Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
1.1 Die USA und der Zweite Weltkrieg. 1
1.2 Bedeutung der US-Präsidentschaftswahl 1948. 2
1.3 Vorgehensweise und Forschungsstand 4
2 Die Kandidaten und deren Wahlkampf 5
2.1 Allgemeine Ausgangslage. 5
2.2 Democratic Party - Harry S. Truman. 6
2.3 Republican Party - Thomas E. Dewey. 9
2.4 Progressive Party - Henry A. Wallace. 10
2.5 States’ Rights Democratic Party - J. Strom Thurmond 12
3 Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl und die Folgen. 12
3.1 Anerkennung von Trumans Sieg 12
3.2 Folgen für die Außen- und Innenpolitik der USA 14
4 Fazit 15
Quellen - und Literaturverzeichnis 16
1 Einleitung
1.1 Die USA und der Zweite Weltkrieg
Der Demokrat Franklin D. Roosevelt wurde im Jahr 1932 zum Präsidenten gewählt und trat das Amt 1933 an. Seine erste Amtszeit wurde maßgeblich durch die Folgen der Großen Depression des Jahres 1929 bestimmt. Zur Stabilisierung der Wirtschaft setzte Roosevelt zahlreiche Reformen durch, die unter dem Sammelbegriff New Deal bekannt wurden. Roosevelt ist der einzige US-Präsident, der nach seiner ersten Amtszeit noch dreimal wiedergewählt wurde: Er konnte die Wahlen der Jahre 1936, 1940 und 1944 für sich entscheiden. Dies wurde unter anderem durch die verschärften weltpolitischen Bedingungen des Zweiten Weltkriegs ermöglicht, da die Amerikaner im Ausnahmezustand des Krieges an einer kontinuierlichen Führung besonders interessiert waren. 1
Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1939 gaben die USA zunächst eine Neutralitätserklärung ab. Es war aber von Beginn an klar, dass die USA an einem Sieg über die faschistischen Staaten interessiert waren, da vor allem deren Hauptgegner Großbritannien als Handelspartner für die USA sehr wichtig war. Mit dem Lend-Lease-Act vom 18. Februar 1941 begann die erste Phase der aktiven Interventionspolitik, welche eine umfangreiche Belieferung Großbritanniens und anderer Staaten mit Rüstungsgütern vorsah. Völkerrechtlich konnte von nun an nicht mehr von Neutralität gesprochen werden.
Allerdings führte erst der überraschende japanische Angriff auf Pearl Habour im Pazifik im Dezember 1941 dazu, dass die USA auch offiziell in den Krieg eintraten. Bis zu diesem Ereignis hatte es in den USA starke isolationistische Strömungen gegeben, deren Vertreter unter keinen Umständen mit dem Krieg in Europa etwas zu tun haben wollten und deshalb auch dem Lend-Lease-Act sehr kritisch gegenüberstanden. Nach dem Angriff der Japaner und der Kriegserklärung Deutschlands gegenüber den USA gewann die interventionistische Sichtweise die Oberhand. Die „Antihitlerkoalition“ bestehend aus den USA, Großbritannien und der Sowjetunion wurde geboren: Roosevelt, Churchill und Stalin wollten von nun an gemeinsam gegen das faschistische Deutschland kämpfen. 2
1 Schäfer, Peter: Die Präsidenten der USA im 20. Jahrhundert. Biographien, Daten, Dokumente. Berlin
1990, S. 141-153.
2 Ebd., S. 149-153.
1
Roosevelt verstarb allerdings vor Ende des Zweiten Weltkriegs am 12. April 1945, so dass sein Vizepräsident Harry S. Truman die Amtsgeschäfte übernehmen musste. Truman galt bis dahin in der Außenpolitik eher als unerfahren und musste nun die von Roosevelt angestoßenen außenpolitischen Entscheidungen zur bedeutsamen Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fortführen. 3 Truman war bei den Präsidentschaftswahlen 1944 als „Kompromisskandidat“ 4 für das Amt des Vizepräsidenten aufgestellt worden, weil der bisherige Kandidat Henry A. Wallace dem konservativen Flügel der Demokratischen Partei zu isolationistisch, gewerkschaftsfreundlich und zu reformbereit erschien. Truman, bis dahin Senator des Staates Missouri, war von seiner Nominierung sehr überrascht und wollte diese auch zunächst nicht annehmen: „Ich traute meinen Ohren nicht und sagte (..), ich wollte im Senat bleiben und würde die Nominierung nicht annehmen.“ 5 Erst als Roosevelt Truman persönlich dazu aufforderte, die Nominierung zu akzeptieren, um die Einheit der Demokratischen Partei zu sichern, stellte sich Truman zur Wahl und wurde 1944 zum Vizepräsident gewählt. In Trumans erste Amtszeit bis zur Präsidentschaftswahl 1948 fielen viele bedeutende historische Ereignisse und Veränderungen, welche die Weltpolitik nachhaltig beeinflusst haben und die man wie folgt kurz zusammenfassen kann: „Ende des New Deal; Abbruch der Antihitlerkoalition; Beginn des kalten Krieges“ 6 .
