Inhaltsverzeichnis
1 ) Einleitung 1
2 ) Die Basisprinzipien des Beardschen LMB-MModells 2
2.1. Die Separationshypothese 2
2.2. Das erste Grundprinzip Beards 3
2.3. Die „Split-Morphology Hypothesis“ 4
2.4. Das vierte Grundprinzip Beards 5
3. Die Derivation der Form des flektierten Verbes „chantera“
innerhalb des Beardschen LMB-MModells 6
3.1. Die Merkmalsmatrix der Form des flektierten Verbes „chantera“ 6
3.2. Beards Konzeptioin von Flexion als syntaktischem Interpretations
mechanismus von morpholexikalischen Kategoriemerkmalen 7
3.3. Beards Unterteilung von grammatischen Kategorien in
lexikalische und flexionale Kategorien 8
3.4. Die flexionale Kategorie „Agreement“ als syntaktischer Interpre
tationsmechanismus von morpholexikalischen Merkmalen 10
3.5. Die graphische Darstellung von Agreementfunktionen und
flexionalen Kategoriemerkmalen in der Syntax 11
3.6. Die Tilung von syntaktischen Klammern und Verbanhebung
durch die MS-Komponente 13
3.7. Die Spelling-Operationen der MS-Komponente 17
4. Bibliographie 19
1. Einleitung
Ich werde im folgenden die Derivation des französischen Satzes „Pierre chantera cette chanson“ innerhalb des von Beard (1995) vorgeschlagenen LMBM-Modells aufzeigen. Den zentralen Punkt meiner Darstellung bildet dabei die Derivation der Form des flektierten Verbes „chantera“. Weiterhin werde ich versuchen, das Zusammenwirken der autonomen grammatischen Module bei der Derivation dieses Satzes innerhalb des Beardschen LMBM-Modells schrittweise dazustellen.
Zum besseren Verständnis der Funktionsweise dieser autonomen grammatischen Module im Beardschen LMBM-Modell halte ich es für notwendig, auf die Basisprinzipien einzugehen, auf welche sich Beard bei der Konzeption dieser grammatischen Module stützt. Daher werde ich eingangs die Ableitung des Aufbaus der grammatischen Module von den grundlegenden Basisprinzipien kurz umreißen. Ich werde auf die Konsequenzen, welche sich aus den Basisprinzipien für Beards Konzeption der grammatischen Module in seinem LMBM-Modell ergeben, bei der schrittweisen Derivation des Satzes „Pierre chantera cette chanson“ differenzierter eingehen.
- 1 -
2. Die Basisprinzipien des Beardschen LMBM-Modells
Die Basisprinzipien, auf die Beard sein LMBM-Modell gründet, sind die „Separation Hypothesis“, die „Split Morphology Hypothesis“ („Lexicalist Hypothesis“/ „Lexical Integrity Hypothesis“) sowie die von Beard selbst definierten fünf Grundprinzipien. Ich werde im folgenden auf diese beiden Hypothesen sowie auf zwei seiner Grundprinzipien eingehen.
2.1. Die Separationshypothese
Die Separationshypothese trennt die Derivation grammatischer Merkmale strikt von der Markierung dieser Merkmale durch grammatische Morpheme (Affigierung) (Beard,1995;S.45-51/97). Die Markierung grammatischer Merkmalswerte durch grammatische Morpheme unterliegt einem autonomen grammatischen Modul, der „Morphological Spelling“-Komponente (MS-Komponente). Grammatische Morpheme werden als Prozesse dieser Spelling-Komponente definiert (Beard,1995;S.48-49). Der Status der Spelling-Komponente als eines eigenen Modul wird dadurch gewährt, daß die Spelling-Operationen keinen Zugang zum internen Ablauf von Derivationsregeln haben (Beard,1995;S.50). Die Spelling-Komponente operiert lediglich auf dem Output der Derivation grammatischer Merkmale. Die Spelling-Komponente operiert somit unabhängig von Derivationsregeln, grammatische Morpheme sind allerdings aufgrund ihrer Reaktion auf lexikalische und flexionale Merkmale definiert (Beard,1995;S.50). Die Markierung von derivierten grammatischen Merkmalswerten erfolgt postsyntaktisch. Gebundene Morphologie umfaßt somit zwei unabhängige, getrennte Prozesse, auf welche sich Beard als „Derivation“ und „morphologisches Spelling“ bezieht
- 2 -
(Beard,1995;S.46). Derivationale Operationen und morphologische Spelling-Operationen operieren jedoch auf denselben Objekten, Lexemen.
