- 1 -
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 02
2 Historischer Abriss 03
2.1 Erste Anzeichen einer interalliierten Krise 04
3 Die Währungsreform - akuter Auslöser der Berliner Blockade 05
3.1 Das Inkrafttreten der Währungsreform 07
4 Die Berliner Blockade wird zur Wirklichkeit 08
5 Die Berlin Politik der UdSSR 09
6 Die Berlin Politik der Westmächte 12
6.1 Die Errichtung und der Verlauf der alliierten Luftbrücke 13
6.2 Das Ende der Luftbrück e S 1 6
7 F a z i t S 1 8
7.1 Bewertung der Alliierten Politik 18
7.2 Bewertung der Politik der UdSSR 18
7.3 Bewertung der Politik der Westmächte 19
8 Literaturverzeichnis S 20
- 2 - 1 Einleitung
Die Thematik dieser Hausarbeit beschäftigt sich vorrangig mit den konträren politischen Positionen und Handlungsweisen der UdSSR und der USA in Bezug auf die Politik der Jahre 1947-49 im Allgemeinen und insbesondere jener zur Zeit der Berlin-Blockade.
Vor welchem historischen Hintergrund entstand die hermetische Abriegelung Berlins vonseiten der UdSSR im Jahre 1948? Welche strategischen Ziele verfolgte die Blockade Berlins und konnten sie verwirklicht werden?
Und welche Reaktionen rief diese bei den drei anderen Besatzungsmächten hervor? Konnte die Luftbrücke Schlimmeres verhindern?
Ein historischer Abriss über die wichtigsten Ereignisse, die zur Berliner Blockade führten, wird einen chronologischen Überblick über das Geschehen geben und soll somit die Ursachen bzw. Handlungsweisen der einzelnen Akteure nachvollziehbar erscheinen lassen.
Nach der Darstellung der sowjetischen Position soll vor allem das Verhalten bzw. die Reaktion der USA näher erläutert werden, und auf welche Art und Weise die Vereinigten Staaten mit Hilfe Großbritanniens (und Frankreichs) der sowjetischen Regierung entgegentraten und damit die gewaltfreie Aufhebung der Berliner Blockade bewirkten. Hier wird insbesondere Bezug zur errichteten Luftbrücke genommen. Die alliierte Nachkriegspolitik der Jahre 1947-49 ist in der politikwissenschaftlichen Betrachtungsweise besonders interessant, da aus ihr solch weittragende Veränderungen resultieren, wie die Teilung Deutschlands und der aufkommende Ost-West-Konflikt, der die transatlantischen Beziehungen der nächsten 40 Jahre unheimlich stark beeinflusste. „Das Ergebnis [der Berlin-Krise] war ein gespaltenes Berlin in einem gespaltenen Deutschland in einem gespaltenen Europa.“ (Rudolf, 1972, 106)
Zum Schluss der Arbeit werde ich auf die machtpolitische Wirkung der Blockade und der Luftbrücke als Gegenblockade eingehen und eine eigene Bewertung der Berlin- Krise vorzunehmen.
- 3 - 2 HistorischerAbriss über die wichtigsten Ereignisse, die zur Berliner
Blockade führten
Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 8. Mai 1945 wurde Deutschland plangemäß von den Siegermächten Amerika, Russland, England und Frankreich besetzt. Bereits auf der Konferenz von Jalta (4.-11. Februar 1945) hatten die Siegermächten konsensual darin übereingestimmt, das gesamte Deutsche Reich in 4 Besatzungszonen und ebenso die Hauptstadt Berlin in 4 Sektoren aufzuteilen. Die Oberaufsicht über die gemeinsame Verwaltung der Stadt in ihrer Gesamtheit sollte die hierzu eigens installierte Institution der Alliierten Kommandantur innehaben; die oberste Regierungsgewalt der 4 Besatzungszonen wurde einem Alliierten Kontrollrat, der ebenso seinen Sitz in Berlin hatte, zugeteilt. Es sei hier bereits erwähnt, dass der Vertrag von Jalta gegenüber den westlichen Alliierten keine Zugangsrechte für Berlin vertraglich reglementiert. Eine solche Regelung wurde überspitzt ausgedrückt schlichtweg vergessen (vgl. Huschke 1999, 81) und stellte für die Berlin Politik der Alliierten bis zu dem Fall der Berliner Mauer 1990 und der damit verbundenen endgültigen Beilegung des Ost-West Konflikts eine fortdauernde potentielle Gefahr, eine Art Damoklesschwert dar. Ein Interessenkonflikt zwischen den UdSSR und den westlichen Alliierten zeichnete sich bereits damals - bevor der II. Weltkrieg überhaupt erst beendet war - schemenhaft ab. Zwar sprach auch Stalin sich auf der Konferenz von Jalta für eine Zerstückelung Deutschlands aus, jedoch verfolgte er primär ein dem entgegengesetztes politisches Ziel: Die Vereinigung Deutschlands, von der er sich eine machtpolitische Einflussnahme unter kommunistischen Aspekten auf Gesamtdeutschland erhoffte. Ferner versprach Stalin sich hiervon ein Erstarken der deutschen Wirtschaft, was es der UdSSR ermöglicht hätte, höhere Reperationsforderungen stellen zu können. Nachdem im April 1945 die Rote Armee in Berlin einmarschiert war und die Stadt erobert hatte, besetzten Anfang Juli nun auch die drei Westmächte plangemäß ihre verhandelten Gebiete. Während der Besatzungszeit der vier Regime kam es fortan immer häufiger zu Uneinigkeiten, insbesondere in der Frage über den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die zu leistenden Reparationen Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg.
