Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Entstehung und Entwicklung des Normalisierungsprinzips 3
3. Elemente des Normalisierungsprinzips. 4
4. Das Normalisierungsprinzip in der BRD 7
5. Fazit 8
6. Literaturverzeichnis. 9
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1. Einleitung
Das Normalisierungsprinzip hat seinen Ursprung in den 1950er Jahren in Dänemark und ist somit weltweit eines der ersten Konzepte gewesen, das auf eine Inklusion von Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung 1 abzielt. Somit war und ist das Normalisierungsprinzip Vorbild für viele spätere Theorien, die sich für die Teilhabe von Menschen, die als geistig behindert bezeichnet werden, einsetzen.
Obwohl das Normalisierungsprinzip ursprünglich als Konzept für Wohnheime für Menschen mit einer so genanten (geistigen) Behinderung konzipiert wurde, berufen sich heute sowohl stationäre als auch ambulante Hilfsangebote für Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung immer wieder auf das Normalisierungsprinzip, wobei jedoch nicht näher erläutert wird, was darunter im Einzelnen verstanden werden kann und wie eine Umsetzung aussehen könnte.
In meiner Hausarbeit möchte ich daher der Frage nachgehen, was konkret unter dem Normalisierungsprinzip verstanden wird und wie eine Umsetzung des
Normalisierungsprinzips aussieht.
Beginnen werde ich meine Hausarbeit damit, dass ich beschreibe werde wie und in welchem Zusammenhang der Normalisierungsgedanke ursprünglichen entstanden ist und wie sich daraus das Normalisierungsprinzip entwickelt hat. Anschließend werde ich darauf eingehen, welche Facetten beziehungsweise Elemente es bei der Umsetzung des Normalisierungsprinzips laut dem Schweden Bengt Nirje zu beachten gilt. Abschließend werde ich darstellen wie sich das Normalisierungsprinzip in der BRD entwickelt hat und wie es die sonderpädagogische Theorie und Praxis maßgeblich beeinflusst hat.
1 Da der Begriff der „geistigen Behinderung“ sehr umstritten ist und es keine allgemein anerkannte Definition für ihn gibt, distanziere ich mich von ihm und spreche nicht von „Geistig behinderten“ oder Menschen mit einer „geistigen Behinderung“. Anstelle dessen verwende ich Menschen, die als „geistig behindert“ bezeichnet werden oder „so genannte geistige Behinderung“, da diese beiden Begrifflichkeiten klar ausdrücken, dass es einerseits keine allgemein gültige Definition gibt und andererseits sich klar von diesen Begriffen, die nur vergleichend an einer Norm funktionieren können, distanziert.
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2. Entstehung und Entwicklung des Normalisierungsprinzips
Die Entstehung und Entwicklung des Normalisierungskonzepts ist eng mit folgenden drei Persönlichkeiten verbunden: dem Dänen Niels Erik Bank-Mikkelsen, dem Schweden Bengt Nirje und dem Amerikaner Wolf Wolfensberger.
Entwickelt wurde der Normalisierungsgedanke in den 1950er Jahren von dem dänischen Juristen Niels Erik Bank-Mikkelsen. Im Zusammenhang mit dem 1959 in Dänemark in Kraft tretenden „Gesetz über die Fürsorge für geistig Behinderte und andere besonders Schwachbegabte“ („Lov om fursorgen for aendssvage og andre saerlig svatbegavede“), das Niels Erik Bank-Mikkelsen als Sekretär des Sozialministeriums vorbereitete, fasste er die Ziele dieses Gesetzes wie folgt zusammen: „Letting the mentally retarded obtain an existance as close to normal as possible.“(BANK-MIKKELSEN 1959, zitiert nach THIMM 1985, S. 5). Nach dem Inkrafttreten des Gesetzten wurde Niels Erik Bank-Mikkelsen zum Leiter der „Dänischen Fürsorge für geistig Behinderte“ ernannt und hielt zahlreiche Vorträge über den Normalisierungsgedanken auf internationalen Kongressen ab (vgl. THIMM 1985, S. 5f.).
Konzeptionell weiterentwickelt wurde das Normalisierungsprinzip Ende der 1960er Jahre vom schwedischen Psychologen Bengt Nirje, der als Direktor des schwedischen „Reichsverbands für entwicklungsgehemmte Kinder“ tätig war. Bengt Nirje arbeitete den Normalisierungsgedanken von Niels Erik Bank-Mikkelsen weiter aus und strebte durch konkrete Zielsetzungen, die es in der Arbeit mit Menschen mit einer so genannten geistigen Behinderung zu erfüllen gilt, die Umsetzung des Normalisierungsgedankens in die Praxis an (vgl. ebd. 1985, S. 7).
Eine erneute Erweiterung des Normalisierungsgedankens legte 1972 der amerikanische Psychologe Wolf Wolfensberger vor, der das Normalisierungsprinzip auf alle gesellschaftlich benachteiligten Gruppen anwendete und sich somit nicht auf Menschen mit einer so genannten Behinderung beschränkte. Ferner wies Wolf Wolfensberger darauf hin, dass sich Normalisierung sowohl auf die Mittel- als auch auf die Zielebene bezieht. An Niels Erik Bank-Mikkelsen und Bengt Nirje kritisierte Wolf Wolfensberger, dass sie in ihren Theorien die wichtige Komponente des sozialen Ansehens vergessen hätten (vgl. ebd. 1985, S. 10).
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Arbeit zitieren:
Fabian Lerbs, 2006, Das Normalisierungsprinzip und dessen Einfluss auf den sonderpädagogischen Diskurs in der BRD, München, GRIN Verlag GmbH
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