Mittlerer monatlicher Abfluß [m³/s] K = = MQMo / MQa Mittlerer Jahresabfluß [m³/s]
Ist K > 1, dann ist der Abfluß des entsprechenden Monats höher als der Jahresabfluß. Ist K < 1, dann ist der mittlere Abfluß des Monats geringer als im Jahresmittel. Darüber hinaus hat M. Pardé drei Schwankungskoeffizienten für das Jahr formuliert:
K1 = MHQa / MQa (Verhältnis von mittle ren Jahreshöchstwerten des Abflusses zu mittleren Jahresabflüssen)
K2 = MNQa / MQa (Verhältnis von mittleren Jahrestiefstwerten des Abflusses zu mittleren Jahresabflüssen)
K3 = K1 / K2 = MHQa / MNQa (Verhältnis von mittleren Höchst- zu mittleren Tiefstwerten des Abflusses)
Maurice Pardé geht bei seinen Untersuchungen von normierten Abflüssen aus, wobei ihm der dimensionslose Koeffizient K eine Vergleichbarkeit der Werte unabhängig von der Größe des Flusses ermöglicht.
3. Abflußregime nach Pardé
Pardé unterscheidet zwischen Einfachen Regimen und Komplexen Regimen 1. und 2. Grades. Einfache Regime: Der Abflußgang wird durch einen variablen Faktor (also Niederschlag oder Schnee-/Eisschmelze) bestimmt. Die Abflußkurven sind eingipfelig. (Abb. 19 u. 20) Komplexe Regime: Hier überlagern sich zwei oder mehrere abflußbestimmende Faktoren. Die Abflußkurve ist zweigipfelig. Die Wasserführung ist ausgeglichener als bei einfachen Regimen. (Abb. 19 u. 21)
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3.1 Einfache Regime
1.) Glaziales Regime (z.B.: Oldelv bei Oldevata / Norwegen / Tab. 11) Abflußganglinie wird fast ausschließlich durch Schmelzwasseranfall bestimmt. Minimale Abflüsse im Winter durch Wasser aus Boden und Felsspalten. Abflußmaximum im Sommer durch Schmelzwasser.
Voraussetzung für diesen Typ: 15-20% Schneebedeckung des Einzugsgebietes über das Jahr hinweg.
2.) Ozeanisches Regime (z.B.: Themse bei Teddington / Tab. 12)
Abflußganglinie wird durch das Verhältnis von Niederschlag und Evapotranspiration bestimmt. Abflußmaximum im Winter wegen des erhöhten Niederschlages und Abflußminimum im Sommer wegen erhöhten Wasserbedarfs der Pflanzen und geringerem Niederschlag. Da Temperaturen meist über 0°C liegen, kommt es zu keiner Verzögerung durch Rücklage des Niederschlages in Form von Schnee.
3.) Nivales Regime
Dieser Regimetyp tritt bei einer regelmäßig und großflächig vorhandenen Schneedecke auf. Mit Niederschlag und Schneeschmelze überlagern sich hier zwar bereits zwei Faktoren, der Einfluß der Schneeschmelze ist jedoch klar dominierend, so daß nur ein Abflußmaximum auftritt (zwischen Frühjahr und Sommer). Die nivalen Regime werden noch unterschieden zwischen Bergland und Tiefland.
Im Bergland sind die Abflußspitzen mit Mai und Juni schon vorbei. Die abflußarme Zeit liegt im Winter. Eventuell können auch kleine Gletscher zum Einzugsgebiet zählen. (z.B.: Inn bei Innsbruck / Tab. 13)
Im Tiefland ( ⇒ winterkalte Areale der Kontinente) ist für den Abfluß weniger die
Schneedeckendichte als vielmehr die Geschwindigkeit des Abtauens entscheidend. Eintritt des Abflußmaximums hängt von der Breitengradlage ab. Die von April bis Juni auftretenden plötzlichen Erwärmungswellen führen zu einem erhöhten Wasserabfluß, der das vierfache des Jahresmittels erreichen kann. (z.B.: Wolga bei Tscheboksary / Tab. 14)
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Thomas Reith, 1999, Abflußregime nach Parde und Grimm, Munich, GRIN Publishing GmbH
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