- I -Universität Bayreuth
Rechts- und Wirtschafts-Wissenschaftliche Fakultät
Seminar zur Allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Die Wirtschaftswunder BRD und DDR im Vergleich:
Die 80er Jahre: Renaissance oder Missinterpretation der Sozialen Marktwirtschaft?
- II -
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 1
2. Die Wirtschaftspolitik im geteilten Deutschland 1
2.1. Theoretische Grundlagen 1
2.1.1. Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft der BRD 1
2.1.2. Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik 3
2.1.3. Die Zentrale Planwirtschaft der DDR 5
2.2. Die 80er Jahre in der BRD 6
2.2.1. Wirtschaftliche Situation zu Beginn der 80er Jahre. 6
2.2.2. Wirtschaftspolitische Neuausrichtung 8
2.2.3. Versäumnisse 10
2.2.4. Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit. 11
2.3. Die 80er Jahre in der DDR. 11
2.3.1. Wirtschaftliche Probleme eingangs der 80er Jahre 11
2.3.2. Wirtschaftspolitik und wirtschaftliche Entwicklung 12
2.3.3. Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit. 14
3. Fazit 14
Anhang 16
Literaturverzeichnis 18
- III - Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1: Euckens Prinzipien...............................................................16 Abbildung 2: Laffer-Kurve.........................................................................17
- 1 - 1.Einleitung
Der im Herbst 1982 per konstruktivem Misstrauensvotum neu gewählte Bundeskanzler Helmut Kohl und seine christlich-liberale Regierungskoalition wollten die Soziale Marktwirtschaft in den 80er Jahren erneuern und so die wirtschaftliche Entwicklung der BRD wieder vorantreiben. In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit Ihnen dies gelungen ist. Des weiteren wird die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Entwicklung der DDR im gleichen Jahrzehnt dargestellt, um so einen Überblick über das, zu diesem Zeitpunkt noch geteilte, Deutschland zu bekommen. Hierzu werden zu Beginn die Konzeptionen der Sozialen Marktwirtschaft der BRD und der zentralen Planwirtschaft der DDR grundlegend erläutert. Des weiteren wird auf die theoretischen Grundlagen der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik eingegangen, die in den 80er Jahren in der BRD angestrebt wurde.
Bei der Betrachtung der Bundesrepublik wird zuerst die Ausgangssituation der 80er Jahre beschrieben. Anschließend werden die positiven Neugestaltungen in der Wirtschaftspolitik, aber auch die Versäumnisse, dargestellt, bevor dann die anfangs verkündeten Ziele der 1982 neu angetretenen Regierung mit dem Erreichten verglichen werden.
Auch bei der Untersuchung der Wirtschaftspolitik der DDR in den 80er Jahren wird zuerst die Ausgangssituation dargelegt. Danach werden wirtschaftliche Entwicklung und die von Honecker betriebene Wirtschaftspolitik aufgezeigt und ebenfalls zwischen Anspruch der DDR-Führung an ihr Wirtschaftssystem und Wirklichkeit verglichen. Abschließend wird ein Fazit über die Wirtschaftspolitik der beiden deutschen Staaten in den 80er Jahren gezogen.
2. Die Wirtschaftspolitik im geteilten Deutschland
2.1. Theoretische Grundlagen
2.1.1. Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft der BRD
Das Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft gründet zuerst einmal auf den von Walter Eucken ausgearbeiteten konstituierenden und regulierenden Prinzipien einer Wettbe-
- 2 -werbsordnung, wenn auch Eucken diesen Namen noch nicht verwendete 1 Die konstitu-ierenden Prinzipien, wie stabile Währungspolitik, offene Märkte und Privateigentum, 2 bilden die Rahmenbedingungen für diese Ordnung und werden durch die regulierenden Prinzipien, wie Struktur- oder Sozialpolitik, ergänzt. Denn Eucken war der Ansicht, dass nur durch diese Zusätze die Funktionsfähigkeit der Wettbewerbsordnung auf Dauer sicher gestellt werden kann.
Der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft wurde von Alfred Müller-Armack 1947 erstmals verwendet und von ihm auch maßgeblich geprägt. 3 Er sah nur durch sie „ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Freiheit gegenüber dem Staat gewährleistet, an Freizügigkeit sowohl für Unternehmer als insbesondere auch für Arbeitnehmer und schließlich auch die Verwirklichung der besten Chancen des Aufstiegs.“ 4 Allerdings machte er auch klar, dass Soziale Marktwirtschaft nicht die völlige soziale Sicherheit beinhaltet, sondern vielmehr das Leistungsprinzip voraussetzt, das aber durch eine soziale Grundabsicherung und soziale Förderung flankiert wird. Ähnlich wie bei Eucken soll der Staat nur den Rahmen für das Handeln der Wirtschaftssubjekte schaffen und nicht lenkend eingreifen, da sonst die Wirksamkeit der Marktmechanismen eingeschränkt würde. 5 Zu diesen Mechanismen des Marktes gehört u.a. die Preisbildung, denn die Preise erfüllen sowohl eine Informationsfunktion als Knappheitsindikator für ein Gut, als auch eine Anreizfunktion für den wirtschaftlichen Umgang mit teuren oder seltenen Gütern. 6 Für etwaige Markteingriffe gilt das Subsidiaritätsprinzip, was bedeutet, dass der Staat nur aktiv werden soll, wenn durch den Markt keine Lösung möglich ist, nicht schon wenn die Regierung das Ergebnis als unzureichend erachtet. 7 Trotz der grundsätzlichen Zurückhaltung des Staates benötigt die Soziale Marktwirtschaft einen starken Staat, der die Beachtung der Rahmenbedingungen kontrolliert und den Wettbewerb auf den Märkten aufrecht erhält. 8 Hauptziel der Sozialen Marktwirtschaft ist es somit, „eine Synthese
1 Siehe hier und im Folgenden Eucken, W., Grundsätze der Wirtschaftspolitik, 1990, S.254 ff.
2 Zu einer genauen Übersicht der Prinzipien siehe Abbildung 1.
3 So auch Thieme, H. J., Soziale Marktwirtschaft, 1994, S.7f.
4 Müller-Armack, Alfred, Genealogie der sozialen Marktwirtschaft, 1981, S.92.
5 Siehe Müller-Armack, Alfred, a.a.O., S.92 ff.
6 Ähnlich Neumann, M., Das Leitbild der sozialen Marktwirtschaft, 1987, S.47f.
7 So auch Altmann, J., Wirtschaftspolitik, 2000, S.263.
8 Siehe Müller-Armack, Alfred, a.a.O., S.150.
Arbeit zitieren:
Philipp Knorr, 2002, Die 80er Jahre: Renaissance oder Missinterpretation der Sozialen Marktwirtschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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