Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Umweltpolitische Theorie 2
2.1.Umweltverschmutzung als externer Effekt 2
2.2. Internalisierung externer Effekte durch Steuern. 4
2.2.1. Nicht-steuerliche Instrumente zur Internalisierung externer Effekte 4
2.2.2. Pigou-Steuer 5
2.2.3. Preis-Standard-Ansatz 6
3. Die Ökologische Steuerreform in Deutschland 7
3.1. Entwicklung. 7
3.2. Ausgestaltung 9
3.3. Öko-Steuer als geeignetes Instrument der Umweltpolitik ? 12
4. Auswirkungen der deutschen Ökologischen Steuerreform auf Umwelt
und Beschäftigung 16
5. Schlussbetrachtung 19
Literaturverzeichnis IV
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Optimale Umweltverschmutzung. 4
Abbildung 2: Pigou-Steuer zum Erreichen des Optimums 5
Tabelle 1: Entwicklung der Mineralöl- und Stromsteuersätze 10
Tabelle 2: Ermäßigte Steuersätze für Mineralöl. 11
Tabelle 3: Mineralölsteuererstattung- und vergütung 11
III
1. Einleitung
Am 01.04.1999 begann in der Bundesrepublik Deutschland mit dem „Gesetz zum Einstieg in die Ökologische Steuerreform“ ein neues Kapitel der Umweltpolitik. Seit einigen Jahren kursierte der Begriff „Öko-Steuer“ bereits in der politischen Landschaft, 1 nicht zuletzt, weil andere europäische Staaten wie Dänemark bereits erfolgreich vergleichbare Maßnahmen ergriffen hatten. 2 Erst die Regierungsübernahme durch SPD und Bündnis 90/Die Grünen allerdings brachte das Prestigeobjekt des kleinen Koalitionspartners zur Umsetzung. 3
Die Zielsetzung der Bundesregierung bestand hierbei aus zwei Teilen. Einerseits galt es, durch die Umweltsteuer die Verminderung umweltbelastenden Energieverbrauchs zu erzielen. Zum zweiten sollten die Steuereinnahmen genutzt werden, um den Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung stabil zu halten und durch die Verminderung der Lohnnebenkosten einen positiven Beschäftigungseffekt zu erreichen. Das Resultat dieser Aufteilung in ein Umwelt- und ein Beschäftigungsziel wird als Doppelte Dividende bezeichnet. 4
Doch die Ausgestaltung der Öko-Steuer blieb von Kritik nicht verschont. Hauptkritikpunkte waren die Steuersatzdifferenzierung durch Sonderregelungen für bestimmte Unternehmen und die falsch gewählte Anknüpfung am Energieverbrauch als Steuertatbestand. Diese und andere Argumente werden in der wissenschaftlichen Diskussion angeführt, um an der Effizienz der Ökologischen Steuerreform, insbesondere in Bezug auf ein ökologisches Ziel, zu zweifeln. 5 Die vorliegende Arbeit soll die Frage beantworten, inwieweit die Ökologische Steuerreform in Deutschland zu einer Wohlfahrtssteigerung in Form der Doppelten Dividende mit Fokus auf das Umweltziel geführt hat bzw. führen kann.
1 Vgl. Krebs, Carsten; Reiche, Danyel T., Der mühsame Weg zu einer ökologischen Steuerreform, Ein
Beitrag zur Systematisierung der Debatte, Hrsg. Europäische Hochschulschriften, Frankfurt am Main,
1996, S. 18.
2 Vgl. z.B. Mez, Lutz, Erfahrungen mit der ökologischen Steuerreform in Dänemark, in: ZEW
Wirtschaftsanalysen, Band 1, Hrsg. Olav Hohmeyer, Baden-Baden, 1995, S.109 ff.
3 Vgl. Stadthaus, Marcus, Der Konflikt um moderne Gaskraftwerke (GuD) im Rahmen der ökologischen
Steuerreform, Hrsg. Forschungsstelle für Umweltpolitik, Berlin, 2001, S. 11 f.
