2
I. Eidesstattliche Erklärung
Ich versichere, die beiliegende Diplomarbeit selbständig verfasst, keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt sowie alle wörtlich oder sinngemäß übernommenen Stellen in der Arbeit gekennzeichnet zu haben.
[Ort], den [Datum]
(Unterschrift)
3
II. Danksagung
Vielen Dank an alle, die mit motivierenden Worten, konstruktiver Kritik und wertvollen Ratschlägen zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben.
5
IV. Inhaltsverzeichnis
1. DAS MEDIUM INTERNET 11
1.1 ENTWICKLUNG UND STATUS QUO DES INTERNETS 11
1.1.1 Historie des Internets 11
1.1.2 Der „Boom-Effekt“ des Internets 12
1.2. AUSWIRKUNGEN AUF DAS MEDIENNUTZUNGSVERHALTEN 17
1.2.1 Medienzeitbudget und Nutzungsintensität 17
1.2.2 Lean Forward Medium 19
1.3 DER WERBEMARKT 24
1.3.1 Werbemarkt in Deutschland 24
1.3.2 Entwicklung des Bruttomediamix 26
2 DISPLAY ADVERTISING 29
2.1 DISPLAY MARKETING SEGMENTE 29
2.1.1 Banner und Affiliate Netzwerke 29
2.1.2 Überblick Display-Markt 31
2.2 KLASSISCHE WERBEFORMATE. 32
2.2.1 Entwicklung der Werbeformate 32
2.2.3 Überblick der Werbeformate 36
2.3 INDIKATOREN DER LEISTUNGSSTÄRKE VON BANNER 37
2.3.1 Kennziffern und Kennzahlen 37
2.3.2 Bannerplatzierung -und Gestaltung 39
3 SEARCH ADVERTISING 43
3.1 SEARCH MARKETING SEGMENT 43
3.1.1 Historie und Status Quo 43
3.1.2 Formen von Suchmaschinen 46
3.2 DAS SPANNUNGSVERHÄLTNIS: KEYWORDSUCHE UND ANZEIGEN 50
3.2.1 Sponsored Links 50
3.2.2 Indikatoren der Leistungsstärke von Sponsored Links 52
3.3 SUCHVERHALTEN UND SUCHSTRATEGIEN VON NUTZERN 55
3.3.1 Die Suche im Internet 55
3.3.2 Suchphasen und Suchstrategien 57
4 ERFOLGSKONTROLLE IM ONLINE MARKETING 61
6
4.1 ZIELE UND FUNKTIONEN VON ERFOLGSKONTROLLEN 61
4.1.1. Werbeziele und Werbekontakt. 61
4.1.2. Werbeerfolg und Wirkungsparameter 63
4.2 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN VON ONLINE-
WERBETRACKINGVERFAHREN 65
4.2.1 Der „Klick“ 65
4.2.2 Das “Last Ad Model 69
KOMBINATION : DISPLAY -UND SEARCH ADVERTISING 72
5
5.1 ENGAGEMENT MAPPING 72
5.1.1 Der digitale Sales Funnel 72
5.1.2 Methodik und Gewichtung 73
5.1.3 Grenzen von Engagement Mapping 76
5.2 PERFORMANCE-AUSWIRKUNGEN 77
5.2.1 Beziehungsstruktur zwischen Display -und Search Advertising 77
5.2.2 Alltel Wireless Case Study 81
7
V. Abkürzungsverzeichnis
ag.ma Arbeitsgemeinschaft Media Analyse e.V.
AGF Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung
AGIREV Arbeitsgemeinschaft Internet Research e.V.
AGOF Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V.
AWA Allensbacher Werbeträger Anaylse
CpG Cost per Gross Rating Point
EIAA European Interactive Advertising Association
GRP Gross Rating Point
GWA Gesamtverband der Werbeagenturen
IVW Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.
