Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definitionen und Merkmale von Interesse 4
2.1 Definitionen 4
2.2 Merkmale 7
3. Interessenentwicklung aus Sicht einer Person-Gegenstands-Konzeption 8
3.1 Strukturelle Aspekte und Beschreibungsmerkmale 8
3.2 Einfache und komplexe Person-Gegenstands-Bezüge 9
3.2.1 Einfacher Person-Gegenstands-Bezug 10
3.2.2 Komplexer Person-Gegenstands-Bezug 10
3.2.3 Strukturelle Verknüpfung einfacher Person-Gegenstands-Bezüge 11
3.2.4 Strukturelle Verknüpfung komplexer Person-Gegenstands Bezüge 11
3.2.5 Aufbau neuer komplexer Person-Gegenstands-Bezüge 11
4. Das Interessenkonstrukt der neuen Interessenforschung 12
4.1 Individuelles Interesse 12
4.2 Situationales Interesse oder Interessiertheit 12
4.2.1 Bedingungen der Interessiertheit am Unterricht 13
5. Der Einfluss des Interesses auf das Lernen und Leistung 16
5.1 Einfluss von thematischen Interessen auf den Erwerb von Wissen 19
6. Entwicklung und Entwicklungstrends in der Schule 19
7. Schluss / Fazit 20
8. Literaturverzeichnis 22
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1. Einleitung
Zu einem normalen Schulalltag gehört immer das Lernen mit oder ohne Interesse. Von einem interessierten Lernen kann man sprechen, wenn die Lerninhalte aufgrund der subjektiven Bedeutung des Lerngegenstandes erschlossen werden und nicht nur wegen ihrer intrinsischen Anreize. Nach A. Krapp (1996) ist Interesse ein Konstrukt, welches eine besondere Beziehung einer Person zu einem Gegenstand kennzeichnet. Dabei kann es sich bei dem Gegenstand des Interesses um einen thematischen Bereich, bestimmte Objekte oder Tätigkeiten handeln. Diese Person-Gegenstands-Beziehung (Person-Gegenstand im Folgenden PG abgekürzt) äußert sich in der freiwilligen Beschäftigung, für die man eine persönliche Vorliebe hegt. Somit ist ein interessengeleitetes Lernen selbstbestimmt und wird von positiven emotionalen Erfahrungen begleitet.
Ohne Interesse ist es für fast jeden schwer einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Auch ein Beruf ist ohne Interesse auf Dauer nur schwer zu ertragen. Ist es möglich sich für jeden beliebigen Gegenstand zu interessieren? Vorab kann man schon sagen, dass es allein durch Willenskraft nicht lange möglich ist. Also müssen bestimmte Bedingungen für das Entstehen und Anhalten von Interesse vorhanden sein. Damit sind allerdings nicht unbedingt Auslöser wie „irgendwann auf den Geschmack gekommen“ gemeint.
Situationen, in denen Kinder zum Beispiel mit Gegenständen in Berührung kommen, sind in der Schule. Betrachtet man allerdings die Forschungsergebnisse zum Interesse in Bezug auf Schule, so wurde folgendes festgestellt:
- im Laufe der Schulzeit sinkt das Interesse an schulischen Inhalten konstant - nur wenige Schülerinnen und Schüler (im Folgenden SuS abgekürzt) geben an, dass sich ihr Interesse durch die Schule entwickelt hat (mehr durch Familie und Freunde) - es finden sich fast keine Überschneidungen, wenn man die von SuS angegebenen Interessen mit denen in der Schule behandelten Themen vergleicht Dies lässt vermuten, dass die Bedingungen von Interessenentwicklung in der Schule nicht günstig sind. Allerdings kann manchmal Schule auch der Auslöser von Interessen sein, wobei das Thema bzw. der Gegenstand unverzichtbarer Aspekt von Interesse ist. In diesem Abschnitt habe ich einen kurzen Abriss gegeben, wie vielfältig die Ansatzmöglichkeiten sind, wenn man sich mit dem Thema Interesse auseinander setzen möchte. Im Folgenden werde ich mich unter anderem mit Definitionen und Merkmalen von
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Interesse beschäftigen, dem Interessenkonstrukt, der Interessengenese, der Person-Gegenstands-Konzeption und mit dem Einfluss von Interesse auf das Lernen.
