Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Das Bündnis Edwards III. mit Ludwig dem Bayern 1337 - 1341 4
2.1 Zur Vorgeschichte. 4
2.2 Edwards Ernennung zum Reichsvikar 5
2.3 Das Bündnis und sein Ende 7
3 Kaiser Karl IV. und Edward III 9
3.1 Karls Position im Reich und die „Wahl“ Edwards zum Gegenkönig 9
3.2 Die Aussöhnung zwischen den beiden Herrschern 11
4 Vergleich der beiden kaiserlich-königlichen Bündnisse 12
5 Der beginnende Hundertjährige Krieg: Teilnahme deutscher Fürsten Rex Francie et
Anglie 13
6 Schluss 15
Quellen - und Literaturverzeichnis 17
3
1 Einleitung
Das Thema meiner Arbeit ist die Entwicklung der Beziehungen zwischen England und dem Reich in den Jahren 1337 bis 1348. Dabei werde ich die Bündnisse Edwards III. mit Kaiser Ludwig dem Bayern und später mit Kaiser Karl IV. beleuchten.
Diese Arbeit soll einen Überblick über die verschiedenen Bündnisse geben. Im Verlauf der betrachteten elf Jahre kam es zu einer ganzen Reihe diplomatischer Missionen zwischen England und dem Reich. Da in einer Überblicksdarstellung die genauen Verläufe dieser diplomatischen Missionen weniger von Interesse sind, werde ich auch entsprechend weniger auf diese Reisen eingehen. Stattdessen werde ich den Fokus mehr auf den Inhalt und die Ergebnisse der Bündnisse selbst legen. Die Darstellung wird mit dem Jahr 1337 beginnen und 1348 enden. 1337 stellt das Jahr des ersten Bündnisses des englischen Königs mit einem römisch-deutschen Kaiser dar. Zudem beginnt der Hundertjährige Krieg 1337. Im Jahr 1348 schlossen dann Edward III. und Karl IV. ein Bündnis. Nach diesem Bündnisschluss kam es lange Zeit zu nur wenig diplomatischem Kontakt zwischen England und dem Reich. Im Zusammenhang mit dem Verhältnis zwischen Karl IV. und Edward hat, im Anbetracht der Überlegungen, Edward als Gegenkönig zu Karl zu wählen, auch der Markgraf von Jülich eine gewisse Bedeutung. Darauf wird noch einzugehen sein. Dieser war ein enger Verbündeter Karls IV. im Reich, der seit 1346 Gegenkönig zu Ludwig dem Bayern war, und wurde so zu einer Schlüsselfigur im Konflikt um die römisch-deutsche Krone. Das wird im Zuge der Beziehungen zwischen Edward und Karl noch herauszuarbeiten sein. Was auch zu besprechen sein wird, wenn auch nur kurz, ist Edwards Anspruch auf den französischen Thron, sofern er die Beziehungen zum Reich beeinflusste.
Die Hochzeit der englisch-deutschen Beziehungen unter Edward III. fällt jedenfalls in die Jahre 1330 bis 1348. Dabei sind die Jahre von 1330 bis 1337 von Bündnissen zwischen Edward und den niederländisch-niederrheinischen Fürsten und Territorien geprägt, die aber außen vor gelassen werden, weshalb die Jahre 1337 und 1348 die Eckpfeiler dieser Arbeit darstellen.
Fragen, an denen sich diese Ausführungen orientieren, sind, warum die Bündnisse relativ schnell wieder ihr Ende fanden - das Bündnis Edwards mit Ludwig dem Bayern wurde 1337 geschlossen und endete schon 1341 - und inwiefern Edward in der Lage war, seine Bündnisse auch zu nutzen. Interessant dürfte auch ein Vergleich der Bündnisse sein, da sich schon auf den ersten Blick im Gehalt der Verträge Unterschiede zeigen.
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Das Bündnis Edwards III. mit Ludwig dem Bayern sowie das Reichsvikariat Edwards werden sowohl in der Chronik des Henry Knighton 1 als auch in Thomas Walsinghams Historia Anglicana 2 erwähnt, wobei Knighton in seiner Chronik mehr Details liefert. Diese beiden Werke werden die Quellengrundlage für die folgende Arbeit sein.
Vor allem Fritz Trautz liefert mit seiner Monografie 3 ein sehr detailreiches Werk. Aber auch eine Reihe englischer Autoren, wie W. M. Ormrod, haben mit ihrer Forschung stark dazu beigetragen, dass das Thema der englisch-deutschen Bündnisse des Spätmittelalters sehr gut erforscht worden ist. Dabei beziehen sich die Autoren natürlich auch auf die Verstrickungen mit dem beginnenden Hundertjährigen Krieg, sodass die ineinander greifenden Problemstränge gut zu erkennen sind.