EM Engagement Mapping
SM Suchmaschine
ORM Online Reichweiten Monitor
OTS Opportunity to see
PI Page Impression
TdWI Typologie der Wünsche Intermedia
TKP Tausend Kontakt Preis
TNP Tausend Nutzer Preis
VA Verbraucher Analyse
bspw. beispielsweise
bzgl. bezüglich
bzw. beziehungsweise
8
CEO Chief Executive Officer, Geschäftsführer oder Vorstand eines Unternehmens
d.h. das heißt
etc. lat.: et cetera, für und so weiter
evtl. eventuell
GB Gigabyte, eine Maßeinheit für Datenmengen in der Informatik
i.d.R. in der Regel
IT Informationstechnik, Oberbegriff für die Informations- und
PC Personal Computer, ein stationärer Einzelplatzrechner
sog. so genannt
TV Fernseher bzw. das Fernsehen
9
VI. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung des Internets zum Massenmedium.
Abbildung 2: Entwicklung der Breitband-Anschlüsse bis zum Jahr 2015.
Abbildung 3: Nutzungstrends.
Abbildung 4: Verortung der Medienmentalitäten in den Sinus-Milieus.
Abbildung 5: Konsum, Interaktion, Prosum.
Abbildung 6: Anteil aktiver „Prosumenten
Abbildung 7: Instrumente des Online-Marketings.
Abbildung 8: OVK Werbestatistik Entwicklung nach Segmenten.
Abbildung 9: Anteilsvergleich Mediennutzungsanteile und Werbemarkt.
Abbildung 10: Entwicklung des Bruttomediamix im Zeitvergleich in Prozent.
Abbildung 11: Das Erste Werbebanner im Internet von AT T.
Abbildung 12: Die Entwicklung ausgewählter Werbeformate.
Abbildung 13: US Umsätze 2008 nach Formaten.
Abbildung 14: Optimale Kontaktdosis.
Abbildung 15: Entwicklung Suchwortvermarktung 2004 - 2008.
Abbildung 16: Begriffsdefinition des Suchmaschinen-Marketings.
Abbildung 17: Spannungsverhältnis von Keywords.
Abbildung 18: Suchverhalten Bing.com - Beispiel Michael Jackson.
Abbildung 19: The Golden Triangel (Bing vs. Google)
Abbildung 20: Die Phasen des AIDA-Modells.
Abbildung 21: Werbewirkungsparameter.
Abbildung 22: Top10 Image vs. Klickrate.
Abbildung 23: Top10 Low Image vs. Klickrate.
Abbildung 24: Attitudes of Marketers worldwide in 2009.
Abbildung 25: Engagement Mapping Improvement over Last Ad Reporting.
Abbildung 26: Cross-Site Duplication.
Abbildung 27: Behavior of US Internet Users.
Abbildung 28: "Last-Ad" Model vs. Engagement Mapping.
