Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS 3
1. EINLEITUNG 4
1.1 EINFÜHRUNG IN DAS THEMA. 4
12. DER AUTOR UND WERK 4
13. DER MYTHOS NARCISSUS 5
2. HAUPTTEIL 5
2.1 DIE PROPHEZEIUNG TIRESIAS UND IHRE ROLLE IN DER GANZEN GESCHICHTE. 5
2.2. NARCISSUS JUGEND. 6
2.3 DIE BEGEGNUNG VON ECHO UND NARCISSUS 7
2.4. DER FLUCH DES ABGEWIESENEN LIEBHABERS - BEGINN DER BESTRAFUNG. 8
2.5. DAS HERZSTÜCK DER NARCISSUSERZÄHLUNG. 8
2.5.1 NARCISSUS AN DER QUELLE 9
2.5.2. ERKENNTNIS UND SELBSTERKENNTNIS 11
2.5.3. SELBSTLIEBE FÜHRT ZUR SELBSTZERSTÖRUNG. 12
2.6. DAS AUFTRETEN VON ECHO 14
2.7. TOD, BEGRÄBNIS, UNTERWELT UND BLUME 14
3. ZUSAMMENFASSUNG 16
4. LITERATURVERZEICHNIS 17
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
Wer ist eigentlich Narcissus? Ein eitler, egozentrischer, selbstverliebter Knabe, der zur Liebe unfähig ist? Narcissus beweist, dass er Liebe empfinden kann und zwar ist er bereit sein leben dafür zu opfern. In der Narcissus - Sage ist die Unwissenheit ein wichtiger Aspekt, der untersucht werden soll. Am Anfang ist Narcissus ein naiver Knabe, der ein Bild eines Menschen nicht vom Menschen unterscheiden kann. Ein unbewusster Junge, der sich verzweifelt in ein Spiegelbild verliebt hat und zwar in sein eigenes Abbild. Im Unterschied zu vielen Narcissus - Deutungen stellt Ovid einen Narcissus dar, der im Bewusstsein seiner Liebe stirbt. Die qualvolle Selbstliebe führt ihn zur Selbstzerstörung und der Tod scheint der einzige Ausweg davon zu sein. Narcissus stirbt an sich selbst. Er wünscht sich von seinem Körper zu trennen, um den anderen berühren zu können. Gleichzeitig ist er Geliebter und Liebender, Zünder und Entflammter. Er entbrennt in seiner leidenschaftlichen Liebe, aber trotz allem wird der Tod keine eigentliche Rettung von der qualvollen Liebe, denn Narcissus betrachtet sich selbst immer weiter im Wasser in der Unterwelt.
12. Der Autor und Werk
Der römische Dichter Publius Ovidius Naso (geb. 43v. Chr. - gest.17n. Chr.) erzählt in seinen in fünfzehn Bücher gegliederten „Metamorphosen“ viele unterhaltsame und anziehende Weltgeschichten, die den Zugang zum menschlichen Kern öffnen. Ovid vereinigt in seinem umfangsreichsten Werk sehr geschickt ganz verschiede Typen des Sagenberichtes. Erzählungen von Göttern und Helden, Frevel, Vergewaltigungen und Blutschande, Liebe und Selbstliebe - werden in dieser ganzen Kosmogonie miteinander verbunden. Die Metamorphosen Geschichten verknüpfen die reversiblen Verwandlungen der griechischen/römischen Götter und Göttinnen und die irreversiblen, wunderlichen Verwandlungen der Menschen. Merkwürdigerweise werden nicht die Täterverwandelt, sondern die Opfer, dennoch bleiben die Verwandelten ein integrativer Bestandteil des Ganzen.
Eine solche Verwandlungsgeschichte ist die des Narcissus, die im dritten Buch (vv. 339 - 510) der Metamorphosen steht. Unter allen anderen ist sie die ungewöhnlichste und herausragendste eben dadurch, dass Narcissus stirbt, als er sich letztlich nicht wandeln kann.
13. Der Mythos Narcissus
Mythen von Narcissus und Narzissen waren in Griechenland und Rom zu der Zeit ebenso geläufig wie Mythen von Göttern und Heroen. Doch erst Ovid produzierte durch seine Verse unabsichtlich eine eigenständige Thematik Narcissus und seine Verarbeitungen der Mythen gab Anstoß zu Übersetzungen, Auslegungen, philosophischen Kommentaren. Diese ist auch eine Quelle für Poesie und bildende Kunst.
2. Hauptteil
2.1 Die Prophezeiung Tiresias und ihre Rolle in der ganzen Geschichte
Ovid verknüpft die Narcissus - Erzählung mit den Vorausgehenden (3, vv. 316 -338) und dem Folgenden (v.511f.) Erzählungen durch die Gestalt des Tiresias. Er gibt in Bezug auf das Schicksal des Narcissus eine erste Probe seiner Fähigkeit als Seher (vv. 339 - 350), die er eben erst erhalten hatte (vv. 336 bis 338). Seine Weissagung - „si se non noverit“ - und deren Erfüllung wird durch den Verlauf der Narcissus - Geschichte bestätigt. Liest man die Verse, die der Narcissus - Passage vorausgehen, so ist außerdem zu erfahren, dass Tiresias sein männliches Geschlecht wandelte, als er auf sich paarende Schlangen einschlug. Er kennt also die beiden Seiten des Venus, infolge seines Geschlechtswandels besitzt er die Erfahrung, Liebesgenuss, sowohl als Mann, als auch als Frau erlebt zu haben. Tiresias wurde von Juno geblendet, weil er die Geheimnisse der Götter ausgeplaudert hat. Bei Ovid ist diese Strafe insoweit abgemildert, als Tiresias vom obersten Gott, Jupiter, die Sehergabe, die Kenntnis der Zukunft erhielt. Tiresias, dem das Sehorgan, das Auge fehlt, durfte nun weiter sehen als ein gewöhnlicher Sterbliche.
Die Weissagung hat aber darüber hinaus auch Einfluss auf das inhaltliche Verständnis der Narcissus - Geschichte: Denn ob Narcissus ein hohes Alter erreichen wird - so lautet die Frage seiner Mutter Liriope - „si se non noverit“ (v.408) erwidert der Seher. Wegen der doppelten Bedeutung von „noscere“ als Bezeichnung der sinnlichen Wahrnehmung und der geistigen Erkenntnis 1 bleibt zunächst einmal offen, ob es sich bei dem Vorgang, an den Tiresias denkt, um ein Sich - selbst - Erblicken oder um ein Sich - selbst - Erkennen handelt. Dieser Spruch hat in der Bedeutung: „wenn er sich nicht wahrnimmt“ eine pragmatische Funktion für den Ablauf der Fabel. Er warnt in einer rätselhaften Andeutung Mutter und Kind vor dem
1 Vgl. Dörrie, Heinrich: Echo und Narcissus (zu Ovid, Met |||, 341 - 510), in: AU, X - 1967 - H.1, S.61
Arbeit zitieren:
Milena Vasileva, 2002, Die Narcissuserzählung bei Ovid, München, GRIN Verlag GmbH
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