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1. Einleitung ...2
2. Die Jugendphase...4
2.1. Kurzer Überblick: Definitionen zu Jugend und Sozialisation...5
2.2. Jugend heute...7
2.2.1. Entwicklungsaufgaben ...9
2.2.2. Sozialisationsinstanzen...11
3. Identitätskonstruktion Jugendlicher ...15
3.1. Zum Verständnis: Was bedeutet ,,Identität"?...16
3.2. Keupp: Patchwork- Identität ...19
3.3. Palfrey: Mehrfachidentitäten der ,,Digital Natives" ...22
4. Jugend im Medienzeitalter ...26
4.1. Jugend zwischen alten und neuen Medien ...27
4.2. Die vernetzte Jugend...33
4.2.1. Communitys ...37
4.2.2. Chat/ Messengerprogramme...40
4.2.3. Newsgroups/ Foren...42
4.2.4. Online- Rollenspiele...43
4.3. Internet- Fluch oder Segen?...47
4.3.1. Chancen des Internets...47
4.3.2. Gefahren des Internets...51
5. Fazit ...55
6. Literaturangaben ...59
2
1. Einleitung
Leben in einer postmodernen Gesellschaft bedeutet sich täglich weiterzubilden um den
Anschluss nicht zu verlieren, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben in einer sich
täglich weiterentwickelnden Welt. Ohne Medien wäre das wohl kaum zu schaffen, so genügt
schon ein Blick in die Tageszeitung um zu wissen, was in der Welt geschieht. Wer kein Geld
für die gedruckte Version der News ausgeben möchte, ist im Internet inzwischen auch gut
beraten: viele Zeitungsartikel sind hier auch online abrufbar. Um sich einen groben Überblick
über das Geschehen in der Welt zu verschaffen, genügt es schon, sich die täglichen
Fernsehnachrichten anzuschauen.
Insbesondere das Leben der Heranwachsenden
1
in unserer Gesellschaft ist gekennzeichnet
von technischen Neuerungen und modernen Medien. ,,Das Leben ist für die Jugendlichen wie
ein Supermarkt mit sehr langen Regalen voller Möglichkeiten und kein Tante- Emma- Laden,
in dem alles nur einmal vorhanden ist" (Dammler 2009, S.61). Die heutigen
Heranwachsenden leben in einer hochkomplexen Welt, die durch moderne Technik geprägt
ist. Mehr und mehr Jugendliche besitzen ein eigenes Fernsehgerät und verfügen
gleichermaßen über einen eigenen Internetanschluss im Kinderzimmer. ,,95 Prozent aller
deutschen Haushalte mit Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sind bereits online, knapp
die Hälfte der Jugendlichen hat einen Internet- Anschluss im eigenen Zimmer" (Bonstein in
Der Spiegel 20/2008, S.101).
Oft wird über die heutige Jugend geschimpft, die Heranwachsenden stehen am Pranger, weil
sie sich angeblich nicht mehr sinnvoll beschäftigen können, ihr Leben ist geprägt von
,,passivem vor der Glotze hängen" und sinnlosem ,,Internetgesurfe". Doch ist dieser oft von
Seiten der älteren Generationen gebrachte Vorwurf gerechtfertigt? Die folgende Arbeit
beschäftigt sich unter anderem mit der Klärung dieser Frage. Des Weiteren wird auf den
Prozess der Identitätskonstruktion der heutigen Jugend, der sich mithilfe der Medien
vollzieht, eingegangen und schließlich soll das Internet als modernes Medium näher
beleuchtet werden.
Hier werden Fragen geklärt wie: Welchen Sinn hat das Internet eigentlich, bringt es überhaupt
Vorteile mit sich? Wäre unsere Jugend heute nicht ohne all diese technischen Neuerungen
besser beraten? Und: Wird unsere Gesellschaft in der Zukunft nur noch aus internetsüchtigen
Menschen bestehen, die ihr Leben nicht mehr selbst organisieren können? All diese Fragen
1
Ich verwende die Bezeichnungen Jugendlicher und Heranwachsender hier gleichbedeutend, einige Autoren
haben für diese Begriffe spezifische Altersgrenzen festgelegt (näheres dazu z.B. Schäfers 2001, S.19).
3
beinhalten Vorwürfe, denen unsere Jugendlichen gegen-überstehen. Zu klären bleibt im
Folgenden, inwiefern diese Anschuldigungen berechtigt sind.
Beginnen möchte ich meine Arbeit, indem ich die Jugend als eigene Lebensphase darstelle.
Letztendlich sollen gesellschaftliche Wandlungsprozesse und deren Konsequenzen für die
heutige Jugend aufgezeigt werden.