Abbildung 29: Combined Impact of Search Display Advertising
10
VII. Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Investition in Werbung (nominal / in Mrd. Euro / gerundet) 28
Tabelle 2: Universal Ad Package Spezifikationen. 33
Tabelle 3: Klickraten nach IAB-Formaten und Ländern aufgeschlüsselt. 41
Tabelle 4: Länge von Suchanfragen im zeitlichen Verlauf. 58
Tabelle 5: Passive -und Aktive Events 75
Tabelle 6: Cooke Deletion Surveys. 76
Tabelle 7: Prozentuale Klickverteilung von Non-Branded vs. Branded Search. 79
VIII. Anlagenverzeichnis
Anlage 1: Beispiel Barrack Obama - Ingame Advertising 85
Anlage 2: Quelle für Informationen bzgl. Kaufentscheidungen 86
Anlage 3: TV und Internet sind unverzichtbar 87
Anlage 4: Medienmentalitäten 88
Anlage 5: Anteil der Onliner in den Medienmentalitäten 89
Anlage 6: Stärken und Schwächen der bedeutendsten Werbeträger 90
Anlage 7: Übersicht Marktteilnehmer Online Advertising 91
Anlage 8: Ranking der Vermarkter - Platz 1 - 20 91
Anlage 9: Top 10 Gesamtangebote 92
Anlage 10: Disziplinen des Suchmaschinen-Marketings 93
Anlage 11: Beziehungsgeflecht der Suchmaschinen (April 2007) 94
Anlage 12: Auswirkungen der Konkurrenzdichte auf Keyword-Typen 95
Anlage 13: Mögliche Suchstrategien in den Phasen eins Suchprozesses. 96
Anlage 14: The Real Conversion Window 97
Anlage 15: The Purchase Funnel 98
11
1. Das Medium Internet
1.1 Entwicklung und Status Quo des Internets
1.1.1 Historie des Internets
Ein oft angenommener Irrglaube ist besteht darin, dass das Internet und das WWW dasselbe seien. Das Wort "Internet" besteht zum einem aus dem Teil "inter", welches aus dem lateinischen hergeleitet, die Bedeutung "zwischen" hat und zum anderen aus dem Wortteil "net", welches als Kurzform für "networking" (vernetzen) steht. Demnach bedeutet "Internet" also die Vernetzung zwischen
Computernetzen. Das WWW ist somit ein funktionaler Teilbereich des Internets. 1 Die Geschichte des Internets zeigt die schrittweise Veränderung vom textbasierten Datenservice zu einer Multimedia-Netzarchitektur. Drei grundlegende Phasen kennzeichnen die Entwicklung des Internets: Die militärische Entwicklung eines Computernetzwerkes, die wissenschaftliche Weiterentwicklung und Nutzung und
die kommerzialisierte Nutzung durch das World Wide Web. 2 1969 wurde von der Advanced Research Projects Agency (ARPA) im US-Verteidigungsministerium ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das eine funktions- und ausfallsichere Kommunikation zu Zeiten des Kalten Krieges sicherstellen sollte. Daraus entstand
das ARPA-Net, 3 das vier Knotenrechner 4 von Universitäten im Westen der USA verband und an das anfangs 40 Computer angeschlossen waren. 5 1983 wurde zunächst, das ausschließlich zu Forschungszwecken und mit militärischem Hintergrund entwickelte Netz, auf das Kommunikationsprotokoll TCP/IP umgestellt. Damit wurde eine wesentlich Verbesserung der Datenübertragung erzielt, da es sich bei TCP/IP um ein so genanntes plattformunabhängiges und
1 Weiss, Julian (2003), S. 2, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.
2 Weiss, Julian (2003), S. 7, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.
3 Vgl. O. Verf. (URL): http://de.wikipedia.org/wiki/Internet (07.06.2009).
4 Knoten 1: University of California, Los Angeles (UCLA), (30. August), Knoten 2: Stanford Research Institute (SRI), (1. Oktober), Knoten 3: Universtät von California, Santa Barbara (UCSB), (1. November), Knoten 4: Universität von Utah (10. Dezember).
5 Vgl. O. Verf. (URL): http://www.daniel-von-der-helm.com/internet/zahlen-und-statistiken-des- internet.html (07.06.2009).
12
fehlertolerantes Datenübertragungsprotokoll handelt. 6 Die Voraussetzungen für die kommerzielle Nutzung des Internets wurden 1991 durch Tim Berner-Lee und seine Entwicklung der Hypertext-Markup-Language (HTML) und des
geschaffen. 7 Übertragungsprotokolls Hypertext-Transfer-Protocol (http)
Hierdurch war es erstmals möglich, Dokumente auf verschiedenen Computern auszutauschen und auf jedem anderen zu lesen. 8 1992 entstand das WWW, der heute populärste Teil des Internets. Ab 1993, mit der Entwicklung des WWW-
Browsers NSCA Mosaic, verbreitete sich das Internet rasant. 9 Am 30. April 1993 gab das Europäische Labor für Teilchenphysik CERN den WWW-Standard zur kostenlosen Nutzung frei.
