Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer
Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite I
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS VI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VIII
1 PROBLEMSTELLUNG 1
2 EINLEITUNG 2
2.1 Einführung ins Thema 2
2.2 Gang der Untersuchung 4
3 GRUNDLAGEN DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENT 5
3.1 Supply Chain Management zwischen Transaktionskostentheorie und Principal-Agent
Theorie 5
3.1.1 Transaktionskostentheorie 5
3.1.2 Principal-Agent Theorie 9
3.2 Der Bullwhip-Effekt 11
3.3 Supply Chain Operations Reference-Modell (SCOR) 14
3.4 Kollaborationsszenarien im Beziehungsverhältnis zwischen Unternehmen 17
3.5 Supply Chain Management 19
3.5.1 Supply Chain Management - Definition und Beschreibung 19
3.5.2 Ziele des Supply Chain Management 20
3.5.3 Integrationsstufen des Supply Chain Management 21
3.5.4 Probleme bei der Integration der Supply Chain 22
4 MANAGEMENTANSÄTZE DES SUPPLY CHAIN MANAGEMENT 24
4.1 Kooperative Ansätze 24
4.1.1 E-Procurement 24
4.1.2 Electronic Data Interchange (EDI) 25
4.2 Koordinierte Ansätze 27
4.2.1 Just-In Time (JIT) 27
4.2.2 Vendor Managed Inventory (VMI) 28
4.2.3 Efficient Consumer Response (ECR) 29
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite II
4.3 Kollaborative Ansätze 31
4.3.1 Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) 31
4.3.2 Collaborative Supply Chain Management 32
4.3.3 Advanced Planning and Scheduling (APS) 34
5 SUPPLY CHAIN MANAGEMENT STUDIE 35
5.1 Studien Design 35
5.2 Datenbasis 36
5.3 Fragebogendesign 37
5.4 Datenanalyse 37
6 STUDIENERGEBNISSE 39
6.1 Instrumentalisierung der SC-MAnsätze und Definition der Erfolgskennzahlen 39
6.2 Deskriptive Betrachtung der Studienergebnisse 40
6.3 Erfolgsfaktorenanalyse 46
6.3.1 Korrelationsanalyse 46
6.3.1.1 Vorgehensweise und Durchführung der Korrelationsanalyse 46
6.3.1.2 Empirische Ergebnisse der Untersuchung 47
6.3.1.2.1 E-Procurement 47
6.3.1.2.2 Electronic Data Interchange 48
6.3.1.2.3 Just-in Time 48
6.3.1.2.4 Vendor Managed Inventory 49
6.3.1.2.5 Collaborative Supply Chain Management 52
6.3.1.2.6 Advanced Planning and Scheduling 53
6.3.2 Regressionsanalyse 54
6.3.2.1 Vorgehensweise und Durchführung der Regressionsanalyse 54
6.3.2.2 Empirische Ergebnisse der Untersuchung 56
6.4 Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen 64
6.5 Grenzen der Untersuchung und zukünftige Forschung 65
7 SCHLUSSBETRACHTUNG 67
SCHRIFTLICHE ERKLÄRUNG 69
ANHANG XI XI
LITERATURVERZEICHNIS CXXI
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Externe Einflüsse auf Unternehmen (Quelle: Eigene Erstellung) 2
Abbildung 2 : Gang der Untersuchung (Quelle: Eigene Erstellung) 5
Abbildung 3 : Der Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnik auf
die Transaktionskosten (in Anlehnung an: Picot, et al , 1996a,
Seite 59 ) 7
Abbildung 4 : Der Bullwhip-Effekt (in Anlehnung an: Lee, H L , et al , 1997 ,
Seite 93ff ) 12
Abbildung 5 : Supply Chain Operations Reference-Modell (Quelle: Supply
Chain Council, 2001 ) 15
Abbildung 6 : Ebenen des Supply Chain Operations Reference-Modells
(Quelle: Supply Chain Council, 2001 ) 16
Abbildung 7 : Einordnung von Kollaborationsprozessen im Supply Chain
Management (Quelle: Langemann, T , 2002 , Seite 430 ) 17
Abbildung 8 : Supply Chain Management (Quelle: Eigene Erstellung) 19
Abbildung 9 : Von Kooperation zu Koordination (in Anlehnung an: Spekman, R
E , et al , 1998 , Seite 634 ) 22
Abbildung 10 : Verteilung der Geschäftsbereiche nach Ländern und Branchen
(Quelle: Eigene Erstellung) 36
Abbildung 11 : Fragebogen Aufbau - Themengebiete und Schwerpunkte
(Quelle: Eigene Erstellung) 37
Abbildung 12 : Modell zur Analyse der Primärdaten (Quelle: Eigene Erstellung)
38
Abbildung 13 : Prioritäten der Supply Chain Strategie (Frage 4 ) (Quelle: Eigene
Erstellung) 41
Abbildung 14 : Hauptprobleme zur Steigerung der Supply Chain Flexibilität
(Frage 12 ) (Quelle: Eigene Erstellung) 41
Abbildung 15 : Mittelwert Einsatz und Mittelwert Vorteile der SC-MAnsätze
(Quelle: Eigene Erstellung) 42
Abbildung 16 : Unternehmen nach Collaboration Index (Quelle: Eigene
Erstellung) 44
Abbildung 17 : Wirkung des CSCM (Mittelwert) (Quelle: Eigene Erstellung) 44
Abbildung 18 : Wirkung des CSCM (Regression) (Quelle: Eigene Erstellung) 45
Abbildung 19 : Einsatz vs Beurteilung der Vorteile der SC-MAnsätze (Quelle:
Eigene Erstellung) 46
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Abbildung 20: Wirkung der Kenngrößen der SCM-Ansätze auf die
Erfolgkennzahlen (Frage 3) - Darstellung der signifikanten Korrelationen (α < 0,1) (Quelle: Eigene Erstellung) ..................57
Abbildung 21: Regressionsergebnisse für die dargestellten signifikanten Korrelationen (Frage 3) (Quelle: Eigene Erstellung) ...................60
Abbildung 22: Wirkung der Kenngrößen der SCM-Ansätze auf die
Erfolgkennzahlen der Section 3 - Darstellung der signifikanten Korrelationen (α < 0,1) (Quelle: Eigene Erstellung) ....................61
Abbildung 23: Regressionsergebnisse für die dargestellten signifikanten Korrelationen (Section 3) (Quelle: Eigene Erstellung) ................63
Abbildung 24: Einsatz vs Beurteilung der Vorteile der SCM-Ansätze (Quelle:
Eigene Erstellung) ........................................................................68
Abbildung 25: Prozesskategorien der 2. Ebene des SCOR-Modells (Quelle:
Supply Chain Council, 2001) ....................................................XIII
Abbildung 27: Prioritäten der Supply Chain Strategie (Frage 4) (Quelle: Eigene
Erstellung)..................................................................................XIV
Abbildung 28: Einsatz von SCM Technologien (Frage 6) (Quelle: Eigene
Erstellung)..................................................................................XIV
Abbildung 29: Vorteile von SCM Technologien (Frage 6) (Quelle: Eigene
Erstellung)...................................................................................XV
Abbildung 30: Zufriedenheit mit Informationen (Frage 7) (Quelle: Eigene
Erstellung)...................................................................................XV
Abbildung 31: Zusammenarbeit mit Hauptkunden (Frage 8) (Quelle: Eigene
Erstellung)..................................................................................XVI
Abbildung 32: Vorteile der Zusammenarbeit mit Hauptkunden (Frage 8) (Quelle:
Eigene Erstellung) .....................................................................XVI
Abbildung 33: Zusammenarbeit mit Hauptlieferanten (Frage 9) (Quelle: Eigene
Erstellung)................................................................................ XVII
Abbildung 34: Vorteile der Zusammenarbeit mit Hauptlieferanten (Frage 9)
(Quelle: Eigene Erstellung) ..................................................... XVII
Abbildung 35: Verfügbarkeit von Informationen (Frage 10) (Quelle: Eigene
Erstellung)...............................................................................XVIII
Abbildung 36: Hauptprobleme zur Steigerung der Supply Chain Flexibilität (Frage 12) (Quelle: Eigene Erstellung)..................................XVIII
Abbildung 37: Einsatz von SCM Techniken - Operative Leistungsverbesserung (Frage 16) (Quelle: Eigene Erstellung)......................................XIX
Abbildung 38: Vorteile des Einsatz von SCM Techniken - Operative Leistungsverbesserung (Frage 16) (Quelle: Eigene Erstellung)XIX
Abbildung 39: Einsatz von SCM Techniken - Qualität (Frage 16) (Quelle: Eigene
Erstellung)...................................................................................XX
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Abbildung 40: Vorteile des Einsatz von SCM Techniken - Qualität (Frage 16)
(Quelle: Eigene Erstellung) ........................................................XX
Abbildung 41: Einsatz von SCM Techniken - Kostenreduktion (Frage 16)
(Quelle: Eigene Erstellung) ...................................................LXXX
Abbildung 42: Vorteile des Einsatz von SCM Techniken - Kostenreduktion (Frage 16) (Quelle: Eigene Erstellung)..................................LXXX
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite VI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 : Indikatoren der SC-MAnsätze 39
Tabelle 2 : Annahmen Section 3 40
Tabelle 3 : Bewertung der verschiedenen SC-MBereiche im Vergleich 45
Tabelle 4 : Analyse der Wirkung des E-Procurements 47
Tabelle 5 : Analyse der Wirkung des Electronic Data Interchange 48
Tabelle 6 : Analyse der Wirkung des JIT-Prinzips 49
Tabelle 7 : Analyse der Wirkung des VMI-Prinzips (Inbound) 50
Tabelle 8 : Analyse der Wirkung des VMI-Prinzips (Outbound) 51
Tabelle 9 : Analyse der Wirkung des CSCM 52
Tabelle 10 : Analyse der Wirkung des APS 53
Tabelle 11 : Prämissen der Regressionsanalyse (in Anlehnung an:
Backhaus, K , et al , 2000 , Seite 43 ) 56
Tabelle 12 : Regressionsergebnisse für die dargestellten signifikanten
Korrelationen (Frage 3 ) 58
Tabelle 13 : Regressionsergebnisse für die dargestellten signifikanten
Korrelationen (Section 3 ) 62
Tabelle 14 : In 2 Stufigem Modell identifizierte Ansätze zur
Leistungsverbesserung nach Bereichen (Regressionsanalyse,
α 0 ,1 ) 65
Tabelle 15 : Paired Samples Statistics - Zufriedenheit mit Informationen
LXXXI
Tabelle 16 : Paired Samples Correlations - Zufriedenheit mit
Informationen LXXXI
Tabelle 17 : Paired Samples Test - Zufriedenheit mit Informationen
LXXXI
Tabelle 18 : Paired Samples Statistics - Verfügbarkeit von Informationen
LXXXII
Tabelle 19 : Paired Samples Correlations - Verfügbarkeit von
Informationen LXXXII
Tabelle 20 : Paired Samples Test - Verfügbarkeit von Informationen
LXXXII
Tabelle 21 : Paired Samples Statistics - Leistungsfähigkeit Flexibilität
LXXXIII
Tabelle 22 : Paired Samples Correlations - Leistungsfähigkeit Flexibilität
LXXXIII
Tabelle 23 : Paired Samples Test - Leistungsfähigkeit FlexibilitätLXXXIII
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite VII
Tabelle 24: Paired Samples Statistics - Leistungsfähigkeit Allgemein ......
.................................................................................. LXXXIV
Tabelle 25: Paired Samples Correlations - Leistungsfähigkeit Allgemein
.................................................................................. LXXXIV
Tabelle 26: Paired Samples Test - Leistungsfähigkeit AllgemeinLXXXIV
Tabelle 27: Paired Samples Statistics - Probleme Steigerung SC-Flexibilität...................................................................LXXXV
Tabelle 28: Paired Samples Correlations - Probleme Steigerung SC-
Flexibilität...................................................................LXXXV
Tabelle 29: Paired Samples Test - Probleme Steigerung SC-Flexibilität ...
....................................................................................LXXXV
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite VIII
Abkürzungsverzeichnis
APS Advanced Planning Scheduling ATP Available to promise bzw. beziehungsweise ca. circa Coll. Collaboration CPFR Collaborative Planning Forecasting and Replenishment CSCM Collaborative Supply Chain Management d.h. dass heißt Dax Deutscher Aktien Index df degrees of freedom DW Durbin Watson EBIT Earnings before interests and taxes ECR Efficient Consumer Response EDI Electronic Data Interchange
EDIFACT Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Trade EOQ Economic Order Quantity ERP Enterprise Resource Planning et al. et aliud f. folgende ff. fortfolgende GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung i.e.S. im engeren Sinne i.d.R. in der Regel
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite IX IuK Informations- und Kommunikationstechnologie JIT Just-in-Time MIT Massachusetts Institute of Technology
ODETTE Organization for Data Exchange by Teletransmission in Europe OEM Original Equipment Manufacturer PKW Personenkraftwagen SCM Supply Chain Management SCOR Supply Chain Operation Reference Sig. Significance Std. Standard s.u. siehe unten US United States vgl. vergleiche VMI Vendor Managed Inventory vs versus www World Wide Web z.B. zum Beispiel
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„Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“
Konfuzius, chinesischer Philosoph 551-479 v. Chr.
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer
Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 1
1 Problemstellung
In der wissenschaftlichen Literatur herrscht eine uneinheitliche Auffassung über das Verständnis von SCM, was seinen Ursprung insbesondere darin hat, dass die ersten Entwicklungsschritte zum SCM in der Praxis gegangen wurden 1 , und die wissenschaftliche Forschung erst danach in den 90er Jahren 2 reaktiv einsetzte (vgl. Cooper, M.C., et al., 1997, Seite 12).