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2. Die Jugendphase
,,Die Jugendphase ist die Zeit verstärkter, mehr und mehr reflektierter und eigen-
verantwortlicher Identitätssuche. Der Jugendliche muss zu sich selbst, zum anderen
Geschlecht, zu den Werten seiner Kultur und Gesellschaft einen Standpunkt gewinnen"
(Schäfers 2001, S.93). Die heutige Jugend hat es mit der Ausbildung einer eigenen Identität
sicherlich nicht leichter als die vorherigen Jugendgenerationen. Massenweise
Medienangebote lauern an jeder Straßenecke, Handys müssen regelmäßig ,,gepimpt" werden,
um mit den Freunden mithalten zu können, und wer nicht über Fernseh- und Internetanschluss
verfügt, hat es ohnehin schwer, mit der Clique zu kommunizieren. ,,Für die Jugendlichen ist
das permanente Update ihrer technologischen Geräte jedoch eine Art Mitgliedsausweis zu
ihrer Generation [...] 46 Prozent der befragten Jugendlichen hatten das Cover ihres Handys
im letzten Jahr geändert. Die Möglichkeit, nicht nur technologisch, sondern auch ästhetisch
Eigenständigkeit zu demonstrieren, erhöht das Abgrenzungspotential"
2
(Steinle 2003, S.121).
Diese neuen Technologien wie Handy und Internet führen die Jugendlichen zusammen, hier
bilden sich Interessengruppen (vgl. Dammler 2009, S.50).
Tägliche Gespräche unter Freunden, ob online oder in der Realität, beziehen sich nicht selten
auf das aktuelle Geschehen in der täglichen Lieblingsserie, die neuesten Handys und die
Fotos, die von Gleichaltrigen letzte Woche im StudiVZ
3
hochgeladen wurden. ,,Die
elektronische Anwesenheit überbrückt die Phasen, in denen man sich nicht von Angesicht zu
Angesicht treffen kann" (Steinle 2003, S.128). Heranwachsende sind heutzutage geradezu
darauf angewiesen, Zeit im Internet zu verbringen um nicht zum Außenseiter zu werden (vgl.
ebd., S.128). Die Jugend hat es in Zeiten von Pluralisierungs- und Differenzierungsprozessen
also zunehmend schwerer, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu bleiben und mit ihnen
mitzuhalten, sei es in Form von Markenklamotten oder durch das Besitzen des neuesten
Handys. Wer dazu gehören möchte, braucht die aktuellsten Produkte. Ihnen wird eine
Vielzahl von Möglichkeiten und Angeboten gemacht, zwischen denen sie das für sich
Richtige herausfiltern müssen. Es kommt zur ,,sog. ,,Entstrukturisierung" (Olk 1985, zit. nach
Hoffmann 2002, S.18) und ,,Biographisierung der Jugendphase" (Hoffmann 2002, S.18).
Was das nun bedeutet, soll im Folgenden erläutert werden. Auch die Konsequenzen, die diese
Prozesse für die Heranwachsenden haben, werden hier aufgezeigt, es wird des weiteren darauf
2
Befragt wurden im Zuge dieser Studie 300 Jugendliche in 12 Städten Ost- und Westdeutschlands (vgl. Steinle
2003, S.14).
3
Näheres zu Communities wie ,,StudiVZ" in Kapitel 4.2.1.
5
eingegangen, vor welchen (neuen) Herausforderungen unsere heutige Jugend steht und wie
sie diese bewältigt. Zum besseren Verständnis werde ich vorab eine kurze Einführung in die
Begriffe ,,Jugend" und ,,Sozialisation" geben.