1.1.2 Der „Boom-Effekt“ des Internets
Kaum eine Technologie hat sich so schnell verbreitet (Abbildung 1) und wird so vielfältig eingesetzt wie das Internet. In den USA dauerte es bis zum Erreichen der 50 Mio. Nutzer-Hürde 37 Jahre beim Radio, beim Fernsehen 15 Jahre, beim
Kabel 6 Jahre, beim PC 16 Jahre 10 und beim Internet lediglich 3 Jahre. Die Nutzung des Internets ist durch exponentielles Wachstum in den neunziger Jahren
bis heute gekennzeichnet. 11 Zu den wichtigsten Faktoren des dynamischen Wachstums zählen die schnelle Verbreitung von PCs in Privathaushalten, die wachsende Bedienerfreundlichkeit der Computerkommunikation durch das WWW sowie die Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung relevanter
Märkte. 12 Der Umgang mit Maus und Laptop ist für viele heute so selbstverständlich, wie einst der Umgang mit Bleistift und Papier, das Surfen auf
6 Vgl. Wirtz / Sammerl (2003), S. 90, Innovationen in der Internet-Ökonomie -Innovationsmanagement in Medienunternehmen.
7 Vgl. Fritz (2003): Internet Marketing und E-Commerce, S. 36
8 Leidig, Guido; Hirschhäuser Ruht (2008), S. 16, Online-Werbung - Konzeptionelle Grundlagen für Praxis und Theorie.
9 9 Hartmann, Thomas (2006), S. 11, Ganzheitlich Marketingkommunikation im Internet - Der Weg zur erfolgreich Homepage.
10 Weiss, Julian (2003), S. 38, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.
11 Vgl. Hartmann, Thomas (2006), S. 15, Ganzheitlich Marketingkommunikation im Internet - Der Weg zur erfolgreich Homepage.
12 Weiss, Julian (2003), S. 38, Das Internet und die klassischen Medien - Konvergenz-Konkurrenz oder Komplementierung? Eine medienpolitische Betrachtung.
13
Homepages ebenso wie das Blättern in Tageszeitungen. 13 Erst mit Beginn des dritten Jahrtausends wurde man auf Angebote aufmerksam, die andere Medien nicht boten: Online-Shopping, Online-Auktionen, erhöhte Markttransparenz durch
Preisvergleiche im Netz, Kontaktbörsen etc. 14 Nach der Jahrtausendwende ließ der Boom jedoch nach, und viele Experten setzten die „Gläserne Decke― für die Internetverbreitung in Deutschland bei rund 50 Prozent an. Aber entgegen dieser Prognose verzeichnet das Internet eine in der Geschichte der Medien beispiellose
Wachstumsdynamik. 15
Abbildung 1: Entwicklung des Internets zum Massenmedium. 16
Das Internet hat sich mit fast 43 Millionen Nutzern erfolgreich als Massenmedium etabliert: 66,0 Prozent (42,84 Millionen) der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren sind in den letzten zwölf Monaten online gegangen und 64,4 Prozent (41,75 Millionen) haben das Internet innerhalb der letzten drei Monate mindestens einmal genutzt. Diese starke Verbreitung des Online-Mediums hat dazu geführt,
13 Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia 2007 (URL 1), S. 1, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.
14 Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia 2007(URL 2), S. 3, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.
15 Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia 2007 (URL 3), S. 2, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.
