Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 2
2. Historischer Abriss der Filmgeschichte in Deutschland 3
3. Typologie von Filmen 4
3.1 Das Filmdokument 5
3.2 Der Dokumentarfilm 5
3.3 Der historische Spielfilm 6
3.4 Der Unterrichtsfilm 6
3.5 Vergleich der vier Filmarten 6
4. Pro und Contra des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht 8
4.1 Die didaktische Bezugsebene 9
9
4.1.1 Didaktische Gründe für den Filmeinsatz
10
4.1.2 Didaktische Nachteile des Filmeinsatzes
4.2 Die mediale Bezugsebene 11
12
4.2.1 Vorteile des Films als Medium
13
4.2.2 Nachteile des Films als Medium
4.3 Die lernpsychologische Bezugsebene 14
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4.3.1 Lernpsychologische Vorteile des Filmeinsatzes
15
4.3.2 Lernpsychologische Nachteile des Filmeinsatzes
5. Resümee 16
- 2 - 1.Einleitung
Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert findet verstärkt ein Umbruch von der so genannten Dienstleistungsgesellschaft hin zu einer Wissens-und
Informationsgesellschaft statt. Es ist aber auch parallel die Herausbildung einer häufig zitierten Spaß- und Erlebnisgesellschaft zu beobachten. Die mit diesem gesellschaftlichen Wandel verbundenen Änderungen persönlicher Einstellungen, Erwartungen und Wertvorstellungen der kommenden Generation beeinflussen auch den Lernort Schule und die Anforderungen an einen zeitgemäßen und effektiven Unterricht. Vor diesem Hintergrund stellt Rohlfes fest, dass der Unterricht im Allgemeinen zunehmend weniger im Fokus des Interesses und immer weniger im Einklang jugendlicher Lebenswelten steht. 1 Durch die häufige Empfindung der Schüler des Geschichtsunterrichts als zu trocken, zu sehr auf Vermittlung von Daten basierend und sich „antiquitierter“ Veranschaulichungsmaterialien bedienend, weitet sich verstärkt die Kluft zwischen schulischer Realität des (Geschichts)Unterrichts und jugendlicher Lebenswelten. In dem jetzigen multimedialen Zeitalter sind elektronische Medien - wie das Fernsehen und die DVD, das Internet und der Computer - ein kaum noch weg zu denkender Bestandteil der kommenden Generation und ihren alltäglichen Gepflogenheiten. Ein vermehrter Einsatz von Filmen im (Geschichts)Unterricht bietet durchaus die Möglichkeit, eben jene jugendliche Lebenswelt wieder verstärkt in Einklang mit dem Lernort Schule zu bringen. Durch diese punktuelle Anpassung an die privaten, außerschulischen Gewohnheiten der Schüler kann ein Plus an Lernfreude und somit aus lernpsychologischer Sicht eine Steigerung der individuellen Leistung resultieren. 2
In der vorliegenden Arbeit wird einleitend ein kurzer historischer Abriss der Filmgeschichte in Deutschland mit Hauptaugenmerk auf die Entwicklung im
1 Vgl. Rohlfes, 1986, S. 379-380.
2 Dies soll jedoch nicht bedeuten, den Spaß am Unterricht mittels Filmeinsatzes zur Maxime des
Unterrichtgeschehens emporzuheben.
Anmerkung: Das der Einleitung zu Grunde liegende Wissen entstammt teilweise dem
Soziologieseminar „Historische Wissensvermittlung in der Erlebnisorientierten Gesellschaft im WS
2004/2005 von Fr. Brendel.
- 3 -Schulunterricht gegeben. Anschließend wird ein Überblick der vier verschiedenen Filmgattungen mittels einer Typologie vermittelt und die jeweiligen Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht typenspezifisch
herausgearbeitet. In dem Hauptteil dieser Arbeit werden zunächst auf verschiedenen Bezugsebenen Aspekte und Vorteile des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht herausgearbeitet; anschließend werden Aspekte und Nachteile herausgearbeitet, die dem Filmeinsatz im Allgemeinen inhärent sind. Abschließend folgt in dem Schlusssteil (Resümee) eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht, verbunden mit einer persönlichen qualitativen Bewertung.
2. Historischer Abriss der Filmgeschichte in Deutschland
Einleitend sollen einige prägnante Daten der geschichtlichen Entwicklung von Filmen in Deutschland sowie deren Einsatz im Geschichtsunterricht gegeben werden:
Bereits im Jahre 1911 wurde die erste deutsche Fachzeitschrift für den Lehrfilm gegründet. Pädagogen und Didaktiker engagierten sich bereits vereinzelt für einen Einsatz im Unterricht. 3
Im Jahre 1917 wurde der deutsche Filmkonzern „Universum Film AG“ (kurz Ufa) begründet. 2 Jahre später bot die Ufa schon an die 100 Lehrfilme an, die eigens für den Schulunterricht produziert worden waren.
1931 fand bereits die 3. internationale Lehrfilmkonferenz in Wien statt. Sie verdeutlichte, dass Filme ein durchaus für Didaktiker und Pädagogen interessante Themenrubrik und Analysegegenstand sind.