4 Vgl. Bundesministerium der Finanzen, Ökologische Steuerreform, Berlin, 2006, in:
http://www.bundesfinanzministerium.de/lang_de/DE/Steuern/Energiebesteuerung/Oekologische__Steuerr
eform/001.html (13.12.2006)
5 Vgl. z.B. Böhringer, Christoph; Schwager,Robert, Die Ökologische Steuerreform in Deutschland - ein
umweltpolitisches Feigenblatt, in: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, 2003, Band 4 Heft 2, S. 215 ff.
1
Hierzu wird in Kapitel 2 zunächst der theoretische Hintergrund für die Notwendigkeit einer Umweltsteuer zur Internalisierung externer Effekte erläutert. Den Kern der Arbeit stellen Kapitel 3 und 4 dar. Kapitel 3 widmet sich insbesondere der Ökologischen Steuerreform in Deutschland. Es werden die Zielsetzung und die konkrete Ausgestaltung vorgestellt. Im Anschluss wird untersucht, inwiefern die Ökosteuer ein geeignetes Instrument der Umweltpolitik darstellt, insbesondere ob sie in der Lage ist, die gewünschte Doppelte Dividende herbeizuführen. Dabei soll es zu einem Vergleich mit dem in Kapitel 2 vorgestellten Idealmodell kommen. Kapitel 4 soll aufzeigen, welche konkreten Auswirkungen die Steuerreform in Deutschland auf Umwelt und Wirtschaft hat, so wie es in modellgestützten Analysen von Stefan Bach (2003, 2005) sowie auch Michael Kohlhaas (2005) untersucht wurde. Zusammenfassend soll es in einer Schlussbetrachtung zu einer abschließenden Beurteilung der Ökologischen Steuerreform unter vorgenannten Aspekten zu kommen.
2. Umweltpolitische Theorie
Öko-Steuern haben in erster Linie die Zielsetzung, einen Umweltschaden einzugrenzen, also als Lenkungssteuer zu fungieren. Im Folgenden soll erläutert werden, inwiefern eine Steuer vonnöten ist, um dieser Zielsetzung nachzugehen.
2.1.Umweltverschmutzung als externer Effekt
Aus ökonomischer Sicht spricht man von Umweltverschmutzung, wenn zu einem physikalischen Effekt auf die Umwelt, z.B. Krankheiten oder Lärm, auch eine negative menschliche Reaktion hinzukommt. Eine solche Reaktion können Unbehagen, Sorge, Leid o.ä. sein, also alle menschlichen Reaktionen, die die Lebensqualität beeinträchtigen und zu einem Wohlfahrtsverlust führen. 6 Somit kann man Umweltverschmutzung als negativen externen Effekt 7 ausmachen. Ein negativer externer Effekt kommt immer in dem Moment zustande, wenn ein Dritter durch Aktivitäten eines Individuums Schaden nimmt, ohne Einfluss auf seinen Nutzenverlust nehmen zu können und ohne für seinen Schaden kompensiert zu werden. 8 Man betrachte das Beispiel eines Wohnhauses an einer Hauptverkehrsstrasse, dessen Bewohner durch Lärm und Abgase an Wohnqualität einbüßen, ohne eine entsprechende
6 Vgl. Pearce, David R.; Turner, R.Kerry, Economics of natural resources and the environment, New
York: Harvester Wheatsheaf, 1990, S. 61.
