werden einzeln gezählt, Text ergänzende Einzelinformationen dem jeweiligen Hauptartikel zugerechnet. Infokästen dagegen gelten als eigenständig zu zählende Texteinheit, wenn sie mehr als Kurzinformationen zum Haupttext beinhalten. Zitate sowie von kommerziellen Zwecken losgelöste Quiz- oder Meinungsfragen, Bildstrecken sowie doppelseitige Bilder werden in diesem Fall wie Artikel behandelt und gezählt. Das Inhaltsverzeichnis, die Leserbriefe und das Impressum werden nicht als Artikel erfasst.
94 Fotografien sind bei dieser Untersuchung alle - auch freigestellte - Fotos, Computermontagen,
und Screenshots. Fotografien aus Bildclustern werden einzeln erfasst. Autorenfotos, das Titelblatt, Abbildungen der Rubriken Impressum und Leserbriefe sowie aus anderen Sportarten - solange sie nicht im Kontext mit Fußballberichterstattung stehen - finden hier keine Berücksichtigung.
95 Autorenfotografien bilden allein die Autoren der Artikel, sonstige Redaktionsmitglieder oder
Kolumnisten der jeweiligen Zeitschriften ab. Sportler, die als Experten schreiben, gelten in diesem Fall als Kolumnisten.
96 Oft werden freie Illustrationen als ein Typus von Infografiken gesehen. Ich nehme sie für diese
Arbeit davon aus, da sie in den Zeitschriften des Untersuchungsportfolios überwiegend der Unterhaltung und Ästhetisierung dienen, und nicht unbedingt der Interpretation von Textinhalt.
Des Fußballs neue Kleider
4.1.1 Gesamtumfang
Zunächst soll die Frage nach Unterschieden im Gesamtumfang zwischen den Zeitschriften beantwortet werden. Hierfür wird jeweils der Mittelwert aus den zwei Ausgaben gebildet. Der „kicker“ hebt sich bereits im Heftformat von „11 Freunde“ und „ballesterer“ ab. Er ist in der Seitenfläche, gemessen in Quadratzentimetern, um ein knappes Drittel größer als die Monatsmagazine. In absoluten Seitenzahlen hat „11 Freunde“ den größten Umfang, gefolgt von „kicker“ und „ballesterer“ (Tabelle 1). Der Blick auf die Anzahl der redaktionellen Seiten bestätigt diese Reihenfolge. Die Angaben sind für sich genommen zunächst wenig aussagekräftig, bilden jedoch die Grundlage für die Berechnung der redaktionell genutzten Gesamtfläche in Quadratzentimetern und der des prozentualen Anteils redaktioneller Seiten in Relation zum
Heftgesamtumfang. Vergleicht man nun die redaktionelle Fläche hat eigentlich der „kicker“ den größeren Umfang, knapp gefolgt von „11 Freunde“ und deutlich vor dem „ballesterer“. Zieht man allerdings noch jene durchschnittlich acht Seiten ab, die nicht dem Fußball sondern anderen Sportarten gewidmet sind, ist die vorherige Reihenfolge mit „11 Freunde“, „kicker“ und „ballesterer“ auch in puncto redaktionelle Gesamtfläche in Quadratzentimetern wiederhergestellt. Der prozentuale Anteil der redaktionellen Seiten gemessen an der Gesamtseitenzahl pro Ausgabe ist dagegen beim „ballesterer“ mit fast neunzig Prozent unangefochten am höchsten, gefolgt vom „kicker“ mit 79,45 und „11 Freunde“ mit 78,6 Prozent.
4.1.2 Artikelanzahl
Insgesamt umfasst das komplette Untersuchungsportfolio 715
redaktionelle Artikel. Das Inhaltsverzeichnis, die Leserbriefe und das Impressum gelten im Rahmen dieser Arbeit zwar als redaktionelle Fläche, nicht aber als Artikel, weil in diesen Fällen nur sehr wenig oder keine vom
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Redakteur geleistete journalistische Arbeit zugrunde liegt. Editorials und Service-Beiträge dagegen schon. Beide Rubriken gehören zwar zu den Zeitschriften-Standards, sind aber vollständig redaktionell erarbeitet und stehen unter anderem für die Maßstäbe, die sich ein Magazin gibt und nach denen es bewertet wird, da sie dezidiert Meinung wiedergeben. Kurzmeldungen, auch unter einer gemeinsamen Überschrift, werden als in sich abgeschlossene Sinneinheiten einzeln gezählt, sofern keine übergeordnete thematische Verbindung vorliegt. Ebenso Infokästen, die ausgehend vom Hauptartikel gänzlich neue Aspekte beleuchten. Textergänzende Einzelinformationen hingegen sind dem jeweiligen Hauptartikel zugerechnet. Für sich stehende, meist großformatige, Bilder oder Bilderserien mit nicht textgebundener Aussage werden als eigenständige Beiträge erfasst. Die durchschnittlich meisten Artikel pro Heft, 211, weist der „kicker“ auf. „11 Freunde“ kommt knapp auf die Hälfte und der „ballesterer“ auf etwa ein Fünftel dieses Wertes (Tabelle 1).