- 4 -Der Weg, der später zur großen Berliner Blockade führte, zeichnete sich langfristig bereits zwei Jahre vor deren eigentlichen Errichtung am 19. Juni 1948 ab: In der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) und im Ostsektor Berlins kam es im April 1946 unter massivem Druck der Sowjets zur Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED. Der von der Berliner Stadtversammlung in freier Wahl im Juni 1947 zum Bürgermeister erkorene Ernst Reuter (SPD) wurde von Marschall Sokolowski in der Alliierten Kommandantur ohne Angabe von Gründen abgelehnt.
Die Truman-Doktrin und der Marshall-Plan (Juni 1947) vertieften die Spannungen um ein weiteres.
Auch die Londoner Außenministerkonferenz im Dezember 1947 wurde nach wochenlangen, feindseligen Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Dies lag an den diametralen politischen Forderungen der UdSSR: Ein einheitliches Deutschland unter einem gesellschaftlich sozialistischen Muster war vollkommen unvereinbar mit den Vorstellungen der Westalliierten, insbesondere der USA.
2.1 Erste konkrete Anzeichen einer interalliierten Krise
Als erstes offenkundiges Anzeichen einer ernsthaften Krise zwischen den Besatzungsmächten Deutschlands ist das Treffen des Alliierten 4-Mächte Kontrollrates am 20. Januar 1948 zu bewerten. Der sowjetische Vertreter Marschall Sokolowski warf den Briten und den Amerikanern, aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenschlusses ihrer beiden Zonen zu der so genannten Bizone, separatistische Tendenzen vor, die zu einer Spaltung Deutschlands führe und stellte sie als Verletzung interalliierter Abkommen (Potsdam, Jalta) dar.
Beim Zusammentreffen der Mitglieder des Alliierten Kontrollrats am 20. März verließ Marshall Sokolowski die Versammlung, da er auf seine Aufforderung zur Klärung wirtschaftspolitischer Details der Bizone keine Auskünfte erhielt. Zwar wurde der Alliierte Kontrollrat de facto nicht aufgelöst und bestand hinfort, jedoch lediglich in theoretischer Existenz.
- 5 -Der politische Berater der amerikanischen Regierung in Berlin, Robert Murphy, berichtete tags darauf überaus scharfsinnig und in erstaunlicher Weitsicht an seine Regierung:
„…Die Beschuldigung, die Westmächte hätten den Kontrollrat zersetzt, stellt ein wichtiges Element des sowjetischen Plans dar, alle drei Westmächte aus Berlin zu verdrängen und das noch verbliebene Zentrum der Reaktion östlich des Eisernen Vorhangs zu liquidieren. Der nächste Schritt seitens der Sowjets könnte die Aufkündigung des Abkommens vom 14. November [welches in mündlicher Form die Verbindungsrechte zwischen Berlin und den Westzonen regelte] und eine Aufforderung zum Abzug der Westmächte aus Berlin sein. Bei der Aussicht, dass ein Ultimatum zurückgewiesen würde, könnten die Sowjets indirekt tätig werden, in dem sie sich bemühen, es den Westmächten zunehmend unerträglich zu machen oder zwecklos erscheinen zu lassen, noch länger [in Berlin] zu bleiben - [sie könnten] z.B. die empfindlichen Verbindungswege zwischen Berlin und der Bizone behindern, weitere Maßnahmen zur Aufspaltung ergreifen, Druck auf nicht-kommunistische Parteien im sowjetischen Sektor ausüben usw.
Unsere Position in Berlin ist delikat und schwierig. Unser Rückzug, freiwillig oder unfreiwillig, hätte ernstliche psychologische Rückwirkungen, die in diesem kritischen Stadium der europäischen Situation in Europa weit über die Grenzen Berlins und auch Deutschlands ausstrahlen würde. Die Sowjets wissen das ganz genau.“ (USFR, 1973, 886 ff.)
Eine äußerst analytisch-scharfsinnige Beurteilung der politischen Intentionen der sowjetischen Regierung und deren Möglichkeiten zukünftiger Handlungsräumen, die sie größtenteils in nahezu prophetischer Vorhersicht ebenso erfüllten.
3 Die Währungsreform - Akuter Auslöser der Berliner Blockade
„Die Währungsreform in Deutschland wurde nach dem 8. Mai 1945 zu einem Kardinalproblem.“ (Keiderling, 1998, 44), da sie entweder gleichzusetzen war mit einer Zuordnung Berlins zu dem ostzonalen Sektor oder zu Westdeutschland. Diese zwangsläufige währungspolitische Zuordnung barg die politische Brisanz und Relevanz der Währungsreform in sich.
Die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer Währungsmacht stieß unter den vier Siegermächten auf geteilte Meinungen. Während Franzosen und Briten das
Arbeit zitieren:
Philipp Wansel, 2005, Die Politik der Alliierten zur Zeit der Berlin Blockade 1948/49, München, GRIN Verlag GmbH
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