Inhalt
1. Einleitung 2
2. Bildung und Funktion von Kurzwörtern 3
3. Diskussion 4
4. Zusammenfassung und Stellungnahme 6
5. Literaturverzeichnis 7
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1. Einleitung
TÜV, Uni, PC, Kripo, Milka und Limo sind Kurzwörtbildungen, wie sie in der deutschen Gegenwartssprache alltäglich gebraucht werden. Seit 1945 lässt sich im unserem Wortschatz eine starke Zunahme dieser, hauptsächlich substantivischen Kürzungen beobachten (Lohde 2006: 54). Besonders in den Fachsprachen kommen sie zum Einsatz, und auch in der Umgangssprache werden Kürzungen zunehmend verwendet. Besonders häufig findet man Kurzwörter außerdem in der Werbung, bei Firmen- und Produktnamen (H&M, Persil, Milka usw.). Diese Entwicklung wird, insbesondere in „sprachpflegerisch ausgerichteten Publikationen“ stark kritisiert. Es wird von Sprachverfall ge- sprochen,oder bemängelt, dass Kurzwörter vom ursprünglichen Wort und dessen Bedeutung ablenken und undurchsichtig seinen (Kobler-Trill 1994: 181ff.). Es können außerdem schnell Missverständnisse entstehen, da Kurzwörter unmotiviert sind und sich daher die ursprüngliche Vollform nicht von der kürzeren ableiten lässt. Zudem kommt es häufig vor, dass eine Wortkürzung für verschiedene Vollformen gebraucht wird. So kann FC für Fußballclub, Fechtclub oder ähnliches stehen. Um ein Kurzwort zu verstehen muss man also entweder dessen Ausgangsform kennen oder die Kurzform selbst als eigenständige Einheit gelernt haben (Barz 2005: 742f.). Im Bereich der Wortbildungslehre gibt es bis heute keine klare Richtlinie, wie Wortkürzungen einzuordnen sind. Einige Publikationen zählen Kürzungen nicht zur Wortbildung, da ein Kurzwort im Vergleich zu seiner „Vollform[en] nur einen sekundären Status habe“ (Altmann 2005: 40), andere behandeln Kürzungen als Sonderfälle der Wortbildung (vgl. Kobler-Trill 1994, Lohde 2006), oder zählen sie ohne Einschränkungen dazu (vgl. Altmann 2005). Die meisten neigen jedoch dazu die Kurzwortbildung als Wortbildungsverfahren anzuerkennen (Steinhauer 2000: 24f.). Ziel dieser Arbeit ist es nun die verschiedenen Standpunkte der Diskussion über die Rolle von Kurzwörtern in der Wortbildung aufzuzeigen und zum Schluss eine persönliche Stellungnahme zur Problematik zu entwickeln.
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2. Bildung und Funktion von Kurzwörtern
Unter einem Kurzwort versteht man die „Dublette zu einer gleichbedeutenden längeren Wortschatzeinheit“ (Kobler-Trill 1994: 14). Bei der Bildung entsteht durch Reduktion der Vollform, aus Buchstaben des Basislexems eine kürzere Form. Kurzwörter lassen sich jedoch nicht mit Abkürzungen wie usw. oder z.B. gleichsetzen, da eine weitere Eigenschaft von Kurzwörtern darin besteht, dass sie nicht nur graphisch, sondern auch phonisch realisierbar sind. Kurzformen wie TÜV oder BAföG werden zum Beispiel nicht nur im Schriftsprachlichen, sondern auch im Gesprochenen verwendet, Abkürzungen treten hingegen ausschließlich in schriftlichen Texten auf und werden beim Vorlesen nicht gekürzt, sondern in ihrer Vollform ausgesprochen (Kobler-Trill 1994: 13f.). Abkürzungen enden außerdem meist mit einem Punkt (außer physikalische Einheiten wie km oder kg) (Barz 2005: 741).
Auch aus Wortkürzungen können, wie aus „normalen“ Wörtern zahlreiche neue Wortbildungskonstruktionen gebildet werden (Lohde 2006: 57). Am häufigsten werden Kurzwörter zur Bildung von Komposita verwendet. Dabei können sie als Erstglied (TÜV-Plakette) oder Zweitglied (Fußball-WM) in Verbindung mit Vollformen stehen, oder auch mit anderen Kurzwörtern zusammengebildet werden (CD-ROM). Eine Derivation mit Kurzwörtern kommt hingegen sehr selten vor und als verbale Konversion sind nur die, erst in den letzten Jahren entstandenen Wörter simsen un mimsen für das Schreiben von SMS bzw. MMS bekannt (Barz 745f.).
Die Funktion von Kurzwortbildungen besteht in erster Linie in der Ökonomisierung der Kommunikation. Besonders in den Fachsprachen ermöglichen sie eine rationelle Verständigung und erleichtern es der Öffentlichkeit fachsprachliche Begriffe zu vermitteln. Bei vielen, aus Fachsprachen stammenden Kurzwörtern, die im Deutschen Verwendung finden, ist das Basislexem nur wenigen Sprachteilnehmern bekannt, da die
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Arbeit zitieren:
Sandra Faust, 2007, Kurzwortbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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