Die Nationalsozialisten gründeten 1934 die „Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht“. Sie instrumentalisierten Lehr- und Bildungsfilme für Propagandazwecke und erkannten die Möglichkeit der Manipulation und Indoktrination mittels des Mediums Film.
3 Vgl. Kübler, 1992, S. 8.
- 4 - Im Jahre 1952 wurde der tägliche Sendebetrieb vonseiten der öffentlichen Rundfunkanstalten in der BRD aufgenommen. Nahezu von Anfang an widmeten sie sich auch der Vermittlung historischer Inhalte.
Bis weit in die Nachkriegszeit hinein hielt ausschließlich der Unterrichtsfilm vereinzelt Einzug in den Geschichtsunterricht. Meyers weist jedoch darauf hin, dass sie nicht mit den Formen heutiger Unterrichtsfilme vergleichbar sind, sondern gleichzusetzen sind mit „Lehrervorträgen mit bildlichem Anschauungsmaterial“. 4 1991 wurde die Deutsche Gesellschaft für Medien und Geschichte gegründet. Im internationalen Vergleich eine verspätete gebührende Auseinandersetzung mit dieser so wichtigen Thematik Film und Geschichte. 5
In dem letzten Jahrzehnt ist man dazu übergegangen, auch in Unterrichtsfilmen spielfilmartige Rekonstruktionen einzuführen und den historischen Spielfilm für einen Einsatz im Geschichtsunterricht nicht mehr vollständig zu ignorieren. Dennoch findet das Medium Film heutzutage nach wie vor relativ wenig Berücksichtigung bei der Unterrichtsplanung.
3. Typologie von Filmen
„Wenn sich bis heute zur Unterscheidung der verschiedenen Filmgattungen, -typen oder -arten noch keine einheitliche, allgemein akzeptierte Aufteilung und Terminologie durchgesetzt hat, liegt dies nicht zuletzt daran, dass jeder Wissenschaftlicher mit seinen Einteilungen und Definitionen andere Ziele verfolgt und sich anderer Bezugswissenschaften bedient“. 6 Dieses Zitat von Meyers stellt sehr klar die Problematik einer fehlenden universalgültigen, übereinstimmenden Klassifikation von Filmen dar. Entsprechend unterschiedlichem Erkenntnisinteresse divergieren die Unterscheidungsmerkmale und die Gliederung von Filmen von Seiten der Expertise. In diesem Abschnitt der Arbeit wird in Anlehnung an die
4 Meyers, 2001, S. 253.
5 Vgl. Paschen, 1994, S. 13.
6 Meyers, 2001, S. 247.
- 5 -übereinstimmenden Typologien von Meyer, Schneider und auch jener von Sauer 7 der Film in Filmdokument, Dokumentarfilm, historischer Spielfilm und Unterrichtsfilm klassifiziert. 8 Diese einzelnen Gattungen sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden, somit einen breiter gefassten Überblick - der dem Verständnis dienlich ist - bieten und anschließend miteinander verglichen werden.
3.1. Das Filmdokument
Filmdokumente sind Aufzeichnungen eines historischen Ereignisses, die originalgetreu erhalten sind. Sie besitzen das höchste Maß an Unmittelbarkeit und den höchsten Authentizätsgrad, da sie definitionskonform nachträglich nicht mit Kommentaren, Texteinblendungen noch sonst welchen Bearbeitungstechniken versehen sind. Als Beispiele anzuführen sind hier Zufallsaufnahmen, gefilmte Reden und Interviews oder auch Wochenschauberichte.
3.2. Der Dokumentarfilm
Im Gegensatz zu dem Filmdokument ist die Gattung des Dokumentarfilms nicht originalgetreu, sondern nachträglich bearbeitet worden. Sie reproduziert historische Ereignisse unter bestimmten thematischen Aspekten und verfolgt somit immer eine gewisse Darstellungsabsicht. Die Intention lässt sich an der Kombination von objektiven Filmdokumenten und nachträglich hinzugefügten erläuternden Kommentaren, Montagen, Skizzen etc. ablesen. Aufgrund dieser nachträglichen Bearbeitung beinhaltet der Dokumentarfilm - wenn auch nicht intendiert und in verschiedenem Ausmaße - immer ein Moment an Subjektivität. Als Beispiel für den Dokumentarfilm sind historische Reportagen der Fernsehsender N24 oder History Channel anzuführen.
7 Vgl. Meyer, 2001, S. 247 - 253, Schneider, 1999, S. 367 - 370, Sauer, 2011, S. 177.
8 Bodo von Borries nimmt ebenso eine ähnliche Gliederung vor; er differenziert den historischen
Spielfilm jedoch von dem dokumentarischen Spielfilm. Hilke Günther-Arndt nimmt beispielsweise
eine vollständig inkongruente Klassifikation in filmische Fiktion, filmische Rekonstruktion und
Archiv- bzw. Lehrfilm vor.
Arbeit zitieren:
Philipp Wansel, 2006, Qualitative Analyse des Filmeinsatzes im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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