2.1. Kurzer Überblick: Definitionen zu Jugend und Sozialisation
Der Begriff Jugend ist nicht neu, dennoch möchte ich ihn hier noch einmal definieren um
Missverständnisse zu vermeiden und Differenzen zwischen vorherigen Jugendgenerationen
und der heutigen Jugend aufzuzeigen: ,,Jugendalter oder die Adoleszenz bezieht sich auf die
Phase des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein. Es erstreckt sich ungefähr von
zwölf Jahren bis zum 18. oder 19. Lebensjahr, wenn das Körperwachstum nahezu
abgeschlossen ist. In dieser Zeit wird der Jugendliche sexuell erwachsen und erwirbt sine
Individualität als ein von der Familie unabhängiges Individuum" (Smith/ Nolden- Hoeksema/
Fredrickson/ Loftus 2007, S.129). Eine weitere, aktuellere Definition des Begriffs Jugend
zeigt, dass man sich aufgrund von Enttraditionalisierungsprozessen in postmodernen
Gesellschaften von Altersbegrenzungen der Jugendphase loslösen muss: ,,In den
hochentwickelten individualisierten Industrie- und postmodernen
Dienstleistungsgesellschaften wird meistens eine bestimmte Alterphase mit unscharfen
Rändern zwischen Kindheit und Erwachsensein im Lebenslauf als Jugendphase
gekennzeichnet [...] Mit dem Begriff ,,Jugend" werden in der Regel die Heranwachsenden
(adolescents) gekennzeichnet, die nicht mehr Kind und noch nicht vollends mündig-
selbständige Erwachsene sind. Die Jugendphase wird daher durch die mehr oder minder
scharf umgrenzte oder bewußte Auswahl einer Mehrzahl von menschlichen Subjekten, die
einer bestimmten demographischen ,Klasse' von Altersjahren angehören, charakterisiert"
(Ferchhoff 1993, S.54). Die Jugendphase kann heutzutage nicht mehr klar umrissen werden
und findet je nach Lebenslauf einen individuellen Ausgang: ,,Die Jugendzeit ist heute so
gesehen für die meisten Jugendlichen angesichts längerer Schul- und Ausbildungszeiten,
Warteschleifen, Zweitausbildung etc. so weit ausgedehnt worden, daß sie selbst den Charakter
als verlängerte ,Warte-, Übergangs- oder Reifezeit' weitgehend verloren hat. Die
Jugendphase hat sich mehr oder weniger von einer ,relativ sicheren Übergangs-, Existenz-
und Familiengründungsphase zu einem ,,offenen Lebensbereich' gewandelt" (Böhnisch/
Müller, zit. nach Ferchhoff 1993, S.57).
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Die Jugendphase ist eine Zeit des Experimentierens, der Heranwachsende kann in
verschiedene Rollen schlüpfen, sich ausprobieren, neue Möglichkeiten erfahren und so die
Konsequenzen seines Handelns kennen lernen. In dieser Zeit geben sich die Jugendlichen
erwachsen, sie möchten mitbestimmen und verfügen mittlerweile über einen eigenen
Kleidungs- und Lebensstil. Die Eltern sollen sie dabei akzeptieren wie sie sind, mit all ihren
alterstypischen Wutausbrüchen und in Augen der Erzieher oftmals komischen Outfits. Nach
außen hin wirken diese Jugendlichen selbstbewusst und selbstständig, sie sind jedoch nicht
erwachsen und haben auch ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden (vgl. Böhnisch
in Ködelpeter 2008, S.26).
Im Zuge dieses neuen Handlungsspielraumes, denen jeder Heranwachsende in unserer
Gesellschaft heutzutage ausgesetzt ist, kommt der Selbstsozialisation
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als Teil des
Sozialisationskonzepts eine immer größer werdende Bedeutung zu. Zu klären heißt es nun,
was der Begriff ,,Sozialisation" überhaupt meint: Unter Sozialisation ist, allgemein gesagt, der
,,Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit
zwischen Individuum und der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt
zu verstehen, wobei das Individuum als ,aktiver Umweltgestalter' (Geulen 1977) bzw. als ein
,produktiv realitätsverarbeitendes Subjekt' (Hurrelmann 1986; 2002; s. Kap. 4.3.) gesehen
wird" (Raithel/ Döllinger/ Hörmann 2007, S.60). ,,Im Prozeß der Sozialisierung
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lernt der
Mensch, die Sprache in Übereinstimmung mit sozialen, insbesondere moralischen Normen zu
gebrauchen. Er lernt, daß bestimmte Wörter unanständig sind und nicht gesagt werden
dürfen" (Kron 2001, S.51).
Der Prozess der Sozialisation läuft in jedem einzelnen Individuum ab, er ist also spezifisch
und dient zur Entwicklung und Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit: ,,Sozialisation ist die
lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen,
insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die
,innere Realität' bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen
die ,äußere Realität' bilden" (Hurrelmann 2006, S.16). Der Sozialisationsprozess ist
notwendig um gesellschaftsfähige Individuen zu schaffen, durch verschiedene
Sozialisationsinstanzen wird der Jugendliche in die Gesellschaft integriert und erlangt
schließlich eine individuelle Persönlichkeit sowie seinen Platz in der Gemeinschaft. Im Zuge
der Sozialisation sieht sich jede Jugendgeneration verschiedenen, gesellschafts- und
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,,Selbstsozialisation geschieht über die Definition von Zugehörigkeiten und Abgrenzungen zu anderen
Menschen als Teil sozialer Gruppen. Dies erfolgt u.a. über sozialästhetische Umgehensweisen mit Musik und
Medien, die neben dem ,reinen' ästhetischen Genuss ein nicht zu vernachlässigendes Motiv für deren Nutzung
und Gebrauch darstellen können" (Müller/ Glogner/ Rhein/ Heim 2002, S.16).