Nach anfänglichen Diskussionen über die Bedeutung und die Tragweite des Ansatzes des SCM ist sich die Mehrzahl der Autoren mittlerweile darin einig, dass Supply Chain Management eine neue Qualität der Unternehmens- und Netzwerkführung beinhaltet, und es sich nicht nur um eine Modeerscheinung handelt (vgl. Göpfert, I., 2002, Seite 27). Supply Chain Effectiveness hat sich neben der Produktqualität und der Time-to-Market als bedeutendes Differenzierungskriterium im Wettbewerb etabliert (vgl. Stewart, G., 1997, Seite 62). Effizienz, Flexibilität und Kundenzufriedenheit als strategische Erfolgsfaktoren können in der Zukunft nur noch entlang der gesamten Supply Chain ausgebildet werden. Während in der Vergangenheit einzelne Unternehmen miteinander konkurrierten, stehen heutzutage Supply Chains im Wettbewerb (vgl. Becker, T., 2002, Seite 64 und vgl. Johnson, M.E. und Pyke, D.F., 2000, Seite 3). Supply Chain Management (SCM) als effiziente Steuerung und Ausgestaltung der gesamten Wertschöpfungskette vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Kunden des Kunden ist eine der wesentlichen Herausforderungen an das Management.
Trotz der Unstrittigkeit über die Bedeutung des SCM fehlt es derzeit an empirischen Analysen zur Identifizierung von Erfolgsfaktoren dieser Management-Philosophie. Durch die in dieser Arbeit getroffene sehr weite Definition von SCM (vgl. 3.5.1) und den großen Umfang der Fragestellungen soll versucht werden, den Mangel an empirisch identifizierten Erflogsfaktoren des SCM zu beheben und durch die Analyse des Datenmaterials die Lücke der Unkenntnis über Erfolgsfak-toren und Erfolgsrezepte des SCM und über deren Wirkung zu schließen. Ziel dieser Arbeit ist es also, die Bedeutung und die Verbreitung des Supply Chain Management und dessen Ansätzen in europäischen produzierenden Unternehmen
1 Der Begriff „Supply Chain Management“ wurde 1980 von Beratern von Booz Allen Hamilton geschaffen.
2 Zu den ersten Wissenschaftlern, die den Begriff Supply Chain Management beleuchteten, gehören Stevens, G.C. 1989 (vgl. Stevens, G.C, 1989) und Towill, D.R. et al. 1992 (vgl. Towill, D.R., et al., 1992).
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 2
zu analysieren und darauf aufbauend die Wirkung ausgewählter Ansätze des Supply Chain Management zu untersuchen.
2 Einleitung
2.1 Einführung ins Thema
In der Vergangenheit haben produzierende Unternehmen zunehmend ihre Fertigungstiefe reduziert. Einzelne Produktionsfunktionen und Dienstleistungen wurden an Dritte outgesourct, um Vorteile der spezialisierten Arbeitskraft und des Informationsvorsprungs durch den Bezug dieser Leistungen zu realisieren (vgl. Kieser, A., 1995, Seite 195). Das zunehmende Outsourcing-Bestreben und die Konzentration auf die Kernkompetenzen steigern dabei parallel den Bedarf an Ko-ordination, so dass der Kooperationsgrad der Hersteller untereinander und mit ihren Lieferanten zunimmt, um eine effiziente Koordination zu gewährleisten. Es folgt der Auf- und Ausbau von Entwicklungs-, Produktions- und insbesondere Beschaffungsnetzwerken (vgl. Baumgarten, H., et al., 2002), und es resultieren neue Probleme in den Bereichen Kooperation, Koordination und Kommunikation. Kooperation ist der Anfang von Supply Chain Management, sie stellt eine notwendige, aber, wie durch die Beschreibung der Stufen auf dem Weg zur Integration von Supply Chains deutlich wird (vgl. 3.5.3), keine hinreichende Bedingung dar (vgl. Spekman, R. E., et al., 1998, Seite 634).
Abbildung 1: Externe Einflüsse auf Unternehmen (Quelle: Eigene Erstellung) Um den steigenden Kundenanforderungen und kürzeren Innovationszyklen (vgl. Externe Einflüsse auf Unternehmen, Abbildung 1) zu begegnen, müssen die einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette unternehmensübergreifend zusammenarbeiten. Schlechter Lieferservice, Kundenbeschwerden, lange Durchlaufzeiten oder hohe Lagerbestände sind einige der wesentlichen Startpunkte für SCM-Projekte, deren Ansatzpunkte sich aus diesen Herausforderungen ergeben (vgl. Becker, T., 2002, Seite 74). Die Supply Chain innerhalb des Unternehmens wird erweitert zur
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Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 3
integrierten Supply Chain vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Kunden des Kunden (vgl. Becker, T., 2002, Seite 64) und der Fokus der Gestaltungsmaßnahmen verschiebt sich von den isolierten bereichsinternen Aktivitäten auf die horizontal verlaufenden Prozesse der Supply Chain (vgl. Christopher, M. L., 1998, Seite 231ff.).
Parallel zu diesen Entwicklungen im Umfeld und der Reaktionen der Unternehmen auf diese Herausforderungen haben die Unternehmen zunehmend Kosten reduzierende Maßnahmen eingeleitet. Durch Reorganisation und Restrukturierung in der jüngeren Vergangenheit sind die produzierenden Unternehmen bereits so schlank, dass zusätzliche Einsparpotenziale innerhalb der Unternehmen kaum noch zu realisieren sind und es einer effizienteren Ausgestaltung der gesamten Supply Chain bedarf, um die Kosteneffizienz zu erhöhen. Entlang der Supply Chain, also in Einkauf, Logistik und Produktion, fallen typischerweise ca. 50% bis 70% der Gesamtkosten eines Unternehmens an. 3 Die Einsparpotenziale sind erheblich, so ergab eine empirische Erhebung über 287 deutsche Unternehmen, dass in der Automobilindustrie ca. 8% der Gesamtkosten alleine der Logistik zugerechnet werden können, in der Konsumgüterindustrie ca. 13% und im Handel rund 28%. 4 Auch andere Studien 5 stützen diese Zahlen und quantifizieren das SCM-Einsparungspotenzial in Deutschland mit 25 Milliarden Euro. 6 Insbesondere die Verkürzung der Durchlaufzeiten und der Abbau von Zwischenlagern durch SCM bilden den Ursprung der Einsparpotenziale, was durch die Simulation des Bullwhip-Effekts (vgl. 3.2), z.B. durch das Beer-Distribution-Game, in qualitativer und quantitativer Hinsicht verdeutlicht wird. Extremfälle der Reduktion der Durchlaufzeit von 360 auf 2 Stunden bei dem Waschmaschinen-Hersteller Matsushita oder von 360 auf 23 Tage bei dem Motorradfabrikant Harley Davidson 7 zeigen die Potenziale, die durch den Einsatz von SCM realisiert werden können. Die durchschnittliche Reduktion der Durchlaufzeiten durch SCM Projekte unterstreicht mit 30-50% (vgl. Wolff, S. und Geiger, K., 2001, Seite 142)
3 vgl. Handelsblatt Nr. 199, 16.10.2002, Beilage Logistik 2002, Seite 2
4 vgl. Handelsblatt Nr. 199, 16.10.2002, Beilage Logistik 2002, Seite 1
5 Eine Studie unter 120 deutschen Unternehmen zeigt, dass durch verbessertes Supply Chain Management die Kosten im Durchschnitt um 20% reduziert werden (vgl. VDI Nachrichten, Nr. 49, 07.12.2001, Seite 19), Bain und Company quantifizieren in einer Studie unter 300 Unternehmen dieses SCM-Einsparungspotenzial in Deutschland mit 25 Milliarden Euro.
