Was wir über die Welt wissen, wissen wir größtenteils aus den Medien. Damit stellt sich auch die Frage, ob bzw. inwieweit wir diesem medial vermittelten Wissen trauen können. Im Kontext von Medien über Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit zu reden ist nur möglich unter der Voraussetzung von freier Berichterstattung und staatsfernen Publikationen. Nur freie Medien können zu einer funktionierenden Demokratie beitragen und diese schützen. Diese Eigenschaft kann den deutschen Medien mit ihrem dualen System attestiert werden. Die Entwicklung ist historisch bedingt und ist stark geprägt durch die Historie. In der Zeit des Nationalsozialismus begann beispielsweise die Entwicklung und Ausbreitung von Fernsehen als neues Leitmedium. Die politische „Führung“ dieser Zeit erkannt wohl sofort die Macht des Massenmediums und die damit in Zusammenhang stehende Beeinflussbarkeit von Menschenmassen. Damit gab es bereits Mitte letzten Jahrhunderts ein finsteres Beispiel für die Verbindung von Medien und Politik. Politik, also der Mensch, kann Medien instrumentalisieren.
In der Hausarbeit soll nun das Phänomen Berlusconi in Italien betrachtet und besprochen werden - denn auch dieses System kann als Beispiel herangezogen werden, wenn die Kontrolle und Macht von Medien diskutiert wird. Die Arbeit wird kompakt beschreiben in wieweit in einem europäischen Staat eine solch einmalige Verbindung von Wirtschaft, Politik und Medien möglich ist und wie es zu dieser, für Außenstehende kaum nachvollziehbaren Bündelung kam. Dabei wird im ersten Kapitel beschrieben was Medien sind. Außerdem wird beschrieben wie Demokratie in einer Mediengesellschaft aussieht und welche Probleme und Gefahren dabei existieren.
Im zweiten Teil der Arbeit wird beschreiben, wie der berufliche Aufstieg Silvio Berlusconis möglich war und zeigen wie bereits hier die Komponenten Medien und Politik einen entscheidenden Einfluss auf diesen Aufstieg hatten. Der anknüpfende Abschnitt beleuchtet die politische Entwicklung des Silvio Berlusconi. Auch hier wird sich zeigen, welch große Synergien sich durch die Kombination von Medien und Politik erzeugen lassen. Am Ende der Arbeit wird es ein Fazit geben, welches die bearbeitenden Felder bewertet und eine Quintessenz wird die Hausarbeit abschließen.
Ohne Medien keine Demokratie! Die Entstehung von Demokratie ist stark verbunden mit der Entstehung und Ausbreitung von Massenmedien. Durch Massenmedien, also Mediensystemen die eine breite Masse der Bevölkerung erreichen und sich durch ihre Reproduzierbarkeit im technischen Sinne auszeichnen, können Meinungen ausgetauscht und verbreitet werden. Diese Macht der Medien ist es, die die Demokratie im großen Maße beeinflusst und erst im heutigen Maße entstehen lies. Erst mit dem Aufkommen von staatsunabhängigen Medien ist es möglich geworden politische Systeme einer genaueren Überwachung auszusetzen und Meinungen auszutauschen.
2.1Mediendefinition
Die Wissenschaft stellt die Vermittlungsfunktion der Medien bei ihren Analysen in den Vordergrund. Medien sind Vermittlungsinstanzen. Zur Vermittlung benötigen sie nicht nur eine Öffentlichkeit, eine Präsentationsstätte für das Mitzuteilende und eine Transportkapazität, sondern auch einen Inhalt. Was Medien transportieren, sind Bedeutungen, die auf einen Gegenstand oder einen Sachverhalt verweisen. 1 Medien sind also nicht nur als reines Transportmittel wahrzunehmen. Medien sind in einem größeren Zusammenhang zu sehen, insbesondere als wichtige Einrichtung der Gesellschaft zu verstehen:
„Medien sind nicht nur Kommunikationskanäle, die geeignet sind, Zeichensysteme zu
transportieren. Sie sind auch Organisationen, also zweckerfüllende Sozialsysteme, und zwar komplexe Systeme. Diese Systeme haben eine große Wirkung in alle erdenklichen Schichten des gesellschaftlichen Seins hinein. Und es sind institutionalisierte Einrichtungen, die innerhalb des gesellschaftlichen Regelungssystems eine Rolle spielen.“ 2
1 Wiegerling, K. (Medienethik): S.17
2 Saxer, U. (Politik als Unterhaltung): S. 21
Medien haben also nicht nur einen unterhaltenden Charakter, sondern vor allem einen informierenden und aufklärenden Hintergrund. Dabei kommt nicht nur dem Journalismus eine Schlüsselfunktion innerhalb der Medien zu. Durch die flächendeckende Verbreitung und ausgiebige Nutzung von Medien haben Massenmedien auch eine soziale Verantwortung gegenüber den Menschen. Gleichzeitig haben die Medien die Aufgabe die Politik und Gesellschaft zu überwachen und Kritik an dieser zu üben.
2.2Funktion der Medien
In der Realität sollten Mediengestalter also eine dreifache Funktion erfüllen. Zum einen berichten sie über Geschehenes. Mit der Kommentierung erfüllt der Mediengestalter seine zweite Funktion. Er vermischt seine Wahrnehmung von einem Ereignis mit persönlichen Empfindungen. Dies geschieht auch immer subjektiv und ist von individuellen Faktoren, wie eigene Sozialisation oder persönlichen Beurteilungskriterien, abhängig. Die dritte Funktion haben die Medien in ihrem unterhaltenden Charakter. Hier bestimmt aus Sicht der Mediengestalter nur das freie Spiel von Angebot und Nachfrage ein Programm. 3 Diese Konstellation umschreibt den Zusammenhang von Politik und Medien. Mediales Interesse gibt es nicht nur für politische Prozesse. Gerade hier liegen die Probleme für das System und die Gesellschaft, denn alle Bereiche spielen einander zu und lassen sich nicht ausschließen. Als Beispiel sei hier genannt, dass eben nicht nur politische Inhalte und Meinungen transportiert werden, sondern auch andere „menschliche“ Faktoren diese beeinflussen. Beispielsweise hat Deutschland mit Gerhard Schröder einen Medienkanzler gehabt. 4 Ein anderer Punkt, welcher die Massenkommunikation betrifft ist Frage nach der Kontrolle und der Steuerung von solchen Systemen. Wer ist verantwortlich und zuständig? Wer garantiert objektive Berichterstattung? Aus diesen Fragen ergeben sich Probleme und Gefahren welche auch in den nachfolgenden Kapiteln eine Rolle spielen werden.
2.3 Probleme und Gefahren
Zu einen führen die Medien oft zur Vereinfachung der Probleme, welche sie abbilden und diskutieren. Komplexe Vorgänge können - in den schnelllebigen Medien - nicht vollständig dargestellt werden. Insbesondere die Massenmedien Fernsehen, Radio und Zeitungen dienen der schnellen Informationsübermittlung. Durch diese schnelle Vermittlung und die exorbitante Quantität der Medieninhalte müssen Menschen diesen Quellen in einem
3 Schweer, M. (Der Einfluss der Medien): S. 9
4 Bisky, L. (Politische Kommunikation in der Meidengesellschaft)
Arbeit zitieren:
B.Eng. Stefan Behles, 2009, Potente Manipulation: Berlusconi und die Verbindung von Politik und Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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