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Die Begriffe Sozialisation und Sozialisierung werden hier synonym gebraucht (vgl. Kron 2001, S.52).
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kulturspezifischen Problemen und Herausforderungen gegenüber-gestellt, die sie zu
bewältigen hat.
2.2. Jugend heute
Die heutige Gesellschaft ist einer enormen Umstrukturierung der Lebensgewohnheiten- und
Verhältnisse unterworfen: Prozesse wie der Wandel der Geschlechtsrollen, die Auflösung
konventioneller Autoritäten, die Zersplitterung von Beziehungen und schließlich die
Individualisierung haben dazu beigetragen, dass die gesellschaftlichen Werte sich in den
letzten 100 Jahren enorm gewandelt haben. Aktuell wird auf Flexibilität und Mobilität
gesetzt, Formen des Zusammenlebens gibt es wie Sand am Meer, an Stelle von Tradition steht
nun Modernisierung (vgl. Roth- Ebner 2008, S.26f).
Die Jugend wächst mit immer mehr technischen Neuerungen auf, im Zuge der
Modernisierung kam es zur Entstrukturisierung und Individualisierung der Jugendphase:
,,Ausgangspunkt für den Prozess der Individualisierung war die in den fortgeschrittenen
Industriegesellschaften sich rasch vollziehende Modernisierung der Gesellschaft.
Modernisierung steht für Veränderungen, insbesondere für einen bestimmten Typ des
sozialen Wandels, der sich in verschiedenen Bereichen in den vergangenen Jahrhunderten
vollzogen hat. Eigentlich geht es um die beschleunigte Entwicklung von der traditionalen
Agrargesellschaft zur hochentwickelten, demokratisch- pluralistischen Industrie-gesellschaft"
(Hoffmann 2002, S.21).
Hurrelmann sieht die Gründe für die Ausdifferenzierung der Lebensphase Jugend zum einen
in der ,,Etablierung des allgemeinen Schulwesens, des beruflichen Ausbildungssystems und
der akademischen Hochschulen " (Hurrelmann 2007, S.22), zum anderen jedoch auch in
technischen Modernisierungs- und Rationalisierungsprozessen, infolge derer weniger
Arbeitskräfte benötigt werden. Des Weiteren hat sich auch der Eintritt in die Pubertät in den
vergangenen 100 Jahren zeitlich enorm vor verlagert (vgl. ebd., S.22). Das Leben der
Heranwachsenden heute ist demnach kaum vergleichbar mit der Jugendlichen vor 100 Jahren.
Die Jugendphase ist mittlerweile geprägt von Institutionalisierung in Form von Schule und
Ausbildung: ,,[...] der Bildungs- bzw. Lernaspekt ist zweifelsohne zu einem zentralen
Merkmal für das Verständnis der Jugendphase geworden" (Böhnisch, zit. nach Ferchhoff
1993, S.109). Die Jugendlichen müssen ihr Leben vermehrt selbst in die Hand nehmen, wo
vor 100 Jahren die Herkunft noch den zukünftigen Beruf bestimmte, wo das Leben von
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religiösen Riten mitbestimmt wurde, steht heute der Kampf um einen eigenen Ausbildungs-
oder Studienplatz: ,,[...] müssen Jugendliche [...] ihre Lebensbiographie jenseits traditioneller
Herkunftsmilieubindungen und jenseits verbindlicher institutionalisierter, kollektiv
vorgelebter Statuspassagen in die eigene Hand nehmen" (Ferchhoff 1999, S.182). Die
Heranwachsenden sind heute im Gegensatz zu vorhergehenden Jugendgenerationen vielen
Angeboten und Möglichkeiten ausgesetzt, sie müssen sich in einer Vielzahl von Medien- und
Werbeangeboten zurechtfinden und sich letztendlich daraus ihren eigenen, individuellen Stil
zusammenbasteln.
Die Pluralisierung der Lebensstile führt zum einen zu früher unvorstellbaren Freiräumen, die
die Jugendlichen heute genießen dürfen, zum anderen jedoch auch zu Verunsicherungen und
Ängsten vorm eigenen Scheitern und vor Arbeitslosigkeit (vgl. Ferchhoff 1993, S.47). Viele
Jugendliche sind dem gesellschaftlichem Druck nicht gewachsen, kommen mit der
Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt nicht zurecht und bleiben häufig arbeits- und perspektivlos
allein zurück. ,,Immer häufiger tritt auch die Situation ein, dass eine Entwicklungsaufgabe gar
nicht oder nicht voll abgeschlossen werden kann, etwa der Eintritt in einen Beruf wegen
Arbeitsplatzmangel nicht erfolgt oder wenn sich junge Frauen und Männer entscheiden, keine
eigene Familie mit Kindern gründen zu wollen" (Hurrelmann 2007, S.9).
