Inhaltverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 GESELLSCHAFTLICHE UND BIOGRAFISCHE HINTERGRÜNDE UND MOTIVE 3
3 RATIONALISIERUNG DER ARBEITSVORGÄNGE 5
3.1 HAUSWIRTSCHAFT ALS WISSENSCHAFT - DIE HAUSWIRTSCHAFTSSCHULEN 6
3.2 RATIONALISIERUNG DURCH ARCHITEKTUR 7
3.2.1 Das Landhaus 7
3.2.2 Die Stadtwohnung 11
3.3 ORGANISATION DES ARBEITSVORGANGS AM BEISPIEL DER KÜCHE. 12
4 FAZIT. 15
5 LITERATUR 16
Abbildungsverzeichnis
ABB. 1 GRUNDRISS LANDHAUS 1841
ABB. 2 GRUNDRISS ERDGESCHOSS 1869.
ABB. 3 GRUNDRISS KELLER 1869
ABB. 4 GRUNDRISS STADTWOHNUNG 1869.
ABB. 5 GRUNDRISS KÜCHE 1869
ABB. 6 SCHEMAZEICHNUNG KÜCHE 1869.
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1 Einleitung
Was wir heutzutage unter Hausarbeit verstehen, hat wenig zu tun mit dem, was die Menschen in den letzten Jahrhunderten vollbringen mussten. Sämtliche Arbeitsvorgänge mussten von Hand vollzogen werden: Waschen, Bügeln, Geschirr-, Teppich- und Möbelreinigung (Giedion 1987: 557); auch die Beleuchtung und das Heizen der Räume war eine zeitaufwändige Aufgabe. Diese Tätigkeiten blieben traditionell den Frauen und Dienstboten vorbehalten. Während die Männer mit „wichtigeren“ Erfindungen beschäftigt waren, waren die Frauen meist so ausgelastet, dass sie keine Energie für eine organisierte rationale Verbesserung ihrer Arbeitsvorgänge übrig hatten. Dass dies letztendlich doch geschah, hat unter anderem seinen Ausgangspunkt in den Werken Catherine Beechers. Die folgende Arbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, welche Umstände Beecher dazu bewegten, die Organisation des Haushalts verbessern zu wollen und welche Vorschläge zur Rationalisierung des Lebensalltags sie machte.
Als erstes werden sowohl die gesellschaftliche Situation im Amerika des 19. Jahrhunderts als auch die persönlichen Hintergründe Beechers erläutert, um ihre weitere Arbeit verständlich zu machen. Dann werden die Hauswirtschaftsschulen vorgestellt, die von Beecher mit dem Ziel gegründet wurden, die Arbeit der Frauen zu einem in der Gesellschaft anerkannten Beruf aufzuwerten und Hauswirtschaft zu einer Wissenschaft zu machen. Dieses Ziel verfolgte sie auch mit ihren Büchern, so dass relevante Aspekte daraus, nämlich die neuartige Herangehensweise an die Architektur eines Hauses für die Bedürfnisse der Hausfrau, sowohl in größeren Land- als auch in kleineren Stadthäusern, im nächsten Kapitel vorgestellt werden. Außerdem ist die rationalisierte Planung besonders gut im Aufbau der von Beecher entworfenen Küche zu beobachten, so dass hierfür ein extra Unterkapitel vorgesehen ist.
2 Gesellschaftliche und biografische Hintergründe und Motive
Catherine Esther Beecher wurde am 6.9.1800 in East Hampton, New York als ältestes von 13 Kindern des puritanischen Predigers Lyman Beecher geboren. In den ersten zehn Jahren ihres Lebens wurde sie zu Hause unterrichtet. Nach dem Umzug der Familie nach Litchfield, Connecticut besuchte sie Sarah Pierce’s Acadamy for Young Women, eine fortschrittliche Schule, die von einer Pionierin der Schulbildung für Mädchen geleitet wurde. Sarah Pierce war überzeugt, dass Frauen und Männer intellektuell gleichwertig seien und erzog ihre Schülerinnen in
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dieser Haltung. In Beechers späteren Werken findet man diese Haltung ebenfalls wieder; auch wenn für Beecher intellektuell gleichwertig nie bedeutete, dass Männer und Frauen die gleichen Arbeiten erledigen sollten. Sie beharrte stets auf einer klaren Trennung der weiblich dominierten privaten Sphäre, die das vorstädtische, häusliche Leben umfasste, von der männlich dominierten öffentlichen Sphäre, die sich in der Stadt abspielte und von Arbeitsleben und Wettbewerb geprägt war (Hayden 1981: 55f.).
1816 starb Beechers Mutter und die 16-jährige übernahm, auch nach der erneuten Heirat des Vaters, eine wichtige erzieherische Rolle in der Familie. Es ist zu vermuten, dass die Erfahrungen, die sie hierbei sammelte, sie für ihr weiteres Leben prägten. Sie trug in dieser Zeit große Verantwortung und war mit allen Herausforderungen der Alltagsbewältigung konfrontiert. Hier erlebte sie praktisch, was es bedeutet, einen Familienhaushalt zu führen, und sah, wo die größten Schwierigkeiten lagen und somit Verbesserungsbedarf bestand, so dass sie später aus diesem Erfahrungsschatz schöpfen konnte, obwohl sie nie eine eigene Familie gründete.
Ab 1821 arbeitete sie als Lehrerin und nach dem Tod ihres Verlobten 1823 widmete sie ihr Leben der Bildung anderer Frauen. Im selben Jahr eröffnete sie mit ihrer Schwester Mary das Hartford Female Seminary, welches für über 60 Jahre eine bedeutende Rolle in der Erziehung junger Frauen spielte. Sie begann, Essays und Bücher zu Fragen der Frauenbewegung,befreiung und -bildung zu schreiben, was sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1878 fortführte. 1831 begleitete sie ihren Vater in den Mittleren Westen. Es war die Zeit der Siedlerbewegung, und während im Osten Amerikas zumindest teilweise für die Töchter der höheren Gesellschaftsschichten die Möglichkeit der Schulbildung bestand, herrschte im weitgehend infrastrukturlosen Westen großer Mangel an Schulen für die Kinder der Siedler und an gut ausgebildeten Lehrkräften. So gründete Beecher im Lauf ihres Lebens diverse Gesellschaften, Institute und Ausbildungsstätten in den verschiedensten Staaten Amerikas, um Lehrerinnen auszubilden, die dann oft in den Westen gesandt wurden.
Catherine Beecher blieb ihr Leben lang den Vorstellungen und Idealen ihres Vaters nahe. Familie Beecher gehörte im späten 19. Jahrhundert zu den einflussreichsten Familien Amerikas. (N.N. 2007) Viele ihrer Geschwister wurden bekannte Kämpfer für Sklavenbefreiung, Frauenwahlrecht und Alkoholabstinenz, während Catherine die puritanische Meinung vertrat, dass Frauen sich in erster Linie um den Haushalt und die Erziehung der Kinder kümmern sollten (Giedion 1987: 558). Obwohl sie durchaus dafür kämpfte, dass Frauen mehr Macht und Anerkennung erhielten, blieb sie ihr Leben lang eine erbitterte Gegnerin des Frauenwahl-
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Arbeit zitieren:
B.Sc. Katharina Buck, 2007, Rationalisierung des Lebensalltags nach Catherine Beecher, München, GRIN Verlag GmbH
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