1.2 Bedeutung der US-Präsidentschaftswahl 1948
Der Wahlsieg Trumans bei der Präsidentschaftswahl 1948 gilt als Überraschungserfolg. Sein Gegner, der Republikaner Thomas E. Dewey, schien nach den vielen von Demokraten geführten Regierungsjahren der sichere Favorit für das Amt des Präsidenten zu sein.
Erschwerend kam im Wahlkampf für Truman hinzu, dass er in den eigenen Reihen der Demokraten gegen zwei Abspaltungen antreten musste: Auf der „linken“ Seite trat der frühere Vizepräsident Henry A. Wallace mit seine neu gegründeten Progressive Party an. Der als linksliberal geltende Wallace wollte den Weg in
3 Schäfer: Die Präsidenten der USA im 20. Jahrhundert, S. 175.
4 Ebd., S. 175.
5 Hillman, William (Hrsg.): „Mr. President“. Harry S. Truman. Erste Veröffentlichungen aus seinen
Tagebüchern, Briefen und Gesprächen. Freiburg im Breisgau 1952, S, 228.
6 Schäfer: Die Präsidenten der USA im 20. Jahrhundert, S. 175.
2
einen Kalten Krieg verhindern und plädierte für freundschaftliche Beziehungen mit der Sowjetunion, die an die erfolgreiche Antihitlerkoalition anknüpfen sollten. Auf der „rechten“ Seite spaltete sich die States’ Rights Democratic Party ab, die sich mit ihren konservativ-rassistischen Inhalten aus den Südstaaten heraus bildete. Ihr Kandidat J. Strom Thurmond konnte letztendlich die Wahlen in Alabama, Louisiana, Mississippi und South Carolina gewinnen, so dass die States’ Rights Democratic Party insgesamt 39 von 531 Wahlmännern stellte. (Democratic Party: 303; Republican Party: 189; Progressive Party: 0). 7
Die Präsidentschaftswahl 1948 gilt weltpolitisch insofern als besonders bedeutsam, als dass zu jener Zeit die neue Nachkriegsordnung diskutiert und entworfen wurde. Die bereits im März 1947 gehaltene Ansprache von Präsident Truman, die als „Truman-Doktrin“ bekannt wurde, gilt als offizieller Beginn des Kalten Krieges und der amerikanischen Eindämmungspolitik gegenüber der Sowjetunion. Truman beschreibt darin die Welt, als in zwei Lebensformen geteilt ist, zwischen denen es keine Alternativen geben kann. Auf der einen Seite, die der „Freiheit“, und auf der anderen Seite, die des „Totalitarismus“. Daraus ergibt sich für Truman die Pflicht, dass die USA andere Völker aktiv unterstützen muss, wenn deren Freiheit bedroht wird: „Ich glaube, dass es die Politik der Vereinigten Staaten sein muß, freie Völker zu unterstützen, die sich der versuchten Unterjochung durch bewaffnete Minoritäten oder durch ausländischen Druck widersetzen.“ 8 Diese Sichtweise wurde in den kommenden Jahren zum Maßstab für alle außenpolitische Entscheidungen der USA und führte direkt in den Kalten Krieg. 9 Zusammen mit der Truman-Doktrin gilt die Idee des European Recovery Program (ERP) als zweite fundamentale Weichenstellungen für den Weg der USA in den Kalten Krieg. Die immens hohen Kosten einer solchen Aufbauhilfe wurden in diesem Zusammenhang damit gerechtfertigt, dass nur ein starkes und stabiles Europa ein Gegengewicht zur Sowjetunion sein könne. 10
7 Schäfer: Die Präsidenten der USA im 20. Jahrhundert, S. 190-191.
8 Drechsler, Karl: Die USA zwischen Antihitlerkoalition und Kaltem Krieg. Berlin 1986, S. 287.
9 Freeland, Richard M.: The Truman Doctrine and the Origins of McCarthyism. Foreign Policy, Domestic
Politics, and Internal Security 1946-1948. New York 1972, S. 84-88.
10 Ebd., S. 312.
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Arbeit zitieren:
Marie Schrader, 2009, Die US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 1948 und die amerikanische Außenpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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