Jugendliche müssen heutzutage ,,eine hohe Kompetenz der persönlichen und biografischen
Selbstorganisation aufbauen, wenn sie Anforderungen der körperlichen und psychischen
Innenwelt und der sozialen und physischen Außenwelt bewältigen wollen. Sie stehen vor der
Aufgabe, in den gesellschaftlich jeweils voneinander getrennten Lebensbereichen
Herkunftsfamilie, Schule, Berufsausbildung, Hochschule, Freizeit, Medien, Konsum,
Freundschaft, Partnerschaft, Recht und Religion jeweils eigene Wege der individuellen
Erntfaltung und der sozialen Integration zu finden" (Hurrelmann 2007, S.9). Eine
Pluralisierung der Gesellschaft erfordert somit auch ein gewisses Organisationstalent um all
diese Aufgaben bewältigen zu können, nicht selten jedoch bleibt dabei ein Lebensbereich auf
der Strecke. Jugendliche sehen sich unter dem ,,zunehmenden Druck zur Selbstorganisation,
zur individualisierten Gestaltung ihrer Lebensgeschichte anfällig für unvorhersehbare Brüche
und einem nicht kalkulierbaren Scheiterrisiko ausgesetzt" (Ferchhoff 1993, S.123). Auch die
Rolle der Erwachsenen als leitende Instanz der Identitätsbildung verliert aufgrund von
Arbeitslosigkeit und fehlenden Vorbildcharakters zunehmend an Bedeutung (vgl. Hurrelmann
2007, S.18). Nichts desto trotz setzen die Heranwachsenden auch gegenwärtig noch auf die
Meinung ihrer Erziehungsberechtigten und lassen sich von diesen Unterstützung und Halt
geben. Jugendliche stehen in Zeiten der Individualisierung vor einer Vielzahl zu
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bewältigender Herausforderungen, gleichzeitig gilt es herauszufinden, wie man sich am
besten in dem sich verändernden Körper zurechtfinden kann.
2.2.1. Entwicklungsaufgaben
Schon Erik H. Erikson stellte heraus, dass die Jugendphase ein nicht ganz einfach zu
bewältigender Lebensabschnitt ist. Nach Erikson ist die zentrale Aufgabe die ein Jugendlicher
zu bewältigen hat, die Entwicklung einer eigenen Identität. Zu beantworten sind hier ,,die
Fragen ,Wer bin ich?' und ,Wohin gehe ich?'" (Smith/ Nolden- Hoeksema/ Fredrickson/
Loftus 2007, S.130).
Hurrelmann beschreibt die Entwicklungsaufgaben eines Heranwachsenden etwas
ausführlicher:
· ,,Entwicklung einer intellektuellen und sozialen Kompetenz" (Hurrelmann
2007, S.27). Ziel ist es, den Berufseinstieg, und damit eine Grundlage für
eine finanziell unabhängige Existenz zu schaffen (vgl. ebd., S.27)
· ,,Entwicklung des inneren Bildes von der Geschlechtszugehörigkeit" (ebd.,
S.27). Hier sollen soziale Kontakte geknüpft und letztendlich eine Basis
für die Familiengründung geschaffen werden (vgl. ebd., S.27).
· ,,Entwicklung selbstständiger Handlungsmuster für die Nutzung des
Konsumwarenmarktes" (Hurrelmann 2007, S.28). Ziel sei ein eigener
Lebensstil und ein angemessener Umgang mit finanziellen Mitteln (vgl.
ebd., S.28).
· ,,Entwicklung eines Werte- und Normsystems und eines ethischen und
politischen Bewusstseins" (ebd., S.28). Der Handelnde soll für sein
Verhalten Verantwortung übernehmen können (vgl. ebd., S.28).
Die Jugendphase gilt nach Hurrelmann als erfolgreich abgeschlossen, wenn diese
Entwicklungsaufgaben gelöst wurden und der Heranwachsende somit als eigenständiges
Individuum mit ausgebildeter Identität angesehen werden kann (vgl. ebd., S.30).
