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Inhaltverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 4
2.1 Die Zwölf Artikel 4
2.2 Luthers erste Ermahnung zum Frieden 5
2.3 Wider die räuberischen und mörderischen Rotten
der Bauern 7
2.4 Luther und der Bauernkrieg im katholischen Religionsunterricht 8
3. Fazit 9
4. Literaturverzeichnis 10
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1. Einleitung
Die Zwölf Artikel von 1525 sind in der deutschen Geschichte unbestreitbar als Manifest der ersten deutschen Revolution und damit in einer Reihe mit der Märzrevolution von 1848 zu sehen. Selbst das II. Vatikanum setzt noch Ziele dieser Zwölf Artikel um, womit die Beschäftigung mit diesem Thema als sehr aktuell einzuschätzen ist.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist die Gesellschaft nicht von Spannungen frei. In der Feudalgesellschaft kommt es bereits um 1510 zu einer Reihe lokaler Unruhen in der Bauernschaft. Diese versucht sich gegen die vorherrschenden Missstände aufzulehnen.
In den sogenannten Zwölf Artikeln von Memmingen 1 werden erstmals 1525 konkrete Forderungen formuliert. Durch die reformatorischen Ansätze Luthers sehen die Bauern die Bestätigung dafür, dass der Leistungsdruck, der auf ihnen lastet, nicht Gottes Wille sein kann. In der Folge des Aufstandes verlieren ca. 100.000 Bauern ihr Leben.
Die Zwölf Artikel von Memmingen sind gleichsam Manifest dieser Revolte. Die Artikel werden in diesem Essay zunächst skizziert, um sie mit den ersten Stellungnahmen Luthers 2 zu vergleichen. Anschließend wird der Anhang 3 zu Luthers Stellungnahmen in Bezug auf die Theologie Luthers analysiert. Der Vergleich kann im Zusammenhang mit der Analyse zu einem tiefergehenden Verständnis führen, sodass im Anschluss zu reflektieren ist, ob im Religionsunterricht über den Ansatz der Bauernkriege in das Thema der lutherischen Theologie und der Unterschiede zum Katholizismus sinnvoll eingeführt werden kann.
1 Die Zwölf Artikel. Dye Grundtlichen Vnd rechten haupt || Artickel, aller Baurnschaft vnnd || Hyndersesses
der Gaistlichen vn || Weltlichen oberkayten, von || wolchen sy sich beschwert || vermainen. Zitiert nach:
Blickle, Peter: Die Revolution von 1525. 4 Karten, 7 Tabellen und 11 Abbildungen. Zweite, neu bearbeitete
und erweiterte Auflage Studienausgabe, München/Wien 1983, S. 289-295.
2 Martin Luther: Ermahnung zum Frieden auf die 12 Artikel der Bauernschaft. 19./20.4.1925. Zitiert nach:
Laube, Adolf / Seiffert, Hans Werner u. a. (Hrsg.): Flugschriften der Bauernkriegszeit. Köln ²1978. Seite
203-222.
3 Martin Luther: Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern. Mai 1525. Zitiert nach:
Laube, Adolf / Seiffert, Hans Werner u. a. (Hrsg.): Flugschriften der Bauernkriegszeit. Köln ²1978. Seite
328-332.
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2. Hauptteil
Im Folgenden wird der Versuch unternommen, die vorhandenen Quellen in Kürze darzustellen und miteinander zu diskutieren. Hierbei gehe ich nach dem Zeitpunkt der Entstehung vor, da sich die einzelnen Schriften jeweils aufeinander beziehen und auf diese Weise eine bessere Zuordnung möglich ist, um anschließend zu überprüfen, ob eine Behandlung des Themas im Religionsunterricht überzeugend ist.
2.1 Die Zwölf Artikel
Schon in der Anrede zu den Zwölf Artikeln wird deutlich, dass die Bauernschaft auf religiöser Basis argumentieren will. Die Autoren wünschen „Dem Christlichen leeser Fryd vnnd Gnad Gottes durch Christum“ 4 . Mit dieser Grußformel beginnt bereits der Apostel Paulus seine Briefe. 5 Dass die Schrift, Christus und die aktuelle, reformatorische Entwicklung den Ausgangspunkt der folgenden Artikel bilden, zeigt sich ebenso im Vorwort. Die Menschen, die die neue, lutherische Entwicklung als Legitimation für reformierendes oder gar gewalttätiges Vorgehen gegenüber von geistlichen und weltlichen Obrigkeiten sehen, verhielten sich gottlos. 6 Vielmehr wird angekündigt, dass die Zwölf Artikel Antworten auf Fragen nach dem weiteren Handeln von Seiten der Bauern gäben. 7 Damit jeder Leser auch nachvollziehen kann, dass sich die Bauern auf die heilige Schrift stützen, haben die Autoren am Rand die unterstützenden Bibelstellen aufgeführt.
Der erste Artikel der Bauernschaft befasst sich mit der Pfarrerwahl. Die Bauern möchten das Recht haben, den Pfarrer ihrer Gemeinde selbst zu bestimmen und unter Umständen auch wieder abzusetzen. Dieser soll das Evangelium „lauter vn klar predigen one allen menschliche zu satz, leer und gebot“ 8 , also sämtliche subjektive Lehre oder Gebote des Herren unterlassen, damit das Evangelium für sich selbst sprechen kann.
4 Die Zwölf Artikel .Seite 289, Zeile 4f.
5 vgl. z. B. 1Kor 1,3.
6 Vgl. Die Zwölf Artikel. Seite 289, Zeile 9-11.
7 Ebd., Zeile 11-13.
8 Ebd. Seite 290, Zeile 25f.
Arbeit zitieren:
Stefan Rohde, 2009, Luthers Auseinandersetzung mit den Zwölf Artikeln der Bauernschaft von 1525, München, GRIN Verlag GmbH
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