16 Hartmann, Thomas (2006), S. 15, Ganzheitlich Marketingkommunikation im Internet - Der Weg zur erfolgreich Homepage.
14
dass mittlerweile alle Altersklassen im Netz vertreten sind. Dabei sind die jungen Altersklassen der 14- bis 29-Jährigen nahezu vollständig im Internet präsent und bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil der Onliner bei über vier Fünftel. Aber
auch bei den sogenannten Silver-Surfern 17 erfreut sich das Internet einer zunehmenden Beliebtheit: Immerhin sind bereits vier von zehn der über 50-Jährigen im Netz anzutreffen. Entsprechend können Werbungtreibende in allen Altersklassen relevante Zielgruppenpotenziale im Netz erreichen. Mit 500
Websites fing die in der Technikgeschichte einzigartige Erfolgsstory an. 18 Während Ende 1997 gerade 100.000 .de-Domains in Deutschland verzeichnet werden konnten, waren es im Dezember 2004 bereits über 8,2 Millionen. Aktuell zählt die DENIC eG 19 , unterhalb der Top Level Domain .de ca. 12,8 Mio. Domains. 20 Welche Bedeutung kommt dem Breitband-Internet in unserer Wirtschaft zu? Das Breitband-Internet ist zu einem wichtigen Bestandteil unseres täglichen Lebens und damit zu einem bedeutenden Teil unserer Wirtschaft geworden. 80 Prozent der Onliner surften 1997 per Modem und analoger Telefonleitung durch das Internet. Für den Großteil bedeutete daher das Kürzel WWW eher „World Wide Wait―, denn die Übertragungsrate lag bei meist 28,8 KB pro Sekunde 21 . Nur jeder Zehnte war analog immerhin mit bis zu 58,8 Kbps unterwegs. 22 Im Jahre 2000 gab es in Deutschland 0,2 Mio. Anschlüsse; 2006 fast 15 Mio. Zugänge. Der Anstieg bis 2010 wird mit rund 45 Prozent besonders stark
sein. 23 Bis 2015 sollen über 80% der deutschen Haushalte über Breitband-Internet verfügen. 24 Andere Verbindungstechniken, andere Abrechnungsmodi. Zeit- und volumenabhängige Online-Tarife verschwinden zusehends vom Markt. Die Anbieter von Internetzugängen - die Service-Provider - stellen ihre Dienste zunehmend für eine Pauschalgebühr zur Verfügung (Flatrate). 2005 wählten 18
17 Silversurfer ist eine Bezeichnung für ältere Internet-Nutzer ab einem Lebensalter von ca. 50 Jahren.
18 Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia (2007), S. 2, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.
19 die zentrale Registrierungsstelle für alle Domains.
20 O. Verf. (URL): http://www.denic.de/de/home.html#c21 (08.06.2009).
21 Kilo bit per second = Kbps.
22 Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia (2007), S. 7, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf
23 Wirtz, Bernd (2008), S. 17, Deutschland Online - Unser Leben im Netz, URL: http://www.studie-deutschland-online.de/do5/sdo_2007_de.pdf.
24 Wirtz, Bernd (2009), S. 631, Medien -und Internetmanagement.
15
Prozent der Onliner diese zeit- und volumenunabhängige Abrechnungsform. Ein
Jahr später surfte bereits jeder Zweite zum Festpreis. 25
Abbildung 2: Entwicklung der Breitband-Anschlüsse bis zum Jahr 2015. 26
Desweitern soll der Boom-Effekt des Internets an Hand von Zahlen und Fakten kurz verdeutlicht werden:
Facebook ist die 4.größte Website der Welt 27 , täglich werden weltweit mehr als 4 Mrd. Minuten darauf verbracht 28 ; monatlich mehr als 850 Mio. Fotos / 10 Mio. Videos hochgeladen; wöchentlich mehr als 1 Mrd.
Inhalte 29 geteilt. 30
2008 wurden für Barack Obamas Präsidentschaftswahlen, mehr als 16 Mio. US-Dollar in Online Advertising ausgegeben. 31 (Anlage 1)
In Deutschland gibt es täglich ca. 123 Mio. Suchanfragen (monatlich 3,7 Milliarden). 32
25 Projektgruppe ARD/ZDF-Multimedia (2007), S. 8, Internet zwischen Hype, Ernüchterung und Aufbruch 10 Jahre ARD/ZDF-Onlinestudie, URL: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Fachtagung/ARD_ZDF_Onlinebrosch_re_040507.pdf.