6 vgl. Absatzwirtschaft - SonderausgabeOktober 2001, 15.10.2001
7 vgl. VDI Nachrichten, Nr. 31, 06.08.1999, Seite 18).
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer
Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 4
diese positive Wirkung in der Breite. Durch die Schaffung einer Informationstransparenz und eines koordinierten Lagerhaltungs-Programms konnte bei Barilla die Effizienz der Supply Chain deutlich gesteigert werden. Die Lagerbestände wurden um fast 50% gesenkt und Stockout Situationen praktisch vollständig vermieden (vgl. Hammond, J.H., 1994).
Neben der Interaktion von SCM-Projekten mit der Durchlaufzeit sind durch ihren Einsatz auch eine positive Wirkung auf die Liefertreue und die Lieferzeit für Schlüsselkomponenten empirisch zu beobachten (vgl. Wolff, S. und Geiger, K., 2001, Seite 142) 8 .
Dass deutsche Unternehmen die Aufgabe verstanden und die Chancen, die sich aus SCM ergeben, erkannt haben, indiziert, dass Supply Chain Management zu den am häufigsten genannten Investitionsschwerpunkten der deutschen Dax-30 Unternehmen gehört. 9 Dabei liegt das Hauptaugenmerk der Unternehmen, die mehr als 1 Milliarde US-Dollar Umsatz erwirtschaften, laut Forrester Research auf der Verbesserung der betrieblichen Effizienz (92% der befragten Unternehmen). 54% der befragten Unternehmen erhoffen sich von den entsprechenden Projekten außerdem eine verbesserte Kundenorientierung und eine Verkürzung der Time to Market (23%) (vgl. Forrester Research, Dezember 2002, Seite 3). Um diese Ziele zu erreichen, haben die Unternehmen jedoch noch einen weiten Weg vor sich. Nach z.B. Arnold 10 ist SCM im Sinne einer unternehmensübergreifenden Optimierung im Augenblick immer noch eine Vision. Nach seiner Meinung werden derzeit nur Bruchstücke der Gesamtkette optimiert, nicht aber die Kette als Ganzes. 11
2.2 Gang der Untersuchung
Um die Grundlagen für die Problemstellung zu legen und ein einheitliches Verständnis für die Ansatzpunkte des SCM zu schaffen, wird im Verlauf dieser Arbeit zunächst das Problem der vertikalen Integration bzw. der Desintegration theoretisch durch die Transaktionskostentheorie (vgl. 3.1.1) erörtert und um die
8 Empirische Beobachtungen zeigen, dass die Liefertreue bis an 100% gesteigert und die Lieferzeit für Schlüsselkomponenten von 20 auf 8 Tage reduziert werden kann (vgl. Wolff, S. und Geiger, K., 2001, Seite 142).
9 Market Nr. 6 vom 22.03.2002, Seite 22
10 Prof. Dr.-Ing. Dieter Arnold ist Lehrstuhlinhaber des Instituts für Förder- und Logistiksysteme an der Universität Karlsruhe.
11 VDI Nachrichten, Nr. 10, 09.03.2001, Seite 15
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer
Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 5
Betrachtung der Problemstellung mit der Principal-Agent-Theorie ergänzt (vgl. 3.1.2). Daraus ableitend werden Charakteristika, Anforderungen und Probleme einer Supply Chain und deren Organisation durch das SCM spezifiziert. Darauf aufbauend wird im Rahmen des Bullwhip-Effektes (vgl. 3.2) die Auswirkung dieser Probleme in der Praxis dargestellt und durch die Vorstellung des Supply Chain Operations Reference-Modells (SCOR-Modell) in 3.3 der Blickwinkel der Betrachtung verdeutlicht.
Abbildung 2: Gang der Untersuchung (Quelle: Eigene Erstellung)
Wegen der Vielzahl an Definitionen und teilweise ähnlichen verwirrenden, Begriffen wie Value Chain Management, C-Commerce, Virtuelles Unternehmen, Collaborative Chain Management oder Collaborative Planning, ist es notwendig das Supply Chain Management zu beschreiben und zu definieren (vgl. 3.5.1), Zielsetzungen zu erläutern und ausgewählte Management-Ansätze systematisch zu gliedern (vgl. 4). Aus diesen Ausführungen zu den Managementansätzen ergeben sich Wirkungsrichtungen der Ansätze, die in einer empirischen Studie unter 75 Geschäftsbereichen aus Deutschland, Italien und Österreich in Abschnitt 6 analysiert werden sollen.
3 Grundlagen des Supply Chain Management
3.1 Supply Chain Management zwischen Transaktionskostentheorie und Principal-Agent-Theorie
3.1.1 Transaktionskostentheorie
Ursprünglich wurde die Transaktionskostentheorie zur Erklärung der Entstehung von Unternehmen entwickelt (vgl. Coase, R.H., 1937 und vgl. Williamson, O.E., 1975). Coase zeigte 1937, dass die Koordinationsform der Unternehmung wegen
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 6
der Existenz von Transaktionskosten 12 unter Umständen effizienter arbeitet, als eine marktliche Koordinationsform (vgl. Coase, R., 1937 und vgl. Bohr, K., et al., 1981). Zur Beurteilung der Effizienz der unterschiedlichen Koordinationsformen legt die Transaktionskostentheorie als zu minimierendes Effizienzkriterium die Summe der jeweils anfallenden Produktionskosten und Transaktionskosten zu-grunde (vgl. Williamson, O.E., 1985, Seite 22), dabei ist diejenige Koordinations-form auszuwählen, die die vergleichsweise geringsten Transaktionskosten verursacht.
Die Höhe der Transaktionskosten hängt von bestimmten Eigenschaften der zu erbringenden Leistung, von Verhaltensmerkmalen der ökonomischen Akteure und von der gewählten Organisationsform ab (vgl. Picot, A. und Franck, E., 1993, Seite 188). Williamson betrachtet als entscheidende Einflussgrößen auf die Transaktionskosten die drei Charakteristika (1) transaktionsspezifische Investitionen (Spezifität), (2) Unsicherheit einer Transaktion 13 und (3) die Häufigkeit einer Transaktion
(vgl. Williamson, O.E., 1985, Seite 52ff.), wobei nach Picot die Spezifität 14 die stärkste Wirkung auf die Transaktionskosten hat. Insbesondere in Zusammenhang mit der Verhaltensannahme des Opportunismus 15 wird Spezifität zum Problem (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 43). Unter dieser Annahme wird der eine Kooperationspartner die Bindung, die durch Investitionen in Form von „sunk costs“ (vgl. auch das Hold Up Problem der Intention" 3.1.2) in die Beziehung entsteht, opportunistisch ausnutzen, wenn er sich dadurch einen höheren Nutzen als durch ein kooperatives Verhalten verspricht.
12 Die anfallenden Kosten der Information und Kommunikation bei der Anbahnung, Vereinbarung, Abwicklung, Kontrolle und Anpassung eines Leistungsaustausches werden als Transaktionskosten bezeichnet (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 41).