4.1.3 Artikelumfang
Die Anzahl der Artikel pro Heft korrespondiert ausnahmslos mit den Umfängen der einzelnen Beiträge in den jeweiligen Zeitschriften. Grundsätzlich lässt sich für diese Untersuchung festhalten: Je mehr Artikel ein Heft umfasst, desto kürzer sind dessen Beiträge. Die durchschnittlich längsten Artikel in Seiten enthält somit der „ballesterer“, gefolgt von „11 Freunde“. Signifikante Unterschiede bestehen zwischen den
Beitragslängen der Monatsmagazine und denen des „kicker“ (Tabelle 1). Speziell in dessen durchschnittlich 55-seitigen Zeitungs-Inletts wird sehr statistisch und mit kurzen Spielberichten gearbeitet. 97 Dies senkt den Mittelwert der Artikellängen erheblich. Zwar beinhaltet der Außenteil des „kicker“ auch hintergründige Beiträge, die sich über ein oder zwei Seiten erstrecken, seitenstärker und damit dominant ist allerdings der Innenteil.
97 Die Montagsausgabe des „kicker“ besteht aus zwei Teilen. Der Außenteil der Zeitschrift erfasst eher Hintergründiges. Der Innenteil berichtet zeitnah zum jeweiligen Spieltag und hat daher einen noch höheren Aktualitätsgrad.
Des Fußballs neue Kleider
Die unter Einbezug des Bildmaterials längsten Artikel im
Untersuchungsportfolio enthält „11 Freunde“, in dessen Oktoberausgabe sich gleich zwei Beiträge befinden, die jeweils einen Umfang von zehn Seiten aufweisen, davon eine Fotoserie. Die zwei längsten Artikel im „ballesterer“ sind, ebenfalls in der Oktoberausgabe, jeweils sechs Seiten lang. Im Vergleich zum Magazin aus Österreich räumen die Berliner kurzen Meldungen, auch in Form von Rezensionen, mehr Platz ein. Das führt dazu, dass die Bandbreite der Artikelumfänge bei „11 Freunde“ insgesamt eine größere ist, als beim „ballesterer“ oder auch beim „kicker“.
4.1.4 Bilder
Betrachtet man die Anzahl der Bilder pro Ausgabe und setzt sie in Relation zu den redaktionellen Seiten pro Heft, liegen alle Zeitschriften im Untersuchungsportfolio nah beieinander. Der „kicker“ weist im Durchschnitt die meisten Bilder je redaktionelle Seite auf, die „11 Freunde“ insgesamt am meisten und der „ballesterer“ schließlich in beiden Vergleichen die wenigsten. Das allein besagt zunächst nur, dass alle Magazine des Untersuchungsportfolios im Mittel ein bis anderthalb Bilder auf einer redaktionellen Seite berücksichtigen. Wie signifikant sich die Zeitschriften bezüglich ihrer Gesamtbildfläche wirklich unterscheiden, verdeutlicht ein Blick auf die Anzahl der großformatigen Fotografien, die Bildfläche und den Bildanteil pro Heft (Tabelle 2). Der ist bei „11 Freunde“ mit 38,91 Prozent mehr als dreimal so hoch wie der des „kicker“ und gut sieben Prozent höher als der des „ballesterer“. Das Ergebnis in Quadratzentimetern entspricht mehr als siebenunddreißig vollständig bedruckten Bildseiten. Drei der durchschnittlich zehn doppelseitigen Fotografien verwenden die Berliner gleich im Hefteinstieg (Abb. 4 u. 24). 98 Beachtet man zusätzlich die beinahe ebenso zahlreichen ganzseitigen Aufnahmen, bestreiten sie nahezu ein Drittel der redaktionellen Seiten allein auf diese Weise. Die Bildelemente werden teilweise im Rahmen des
98 Alle Abbildungen, auf die im Rahmen dieser Arbeit verwiesen wird, sind in „Des Fußballs neue Kleider (Teil 2)“ zu finden.