Ich persönlich halte die These, dass jeder Heranwachsende mit Ende der Jugendphase über
eine Basis zur Familiengründung, sprich einen festen Partner/ eine feste Partnerin, verfügt, für
sehr gewagt. Schaut man sich einmal auf der Straße um, so ist das Gesellschaftsbild auch von
,,Mittzwanzigern" geprägt, die zwar kinderlos, aber dennoch erwachsen sind und bereits ihr
eigenes Geld verdienen, zudem vielleicht auch noch studieren oder eine Ausbildung machen.
Sollen diese Mitglieder unserer Gesellschaft trotzdem weiterhin als Heranwachsende
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bezeichnet werden, obwohl sie doch bereits eigenständig leben? Das umgekehrte Bild
beschreibt Schäfers: ,,Eine relativ neue Erscheinung ist z.B. der ökonomisch unselbstständige
Jugendliche als Vater oder Mutter, der noch studiert, und durch Studentenleben,
Bekanntenkreis usw. zu einer bestimmten Teilkultur der Jugend gehört. Hier geht das
Jugendalter in die Post- Adoleszenz über" (Schäfers 2001, S.18). Mit dem Begriff der ,,Post-
Adoleszenz" wurde von Schäfers hier ein Vorschlag zur Lösung des Problems geboten.
Im Zuge des Erwachsenwerdens muss ein jeder lernen, selbstständig zu werden, es ist
wichtig, Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen und sich vom Elternhaus abzulösen. ,,Nur
wer sich von seinen Eltern und deren übermächtigem Vorbild löst, kann zu einer
eigenständigen Person werden, und nur wer sich von der elterlichen Familie löst, kann eine
eigene Familie gründen" (Dammler 2009, S.33). Das Ablösen vom Elternhaus ist immer noch
eng verbunden mit Rollenexperimenten: ,,Die Jugendlichen haben Spaß an diesen
Rollenspielen: Sie testen in einer Phase der erwachsenen Sexualität Rollen aus,
experimentieren mit verschiedenen Identitäten. Man kann dies positiv als aktives Arbeiten an
der eigenen Persönlichkeitsentwicklung sehen, oft ist es aber auch nur sinnfreies
Herumalbern" (Dammler 2009, S.42). Diese Erscheinung ist nichts Neues, er einzige
Unterschied zu vorherigen Jugendgenerationen besteht darin, dass die Heranwachsenden
heute auch in der virtuellen Welt in verschiedene Rollen schlüpfen (können).
Der Prozess der Medialisierung führt dazu, dass die Heranwachsenden ,,zwischen zwei
Stühlen stehen". Vielleicht sind sie zu fortschrittlich, zu weit entwickelt für die sich noch
wandelnde Gesellschaft, in der sie leben? ,,Einerseits werden sie täglich mit den neuen
Technologien und Anwendungen konfrontiert, und es gelingt ihnen ja auch, diese in ihr Leben
zu integrieren. Das ist richtig und sogar zwingend notwendig- wenn es vielleicht auch
manchmal etwas intensiv geschieht. Andererseits bewegen sie sich in einer Gesellschaft, die
noch massiv in früheren Strukturen verwurzelt ist und starrsinnig auf Werten und
Verhaltensweisen beharrt, die in der heutigen Zeit so einfach nicht mehr lebbar sind"
(Dammler 2009, S.122). Ebenso verführt der Konsummarkt die Heranwachsenden zum
Experimentieren: ,,Der Kauf von Konsumgütern dient dabei nicht nur der Wunscherfüllung,
sondern vor allem der sozialen Anerkennung und Selbstverwirklichung. Wenn Jugendliche
nicht in der Lage sind, mit dem Konsumverhalten ihrer Gleichaltrigengruppe mitzuhalten,
können psychische und soziale Spannungen entstehen, wie etwa niedriges Selbstwertgefühl
oder aggressive und kriminelle Verhaltensweisen" (Hurrelmann 2005, zit. nach Shell 2006,
S.77). Kritisch wird es, wenn dem Jugendlichen nicht genügend Geld zur Erfüllung dieser
Konsumwünsche zur Verfügung steht. Jeder fünfte Heranwachsende bis zum 20. Lebensjahr
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nutzte bereits Kredit- oder Ratenzahlungen um sich einen Wunsch zu erfüllen, unter den 6-
12- Jährigen waren laut Steinles Studie bereits 6 Prozent der Kinder schon einmal verschuldet
(vgl. Steinle 2003, S.105). Die heutige Jugend ist also in frühen Jahren bereits vielen
Versuchungen und damit hohen Anforderungen an sich selbst ausgesetzt. Oftmals stehen die
Heranwachsenden mit den Konsequenzen ihres Handelns letztendlich allein da. Hier werden
neben den Chancen der heute viel größeren Experimentierfreiräume der Jugendlichen auch
die Gefahren dieser Freiheiten deutlich.
