Risiken angemessen berücksichtigen müssen.“ 4 Im Folgenden werden der Begriff und die Funktionsweise beschrieben. 5
2. Begriff und Merkmale zum Factoring
„Factoring ist der Ankauf von Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen durch eine spezialisierte Finanzierungsgesellschaft oder ein Kreditinstitut (Factor). Die Vorteilhaftigkeit hinsichtlich der Finanzierung liegt darin, dass die Unternehmung über Liquidität verfügen kann, bevor ihre Forderungen fällig sind, und [das] Ausfallrisiko im Wesentlichen auf den Factor übergeht.“ 6
Zusammenfassend stellt Abbildung 4 den Ablauf eines Factorings dar. Wie diese Abbildung zeigt, wurde ein bestimmtes Zahlungsziel (2) vereinbart. Benötigt der Lieferant nun kurzfristig Liquidität, um etwa Verbindlichkeiten zahlen zu können, besteht die Möglichkeit, dies durch das Abtreten der Forderung (3) und die entsprechende Forderungsvergütung (4) zu bekommen. Das Factoring-KMU, welches die Forderung des Lieferanten angekauft hat, wird sich bei Fälligkeit der Forderung an den Kunden wenden (5). 7 Für den Lieferant, der einen Factoring-Vertrag, den Rahmenvertrag, abschließt, bedeutet dies einen Aktivtausch. Konkret werden in der Bilanz Forderungen der Aktivseite gegen Kasse getauscht. 8
Quelle: eigene Darstellung; in Anlehnung an Schneck (2004), S. 117 sowie Mevissen (2005), S. 24; auch Hietel (2007), S. 37.
4 o. V. (2006), S. 25.
5 Vgl. Koop / Maurer (2006), S. 80ff.
6 Gräfer / Scheld (1992), S. 252; vgl. auch Haesler / Greßl (2007), S. 99.
7 Vgl. zum Ablauf eines Factorings Mevissen (2005), S. 24
8 Vgl. Küting / Weber (2001), S. 51.
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Dies stellt einen Vorteil für KMU dar. Da Forderungen durch Geldbestände ersetzt werden, erhöht dies die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. 9 Hauptziel des Factoring ist es den Forderungsverkäufer in die finanzielle Lage zu versetzen, etwa Rechnungen seiner Vorlieferanten wieder unter Abzug von Skonto begleichen zu können. Perridon / Steiner (2007) fassen Factoring zusammen als „(…) den vertraglich festgelegten laufenden Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (meist vor Fälligkeit) durch einen Factor (spezielles Finanzierungsinstitut oder Kreditinstitut) unter Übernahme bestimmter Service-Funktionen und häufig auch des Ausfallrisikos. Der Veräußerer der Forderung (Klient, Anschlusskunde oder -firma) kann dem Factor die gesamte Debitorenbuchhaltung, das Inkasso- und Mahnwesen übertragen. Zu dieser Finanzierungs-und Dienstleistungsfunktion tritt bei Übernahme des Ausfallrisikos durch den Factor noch die Kreditsicherungsfunktion hinzu.“ 10
Nach seinen Funktionen kann Factoring demzufolge in verschiedene Arten aufgeteilt werden:
Die Factoringkosten „(..) setzen sich aus einer Gebühr auf den Umsatz, die vom Umsatzvolumen, der Anzahl der Rechnungen und der Debitoren sowie der Bonität der Abnehmer abhängt, wobei in der Regel zwischen 0,1 % und 1,5 % des Bruttoumsatzes verrechnet werden, Zinsen für die Bevorschussung und sonstigen Gebühren zusammen.“ 12
Die Factoringform, bei denen der Factor das Ausfallrisiko übernimmt, werden in Theorie und Praxis als ‚echtes Factoring’ bezeichnet. „Factoring ohne Übernahme des Ausfallrisikos nennt [das BFM] ‚unechtes Factoring’. In Deutschland wird seit Jahren fast ausnahmslos echtes Factoring praktiziert.“ 13 Typologisch lassen sich insbesondere nachstehende
9 Vgl. Schneck (2006), S. 177.
10 Perridon / Steiner (2007), S. 434.
11 Vgl. Schneck (2004), S. 117.
12 Haesler / Greßl (2007), S. 104.
13 BFM (2008b), URL: http://www.bundesverband-factoring.de/index.php?id=formen (Stand: September 2008).
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Factoringvarianten, die in der Praxis neben dem echten / unechten Factoring zum Einsatz gelangen, beschreiben:
Offenes Factoring / stilles Factoring
Full Factoring / Finance Factoring
Auf Vorteile, die Lösbarkeit bestehender Finanzierungsprobleme sowie ausgewählter Hemmnisse für eine weitere Verbreitung des Factoring konzentrieren sich die nächsten Ausführungen. Dabei soll auch herausgestellt werden, für welche KMU das Factoring in Frage kommt.
3. Lösung von Finanzierungsproblemen durch Factoring und Eignung für den Mittelstand
Factoring in seiner Funktionsart ‚Finanzierung’ kommt für KMU in Frage, wenn z. B. kurzfristige Kreditlinien ausgereizt sind. Im Vergleich zur Kreditfinanzierung der Forderungen bietet Factoring eine Verbesserung der Liquiditätssituation. Nach Expertenmeinung „(…) können (..) Liquiditätsprobleme teilweise gelöst werden.“ 16 KMU können sich liquide Mittel für Investitionszwecke oder zur Tilgung von Schulden dadurch verschaffen, „dass sie im Zuge eines Aktivtausches illiquide Vermögensgegenstände verkaufen.“ 17 Factoring ermöglicht eine direkte Finanzierung bis zu 90 Prozent. 18 Dies übersteigt den Rahmen dessen, was eine Bank gegen Abtretung der Forderungen als Kredit zur Verfügung stellt. Wird beim Factoring der Erlös aus dem Verkauf der Forderungen von
14 Vgl. Hibler / Müllner (2007), S. 48ff.
15 Vgl. zu weiteren Factoringformen ausführlich: Haesler / Greßl (2007), S. 105.
16 Vgl. Thiermeier / Greulich / Schmeisser (2004), S. 358.
17 Börner (2006), S. 313.
18 Vgl. Neusser (2006), S. 12.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Ökonom Wolfgang Stocker, 2009, Factoring als alternatives Finanzierungsinstrument im Mittelstand, München, GRIN Verlag GmbH
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