Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Erörterung 1
2. Die Vergletscherung der Mittelgebirge während der Riß - Kaltzeit
S. 1
2.1. Der Schwarzwald als Gletschergebiet während des Riß - Kaltzeit -
Komplexes S. 2
2.2. Der Bayerische Wald als Gletschergebiet während des Riß - Kaltzeit -
Komplexes S. 4
3. Exkurs: Die Eem - Warmzeit als Trennlinie zwischen den Kaltzeiten
S. 4
4. Die Vergletscherung der Mittelgebirge während der Würm - Kaltzeit
S. 5
4.1. Der Schwarzwald als Gletschergebiet während des Würm - Kaltzeit -
Komplexes S. 6
4.2. Der Bayerische Wald als Gletschergebiet während des Würm - Kaltzeit -
Komplexes S. 8
5. Die Wutach-Ablenkung
S. 9
6. Abschließende Erörterung
S. 12
7. Literaturverzeichnis 13
8. Abbildungsverzeichnis 13
2
1. Allgemeine Erörterung
Es ist sicherlich hinreichend bekannt und nachgewiesen, dass die Alpen einer häufigen massiven Vergletscherung unterlagen. Diese Arbeit soll jedoch zeigen, ob auch weitere Gebiete von ähnlichen Vorgängen betroffen waren. Im Vordergrund steht somit die Fragestellung, welche Ausmaße eine außeralpine Vergletscherung angenommen hatte, falls sie überhaupt statt gefunden haben sollte. In die nähere Betrachtung rücken hierbei die deutschen Mittelgebirge. Insbesondere spielen hier der Schwarzwald sowie der Bayerische Wald eine wichtige Rolle. Die Hausarbeit wird sich genauer mit den letzten beiden großen Kaltzeit - Komplexen auseinandersetzen. Namentlich handelt es sich hierbei um den Riß - und den Würmkomplex.
Um die vorangegangene Fragestellung zu analysieren, muss das bereits eingegrenzte Gebiet nach Zeugnissen einer glazialen Überformung untersucht werden. Im Bereich des Schwarzwaldes wird der Feldberg als Untersuchungsort eine bedeutende Rolle einnehmen. Ebenso zeigt sich der Arber im Bayerischen Wald als lohnenswertes Suchgebiet. Ergänzend dazu wird die Hausarbeit auf die Flussentwicklung der Wutach eingehen und untersuchen inwieweit glaziale Prozesse darauf Einfluss genommen haben.
2. Die Vergletscherung der Mittelgebirge während der Riß - Kaltzeit
Der Rißkomplex war von zwei bis drei einzelnen Kaltzeiten gekennzeichnet. Diese ereigneten sich zwischen 400000 und 130000 vor heute. Zeugnisse einer bedeutenden außeralpinen Vergletscherung finden sich innerhalb dieser Phase nur im Schwarzwald und dem Bayerischen Wald. Während ältere Theorien noch von einer großräumigen und flächenhaften Vergletscherung aller süddeutschen Mittelgebirge ausgingen, lässt sich in den Spuren der glazialen Überformung der Landschaft erkennen, dass es wahrscheinlicher ist von einzelnen Vergletscherungszentren zu sprechen. 1
Doch warum beginnen die Betrachtungen erst mit dem Rißkomplex? Dies hat den einfachen Grund, dass die Mittelgebirge Süddeutschlands erst zu dieser Kaltzeit weit genug emporgehoben waren. Frühere Vereisungen waren auf Grund der zu
1 Eberle, Joachim; Eitel, Bernhard; Wittmann, Peter; Blümel, Wolf Dieter; Deutschlands Süden vom Erdmittelalter zur Gegenwart, Spektrum Verlag, Heidelberg 2007, S. 102.
1
hohen Schneegrenze einfach nicht möglich. 2 Erst zu Beginn des Mittelpleistozäns waren die betreffenden Gebiete hoch genug herausgehoben.
Die Theorien zum Riß - Kaltzeit - Komplex gliedern sich in drei Grundauffassungen. Es wird angenommen, dass die zu geringe tektonische Höhe zu keiner Vereisung der Mittelgebirge führen konnte. Es existierte keine tief genug liegende Schneegrenze. Die vorgefundenen Formen und Sedimente sind kein ausreichender Beleg für eine Rißzeitliche Vergletscherung. Einer anderen Auffassung nach kam es zu einer weitreichenden glazialen Vereisung des südlichen Schwarzwaldes. Dieser Theorie nach ereignete sich ein intensiver Eiskontakt zwischen alpinen und Schwarzwaldeis. Zu den beiden genannten Grundauffassungen gesellt sich eine dritte Theorie. Hier spielt die Position eine wichtige Rolle. Nur an für Vereisung günstigen stellen kam es auch dazu. Diese Theorie wird durch einzelne Formen und Sedimente belegt. 3 Eine genau Klärung und Ausdünnung der drei Grundauffassungen bedarf eines Lösungsansatzes. Richtungweisend zeigte sich hier die geomorphologische Detailkartierung. 4 Diese ist in den betreffenden Regionen jedoch nur für das Feldberggebiet als abgeschlossen anzusehen. Die genaue Erfassung der Rißzeitlichen Zeugen gestaltet sich durch die Würmzeitliche Überformung als schwierig. In einigen Gebieten sind die Spuren des Riß-Komplexes, nicht zuletzt auch durch die anthropogene Überprägung, nur noch schwer zu finden.