13 Williams unterscheidet die parametrische Unsicherheit (d.h. Unsicherheit über die situativen Bedingungen der Transaktion) und die Verhaltensunsicherheit (d.h. Möglichkeit opportunistischen Verhaltens des Transaktionspartners) (vgl. Williamson, O.E., 1985, Seite 57ff.).
14 Der Grad der Wirkung der Spezifität auf die Transaktionskosten ist umso höher, je größer der Wertverlust ist, der entsteht, wenn die zur Aufgabenerfüllung erforderlichen Resourcen nicht in der angestrebten Verwendung eingesetzt, sondern ihrer nächstbesten Verwendung zugefügt werden (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 43).
15 Opportunistisches Handeln liegt vor, wenn sich Wirtschaftssubjekte nicht ausschließlich in verständigungsorientierter Weise verhalten, sondern vielmehr häufig versuchen, ihre eigenen Interessen gegebenenfalls auch zum Nachteil anderer zu verwirklichen (vgl. Picot, A., et al.,
1996a, Seite 43).
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 7
Bei Teilleistungen mittlerer Spezifität und mittlerer Unsicherheit ist ein langfristiges Kooperationsverhältnis (Hybride Koordinationsform) das geeignete Koordinationsmuster 16 (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 268). Als Beispiel kann die Automobilindustrie herangezogen werden, wo der Original Equipment Manufacturer (OEM) spezifische, auf die Ausstattung und Anforderung der jeweiligen Modelltypen angepasste Leistungen, beziehen muss. Die Beschaffung dieser Güter geschieht durch Dritte (in dem Falle der Automobilindustrie Tier 1 Lieferanten), die durch langfristige Verträge und Kooperationsformen gegen opportunistische Ausbeutung abgesichert werden.
Durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technologie) können die Transaktionskosten erheblich beeinflusst werden (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 59f.). Wenn geeignete IuK-Technologie in den zwischenbetrieblichen Bereichen eingesetzt wird, können Kontakte zwischen potenziellen Transaktionspartnern leichter geknüpft (Anbahnungskosten) und Abstimmungen auch über große Entfernungen hinweg kostengünstiger erzielt werden (vgl. Reichwald, R. und Koller, H., 1995).
Abbildung 3: Der Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnik auf die Transaktionskosten (in Anlehnung an: Picot, et al., 1996a, Seite 59) Abbildung 3 verdeutlicht den Einfluss der IuK-Technologie. Die Punkte S 1 und S 2 geben die Break-even Punkte der einzelnen Koordinationsformen wieder. Sie beschreiben somit die Effizienzgrenze der jeweiligen Koordinationsform und zeigen, wie die Auswahl der jeweils effizienten Koordinationsform in Abhängigkeit
16 Spezifische Leistungen mittleren Grades können nicht einfach wie Standardgüter vom Markt fremdbezogen werden, da sie an die Unternehmenstätigkeit angepasst werden müssen (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 268).
Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des Supply Chain Management Ansatzes Seite 8
von dem Spezifitätsgrad der jeweils zu erstellenden Leistung variiert (vgl. Picot, A., 1996a, Seite 44f.).
Die Einführung von IuK-Technologien führt zu einer Senkung der fixen (spezifitätsunabhängigen) und variablen (spezifitätsabhängigen) Kosten (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 59f.) und verschiebt somit die Break-even Punkte nach rechts (S’ 1 und S’ 2 ), was z.B. die Möglichkeit der Hybriden Koordination für einen Spezifitätsgrad erlaubt, für den vor Einführung der IuK-Technologie die Hierarchische Koordinationsform im Sinne der Transaktionskostentheorie effizient war. Unternehmen haben nur dann eine Existenzberechtigung, wenn sie die mit der Leistungserstellung verbundenen Koordinationsprobleme besser lösen können, als dies über den Markt der Fall wäre (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 41). Falls keine technischen Inkompatibilitäten vorliegen, tragen IuK-Technologien zur Auflösung der Unternehmung 17 durch Arrangements wie Netzwerke und Joint Ventures bei (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 267f.). Sie fördern somit die Markt- und Symbioseorientierung 18 der Unternehmensorganisationen (vgl. Picot, A., et al., 1996b) und erklären den zunehmenden Bedarf an Kommunikation und Koordination.
Da im Verlauf der Austauschbeziehung auftretende Probleme und Änderungen der Umwelteinflüsse von den Transaktionspartnern nicht immer antizipiert werden können, sind die ex ante geschlossenen vertraglichen Vereinbarungen unvollständig (vgl. Williamson, O.E., 1985, Seite 26ff.). Williamson erklärte, dass Unternehmen eine effizientere Koordinationsform als die marktliche darstellen, da sie keine formalen Verträge 19 nutzen (vgl. Williamson, O.E., 1979). Allerdings können Transaktionspartner durch die Vermeidung der Spezifikation sämtlicher Elemente einer Beziehung in einem Vertrag Kosten („rigidity costs“ 20 ) sparen, indem sie den Vertrag flexibel ausgestalten (vgl. Klein, B. und Murphy, K.M., 1997) und somit der Kritik von Williamson begegnen.
17 Wenn sich Unternehmen im Rahmen der Leistungstiefenoptimierung zunehmend vertikal desintegrieren, spricht man von der Auflösung der traditionellen ökonomischen Unternehmensgrenzen (vgl. Picot, et al., 1996a, Seite 263).
18 Picot et al. sprechen statt Hybriden Koordinationsformen von „symbiotischen Arrangements“ (vgl. Picot, et al., 1996a, Seite 272f.).
19 Formale Verträge sind wegen der Komplexität der Definition von Leistung und der Änderung der Umweltzustände imperfekt und führen somit zu Transaktionskosten (vgl. Williamson,
1979).
20 Zum Begriff „rigidity costs” vergleiche Klein und Murphy (vgl. Klein, B. und Murphy, K.M.,
1997).
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Vertrauen 21 und gemeinsame Werterhaltung sind die Grundlage dieser relationalen Verträge. Sie ermöglichen die Realisierung hybrider Koordinationsformen auch bei einem höheren Grad an Spezifität, da die Abwicklung von Transaktionen durch die Beschleunigung des Abschlusses von Vereinbarungen erleichtert wird, was sich Transaktionskosten senkend auswirkt 22 . Auch hoch spezifische Kernaufgaben können durch eine solche vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rahmen hybrider Koordinationsformen ökonomisch sinnvoll realisiert werden (vgl. Picot, et al., 1996a, Seite 272f.). Die Effizienz hybrider Koordinationsformen kann durch Vertrauen gesteigert werden.
In dem Beziehungsverhältnis von Unternehmensnetzwerken nehmen wegen der dargelegten Problematik das Vertrauen zwischen den Transaktionspartnern sowie der Einsatz von IuK-Technologie und daraus abgeleitet der Austausch von Informationen eine zentrale Bedeutung bei der effizienten Ausgestaltung der Wertschöpfungskette ein.