Des Fußballs neue Kleider
Satzspiegels platziert, meist aber schließen sie bündig mit dem Heftrand ab. Ausnahmen bilden hier, wie in „ballesterer“ und „kicker“ auch, die freigestellten Fotos. Allerdings finden diese in „11 Freunde“ weitaus häufiger Verwendung, als bei den Mitbewerbern (Abb. 3, 12, 14 u. 22). Der „ballesterer“ setzt insgesamt eher auf mittlere Bildgrößen wie Sechstel- und Viertelseiten, beinhaltet im Schnitt aber auch zweieinhalb doppelseitige und vier ganzseitige ästhetisierende Fotografien. Auffällig ist, dass nach dem erfolgten Relaunch zum Oktober 2008 die meisten Bilder nicht wie zuvor über die einzelnen Stege bündig bis an den Heftrand gezogen werden, sondern einen halben Zentimeter davor oder bereits an der Grenze des Satzspiegels enden. In einigen Fällen werden die Fotos über die Außenstege hinaus eingerückt, sodass die Weißfläche zum Heftrand mitunter 4,7 Zentimeter breit ist (Abb. 61). Die gesamte Bildfläche des „ballesterer“ pro Heft ist im Vergleich zu „11 Freunde“ nicht einmal halb so groß, dennoch beträgt ihr Anteil an der redaktionellen Gesamtfläche 31,46 Prozent. Anders als die beiden Monatsmagazine verzichtet der „kicker“ komplett auf doppelseitige und ganzseitige Bilder. Bedenken muss man hier allerdings das größere Heftformat. Zwei Bilder der untersuchten Ausgaben wären in „ballesterer“ oder „11 Freunde“ ganzseitig, füllen in der Wochenzeitschrift jedoch nur eine dreiviertel Seite. Unterschiede in der Bebilderung bestehen auch zwischen dem Innen- und dem Außenteil des „kicker“. Das statistikorientierte Inlett enthält vor allem sehr kleine Fotos und welche in der Spaltenbreite 4,7 Zentimeter. Hinzukommen einige sechstel- und viertelseitige Bilder, die überwiegend rechts des Falzes platziert sind. Im Außenteil sind viertelseitige Fotos Standard, wobei die Titelstory und mindestens ein weiterer Artikel jeweils ein größeres, bis zu dreiviertelseitiges Bild umfassen (Abb. 67, 73 u. 74). Die Außen- und Fußstege der zwei untersuchten Ausgaben bleiben, bis auf eine Ausnahme, durch die Bilder komplett unberührt. Fotos auf der oberen Seitenhälfte werden in der Regel bis an den Unterstrich des Kolumnentitels in den Bereich des Kopfstegs gezogen. Nicht zuletzt dadurch ist die Bildanordnung, im Gegensatz zu
Des Fußballs neue Kleider
„ballesterer“ und „11 Freunde“, insgesamt vorhersehbarer (Abb. 76 u. 77). In der ersten Hälfte des Außenteils sind die Fotos entweder im Beitrag oder im Satzspiegel zentriert und im Inlett dann fast immer so platziert, dass der Seitenschwerpunkt, der durch das jeweils größte Bild hervorgerufen wird, auf der oberen Seitenhälfte liegt (Abb. 68, 69 u. 76). 99 Abbildungen, auf denen die Autoren der Artikel zu sehen sind, werden beim „kicker“, speziell im Innenteil, mehr als doppelt so häufig verwendet, wie in beiden Monatszeitschriften zusammen (Tabelle 1). „ballesterer“ und „kicker“ bebildern die Autorenzeilen zumeist auf klassische Art und Weise. 100 Im Magazin aus Wien bemisst sich die Größe dieser Fotos in etwa nach der jeweiligen Artikellänge. In der Wochenzeitschrift sind die Konterfeis der Chefredakteure und der Kolumnen schreibenden Fußballer, oder anderweitig Prominenter, größer als die der Redakteure. „11 Freunde“ verwendet Autoren-Fotos in der Regel nur für drei Verfasser von Stamm-Kolumnen. Dabei sind ausschließlich die vom Hintergrund freigestellten Köpfe zu sehen, die artikelzentriert über der Überschrift abgebildet werden (Abb. 12 u. 22). Was die Zeitschriften des Untersuchungsportfolios eint, ist, dass die Bebilderung durch Autoren-Konterfeis vorwiegend oder in Gänze der Kennzeichnung von Meinungsartikeln dient.
Insgesamt lässt sich das Text-Bild-Verhältnis des „ballesterer“ und der „11 Freunde“ in etwa bei 40 zu 60 ansiedeln. Im „kicker“ hingegen dominiert der Textanteil den Bildanteil deutlich mit etwa 60 zu 40. 101
99 Brielmaier, Peter; Wolf, Eberhard: „Zeitungs- und Zeitschriftenlayout“. 2. Aufl. Konstanz: UVK 2000, S. 60-67
100 ebenda, S. 33
101 Jacke, Christoph; Kleiner, Markus S.: „Fußballjournalismus als Popjournalismus - Ein Problemaufriss am Beispiel der Printmagazine Kicker, 11 Freunde und Rund“, in: Merz Wissenschaft 2006/ Sport und Medien. München: Kopaed, S. 86 f.
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Bachelor of Arts Honours André Pause, 2009, Des Fußballs neue Kleider - Eine interpretative Diskursanalyse über das subkulturelle Kapital von Fußballzeitschriften, München, GRIN Verlag GmbH
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