2.1. Der Schwarzwald als Gletschergebiet während des Riß - Kaltzeit -
Komplexes
Der Schwarzwald ist während der Riß - Kaltzeit in zwei Gebiete zu unterteilen, dem Süd- und dem Nordschwarzwald. Die Vergletscherung des südlichen Schwarzwaldes mit seiner Höhe von 1493 m ging hier hauptsächlich von dem plateauartigen Vereisungszentrum Feldberg aus. Das Gletschereis strömte radial um den Feldberg ab. Die Gletscher erreichten vermutlich Längen bis zu 30 km, bei einer damaligen Schneegrenze von 700 - 800 m. 5 Der Nordschwarzwald hingegen zeigte Gletscher mit nur geringer Länge. Er war hauptsächlich von Karvereisung
2 Hantke, Prof. Dr. Rene; Eiszeitalter - Jüngste Erdgeschichte der Alpen und ihrer Nachbargebiete, ecomed Fachverlag 1992, S. 421.
3 Raab, Thomas; Würmzeitliche Vergletscherung des Bayerischen Waldes im Arbergebiet, in: Regensburger Geographische Schriften, Heft 32, Selbstverlag Universität Regensburg 1999, S.36.
4 eine geomorphologische Detailkartierung im Maßstab 1:25000
5 Eberle, Joachim; Eitel, Bernhard; Wittmann, Peter; Blümel, Wolf Dieter; Deutschlands Süden vom
Erdmittelalter zur Gegenwart, Spektrum Verlag, Heidelberg 2007, S. 102.
2
gekennzeichnet was seiner geringeren Höhe mit 1164 m zu zuschreiben ist. 6 Daher erscheint es sinnvoll das Augenmerk auf den südlichen Schwarzwald und das Gebiet rund um den Feldberg zu legen.
Auf der Suche nach Spuren einer glazialen Prägung wird man hier schnell fündig. Solche Zeugen, wie zum Beispiel Kare, Endmoränenwälle, Rundhöcker, erratische Blöcke und Zungenbecken mit Seen und Mooren, lassen sich besonders gut im Ostabfall des Schwarzwaldes erkennen. Grund hierfür war die vorherrschende Windrichtung. Der Schwarzwald zeichnet sich durch seine Anzahl an Karen aus. Er ist das kardichteste Gebirge Mitteleuropas. Doch wie trägt ein Kar zur Bildung eines Gletschers bei? Die Bildung von Karen ist im Schwarzwald durch Vorformen wie Quelltrichter besonders begünstigt. 7 Ein Kar ist eine Hohlform in der sich Schnee sammeln kann. Nach längerer Liegezeit kommt es zu plastischen Verformungen. Die Hohlform erodiert und es kann noch mehr Schnee akkumuliert werden. Kare entstehen häufig an steilen, schattigen Hängen. Sie bilden den Ausgangspunkt und letzten Rückzugsort eines Gletschers. Mit einer zunehmenden Firn- und Eisschicht
überprägenden Wirkung zurückzuführen. Sichere Zeugen einer Vergletscherung während der Riß - Kaltzeit lassen sich jedoch an anderen Orten finden. Einige Beispiele hierfür wären tief liegende Moränen im oberen Wutachtal, Granit -Erratiker auf Muschelkalk im südlichen Hotzenwald sowie kristalline Geschiebe auf Untergrund. 8 mesozoischem Das Vorhandensein eines bedeutenden
Schwarzwaldgletschers wird weiterhin durch große Granit- und Gneiserratiker im Albtal belegt. 9
6 Eberle, Joachim; Eitel, Bernhard; Wittmann, Peter; Blümel, Wolf Dieter; Deutschlands Süden vom
Erdmittelalter zur Gegenwart, Spektrum Verlag, Heidelberg 2007, S. 102.
7 Eberle, Joachim; Eitel, Bernhard; Wittmann, Peter; Blümel, Wolf Dieter; Deutschlands Süden vom
Erdmittelalter zur Gegenwart, Spektrum Verlag, Heidelberg 2007, S. 102.
8 Hantke, Prof. Dr. Rene; Eiszeitalter - Jüngste Erdgeschichte der Alpen und ihrer Nachbargebiete,
ecomed Fachverlag 1992, S. 422.
9 Hantke, Prof. Dr. Rene; Eiszeitalter - Jüngste Erdgeschichte der Alpen und ihrer Nachbargebiete,
ecomed Fachverlag 1992, S. 422.
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Andreas Huhn, 2009, Außeralpine Vergletscherung in Süddeutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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