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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ii
1. Historischer Abriss 1
2. Motive der europäischen Integration 1
2.1. Friedensicherung 1
2.2. Der Wiederaufbau Europas 2
2.3. Die Einbindung Deutschlands 3
3. Zielperspektiven und Modelle der Integration 3
3.1. Europäischer Staatenbund 3
3.2. Europäischer Bundesstaat 3
3.3. Funktionalistisches Integrationskonzept 4
3.4. Ökonomisches Integrationsmodell 5
3.5. Intergouvernmentale Zusammenarbeit 5
3.6. Gegenwärtige und zukünftige Integrationsmodelle 6
4. Etappen der Integration 6
4.1. Ziele der einzelnen Verträge 7
4.1.1. Der EWG - Vertag 7
4.1.2. Die Einheitliche Europäische Akte (EEA) 7
4.1.3. Der Vertrag von Maastricht 7
4.2. Fazit 8
4.3. Probleme der Zielverwirklichung 8
5. Zukunftsaussichten der EU 10
5.1. Eine Gemeinsame Verfassung - Weg zum neuen EU Primärrecht 10
5.1.1. Austritt der „Blockierer“ 11
5.1.2. Gründung einer supranationalen Union 12
5.1.3. Von der Notwendigkeit überzeugen 13
5.2. Erweiterung der EU und ihre Grenzen 13
6. Einschätzung und Ausblick 15
Literaturverzeichnis 16
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1. Historischer Abriss
Der erste Weltkrieg, dem zahlreiche lokale Konflikte vorausgingen, veränderte die politische Welt Europas grundlegend. Neue Staaten entstanden, neue Grenzen wurden gezogen, die wiederum Auslöser für künftige Konflikte waren. Merkmale dieser Europäischen Krisenjahre waren wirtschaftliche Stagnation und Massenarbeitslosigkeit sowie die durch Abbruch internationalen Handelsströme hervorgerufene Zerrüttung der Weltwirtschaft und der Währungssysteme. 1 Die Katastrophe des zweiten Weltkrieges ließ Europa buchstäblich in Trümmern versinken. Nicht nur das besiegte Deutschland, welches den zweiten Weltkrieg begonnen hatte, und die befreiten Länder, die unter dem Expansionswahn des Nationalsozialismus gelitten hatten, waren zerstört und kämpften ums überleben, auch die europäischen Siegerstaaten Frankreich und England trugen die schwere Last der Kriegsfolgen. 2 Aus dieser krisenhaften und kriegerischen Perspektive, die unendliches individuelles und kollektives Leid zur Folge hatte, betrachteten die Gründungsväter der Europäischen Gemeinschaften diese Situation. Es entstanden Visionen von einem Europa, in dem Menschen frei von Krieg und Hunger leben könnten. Dies sollte durch die politische und wirtschaftliche Integration der ehemaligen Feindstaaten ermöglicht werden. 3
2. Motive der europäischen Integration
Die Neugestaltung Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde zur Geschichte nationalstaatlicher Machtkonflikte. Die Neugründung von Staaten bzw. die willkürliche Grenzziehung schuf ein hohes Konfliktpotential für eine europäische Zukunft. Der Sorge eines politischen Zerfallsprozess wurde mit der Forderung nach den „Vereinigten Staaten von Europa“ begegnet. Dieser Gedankengang hatte die innereuropäische Friedenssicherung, die Wahrung der der kulturellen Einheit Europas sowie die Stärkung der Europäischen Wirtschaftskraft zum Motiv.
2.1. Friedensicherung
„Der Kampf um die Befreiung Europas von der nationalsozialistischen Herrschaft war an keine nationalen Grenzen gebunden, er war auch ein Kampf um ein besseres Europa, der getragen wurde von der Absage an das nationalstaatliche Prinzip.“ 4