2. Definitionen und Merkmale von Interesse
2.1 Definitionen
„Interesse (lat.: dabeisein). Personale affektiv-kognitive Struktur mit handlungs-und erlebnisleitender Funktion; beeinflußt Form und Inhalt unserer Auseinandersetzung mit der Umwelt. […] Die eigene I.nstruktur ist wesentliches Charakteristikum des Individuums. Im Unterschied zu Trieb und Instinkt sind I.n nicht einem Reiz- und Reaktionsmechanismus unterworfen; sie sind von ihrer Vielfalt her prinzipiell nicht eingrenzbar, da sie alle Bereiche menschl. Strebens umfassen, sie sind aber weckbar.“ (Böhm, Winfried 2000, S.265) Nach Definition von English und English (1958) hat das Interesse u.a. folgende Bedeutungen: - Aufmerksamkeitseinstellung
- ein Gefühl, dass ein Objekt für einen selbst wichtig ist - das Streben, die Merkmale eines Gegenstandes genau kennen zu lernen - Persönlichkeitsdisposition
Man kann Interesse also einen Zustandscharakter (Gefühle) und auch einen Dispositionscharakter (Einstellungen, etc.) zuschreiben (siehe Abb. 1)
Betrachtet man Interessen aus einer anderen Sicht, so kann man ihnen emotionale (Gefühle, kognitive (Aufmerksamkeit) oder konative (Streben) Komponenten zuordnen. In der Psychologie werden Interessen in den verschiedenen Lebensbereichen Freizeit, Schule und Beruf untersucht.
In der angewandten Psychologie kann man unterschiedliche Möglichkeiten der Beziehung zwischen Arbeits-(oder Schul-) und Freizeittätigkeiten diskutieren.
Wenn zum Beispiel jemand auf der Arbeit juristische Fälle bearbeitet und in seiner Freizeit Briefmarken sammelt, so ist von einer Segmentierung die Rede. Um eine Generalisation handelt es sich, wenn dieser Jurist in seiner Freizeit für sich selber juristische Bücher oder Zeitschriften liest. Treibt er in seiner Freizeit aber hauptsächlich Sport, so spricht man von einer Kompensation. Natürlich könnte er auch alle drei Freizeittätigkeiten (und noch mehr) ausüben.
Für eine Differenzierung des Interessenkonzepts haben auch weitere Wissenschaftler plädiert. So zum Beispiel auch E. Todt (1985):
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Definition „allgemeine Interessen“:
Relativ überdauernde und verallgemeinerte Dispositionen, die auf verschiedene Gegenstands-, Erlebnis- oder Tätigkeitsbereiche gerichtet sind. „In ihrer Entwicklung stehen sie in enger Wechselwirkung zur kognitiven Entwicklung und zur Entwicklung des Selbstbildes.“ (Todt Eberhard 1995, S. 225) Sie umfassen affektive, kognitive und konative Komponenten. Definition „spezifische Interessen“:
Relativ überdauernde und spezifische Dispositionen, die sich innerhalb allgemeiner Interessen auf spezifische Gegenstände, Erlebnisse oder Tätigkeiten beziehen. In ihrer Entwicklung sind sie abhängig von konkreten Anregungen, wobei sie sich eher manifestieren als allgemeine Interessen. Auch spezifische Interessen umfassen affektive, kognitive und konative Komponenten. Definition „Interessiertheit“:
Gekennzeichnet durch eine positive emotionale Befindlichkeit, Sympathie, Aufmerksamkeit, ein sinnvolles Tätigsein und Verstehen. (mehr zum Thema Interessiertheit am Unterricht folgt später)
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Arbeit zitieren:
Sarah Pakulat, 2009, Einblick in das Wissenskonstrukt des Interesses und seine Auswirkungen auf das schulische Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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