Der Shareholder Value oder ins Deutsche übersetzt als ,,der Wert für den Anteilseigner" rückt verstärkt in das Scheinwerferlicht auf den Kapitalmärkten. Der nun auch in Deutschland einzugnehmende Wandel weg von der Fremdkapitalfinanzierung hin zur Finanzierung über Eigenkapital - in den angelsächsischen Ländern schon lange ein üblicher Weg der Kapitalbeschaffung - setzt den Investor oder Anteilseigener mehr und mehr in den Mittelpunkt.
In der folgenden Abhandlung über das Thema ,,Unternehmensstrategien und Shareholder Value" sollen zuerst unterschiedliche Konzepte strategischer Führung betrachtet und bezüglich den wertschaffenden Komponenten untersucht werden. Im dritten Kapitel wird die Problematik der Erfolgsfaktoren - der Faktoren, die für den Wert des Unternehmens ausschlaggebend sind - durchleuchtet. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Kapitalmarkt, der Beschaffung von Kapital und den Möglichkeiten für Investoren und das Management, unterschiedliche Strategien zu bewerten. Im fünften Kapitel werden die schon in den ersten Zeilen dargestellten Meinungsverschiedenheiten genauer diskutiert und eine Begründung für den Shareholder Value Gedanken gesucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Strategische Unternehmensführung
2.1 Strategische Führungskonzepte
2.2 Wertorientierte Führung
2.2.1 marktorientierter Ansatz
2.2.2 ressourcenorientierter Ansatz
2.3 Integration von marktorientierter und ressourcenorientierter Unternehmensführung
3 Erfolgsfaktoren
3.1 Definition von Erfolgsfaktoren
3.2 PIMS
4 Kapitalmarktstrukturen und Bewertung von Strategien
4.1 Der Kapitalmarkt
4.2 Ansätze zur Bewertung von Strategien
5 Kritik am Shareholder Value Ansatz
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Shareholder-Value-Ansatzes als zentrales Gesamtziel strategischer Unternehmensführung zu untersuchen, kritisch zu hinterfragen und in den Kontext bestehender Strategieansätze einzuordnen.
- Vergleich von marktorientierten und ressourcenorientierten Führungsansätzen
- Analyse der Rolle von Erfolgsfaktoren bei der Wertschaffung
- Untersuchung des Einflusses von Kapitalmarktstrukturen auf Unternehmensstrategien
- Diskussion der Kritik am Shareholder-Value-Konzept im Hinblick auf Stakeholder-Interessen
Auszug aus dem Buch
2.2.2 ressourcenorientierter Ansatz
Im Gegensatz zum „market based view“ stehen beim ressourcenorientierten Ansatz die Unternehmensressourcen im Mittelpunkt der Betrachtung. Schon 1959 hatte Edith Penrose in Ihrer Arbeit „The Theory of the Growth of the Firm” die Grundlagen für diese Überlegungen gelegt. Aber erst nach langer „Vergessenheit“ sind seit Beginn der 90er Jahre zahlreiche neue Beiträge zu diesem Thema veröffentlicht worden (vgl. Hinterhuber, Friedrich (1999), S. 990 ).
Das Unternehmen wird in diesem Ansatz als Bündel von einzigartigen Ressourcen dargestellt, die diesem die Möglichkeit geben, Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen Unternehmen zu erlangen. Ressourcen sind in diesem Zusammenhang nicht als betriebliche Einsatzfaktoren definiert, sondern als solche Dinge, die einen strategischen Wert besitzen. Stewart schreibt dazu: „the assets that really count are the ones the accountants cannot count” (vgl. Steward (1995), S.91).
Oftmals wird im Zusammenhang mit Ressourcen auch der Begriff Kernkompetenzen verwendet. Dabei ist zwischen Ressourcen und Kompetenzen zu unterscheiden. Während erstere all diejenigen Dinge sind die ein Unternehmen hat, stellen letztere das dar, was ein Unternehmen kann. Man spricht dann Kernkompetenzen, wenn sie zum Überleben eines Unternehmens notwendig sind (vgl. Hinterhuber, Friedrich (1999), S. 996).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Shareholder Value ein, beleuchtet den Wandel der Kapitalmarktstrukturen und skizziert die kontroversen Standpunkte zur wertorientierten Unternehmensführung.
2 Strategische Unternehmensführung: Dieses Kapitel vergleicht marktorientierte mit ressourcenorientierten Führungsansätzen und zeigt Möglichkeiten ihrer Integration auf.
3 Erfolgsfaktoren: Es wird die Definition von Erfolgsfaktoren untersucht und das PIMS-Modell als empirischer Ansatz zur Identifizierung wertbeeinflussender Faktoren vorgestellt.
4 Kapitalmarktstrukturen und Bewertung von Strategien: Das Kapitel analysiert den Kapitalmarkt als Kontrollinstanz und erläutert verschiedene Verfahren zur Bewertung strategischer Investitionsentscheidungen.
5 Kritik am Shareholder Value Ansatz: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Zielsetzung des Shareholder Value unter Berücksichtigung von Stakeholder-Interessen und ökonomischer Effizienz.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung der wertorientierten Führung als notwendiges, wenn auch komplexes Instrument der modernen Unternehmensführung.
Schlüsselwörter
Shareholder Value, Strategische Unternehmensführung, Wertorientierung, Marktorientierter Ansatz, Ressourcenorientierter Ansatz, Kernkompetenzen, Erfolgsfaktoren, PIMS, Kapitalmarkt, Unternehmensstrategie, Wertschaffung, Wettbewerbsvorteile, Unternehmensführung, Investorensicht, Strategisches Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzepte und die Kritik der wertorientierten Unternehmensführung unter dem Leitbild des Shareholder Value im strategischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind der marktorientierte und ressourcenorientierte Ansatz, die Rolle von Erfolgsfaktoren, die Bedeutung der Kapitalmärkte und die kritische Würdigung des Shareholder-Value-Ansatzes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit das Streben nach Shareholder Value als einzig sinnvolles Gesamtziel für ein Unternehmen theoretisch begründet und praktisch angewendet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Konzepte zur wertorientierten Unternehmensführung systematisch zusammenführt und kritisch analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Strategieansätze gegenübergestellt, die Relevanz von Erfolgsfaktoren diskutiert und die Mechanismen des Kapitalmarktes zur Bewertung von Unternehmensstrategien beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Shareholder Value, Ressourcenorientierung, Marktorientierung, Kernkompetenzen und Kapitalmarktsteuerung.
Wie unterscheidet sich der ressourcenorientierte Ansatz vom marktorientierten?
Der marktorientierte Ansatz fokussiert auf externe Wettbewerbsvorteile durch die Branchenstruktur, während der ressourcenorientierte Ansatz das Unternehmen als Bündel einzigartiger, wertschaffender interner Ressourcen betrachtet.
Welche Rolle spielen Kernkompetenzen im wertorientierten Management?
Kernkompetenzen werden als integrierte Fähigkeiten verstanden, die es einem Unternehmen ermöglichen, effizient Wettbewerbsvorteile zu generieren, und stellen somit die Basis für langfristige Wertsteigerungen dar.
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- Markus Sattler (Author), 2001, Unternehmensstrategien und Shareholder Value - Bedeutung des strategischen Managements für die wertorientierte Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1392