26 Wirtz, Bernd (2008), S. 5, URL: http://www.studie-deutschland-online.de/do5/sdo_2007_de.pdf.
27 Schonfeld, Erick (2009), Techcrunch - Facebook Is Now the Fourth Largest Site In The World, URL: http://www.techcrunch.com/2009/08/04/facebook-is-now-the-fourth-largest-site-in-the-world/ (05.08.2009).
28 O. Verf. (URL 1): http://www.facebook.com/press/info.php?statistics (08.06.2009).
29 Inhalte: in Form von Weblinks, News, Blogeinträge, Mitteilungen, Fotos etc.
30 O. Verf. (URL 1): http://www.facebook.com/press/info.php?statistics (08.06.2009.
31 Kaye, Kate (2009), http://www.clickz.com/3632263 (09.06.2009).
32 O. Verf. (URL): http://seybold.de/tagebuch/2009/01/suchmaschinen-fakten-2009/ (08.06.2009).
16
85,4% aller Online-Nutzer (35,64 Mio. Online Shopper) haben innerhalb der letzten 12 Monate mindestens ein Produkt im Internet gekauft. 33
47% der 14-19Jährigen sind Mitglied in einer Community 34
33 Lustig, Silke (2009), S.15, URL: http://www.tomorrow-focus.de/Dokumente/Studien/Deutsch/AGOF_if2008-IV_TFAG_Berichtsband.pdf.
34 Köcher, Renate (2008), Veränderungen der Informations- und Kommunikationskultur, URL: http://www.acta-online.de/ (08.06.2009).
17
1.2. Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten
1.2.1 Medienzeitbudget und Nutzungsintensität
Die Medienlandschaft wird zunehmend komplexer, das Angebot an Kanälen steigt weiter an und Massenmedien werden immer häufiger durch Zielgruppenmedien ersetzt. Mittlerweile kämpfen über 170 Fernsehsender, 330 Radiosender, fast 2.000 Zeitschriften und über 400.000 Plakatanschlagstellen um die Gunst der
Konsumenten. 35 Über 3.000 Werbebotschaften prasseln täglich auf den Verbraucher ein 36 ; 1970 waren es noch 300 Werbekontakte pro Tag. 37 Der Medienkonsum der Internetnutzer hat sich deutlich verändert. Das Brutto-Zeitbudget für Mediennutzung zwischen 1964-2005 hat sich mehr als
verdreifacht. 38 In 25 Jahren ist das Zeitbudget um 4 ¼ Stunden gestiegen (1980: 346 Minuten) 39 und die Prognose für das Jahr 2015 liegt bei 7:10 Stunden pro Person und Tag. 40 Oft wurde die Vermutung geäußert, dass das so schnell gewachsene Internet die konventionellen Massenmedien verdrängt. Hiermit wäre das bereits 1913 formulierte Riepl’sche Gesetz bestätigt, dass besagt, dass kein Instrument der Information und des Gedankenaustauschs, das einmal eingeführt
wurde und sich bewährte, von anderen vollkommen ersetzt oder verdrängt wird. 41 Auf die Fragen: „Haben Sie in den letzten zwei Jahren Ihre Gewohnheiten geändert? Nutzen Sie das Medium heute häufiger, seltener oder genauso häufig?―, zeigt die Studie von Gruner+Jahr, eine klare Abwanderung vom Fernsehen (Anlage 2).
35 Gröppel-Klein, Andrea; Germelmann, Class Christian (2009), S. 43, Medien im Marketing - Optionender Unternehmenskommunikation, Teil 1: Bedeutung der Medienperspektive für das Marketing (Marken in Medien und Medien als Marken).
36 O. Verf. (2005), Innovations Report - Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft; Die Herausforderungen an die Kommunikation der Zukunft, URL: http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien/bericht-50557.html. (10.07.2009).
37 Dialog Solutions GmbH, Brand Science Institute (2009), Vortrag auf der Internet World Kongress in München (24.06.2009).