2 Das Bündnis Edwards III. mit Ludwig dem Bayern 1337 - 1341
2.1. Zur Vorgeschichte
Im Jahr 1330 konnte sich Edward von dem von seiner Mutter Isabella und ihrem Gefährten Roger Mortimer dominierten Regentschaftsrat, der seit dem Tod Edwards II. 1327 die Regierungsgeschäfte für Edward führte, emanzipieren 4 . Danach konnte sich der neue, noch junge König auch allen Feldern der Politik ohne Einmischung oder Teilhabe des Regentschaftsrates widmen, so auch der Außenpolitik. Sogleich begann er mit dem Ausbau eines Bündnissystems mit den Fürsten des niederländisch-niederrheinischen Gebietes. Es waren die ersten Kontakte, die Edward mit den Fürsten des Heiligen Römischen Reiches schloss und sie bilden dann auch den Auftakt zu den späteren Bündnissen mit den römischdeutschen Kaisern.
Edward hatte schon 1329 Philipp VI. von Frankreich für seine französischen Besitzungen, allen voran die Gascogne, den Lehnseid geleistet. Der englische Monarch hatte allerdings auch Ansprüche auf den französischen Thron zu erheben, da er als Enkel Philipps des
KNIGHTON, Henry: Knighton’s Chronicle 1337 - 1396, hg. v. G. M. MARTIN, Oxford 1995
WALSINGHAM, Thomas: Historia Anglicana, hg. v. Henry Thomas RILEY (Rerum Britannicarum Medii
Aevi scriptores 28/2), London 1864.
TRAUTZ, Fritz: Die Könige von England und das Reich 1272 - 1377. Mit einem Rückblick auf ihr Verhältnis
zu den Staufern, Heidelberg 1961.
Roger Mortimer und Isabella scheinen sich schon vor diesem Datum bewusst gewesen zu sein, dass sie in
größerer Gefahr schwebten. Hierzu und zum Coup von 1330 selbst: SHENTON, Caroline: Edward III and the
5
Schönen näher mit dem verstorbenen Karl IV. verwandt war als Philipp von Valois als Neffe. 5 Diese beiden Punkte, der lehnsrechtliche Status der englischen Besitzungen in Südfrankreich und der Anspruch Edwards auf den französischen Thron, dominierten die Beziehungen des Königs zu den anderen europäischen Mächten weitestgehend. Auch die Kriege mit Schottland waren immer in diesem Zusammenhang zu sehen, da Frankreich und Schottland eng miteinander befreundet waren und ein Krieg mit Schottland die Gefahr in sich barg, dass Frankreich in der Gascogne eingreifen würde. Tatsächlich stand 1336 eine französische Invasion in England selbst bevor. 6
Edward musste also immer damit rechnen, dass ein Krieg mit Frankreich bevorstand, zumal er schon den Willen bekundet hatte, die Ansprüche seiner Mutter nicht fallen zu lassen. Er begann also mit dem Aufbau eines Bündnissystems, und hier waren die niederländischen Fürsten die erste Wahl, da Edward als Ehemann Philippas von Hennegau, der Tochter des Grafen von Hennegau, dort direkte Interessen hatte und er hier Philipp VI. schwächen konnte, indem er die niederländischen Fürsten, die seit 1328 sehr eng an Philipp ausgerichtet waren, dazu bewegte, sich vom französischen König abzuwenden. Bis 1337 baute er nun ein relativ lockeres Verhältnis zu den niederländischen Fürsten auf, im Jahr 1337 aber entsandte er den Bischof von Lincoln mit der Aufgabe, dieses Verhältnis vertraglich zu regeln. 7 Im Zuge der Verhandlungen mit den Niederländern kam es dann auch zum Kontakt mit Ludwig dem Bayern.
2.2 Edwards Ernennung zum Reichsvikar
Das Reichsvikariat Edwards taucht erstmals in geheimen Dokumenten schon vor der eigentlichen Übergabe des Amtes und der Übernahme des französischen Königstitels auf. Die englische Gesandtschaft am Hof Kaiser Ludwigs des Bayern berichtete am 20. Juli 1337, der Kaiser habe in einem Brief Edward zum Generalvikar ernannt. Auf jeden Fall wäre die Ernennung in diesem Stadium aber nur zeitweilig, da Edward das Vikariat nicht ausnutzen würde, sollte der Kaiser nach Erhalt von 300.000 Gulden innerhalb von sechs Wochen Truppen für Edwards Krieg gegen Frankreich aufstellen. 8 Das Bündnis zwischen Ludwig und
TRAUTZ: Die Könige von England und das Reich, S. 198-200.
Hierzu:KEEN, M. H.: England in the Later Middle Ages. A Political History, London 1973, S. 105-117.
TRAUTZ: Die Könige von England und das Reich, S. 231. Zum weiteren Aufbau des niederländisch-
niederrheinischen Bündnissystems, an dessen Ende eine ganze Reihe niederländischer Fürsten Bündnispartner
Edwards geworden waren, siehe: Ebd.: S. 231-249.
Ebd.: S. 240.
Arbeit zitieren:
Liam Fitzgerald, 2009, England und das Reich 1337 bis 1348, München, GRIN Verlag GmbH
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