3.1.2 Principal-Agent-Theorie
Eine Supply Chain ist typischer Weise durch die asymmetrische Verteilung von Informationen zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette, Unsicherheit über das Verhalten der Partner und Unsicherheit über das Eintreten bestimmter Umweltzustände gekennzeichnet. Die Principal-Agent-Theorie behandelt diese Charakteristika für die arbeitsteilige Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehung (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 47). In einer Principal-Agent-Beziehung trifft der Agent Entscheidungen, die nicht nur sein eigenes Wohlergehen, sondern auch das Nutzenniveau des Prinzipals beeinflussen (vgl. Wenger, E. und Teberger, E., 1998, Seite 506).
Ihr Ansatz wird zunehmend auf Kooperationen und strategische Allianzen zwischen Unternehmen angewendet. In diesem Zusammenhang bezeichnet man die Partner der Beziehung als downstream-party (in der Automobilindustrie z.B. der OEM) und upstream-party (in der Automobilindustrie z.B. Tier 1 Lieferant) (vgl.
21 Nach Spekman et al. ist Vertrauen im Zusammenhang mit Supply Chain Management “the belief that one’s partner will act in a predictable manner, will keep his word, and will behave in a way that will not negatively affect the other.” (vgl. Spekman, R. E., et al., 2001, Seite 9).
22 Abbildung 3 kann analog auf diesen Einfluss angewendet werden, d.h., dass stärkeres Ver- trauen die Break-even Punkte nach rechts verschiebt.
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Reichwald, R. und Rupprecht, M., 1992). Die Übertragung von Aufgaben 23 auf der Basis einer Vereinbarung an einen beauftragten Partner eröffnet dem Prinzipal den Vorteil, dass er sich die spezialisierte Arbeitskraft und den Informationsvorsprung des Agenten zunutze machen kann (vgl. Kieser, A., 1995, Seite 195). Das zu minimierende Effizienzkriterium der Principal-Agent-Theorie sind die Agency-Costs 24 , die sich aus den Steuerungs- und Kontrollkosten, Garantiekosten und Residualkosten zusammensetzen (vgl. Jensen, M. und Meckling, W., 1976, Seite 308). Sie drücken die Differenz zwischen der First-best Lösung bei vollständiger Information, d.h. dem fiktiven Zustand eines vollkommenen Tausches, und der Second-Best-Lösung bei asymmetrischer Information aus (vgl. Spremann, K., 1990, Seite 617). Steuerungs- und Kontrollkosten, Garantiekosten und Residualkosten können aus drei wesentlichen Problemen resultieren: (1) Hidden Characteristics treten bei der Auswahl eines Transaktionspartners auf, da der Prinzipal die Eigenschaften des Agenten nicht ex ante kennt. Um nicht den falschen Partner auszuwählen (Adverse Selection) bedarf es bei der Anbahnung der Transaktion Aufwendungen, die auf Seiten des Agenten aus dem Signalling und auf Seiten des Prinzipals aus dem Screening der Eigenschaften des Agenten resultieren.
(2) Kann der Prinzipal die Handlung des Agenten nicht kontrollieren, d.h. sie entweder nicht beobachten oder beobachten aber mangels Wissens nicht bewerten, kommt es zum Problem der Hidden Action. Um zu vermeiden, dass der Agent seine Spielräume opportunistisch ausnutzt (Moral Hazard) bedarf es, wenn keine Möglichkeit einer leistungsabhängigen Ergebnisbeteiligung besteht, der Investition in Informations- und Kontrollsysteme zum Monitoring der upstream-party.
(3) Das dritte Problem entsteht durch Investitionen im Vorfeld einer Kooperation in Form von „sunk costs“. Der Prinzipal gerät in die Abhängigkeit des Agenten und es kommt zum Problem der Hidden Intention. Für den Prinzipal besteht die Gefahr der opportunistischen Ausnutzung der bestehenden Abhängigkeit (Hold up) durch den Agenten.
23 “The individual firm in the supply chain should focus on its core competencies and develop competency alliances with the other parties in the value chain (Skjoett-Larsen, 1999, Seite
51).
24 Die Reduzierung der Agency-Costs auf Null ist nur unter der Bedingung vollständiger Infor- mation möglich (vgl. Ross, S.A., 1973, Seite 138).
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Durch langfristige Verträge kann dieses Problem vermieden werden (vgl. Spremann, K., 1990), es entstehen jedoch Agency-Costs, da formale Verträge imperfekt sind und somit zu Transaktionskosten (vgl. „rigidity costs“ in 3.1.1) führen (vgl. Williamson, O.E., 1979).
Zur Vermeidung oder Eingrenzung der opportunistischen Ausnutzung von Abhängigkeiten durch einen Partner und zur damit einhergehenden Minimierung der Agency-Costs müssen Supply Chains kooperativ ausgestaltet werden, eine enge Vernetzung zwischen den Partnern anstreben und auf gegenseitigem Vertrauen basieren (vgl. Picot, A., et al., 1996a, Seite 263) 25 . Die aus der Principal-Agent-Theorie resultierenden Probleme und die aus der Transaktionskostentheorie abgeleiteten Anforderungen greift das Supply Chain Management auf und versucht ihnen durch den Einsatz von speziellen Technologien und Managementkonzepten zu begegnen (vgl. 4). Die Probleme der IuK-Technologie und des Vertrauens bzw. der Zusammenarbeit der Supply Chain-Partnern spielen dabei im Beziehungsverhältnis eine entscheidende Rolle und werden daher im Verlauf dieser Arbeit wiederholt aufgegriffen werden.
3.2 Der Bullwhip-Effekt
Der Bullwhip-Effekt beschreibt das Phänomen der Informationsverzerrung bei der Weitergabe von Informationen von einer Wertschöpfungsstufe zur nächsten. Im Extremfall werden die einzelnen Unternehmen von den Informationen der vorbzw. nachgelagerten Wertschöpfungsstufe fehlgeleitet, und es kommt bei Kapazitäts-, Logistik-, Produktions- und Lagerentscheidungen zu Planungen auf der Basis fehlerhafter Daten (vgl. Lee, H.L., et al., 1997, Seite 93ff.). In der Praxis kann das Phänomen des Bullwhip-Effekts häufig beobachtet werden. Die Schwankungen in den Auftragseingängen nehmen von der Handelsstufe über den Produzenten bis zum Zulieferer zu, obwohl die Verkäufe an den Konsumenten relativ konstant verlaufen. Ursache dieser Zunahme der Schwankungen in den Auftragseingängen sind
(1) die Haltung lokaler Bestands- und Sicherheitsreserven der Unternehmen, die für die Partner nicht ersichtlich sind,
25 Die Vertikale Integration der Unternehmen kann das Hold-Up Problem lösen (vgl. William- son, O.E., 1975 und vgl. Klein, B., et al., 1978).
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(2) die zeitverzögerte und in der Regel gebündelte Weitergabe von Kundenbestellungen bzw. Bedarfsanforderungen (Order-Batching 26 ) ohne Informationen für die Lieferanten über die tatsächlichen Absätze auf Endkundenseite (Informationstransparenz),
(3) Forward-Buying 27 auf der Kunden- und Handelsseite, verursacht durch verschiedene Arten der Verkaufsförderung und
(4) ein allgemeiner Zeitverzug im Informationsfluss (real-time information) durch den ungenügenden Einsatz von IuK-Technologie (vgl. Lee, H.L., et al., 1997, Seite 99ff.).