38 Müller, Dieter (URL), S. 6, Mediennutzung im Wandel, URL: http://www.tdaudiopromotion.de/ media/pdf/pdf2007/Radiofacts07/1_Mediennutzung_im_Wandel.pdf.
39 Lindner-Braun, Christa (2007), S.220, Mediennutzung - Methodologische, methodische und theoretische Grundlagen.
40 Werner, Christian (2007), S. 9, Handbuch Medienmanagement - Geschäftsmodelle im TV, Hörfunk, Print und Internet.
41 Vgl. O. Verf. (URL), Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/ Rieplsches_Gesetz (11.06.2009).
18
Abbildung 3: Nutzungstrends. 42
Mit einem Anteil von 97,1 Prozent, das entspricht 40,54 Millionen Menschen, haben sich fast alle Internetnutzer schon einmal online über Produkte informiert. Um Kaufentscheidungen zu treffen, präferiert selbst in der Altersgruppe der 50bis 59-Jährigen die Mehrheit das Internet gegenüber Print und TV. Der
Durchschnitt über alle Altersgruppen hinweg liegt bei 63 %. 43 Dieser Umstand unterstreicht die Bedeutung des Internets als Informationsplattform in der Orientierungs- und Entscheidungsphase vor einem Kauf - egal, ob dieser letztlich online oder offline stattfindet. 44 Vor allem in den Themenbereichen Reise, Musik, Gesundheitstipps, Wirtschaftsinformationen und das Wetter greifen immer mehr Menschen zunächst zur Tastatur des Computers und sehen nach, was das Internet
dazu bietet. 45 Die Bedeutung, die ein Medium in der Gesellschaft hat, lässt sich zum Teil daran erkennen, wie häufig und wie lange es genutzt wird. Unabhängig
42 Scherf, Philipp (2008), S. 4, Innovation der Medien - Web 2.0 verwöhnte Konsumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle, URL: http://www-05.ibm.com/de/ pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf.
43 Scherf, Philipp (2008), S. 4, Innovation der Medien - Web 2.0 verwöhnte Konsumenten zwingen Medienanbieter zum Umbau ihrer Geschäftsmodelle, URL: http://www-05.ibm.com/de/ pressroom/downloads/medienstudie-2008.pdf.
44 O. Verf. (2009), S. 30, OVK Online-Report 2009/01- Zahlen und Trends im Überblick; Quelle: AGOF e.V. / internet facts 2008-III /// Angaben für den deutschen Markt, URL: http://www.ovk.de/fileadmin/downloads/fachgruppen/Online-Vermarkterkreis/OVK_Online-Report/OVK_Online-Report_200901_Webversion.pdf.
45 Vgl. O. Verf. (URL), S. 37, Langzeitstudie zur Mediennutzungsverhalten; TimeBudget 12: 1999-2005, URL: http://appz.sevenonemedia.de/download/publikationen/TimeBudget12.pdf.
19
davon stellt TimeBudget 46 die Frage, für wie wichtig der Einzelne die verschiedenen Medien für seinen Alltag und sein Leben hält. Diese subjektive Wichtigkeit der einzelnen Medien bildet somit auch die emotionale Bindung an
ein Medium ab. TV und Internet gelten hier als unverzichtbar (Anlage 3). 47 Durchschnittlich greift jeder Internet-Anwender in Deutschland an 4,8 Tagen pro Woche auf Online-Angebote zu. 1997 lag die Zugriffshäufigkeit noch bei 3,3 Tagen.