Unter anderem auch durch erhöhte Scheidungsraten müssen viele Heranwachsende heute
früher lernen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen (vgl. Steinle 2003, S.40). ,,Sie sind
viel autonomer als die Generationen vor ihnen. Das müssen sie auch sein, denn ihre Zukunft
können sie niemandem anvertrauen- keinem Unternehmen, keiner Partei und keinem Staat.
Die Kinder der digitalen Generation wissen, dass sie sich letzten Endes nur auf sich selbst
verlassen können. Knapp zwei Drittel sind nach der jüngsten Jugendbefragung des
Allensbach- Instituts aus 2002 der Meinung: ,Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer sich
heute anstrengt, der kann es auch zu etwas bringen'. Selbstorganisation und Unabhängigkeit
stehen für die Jugendlichen daher an oberster Stelle" (Steinle 2003, S.45).
Die meisten Jugendlichen kommen auch ohne große Schwierigkeiten durch die Jugendphase,
sie lernen aus ihren Fehlern und wachsen zu gesellschaftsfähigen, verantwortungsbewussten
Erwachsenen heran. Ohne den Rückhalt und die Hilfe von Familie und Peergroup wäre das
jedoch sicherlich nicht möglich.
2.2.2. Sozialisationsinstanzen
Die Familie gilt bei einer Vielzahl Theoretikern trotz steigender Bedeutung von Medien und
Peergroup nach wie vor als wichtigste Sozialisationsinstanz im Leben des Kindes, hier macht
es schließlich auch erste Erfahrungen. Die Familie ist die erste und auch die wichtigste
Bildungsinstitution im Leben eines Kindes.
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In der Familie werden erste Weichen für seine
Entwicklung gelegt, das Kind lernt laufen und sprechen, erste Kompetenzen werden
vermittelt und es wird auf die Gesellschaft vorbereitet. Die Eltern haben eine gewisse
Vorbildfunktion, von ihnen dargestellte Handlungs- und Sprechweisen werden vom Kind
nachgeahmt (vgl. Büchner/ Brake 2006, S. 13).
Fraglich ist in einer pluralistischen Gesellschaft wie der unseren nun, inwiefern man
überhaupt von einer intakten Familie beziehungsweise von Eltern im Plural sprechen kann:
6
Vorausgesetzt wird dabei eine intakte Familie- d.h. es liegen keine Gewalttaten oder sonstiges vor.
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,,Klassische Sozialisationstheorien sprechen bei der Familie von der primären
Sozialisationsinstanz" (König 1972, Neidhardt 1967, zit. nach Hoffmann 2002, S.49). Im
modernen Sinne beschreibt Familie jedoch nicht mehr nur die traditionelle Kernfamilie,
sondern ebenso ein allein erziehendes Elternteil mit Kind und andere Familienformen: ,,Die
traditionelle Kernfamilie hat in postmodernen Gesellschaften an Selbstverständlichkeit
eingebüßt, so dass nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass Kinder und Jugendliche
in diesem Familienmodell aufwachsen (Honneth 1995). Es kann sich beim familialen
Sozialisationskontext um Ein- Eltern- Familien, Trennungs-, Scheidungs-, Fortsetzungs- oder
um Stieffamilien handeln; je nach Auffassung und familialem Selbstverständnis sind die
Bezugspersonen variabel" (Hoffmann 2002, S.50). Natürlich hat der familiäre Kontext,
jedoch insbesondere die Qualität des Eltern- Kind- Verhältnisses auch Auswirkungen auf die
Sozialisation des Jugendlichen (vgl. ebd., S.50). Das Erziehungshandeln bestimmt den
weiteren Werdegang des Jugendlichen erheblich mit, für die heutige Erziehung ist ein
Mitbestimmungsrecht der Heranwachsenden kennzeichnend: ,,Kinder und Jugendliche haben
heute ein Mitspracherecht, wenn es um ihre Belange geht. Ausgehandelt werden
beispielsweise die Ausgeh- und Bettzeiten, das Taschengeld, das Essen und die
Fernsehnutzung" (Hoffmann 2002, S.51).