Abbildung 4: Der Bullwhip-Effekt (in Anlehnung an: Lee, H.L., et al., 1997, Seite 93ff.) Die Schwankung der Bestellmengen wird von den Endkunden, über den Handel, die Hersteller (OEM) bis hin zu den Lieferanten (Tier 1) und Vorlieferanten (Tier 2) immer stärker (vgl. Göpfert, I., 2002, Seite 33f. und vgl. Lee, H.L., et al., 1997, Seite 99). Entlang einer nicht koordinierten logistischen Kette kann dadurch trotz annähernd konstantem Konsum eine zunehmende Schwankung festgestellt werden (vgl. Abbildung 4), es bilden sich Zyklen, die sich gegenseitig aufschaukeln (vgl. Walldorf, C.H., 1999, Seite 15).
Nimmt beispielsweise der Verkauf eines Produktes nach einer längeren Stagnation zu, wird ein Einzelhändler zunächst seine aufgebauten Bestände abbauen, ehe er sein Bestellvolumen erhöht. Bleibt die Nachfrage auf dem gesteigerten
26 Unter Order-Batching versteht man das Bündeln von Aufträgen im Sinne der Bestimmung optimaler Bestellgrößen. Ursachen für dieses Phänomen liegen in langen Durchlaufzeiten und hohen Transaktionskosten bei Bestellungen (vgl. Lee, H.L., et al., 1997, Seite 101).
27 Unter Forward-Buying, auch Kaufakzeleration genannt, versteht man den Kauf von Produkten und Leistungen über den eigentlichen Bedarf hinaus. Durch die Lagerhaltung der Produkte nach diesem Kauf kann es im Verlaufe der Zeit auf Kundenseite zu einem echten Mehrkonsum kommen, auf der anderen Seite ist jedoch häufig auch eine Kaufakzeleration im engeren Sinne zu beobachten, d.h., der Konsum bleibt konstant und es werden zunächst die Lagerbestände abgebaut. Die Kaufakzeleration i.e.S. spiegelt sich in einem Rückgang der Nachfrage nach der Verkaufsförderung wieder (Post-Promotion-Dip) und verursacht somit eine künstliche Schwankung der Nachfrage (vgl. Neslin, S.A. und Schneider Stone, L.G.,
1996 und vgl. Gedenk, K., 2001). Analog kann diese Ausführung auf die Wirkung von han- delsgerichteten Verkaufsförderungsmaßnahmen übertragen werden.
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Niveau, bedarf es einer deutlichen Steigerung des Bestellvolumens über den Anstieg auf Kundenseite hinaus, um wieder Sicherheitsbestände im Warenausgangslager aufbauen zu können. In dieser Art und Weise vollzieht sich dieses Phänomen über alle Stufen der Wertschöpfungskette und lässt die Schwankungen zunehmen, sie sind auf der vorgelagerten Stufe stets größer als auf der Stufe danach. Hohe Kapazitätsreserven und Sicherheitsbestände sind zwangsweise die Folge, die auf einen Mangel an Informationstransparenz und einer ungenügenden Geschwindigkeit bei der Weitergabe von Informationen (real-time information) der Supply Chain sowie der Bündelung von Aufträgen zu Losgrößen (Order-Batching) und der vorsorglich höheren Bestellung zur Vermeidung von Lieferengpässen zurückzuführen sind (vgl. Lee, H.L., et al., 1997, Seite 95). Die ineffiziente Reaktion der Glieder der Wertschöpfungskette durch den Bullwhip-Effekt kann durch das am MIT um 1958 von Forrester entwickelte Beer-Distribution-Game 28 veranschaulicht werden (vgl. Forrester, J.W., 1958, Seite 37-66 und vgl. Sterman, J., 1989, Seite 321-339). Auch die theoretischmathematische Betrachtung des Bestellverhaltens von Wertschöpfungskettengliedern kann den Bullwhip-Effekt qualifizieren und innerhalb der getroffenen Modellannahmen quantifizieren.
Chen et al. messen 2000 den Bullwhip-Effekt, zum einen für ein einfaches zwei Ebenen Modell (Produzent und Händler) und zum anderen für das 4 Ebenen umfassende Modell des Beer-Distribution-Game und beobachten die Auswirkung der Informationsweitergabe auf den Effekt. In beiden Fällen können sie analytisch nachweisen, dass der Bullwhip-Effekt über die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette zunimmt. Außerdem zeigen Chen et al., dass durch die Zentralisierung der Nachfrageinformation, d.h. durch die Schaffung einer Informationstransparenz der Nachfrage für alle Wertschöpfungsstufen, die Wirkung des Bullwhip-Effektes deutlich verringert, allerdings unter den getroffenen Annahmen nicht ganz verhindert werden kann (vgl. Chen, F., et al., 2000, Seite 436ff.). Der Forderung nach Informationstransparenz begegnen die Managementansätze des SCM wie Collaborative Planning Forecasting and Replenishment (CPFR),
28 Das Beer-Distribution-Game simuliert eine Lieferkette mit vier Teilnehmern (Einzelhändler, Großhändler, Distributeur und Fabrik). Die Teilnehmer entscheiden auf der Basis ihres aktuellen Lagerbestands und der vorliegenden Kundenaufträge, welche Menge sie bei ihren Lieferanten bestellen. Dabei hat die Lieferkette ein gemeinsames Ziel: Die Kosten für das im La- ger gebundene Kapital zu minimieren, gleichzeitig aber lieferfähig zu bleiben.
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Vendor Managed Inventory (VMI) und Advanced Planning and Scheduling Systeme (APS-Systeme). Die Systemgrenzen, welche bisher aufgrund der isolierten Sichtweise jedes einzelnen Unternehmens bestanden, verfallen teilweise, da der synchronisierte und schnelle Austausch von gemeinschaftlich relevanten Informationen ermöglicht wird (vgl. Langemann, T., 2002, Seite 428). Cachon und Fisher zeigen jedoch analytisch, dass die direkte Wirkung der Informationstransparenz mit ca. 2% Kostenreduktion 29 schwächer ist, als die Kosten reduzierende Wirkung über die Reduzierung von Lieferzeiten (21% Kostenreduktion) und die Verkleinerung der minimalen/optimalen Bestellgröße (22% Kostenreduktion), die beide jedoch teilweise auch als indirekte Effekte der Informationstransparenz betrachtet werden können (vgl. Cachon, G.P. und Fisher, M., 2000, Seite 1033). Diese Potenziale werden durch Techniken und Managementkonzepte des SCM wie z.B. Electronic Data Interchange (EDI), Just-In-Time (JIT) oder E-Procurement aufgegriffen, was die Weitläufigkeit des Ansatzes des SCM unterstreicht.
3.3 Supply Chain Operations Reference-Modell (SCOR)
Aus den Anfängen der Modellierung von Wertschöpfungsketten durch das Supply Chain Council (vgl. www.supplychain.org) formulierten Wissenschaftler und Praktiker 30 das Supply Chain Operations Reference-Modell (SCOR-Modell), das sich als Meta-Modell zur Beschreibung von Wertschöpfungsketten etabliert hat. Das Modell wurde insbesondere für integrierte Supply Chains entwickelt, die eine unternehmensübergreifende Optimierung der Wertschöpfungskette anstreben (vgl. Stewart, G., 1997, Seite 63f.).