1.2.2 Lean Forward Medium
Die digitale Revolution hat unsere Mediengesellschaft in kürzester Zeit verändert. Der Umgang mit Medien war immer schon abhängig von den Lebensweisen und den Grundorientierungen der Rezipienten. Diese Mentalitäten, steuern das Medienverhalten - und nur zu Graden formt umgekehrt das Medium die Mentalität. Durch den soziokulturellen Wandel, Anpassungsprozesse und neue
Sichtweisen auf die Welt, entstehen immer wieder neue Mentalitäten. 48
Abbildung 4: Verortung der Medienmentalitäten in den Sinus-Milieus. 49
46 Seit 1999 durchgeführte Studie von SevenoneMedia, ein Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1 Group.
47 Vgl. O. Verf. (URL), S. 38, Langzeitstudie zur Mediennutzungsverhalten; TimeBudget 12: 1999-2005, URL: http://appz.sevenonemedia.de/download/publikationen/TimeBudget12.pdf.
48 Vgl. O. Verf. (2007) MarkenProfile 12 , S. 28ff, URL: http://www.gujmedia.de/_components/ markenprofile/mapro12/download/datein/MaPro12-Einfuehrung.pdf.
49 Thomas, Perry (2007): Neue Medienmentalitäten - Zwischen Virtualisierung und Bodenhaftung, URL: http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/mapro12/ download/files/20071102/MaPro_12_Roadshow_Sinus_Handout.pdf.
20
Gruner & Jahr 50 haben als Ergebnis ihrer Analyse, sechs Medienmentalitäten identifiziert, die sich in ihren Einstellungen zu Medien, in ihren Interessen und Präferenzen und nicht zuletzt in ihrem tatsächlichen Medienverhalten deutlich unterscheiden. Des Weiteren wird auf das Profil der „Digital Natives― eingegangen, da sie mit einem Onliner-Anteil von 97% (Anlage 4 und 5), die
Auswirkungen auf die junge Generation verdeutlicht. 51 Das Profil des Digital Natives 52 :
Junge, unkonventionelle, meist männliche Early Adopters, am Bildschirm
sozialisiert und in der digitalen Welt aufgewachsen.
Experimentierfreudig, neugierig, kreativ, ich-bezogen, auf der Suche nach
Selbstverwirklichung und Identität/Heimat.
Distanzloses, von Reizhunger geprägtes Verhältnis zu Medien,
Verschmelzen unmittelbarer Wirklichkeitserfahrung und medial vermittelter Inhalte.
Intensive Mediennutzung auf allen Kanälen (Print, TV, Internet),
Multimedia-Begeisterung, Networking, ausgeprägte Computer und Internet-Expertise.
Die „Digital Natives― werden, diejenigen genannt, die nach 1980 direkt in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden. Sie lesen eher Blogs als Zeitung, beziehen online Musik und schreiben lieber schnell eine Instant Message, als sich
kurz telefonisch für den Nachmittag zu verabreden. 53 Sie sind vernetzt, kreativ, Content 54 produzierend und konsumierend und haben Begeisterung für
50 Die Gruner + Jahr AG & Co KG ist Europas größtes Druck- und Verlagshaus. Menschen, Medien und Marken in Bewegung - Studie MarkenProfile12 „Medienmentalitäten―.
51 Vgl. O. Verf. (2007) MarkenProfile 12 , S. 32, Basis: Gesamtbevölkerung 14 bis 64 Jahre: 49,93 Millionen Personen, URL:
http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/mapro12/download/ datein/MaPro12-Einfuehrung.pdf.
52 Vgl. O. Verf. (2007) MarkenProfile 12 , S. 37, Basis: Gesamtbevölkerung 14 bis 64 Jahre: 49,93 Millionen Personen, URL:
http://www.gujmedia.de/_components/markenprofile/mapro12/download/ datein/MaPro12-Einfuehrung.pdf.
53 Palfrey. John; Gasser, Urs (2008), S. 1 ff., Generation Internet - Die Digital Natives: Wie sie leben, was sie denken, wie sie arbeiten.
54 Content = Inhalte in Form von Blogeinträge oder selbsterzeugende Artikel.
Arbeit zitieren:
2009, Engagement Mapping - Performance-Steigerung von Online-Kampagnen durch die Kombination von Display- und Search Advertising, München, GRIN Verlag GmbH
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