7 Im Folgenden werden die Begriffe Externer Effekt und Externalität synonym verwendet.
8 Vgl. ebd., S.61; Vgl. Endres, Alfred, Umweltökonomie,2. Auflage, Stuttgart, 2000, S. 15.
2
Entschädigung von den verantwortlichen Autofahrern zu erhalten. 9 Der ideale Markt ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Kosten dem Verursacher angelastet werden. 10 Somit führt ein negativer externer Effekt zu Marktversagen, denn der Verursacher eines externen Effektes berücksichtigt bei seiner
Allokationsentscheidung nur seine privaten, nicht die sozialen Kosten. Unter sozialen Kosten versteht man hierbei die Summe aus privaten und externen Kosten. Dadurch kommt es am Markt zu einer Preisbildung, bei der die Gleichgewichtsbedingung für ein nach Gewinnmaximierung strebendes Unternehmen „Preis = Grenzkosten“ nicht mehr erfüllt ist und infolgedessen zu Fehlallokationen (Fehlverteilung von Ressourcen). 11 So schädlich externe Effekte für das Marktgleichgewicht auch sind, sie müssen nicht zwingend beseitigt werden. Vielmehr gibt es für den Verursacher eines negativen externen
Effekts den Optimallevel der Externalität, in dem er die Differenz aus Nutzen und Kosten maximiert. 12 In diesem Punkt entsprechen seine (Grenz-)Vermeidungskosten genau dem (Grenz)- Schaden des Geschädigten 13 (vgl. Abbildung 1). Somit ist die erreichte Allokation auch gesamtgesellschaftlich optimal. Im Fall der Umweltverschmutzung spielt des Weiteren die assimilierende Kapazität der Umwelt eine Rolle, die bis zu einem bestimmten Grad Müll aufnehmen kann, ohne Schaden zu nehmen. 14
Der Optimallevel des externen Effekts, in unserem Fall der Umweltverschmutzung, unterscheidet sich von dem Grad der Umweltverschmutzung, wie sie sich im Marktgleichgewicht einstellt. Sie liegt darunter, weil der Verursacher in seiner Kosten-Nutzen-Rechnung die externen Kosten, die mit fortschreitender Umweltverschmutzung steigen, mit berücksichtigen muss. Der Begriff der „Internalisierung“ externer Effekte beschreibt genau diesen Vorgang, nämlich das Anlasten der externen Kosten beim Verursacher, um den Optimallevel der Externalität zu erreichen. 15 Nun stellt sich also die Frage, inwieweit diese „Optimal-Umweltverschmutzung“ erreicht werden kann, wenn die Marktmechanismen dazu nicht geeignet sind. Wie kann
9 Im Rahmen dieser Arbeit geht es ausschließlich um technologische externe Effekte. Der Unterscheidung
zu pekuniären Externalitäten wird keine Beachtung geschenkt.
10 Vgl. Fritsch, Michael; Wein, Thomas; Ewers, Hans-Jürgen, Marktversagen und Wirtschaftspolitik,
5.Auflage, München 2003, S. 90.
11 Vgl. Endres (2000), S. 6 ff.
12 Vgl. Pearce/Turner (1990) S.62.
13 Für ausführliche Erläuterungen der mikroökonomischen Zusammenhänge vgl. Pearce/Turner (1990)
S.61 ff und Endres (2000), S.13 ff.
14 Vgl. Pearce/Turner (1990) S.62.
15 Vgl. ebd.
3
der Staat eingreifen, um die Internalisierung der Externalität herbeizuführen?
Abbildung 1: Optimale Umweltverschmutzung
Quelle: Endres (2000), S.17.
2.2. Internalisierung externer Effekte durch Steuern
2.2.1. Nicht-steuerliche Instrumente zur Internalisierung externer Effekte Da es in dieser Arbeit um die steuerliche Lösung zur Regulierung von Umweltschäden geht, sollen die wichtigsten nicht-steuerlichen Instrumente zur Internalisierung externer Effekte hier nur der Vollständigkeit halber genannt werden:
• Verhandlungen (Coase-Theorem)
• Haftungsrecht
• Auflagen • Zertifikate.
Auflagen und Zertifikate bilden gemeinsam mit den Umweltabgaben die standardorientierten Instrumente der Umweltpolitik. 16
16 Zur Vertiefung vgl. z.B. Endres (2000), S. 33 -185.
4
Arbeit zitieren:
Karsten Lobsien, 2006, Die Doppelte Dividende der Ökosteuer in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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