1 Vgl. Hörburger, 1992, S. 14.
2 Vgl. Fritzler / Unser, 2001, S. 15.
3 Vgl. Hörburger, 1992, S. 7.
4 Erdmann / Sattler / Schönfelder / Staender, 1995, S. 11.
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Durch die Bewegung der „europäischen Föderalisten“, die sich 1949 zur „Union Europénne des Fédéralistes“ (UEF) zusammenschloss, entstand die Forderung nach einer föderalistisch aufgebauten „Europäischen Union“ als Grundlage einer europäischen Friedensordnung. Diese wurde jedoch von den alliierten Nachkriegsplänen der gegen Deutschland verbündeten Mächte USA, Sowjetunion und Großbritannien und des später aufkommenden Ost-West Konflikt überschattet. 5 „Den USA unter Präsident Roosevelt war daran gelegen, die Kriegsallianz gegen das nationalsozialistische Deutschland im Rahmen einer weltweiten Sicherheitsorganisation, wie sie später in der UNO Gestalt annahm, weiterleben zu lassen und regionale Sonderbündnisse zu verhindern.“ 6 Roosevelt maß der Zusammenarbeit der USA mit der Sowjetunion höchste Priorität zu. Dabei hätten jedoch regionale Bündnisse den freien Zugang zu den Weltmärkten behindert. Erst nach dem die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion sich als unmöglich gestaltete, setzte sich die Amerikanische Führung das politische Ziel Europa zu vereinigen. Da jedoch die Spaltung Europas weit fortgeschritten war, beschränkte sich diese auf die Realität einer westeuropäischen Notgemeinschaft. Gewünschte Entwicklungen in Richtung eines Europas als „dritte Kraft“ zwischen den USA und der Sowjetunion werden jedoch durch den Ost-West-Konflikt, der die europäische Entwicklung als eine Blockade gegen den Kommunismus nutzt, überlagert. 7
2.2. Der Wiederaufbau Europas
Zur Eindämmung des sowjetischen Einflusses entwickelte die amerikanische Regierung 1947 ein Hilfsprogramm, das „European Recovery Programm“ (ERP). Dadurch wurden finanzielle Mittel bereitgestellt, die den Kauf von Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Investitionsgüter ermöglichten, welche die wirtschaftliche Zusammenarbeit der westeuropäischen Staaten förderten und eine ordnungspolitische Grundlage für die Entfaltung von Marktwirtschaft und Demokratie sichern sollten. Die Verwaltung der ERP-Mittel übernahm die 1948 gegründete „Organisation for European Economic Cooperation“ (OEEC), später Organisation for Economic Cooperation and Development“ (OECD), die somit den Grundstein für den ökonomi- schenWiederaufbau und die Integration Westeuropas auf wirtschaftlichem Gebiet gelegt hat. Beschleunigt wurde dieser Aufbauprozess durch den Gedanke ein konkurrenzfähiges Gegengewicht zum amerikanischen Markt entstehen zu lassen. 8
5 Vgl. Erdmann / Sattler / Schönfelder / Staender, 1995, S. 12.
6 Gasteyger, 1991, S. 27.
7 Vgl.Erdmann / Sattler / Schönfelder / Staender, 1995, S. 10-13.
8 Vgl. Ebd. S. 13-14.
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2.3. Die Einbindung Deutschlands
Die Rolle Deutschlands in Europa war wegen der potenziellen Entstehung eines bedrohlichen Machtfaktors nie unproblematisch. Zentrales Ziel der Siegermächte, um einer möglichen Bedrohung durch Deutschland zu begegnen, war es, dieses eng in ein europäisches Allianzsystem einzubinden. Jedoch wurde die Teilung Deutschlands ein Symbol für die Teilung Europas in Ost und West. Für die 1949 entstandene Bundesrepublik Deutschland hatte die Staatswerdung in das westliche Bündnis einen paradoxen Doppelcharakter: die schrittweise Wiedergewährung von Souveränitätsrechten war verbunden mit dem Verzicht auf Souveränität durch die Eingliederung in diverse Einrichtungen. So verbanden sich mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaften für Kohle und Stahl vom 18. April 1951 europapolitische Motive mit sicherheitspolitischen Erwägungen. 9
3. Zielperspektiven und Modelle der Integration
Es gibt verschiedene Modelle der Integration, die nach dem Vorrang des politischen oder wirtschaftlichen Bereiches unterschieden werden können. Die beiden klassischen Leitbilder, Staatenbund und Bundesstaat, decken jedoch die Vielfalt der europäischen zwischenstaatlichen Beziehungen bei weitem nicht ab.
3.1. Europäischer Staatenbund
Bei einem europäischen Staatenbund blieben die europäischen Staaten in vollem Besitz ihrer Hoheitsrechte. Basis bilden hier völkerrechtliche Vereinbarungen souveräner Staaten zur Verfolgung begrenzter, vertraglich festgelegter Zielsetzungen, wie beispielsweise dem gegenseitigen Schutz vor äußeren Angriffen. Gemeinsam errichtete Organe blieben befreit von hoheitlicher Gewalt und Gesetzgebungskompetenz gegenüber den Mitgliedern. Auf ein gemeinsames Parlament bzw. eine gemeinsame Regierung wird verzichtet. Durch die sehr spezialisierte und ausdifferenzierte internationale Zusammenarbeit hat die Bezeichnung internationaler Organisationen den Begriff des „Staatenbundes“ weitgehend abgelöst. 10
3.2. Europäischer Bundesstaat
Ein europäischer Bundesstaat wäre eine staatsrechtliche Vereinigung der Mitgliedsstaaten zu einem föderativen Gesamtstaat nach dem Vorbild der USA oder der Bundesrepublik Deutsch-land, der nach außen eine Einheit bildet. Die einzelnen Mitgliedstaaten erfahren zwar eine
9 Vgl. Erdmann / Sattler / Schönfelder / Staender, 1995, S.13-14.
10 Vgl. Ebd. S. 29-30.
Arbeit zitieren:
Johannes Himmer, 2007, Von der Montanunion zur Europäischen Union , München, GRIN Verlag GmbH
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