Das Supply Chain Operations Reference-Modell bietet den beteiligten Unternehmen einer Wertschöpfungskette die Möglichkeit einer gemeinsamen Basis 31 für die Verständigung über die Prozesse der Supply Chain (vgl. Handfield, R.B. und Nichols, E.L., 1999, Seite 53; vgl. Stewart, G., 1997, Seite 63 und vgl. Becker, T., 2002, Seite 66).
29 Verschiedene Wissenschaftler (vgl. Aviv, Y. und Federgruen, A., 1998; vgl. Chen, F., 1998; vgl. Lee, H.L., et al. 2000 und vgl. Liljenberg, P., 1996) haben versucht den Effekt der Informationstransparenz zu quantifizieren. Entsprechend der jeweiligen Annahmen erstreckt sich der Effekt von 0% - 23% Kostenreduktion.
30 Das SCOR-Modell wurde im November 1996 von den Mitgliedern des Supply Chain Councils vorgestellt (vgl. Handfield, R.B. und vgl. Nichols, E.L., 1999, Seite 53).
31 Wesentliches Instrument einer prozessorientierten Organisationsgestaltung bildet eine standardisierte Beschreibungssprache für Geschäftsprozesse, die ein einheitliches Prozessverständnis der Kooperationspartner sowie die Kompatibilität der modellierten unternehmens- übergreifenden Geschäftsprozesse gewährleistet (vgl. Walther, J., 2002, Seite 134).
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Als Branchen übergreifender (cross industry) Ansatz ermöglicht SCOR die Evaluierung der Supply Chain Performance und des Supply Chain Management und unterstützt die Identifizierung von Erfolgspotenzialen (vgl. Stewart, G. 1997, Seite 63 und vgl. Christopher, M. L., 1998, Seite 106f.). Durch die Hinterlegung von Kennzahlen hinter die standardisierten Prozesse erlaubt es den Unternehmen ihre eigene Prozess-Effektivität und -Effizienz zu messen, sich gegen andere Unternehmen zu benchmarken und so Handlungsschwerpunkte zum Ausbau spezifischer Wettbewerbsvorteile oder zur Verbesserung spezieller Bereiche zu identifizieren und zu quantifizieren (vgl. Stewart, G., 1997, Seite 63 und vgl. Handfield, R.B. und Nichols, E.L., 1999, Seite 53).
Das SCOR-Modell (vgl. Abbildung 5) unterscheidet die fünf grundlegenden Aktivitäten Planen (Plan), Beschaffen (Source), Herstellen (Make), Liefern (Deliver) und Zurückliefern (Return) (vgl. Becker, T., 2002, Seite 67 und vgl. Czaplewski, R., 2002, Seite 1). Für jede dieser Aktivitäten enthält SCOR für jede Stufe der Supply Chain ein umfangreiches Kennzahlensystem, mit dem sich die Supply Chain effektiv steuern lässt. Es ist in verschiedene Ebenen unterteilt, wobei die Struktur den unterschiedlichen Steuerungs- und Informationsbedürfnissen der Organisation Rechnung trägt (vgl. Becker, T., 2002, Seite 81). Das SCOR-Modell unterscheidet vier verschiedene Ebenen (vgl. Abbildung 6), die bei der Durchführung von SCM-Projekten auf Basis des Modells entsprechend dieser Hierarchie (top-down) Anwendung finden, der Detaillierungsgrad der Prozesse und Aktivitäten nimmt dabei entlang dieser Ebenen fortlaufend zu (vgl. Stewart, G., 1997, Seite 63 und vgl. Handfield, R.B. und Nichols, E.L., 1999, Seite 53).
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Auf der ersten Stufe des Modells, der Top Level-Ebene, werden die Prozesstypen Plan, Source, Make, Deliver und Return allgemein definiert und auf die Supply Chain angewendet. Die Supply Chain wird entsprechend dem Meta-Modell der grundlegenden Aktivitäten strukturiert, um, basierend auf dem nun geschaffenen einheitlichen Prozessverständnis, auf der zweiten Ebene, (vgl. Abbildung 25), die Zerlegung in Kernprozesskategorien, 32 zu ermöglichen. Diese Konfigurationsebene gewährleistet die Darstellung der möglichen Elemente einer Supply Chain. Die Kategorien werden in die Bereiche Plan, Execution und Enable gegliedert. 33
32 In SCOR 5.0 sind insgesamt 30 Prozesskategorien hinterlegt.
33 Supply Chain-Planning umfasst die Planungsprozesse der Planung der einzelnen Aktivitäten (Plan, Source, Make, Deliver und Return), Supply Chain-Execution die Umsetzung der Aktivitäten Source, Make, Deliver und Return, die durch die unterstützenden Prozesskategorien (Enable) getragen werden.
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Die dritte Ebene, die Prozesselement-Ebene, enthält zu jeder der 30 Prozesskate-gorien der zweiten Ebene detaillierte Prozessinformationen und umfasst außerdem Kennzahlen, Benchmarks und Best Practices für die Teilprozesse. Aufbauend auf dieser nach Abschluss der dritten Ebene getätigten Ist-Prozessbeschreibung, lässt sich die Leistung der Prozesse mit den in SCOR hinterlegten Kennzahlen überprüfen (vgl. Becker, T., 2002, Seite 66). Auf der vierten Ebene, der Implementierungsebene empfiehlt SCOR entsprechend der gewählten Konfiguration Handlungsempfehlungen für die Anwendung spezieller SCM-Techniken und -Ansätze zur effizienten Ausgestaltung der Supply Chain und gibt außerdem Hilfestellung bei der Auswahl einer optimalen Software für die Spezifitäten des gewählten Prozessdesigns.
3.4 Kollaborationsszenarien im Beziehungsverhältnis zwischen Unternehmen 34
Die Bereiche Supply Chain-Execution und Supply Chain-Planning der zweiten Ebene des SCOR-Modells sollen anhand der Zusammenarbeit (Collaboration) der Wertschöpfungskettenglieder verdeutlicht werden (vgl. Abbildung 7).
Im Bereich der Inbound-Collaboration agiert das Unternehmen auf den Ebenen Planning und Execution als downstream-party (vgl. 3.1.1), so plant es gemeinschaftlich mit dem Lieferanten (upstream-party) die benötigten Kapazitäten auf Basis einer gemeinsamen Absatzplanung. Unter Capacity-Collaboration können alle gemeinsamen Planungsaktivitäten zusammengefasst werden, die zur kurzfristigen Abstimmung der Kapazitäten zwischen den Supply Chain Partnern vorgenommen werden. Das Ziel besteht in einer höheren Auslastung der Produktions- 34 Sämtliche Ausführung in diesem Abschnitt orientieren sich an Langemann (vgl. Langemann, T., 2002, Seite 430ff.)
Quote paper:
Moritz Kothe, 2003, Empirische Untersuchung von Erfolgsfaktoren produzierender Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des SCM-Ansatzes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Management von Währungsrisiken in internationalen Unternehmen
Business economics - Investment and Finance
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
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