2.2. Das erste Grundprinzip Beards
Ein weiterer Aspekt der Separationshypothese besteht in der Unterscheidung zwischen Lexemen und grammatischen Morphemen. Beard definiert Lexeme und grammatische Morpheme unterschiedlich. Lediglich Lexeme repräsentieren die direkte Artikulatioin von Bedeutung durch Laute (Beard,1995;S.45). Beard konzipiert Lexeme in dem von ihm aufgestellten ersten Grundprinzip als wechselseitig implizierte und direkt artikulierte phonologische, grammatische und semantische Repräsentationen (Beard,1995;S.44-47). Beard definiert die Repräsentation eines Lexems als wechselseitig impliziertes Tripel von p (phonologischen), g grammatischen) und r (semantischen) Merkmalswerten (Beard,1995;S.46). Grammatische Morpheme hingegen werden in Begriffen von indirekten und kontextabhängigen Mitteln der Referenz definiert (Beard,1995;S.45). Ein grammatisches Morphem drückt nur bestimmte grammatische Kategorien in festen Kontexten aus (Beard,1995;S.49). Gebundene grammatische Morpheme haben keinen grammatischen oder semantischen Inhalt (Beard,1995:S.69) und sind als morphologische Spelling-Operationen als unabhängige Modifikationen der grammatischen Repräsentation von Lexemen definiert (Beard,1995;S.44). Grammatische Morpheme definieren sich aufgrund ihrer Reaktion auf lexikalische und syntaktische Merkmale (Beard,1995;S.50). Weiterhin setzen grammatische Morpheme Lexeme voraus. Somit müssen grammatische Morpheme nicht direkt an die grammatischen Kategorien, welche sie markieren, gebunden sein (Beard,1995;S.49-50).
- 3 -
2.3. Die „Split-Morphology-Hypothesis“
Die „Split-Morphology-Hypothesis“ („Lexicalist Hypothesis“) bezeichnet die Trennung der Derivation und Manipulation morpholexikalischer Kategoriemerkmale von der Derivation und Manipulation morphosyntaktischer flexionaler Ka-tegoriemerkmale (Beard,1995;S.97-101). Die Manipulation morpholexikalischer Kategoriemerkmale, von Beard als „L-Derivation“ bezeichnet, wird im Lexikon angesiedelt, wohingegen die Manipulation morphosyntaktischer flexionaler Kate-goriemerkmale, von Beard als „I-Derivation“ bezeichnet, in der Syntax stattfindet (Beard,1995;S.97/101). Die Begriffe „I-Derivation“ und „L-Derivation“ bezeichnen Operationen auf grammatischen Kategoriemerkmalen im Lexikon und in der Syntax unabhängig von Affigierung (Beard,1995;S.98). Die Grammatik enthält somit zwei unterschiedliche Arten von grammatischen Kategoriemerkmalen: lexeminhärente morpholexikalische Kategorien (Gl) im Lexikon, welche von L-Derivationsregeln bearbeitet werden, und morphosyntaktische flexionale Kategoriemerkmale (Gi) in der Syntax, welche von I-Derivationsregeln manipuliert werden (Beard,1995;S.52). Zwar sind I-Derivation und L-Derivation von-einander unabhängig, teilen jedoch dieselben Spelling-Operationen einer einzelnen integrierten MS-Komponente (Beard,1995;S.97/101).
Die derivierten morpholexikalischen Merkmale (Gl) und morphosyntaktischen flexionalen Merkmale (Gi) bilden ein kombiniertes lexikalisches Merkmalsinventar (Gl + Gi = G), welches den Operationsbereich der MS-Komponente darstellt (Beard,1995;S.51-53/101). Um die kumulierten morpholexikalischen und morphosyntaktischen Merkmale als gebundenes grammatisches Morphem realisieren
- 4 -
Quote paper:
Markus Mross, 1997, Beispiel einer flexionalen Derivation im Rahmen des Beardschen Modell einer "Lexeme-Morpheme-Base-Morphology" (LMBM), Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Sport als Mittel zur Sozialisation, Gewaltprävention und die praktisch...
Termpaper, 25 Pages
Die Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
Research Paper (Pre-University), 10 Pages
Markus Mross has published the text Beispiel einer flexionalen Derivation im Rahmen des Beardschen Modell einer "Lexeme-Morpheme-Base-Morphology" (LMBM)
Markus Mross has uploaded a new text
Fachwörterbuch Sozialrecht und Arbeitsschutz Deutsch - Englisch - Fran...
Mit internationaler Systematik...
Titiana Bellucci, Uta Scheufler
Hybrid Parallel Execution Model for Logic-Based Specification Language...
Jeffrey J. Tsai, Bing Li
Religion, Scholarship, & Higher Education: Perspectives, Models and Fu...
Nicholas Wolterstorff, Andrea Sterk
Modern Pricing of Interest-Rate Derivatives: The Libor Market Model an...
Riccardo Rebonato
Credit Derivatives: A Primer on Credit Risk, Modeling, and Instruments
George Chacko, Anders Sjoman, Hideto Motohashi
0 comments