Inhaltsverzeichnis
Einleitung I. 2
Historische Kontextualisierung II. 3
1. Konsolidierung des republikanischen Lagers 4
2. Konsolidierung des caesarischen Lagers 5
III. Die Kriegsvorbereitungen 6
1. Die Kriegsvorbereitungen der Caesarianer 6
2. Die Kriegsvorbereitungen der Republikaner 7
IV. Die Schlachten von Philippi 7
1. Der Weg der Caesarianer nach Philippi 7
2. Der Weg der Republikaner nach Philippi 8
3. Die Erste Schlacht 9
4. Die Zweite Schlacht 12
Beurteilung der Schlachten von Philippi V. 14
VI. Beurteilung der Quellenlage 15
VII. Quellen- und Literaturverzeichnis S 16
- 2 - I.Einleitung
Die vorliegende Arbeit thematisiert den Entscheidungskampf zwischen Caesarianern und Republikanern, der seinen Höhepunkt und zugleich sein Ende in den Schlachten von Philippi im Jahre 42 v. Chr. fand. Die Schlachten von Philippi markieren eine entscheidende Zäsur innerhalb der römischen Geschichte und können als Datum für den endgültigen Untergang der römischen Republik bewertet werden.
Die historische Kontextualisierung (Kapitel II) dient in aller Knappheit der Darstellung der für den weiteren Verlauf wichtigen Ereignisse. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da sie nur Entwicklungen, die relevant für die caesarische oder die republikanische Seite sind, aufzeigt. Die Kriegsvorbereitungen (Kapitel III) der Caesarianer und der Republikaner sind wichtiger Bestandteil für das Verständnis der Schlachten von Philippi. Um den Kontrast der konkurrierenden Parteien besser herausstellen zu können, werden die jeweiligen Kriegsvorbereitungen in einzelnen Unterpunkten thematisiert. Unter demselben Aspekt werden jeweils die unterschiedlichen Probleme und Hindernisse der Caesarianer und der Republikaner auf dem Weg nach Philippi (Kapitel IV) gesondert beschrieben. In den eigentlichen Schlachten von Philippi, wird die gesonderte Darstellung der beiden verfeindeten Parteien aufgegeben. Nach einer eigenen Beurteilung der Schlachten von Philippi (Kapitel V) werden abschließend unter Berücksichtigung der ergiebigen Quellenlage zu diesem Thema einige quellenkritische Bemerkungen angeführt.
- 3 - II.Historische Kontextualisierung
Die Ermordung Caesars an den Iden des März (15. 3. v. Chr.) stellt ein Ereignis von großer Tragweite für den weiteren Verlauf der römischen Geschichte dar. Zwar gelang es den Verschwörern, Caesar als die Verkörperung einer mittlerweile monarchisch ausgebauten Herrschaft zu beseitigen, jedoch bedeutete dies keineswegs eine zwangsläufig folgende Restitution der alten republikanischen Ordnung.
Die Gruppe der ca. 60 Caesargegner - allen voran Brutus und Cassius - entbehrte jeglicher notwendiger politischer Programmatik, ja überhaupt aller Planung, was nach dem Tode des Tyrannen folgen sollte. Dahingehend stellte sogar Cicero vernichtend fest: „Die Tat wurde ausgeführt mit dem Mute von Männern, aber der Voraussicht von Kindern“. Die zu Recht unterstellte fehlende Voraussicht äußerte sich darin, dass sie lediglich Caesar beseitigten, nicht jedoch führende Exponenten des caesarischen Systems, wie den magister equitum Lepidus oder den amtierenden Konsul Antonius. Dieser verkörperte mittels der Konsularwürde die ranghöchste Repräsentation staatlicher Legalität und besaß die ausübende Gewalt im Gegensatz zu Cassius und Brutus, die lediglich das Amt eines Prätors bekleideten. Diese Tatsache wird von Gardthausen als „Hauptfehler in ihrer Rechnung […]“ 1 zur geplanten Wiederherstellung der republikanischen Ordnung herauskristallisiert. Ein weiterer Grund für das unmittelbare Scheitern des Brutus und Cassius war die zurückhaltende Rolle des Senats: Von Caesar auf 900 Mitglieder aufgestockt 2 , war er keineswegs mehr ausschließlich aus Republikanern, sondern ebenso aus Caesarianern zusammengesetzt. Von daher und aufgrund einer Ermangelung herausragender aristokratischer Persönlichkeiten befand sich der römische Senat in einer Art politischer Lethargie, unfähig die Gunst der Stunde für die republikanische Sache tatkräftig zu nutzen 3 . Die zumindest apathische, überwiegend gar extrem feindliche Haltung der römischen Plebs gegenüber den Caesarmördern ist ein weiterer Faktor, der einen schnellen Sieg der republikanischen Sache verhinderte. Die Caesarmörder wurden
1 Gardthausen, S. 33.
2 vgl. Kienast, S. 22 und Syme, S.90.
3 vgl. Heuss, S. 218.
- 4 -nicht als Befreier gefeiert, sondern sahen sich viel eher veranlasst, Rom zu ihrer eigenen Sicherheit bereits Anfang April zu verlassen und Zuflucht in den kleinen umliegenden Städten Latiums zu suchen.
1. Konsolidierung des republikanischen Lagers
Aufgrund der Aussichtslosigkeit, die stadtrömische Politik in ihrem Sinne zu lenken, setzten sie sich schließlich im Sommer 44 v. Chr. über den Meeresweg nach Athen ab, um von den oströmischen Provinzen die Geschicke Roms zu beeinflussen. Cassius wandte sich von dort aus Richtung Syrien, Brutus gen Makedonien, um diese strategisch wertvollen und reichen Provinzen für die republikanische Sache zu gewinnen.
In der Tat gelang es Brutus erstaunlich schnell und mühelos, ganz Griechenland für sich zu gewinnen, Soldaten anzuwerben oder von dem Gegner - beispielsweise des Vatinius, Statthalter von Syrien - abzuwerben. Unmittelbar nach der widerrechtlichen Besetzung Makedoniens im Winter 44/43 v. Chr. wurde ihm das Kommando über die Provinz per Senatsbeschluss übertragen und somit seine neu errungene Position legalisiert.
Auch Cassius gewann nahezu ohne Widerstand die Provinz Syrien und sämtliche dort stationierten Legionen. Ferner gelang es ihm, die römischen Legionen, die Caesar in Ägypten stationiert hatte, für die Sache der Republikaner zu gewinnen. „Bald danach wurde dann auf Betreiben Ciceros auch die Usurpation des Cassius vom Senat legalisiert. Auch er erhielt wie zuvor schon Brutus ein Prokonsulat mit einem imperium maius“ 4 .
Entscheidend ist die Tatsache, dass der Senat jene beiden Usurpatoren, die sich die Provinzen de facto widerrechtlich angeeignet hatten, in ihrem Amt bestätigte und ihre Stellung sogar legalisierte. Die regulär vorgesehenen Prätoren Dolabella und Gaius Antonius wurden somit ihres rechtskonformen Amtes per Senatsbeschluss entmachtet. Dies verdeutlicht die Tendenz einer zunehmenden Mehrheit republikanischer Gesinnung des Senats und einen offensichtlichen Affront gegenüber dem noch amtierenden caesarischen Konsul Antonius.
4 Kienast, S.34.
Arbeit zitieren:
Philipp Wansel, 2007, Die Schlachten von Philippi (42 v. Chr.), München, GRIN Verlag GmbH
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