Während die Sozialisationsinstanz Familie mit zunehmendem Alter der Heranwachsenden in
Bezug auf alterstypische Themen als Ansprechpartner an Bedeutung verliert, werden die
Gleichaltrigen dort immer wichtiger. In so genannten Peergroups finden die
Heranwachsenden Gleichgesinnte mit denen sie ihre Interessen teilen können und mit denen
sie über alterstypische Themen reden können. ,,Jugendliche finden unter ihresgleichen einfach
passende und gute Ansprechpartner, was vor allem alterstypische Interessen, Problem- und
Bedürfnislagen anbetrifft: Die Gleichaltrigen bilden eine Art Solidargemeinschaft, in der
relativ ungehemmt und ungezwungen z.B. über biologisch bedingte Reifungsprozesse, über
Ablösungsschwierigkeiten von den Eltern, über Identitätsfindung und Selbstdarstellungen
gesprochen und verhandelt werden kann. Freunde und Freundinnen geben Anstöße zur
kritischen Reflexion der eigenen Lebensentwürfe und helfen unter anderem bei der
Entscheidungsfindung hinsichtlich des einzuschlagenden Bildungs- bzw. Ausbildungsweges"
(Giegel 1988, zit. nach Hoffmann 2002, S.56). Diese Sozialisationsinstanz wird von den
Jugendlichen selbst ausgewählt und ist somit ein freiwilliges Gefüge. Die Jugendlichen
treffen sich nicht nur in der Realität, sie erweitern ihren Treffpunkt auch auf die virtuelle
Welt, indem sie nachmittags zu Hause chatten: ,,Viele Kulturen kennen Rituale, die die
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Gemeinschaft konstituieren, seien es Tänze, Versammlungen oder Fußballspiele. Messenger-
Programme sind das entsprechende Ritual der heutigen Jugend" (Dammler 2009, S.35).
Da können wir geradezu von Glück sprechen, dass es eine Schulpflicht gibt, denn in solchen
Institutionen stehen sich die Heranwachsenden dann doch noch beinahe täglich von Angesicht
zu Angesicht gegenüber. In der Schule finden die meisten Jugendlichen Anschluss an
Gleichaltrige und damit ihren festen Freundeskreis (vgl. Hoffmann 2002, S.53).
Die Schule als Sozialisationsinstanz gibt den Heranwachsenden im Gegensatz zur Peergroup
ausgearbeitetes Wissen vor, hier ist nur wenig Zeit für Diskussionen und kritische Fragen von
Seiten der Lernenden, demnach kann hier die in der Freizeit erworbene Selbstständigkeit der
Schüler kaum weiter gefördert werden. ,,Das Lehrpersonal scheint für Konfrontationen und
Auseinandersetzungen mit den Kindern und Jugendlichen einfach nicht adäquat ausgebildet
zu sein und keine zentrale, persönliche, sondern eher eine formelle Bezugsperson für
Jugendliche zu sein. Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass der Auftrag der Schule nicht nur
Bildung, sondern auch Erziehung ist" (Hoffmann 2002, S.51). Vielerorts ist aktuell zu lesen,
dass das Konzept der Schule veraltet ist, vielleicht ist es an der Zeit für einen
Paradigmenwechsel? Andererseits sollte man im Hinterkopf behalten, dass sicherlich nicht
alle Schüler auf ein persönlicheres Verhältnis mit ihren Lehrern aus sind: ,,Generell wird
Schule von den Schülern und Schülerinnen als Pflichtinstitution betrachtet, als
Selbstverständlichkeit, und ihre Legitimität steht prinzipiell außer Frage" (Hurrelmann 1983,
zit. nach Hoffmann 2002, S.53).
Neben diesen drei klassischen Sozialisationsinstanzen wachsen die heutigen Jugendlichen mit
einem weiteren, wichtigen Element des Sozialisationsprozesses auf: ,,Moderne Medien sind
eine mächtige Sozialisationsinstanz, die sich sowohl positiv als auch negativ und hemmend
auf die Entwicklung Jugendlicher auswirken kann. Entsprechend bedeutsam ist die
Einbettung und Reflektierung von Medien in Familie, Schule und Gleichaltrigengruppe"
(Shell 2006, S.83). Es gibt mittlerweile nur noch wenige Jugendliche, die ohne einen eigenen
Internetzugang aufwachsen, hier holen sie sich Informationen zu altersgemäßen Themen und
Problemen, die sie beschäftigen. Sie können sich hier ausleben, das Internet ist eine elternfreie
Zone, in der sie sich mit ihren Freunden treffen und austauschen können, aber auch in
verschiedenste Rollen schlüpfen und mit Identitäten experimentieren können (vgl. Hoffmann
2002, S.65). Die Medien sind für die heutige Jugendgeneration ein nicht mehr
wegzudenkender Alltagsbegleiter: ,,Sie sind Kommunikationsmedien, prägen
Handlungsmuster; bieten Orientierung und Identifikationsangebote" (vgl. Paus- Haase&
Hasebrink 2001; Fritsche 2003, zit. nach Wegener 2008, S.36). Durch Medienangebote wird
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