Inhaltsverzeichnis
1. Abbildungsverzeichnis. 3
2. Einleitung. 4
3. Definitionen. 5
4. Theorien der Sozialisation. 9
4.1. Psychologische Sozialisationstheorien. 9
4.1.1. Persönlichkeitstheorien. 9
Psychoanalytische Theorie. 9
4.1.2. Lerntheorien. 10
Traditionelle Lerntheorie 10
Theorie des sozialen Verhaltens 12
4.1.3. Entwicklungspsychologische Theorien. 13
Kognitive Entwicklungspsychologie. 13
Die ökologische Entwicklungspsychologie. 15
4.2. Soziologische Theorien. 17
4.2.1. Systemtheorien. 17
4.2.2. Handlungstheorien. 18
4.2.3. Kommunikations-, Identitäts- und Rollentheorien. 19
4.2.4. Gesellschaftstheorien. 20
Materielle Gesellschaftstheorie. 20
Lebensstiltheorien. 20
5. Die Praxis der Sozialisation. 22
5.1. Familie 22
5.2. Sozialisation im Erziehungs- und Bildungssystem. 27
Der Kindergarten. 28
Die Schule. 29
5.3. Die Peergroup. 30
5.4. Die Massenmedien. 31
6. Fazit: Welchen Wert haben die Sozialisationstheorien für die praktische Arbeit der
P ädagogik? 33
7. Literaturverzeichnis. 35
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1. Abbildungsverzeichnis
Abb.1 : Das Zusammenspiel von Anlage und Umwelt bei der
Pers önlichkeitsentwicklung Seite 6
Abb.2. Das Verhältnis von innerer und äußerer Realität Seite 6
Abb.3 : Skinner-Box. Seite 11
Abb.4 : Sozialisation in der Familie Seite 23
Abb.5 : Die Sozialen Rollen in der Kernfamilie Seite 24
Abb.6 : Zirkelförmiger Verlauf des Sozialisationsprozess. Seite 26
Abb.7 : Reproduktion Sozialer Ungleichheit. Seite 27
Abb.8 : Das magische Dreieck der Erziehung Seite 33
3
2. Einleitung
Im Rahmen meiner Hausarbeit zur Vordiplomsprüfung im Studiengang Erziehungswissenschaft werde ich mich mit dem Beitrag der Sozialisation in Theorie und Praxis zur Bildung von Persönlichkeit beschäftigen und versuchen den Wert der Sozialisationstheorien für die praktische Arbeit in der Pädagogik zu evaluieren.
Als erstes werde ich den Begriff der Sozialisation definieren und von den Bereichen der Enkulturation und Erziehung abgrenzen.
Anschließend werde ich verschiedene Sozialisationstheorien aus den Bereichen der Soziologie und der Psychologie vorstellen.
Als nächstes werde ich auf die verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen eingehen, in welchen Sozialisation vollzogen wird und ihren speziellen Einfluss auf den Heranwachsenden darstellen, um abschließend an Hand der vorgestellten Theorien zu zeigen, in wie weit die Pädagogik in der Praxis die Bedingungen zur Bildung von Persönlichkeit verbessern kann.
4
3. Definitionen
Der französische Soziologe Emil Durkheim, welcher von 1858 bis 1917 lebte, gilt als Begründer der Sozialisationsforschung. Er untersuchte die Entwicklung der modernen Industriegesellschaft und interessierte sich vor allem für die Verinnerlichung der Normen, also der Internalisierung der Gesellschaftsmechanismen.
Sozialisation dient seiner Meinung nach der Bestandsicherung der Industriegesellschaft, da das Individuum durch die Verinnerlichung der gesellschaftlichen Normen erst gesellschaftsfähig wird, während es vorher triebhaft, egoistisch und asozial war.
„Sozialisation ist Persönlichkeitsentwicklung im sozialen und kulturellen Kontext, eine Form des stets spannungsreichen Konstruktes der Biografie und der Behauptung der Identität in der Umwelt, im teilweisen Widerspruch zur ärgerlichen Tatsache der Gesellschaft.“ 1 Sozialisation ist nach Durkheim also die Vergesellschaftung der menschlichen Natur. Ab den 60er Jahren kam es zu einer Neudefinition, da die These aufgestellt wurde, dass Sozialisation und Erziehung für die gesellschaftliche Ungleichheit verantwortlich sind. Sozialisation wird jetzt als Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit definiert, der in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt geschieht. 2
Persönlichkeit wird definiert als das individuelle Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Kompetenzen, als Ergebnis der Bewältigung von Lebensaufgaben im Verlauf der Biografie.
Der Begriff der Sozialisation wird abgegrenzt von den Bereichen Bildung, Erziehung und Enkulturation.
Bildung wird verstanden als Förderung der Eigenständigkeit und Selbstbestimmung durch Aneignung von und Auseinandersetzung mit der ökonomischen, kulturellen und sozialen Lebenswelt. Es handelt sich hierbei um einem aktiven und bewussten Prozess. Erziehung dagegen sind gezielte und bewusste Einflüsse aus dem Bildungsprozess. Enkulturation ist das Erlernen der kulturellen Überlieferungen einer Gesellschaft. Sie vollzieht sich unbewusst.
Klaus Hurrelmann hat sieben Thesen zur Sozialisation aufgestellt, auf die ich im Folgenden eingehen werde, um die Definition der Sozialisation abzurunden. 1. Sozialisation vollzieht sich im Wechselspiel von Anlage und Umwelt.
1 Hurrelmann 2002, S. 14
2 Geulen und Hurrelmann 1980, S. 51, in Hurrelmann 2002, S. 15
5
Während der Genotyp die Entwicklungsmöglichkeiten des Individuums festlegt, hängt deren Aktivierung, also das Entstehen des Phänotyps, vom sozialen Kontext ab.
Abb.1: Das Zusammenspiel von Anlage und Umwelt bei der Persönlichkeitsentwicklung 3 2. Sozialisation ist die wechselseitige Abhängigkeit von körperlichen und psychischen Grundstrukturen, der inneren Realität, und sozialen und physikalischen
Umweltbedingungen, der äußeren Realität.
Beide Faktoren sind festgelegt und nicht aktiv veränderbar, lediglich die Art der Auseinandersetzung mit ihnen geschieht individuell und aktiv.
Abb. 2: Das Verhältnis von innerer und äußerer Realität 4
4 Hurrelmann 2002, S. 27
6
3. Sozialisation ist die dynamische und produktive Verarbeitung der inneren und äußeren Realität.
Dieser Prozess ist eine lebenslange Aufgabe und geschieht aktiv, da die Umweltbedingungen beobachtet und analysiert werden, um in der Folge das eigene Handeln daran anzupassen.
4. Eine angemessene soziale und materielle Umwelt ist die Voraussetzung für eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung.
Eine besondere Rolle kommt hier der Institution „Familie“ zu, da sie die ersten und grundlegenden, also „primären“, Einflüsse auf die Persönlichkeitsentwicklung hat. Sie ist der Erschließer und Vermittler der äußeren Realität und ein eigener Mikrokosmos mit spezifischen kulturellen, ökonomischen und normativen Lebensbedingungen. Die soziale Lage und der Bildungsgrad der Eltern beeinflussen die Entwicklungsmöglichkeiten und -aufgaben des Kindes.
5. Nicht nur die Familie hat Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung, sondern auch andere soziale Organisationen und Systeme beeinflussen diese. Im Rahmen der Differenzierung wurden die ursprünglichen Aufgaben der Familie ausgelagert und von anderen Institutionen übernommen. Für die Sozialisation ergibt sich folgende Rangfolge:
Arbeit zitieren:
Heike Vollborn, 2008, Der Beitrag der Sozialisation in Theorie und Praxis zur Bildung von Persönlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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