Abstract
In dieser Fachbereichsarbeit wird über die Krankheit Schizophrenie aufgeklärt, an der rund 1% der Bevölkerung erkranken. An Diabetes erkranken genauso viel Patienten, doch über die Schizophrenie ist man viel weniger aufgeklärt, als über Diabetes. Diese Erkrankung ist unabhängig davon, ob sie Mann oder Frau sind, in welchem Land sie wohnen oder welcher Rasse oder Kultur sie angehören. Schizophrenie hat auch nichts mit gespaltener oder multipler Persönlichkeit zu tun, denn bei schizophrenen Psychosen kommt es zur Veränderung gewisser Gehirnfunktionen. Die Ursachen schizophrener Störungen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Dennoch besteht Hoffnung für die Betroffenen, denn diese Erkrankung ist entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil gut behandelbar. Es wird der Frage nachgegangen, wie man in einem Allgemeinkrankenhaus die Pflege und den Umgang mit schizophrenen Patienten verbessern kann.
Der allgemeine und spezielle Pflegeteil zeigt auf, wie man auf einen Erkrankten zugeht und was man beachten muss. Es lohnt sich, sich in dieses Thema einzulesen, da man sich in der Pflege dadurch sehr vieles leichter machen kann. Ein Interview mit einem an Schizophrenie Erkrankten reflektiert, wie sich dieser fühlt und was er alles durchmacht und durchgemacht hat. Er beschreibt auch, wie ihm durch die Pflege geholfen wurde.
Vorwort
„Schizophrenie“ kennt jeder, jedoch wird es nur als ein Schwerpunktthema der Psychiatrie gesehen und deshalb befasst sich keiner mit dieser Erkrankung oder mit dem Umgang Erkrankter.
Deshalb sollte man sich auch im Allgemeinkrankenhaus mit der Schizophrenie befassen. Der Grund dafür ist, dass genauso viele an Schizophrenie erkranken, wie an Diabetes Mellitus. Und einen Diabetes Patient hat man auf fast jeder Station. Außerdem geht man mit anderen Erkrankungen viel offener um, als mit einer psychiatrischen Krankheit, da diese Menschen nicht selten als „verrückt“ angesehen werden. Doch Schizophrenie ist eine Erkrankung, wie jede andere auch.
Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, im Rahmen meiner Fachbereichsarbeit über die Krankheit Schizophrenie aufzuklären. Mein Ziel ist es einen Überblick zu schaffen, bezüglich Symptomen, Ursachen und Therapie, damit es den Pflegenden leichter fällt die Krankheit zu erkennen und diese zu verstehen.
Die Pflege und der Umgang mit den Patienten ist ein sehr wichtiges Thema und soll in meiner Fachbereichsarbeit näher gebracht werden. Durch die verschiedenen Schizophreniearten habe ich einen spezifischen Bereich über den Um- gang mit diesen angeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Methodik 2
3 ICD 10 - Kapitel V 3
4 Definitionen 6
4.1 Schizophrenie - woher kommt der Begriff 7
4.2 Vorkommen in unserer Gesellschaft 7
5 Symptome 8
5.1. Primärsymptome 8
5.2. Sekundärsymptome 9
6 Ursachen 13
6.1 Biopsychosoziales Modell 14
6.2 Vulnerabilitäts (Verletzlichkeits-)-Modell 15
7 Diagnose 16
7.1 Wie wird die Diagnose gestellt? 16
8 Formen der Schizophrenie 19
8.1 Paranoid-halluzinatorische Schizophrenie 19
8.2 Hebephrenie 19
8.3 Schizophrenia simplex 19
8.4 Katatone Schizophrenie 19
8.5 Schizophrenes Residuum 20
9 Verlauf 21
10 Therapie 22
10.1 Elektrokrampftherapie - EKT 22
10.1.1 Geschichte 22
10.1.2 Anwendung und Wirkung 22
10.1.3 Aufgaben der Pflegepersonen bei einer EKT 24
10.2 Medikamente 25
10.2.1 Antipsychotika 25
10.2.2 Neuroleptika 26
10.3 Psychotherapie 26
10.4 Soziotherapie 27
11 Pflege Allgemein 28
11.1 Maßahmen 28
11.2 Bezugspflege 29
11.3 Pflegestandards allgemein 30
12 Spezielle Pflege 33
12.1 Pflege zu den verschiedenen Schizophrenieformen 35
12.2 Spezielle pflegerische Probleme und Maßnahmen 37
13 Interview 40
14. Literatur- und Abbildungsverzeichnis 46
1. Einleitung
Während meiner Literaturrecherche habe ich ein Gedicht entdeckt, welches das Gefühlsleben eines schizophrenen Patienten beschreibt. Deshalb möchte ich meine Arbeit mit diesem Gedicht von Markus Zirkel beginnen.
In zwei gespalten das bin ich. Ein Teil von mir bringt helles Licht Das zweite versteckt in Dunkelheit Es neigt zur Gewalt
Hoffentlich verengt sich bald der in meinem Bewusstsein große Spalt.
Ich lache vor Freude Ich schreie vor Zorn Ich habe so viel Freunde Ich habe sie alle verloren Ich umarme dich ganz zärtlich Ich schlage dir ins Gesicht Ich liebe das eine ich Ich mag das Zweite nicht
In zwei gespalten das bin ich Viele sagen ich sei nicht ganz dicht Eines davon bringt helles Licht Viele sehen nur das zweite ich Denn das zweite neigt zur Gewalt
Hoffentlich verengt sich bald der in meinem Bewusstsein große Spalt.
1
2. Methodik
Ich habe mich zu Beginn meiner Fachbereichsarbeit für eine Literaturarbeit entschieden. Ihm Rahmen meiner Ausbildung, wurde mir ermöglicht auf der Psychiatrie in Rankweil ein Praktikum zu absolvieren. Dort bekam ich einen großen Einblick in den Umgang mit Patienten und deshalb habe ich mich entschlossen ein Interview zu führen. Ich habe mich für ein halbstrukturiertes, problemzentriertes Interview entschieden, das heißt, dass das Thema vorgegeben wurde und das bestimmte Fragen gezielt gestellt wurden.
Literaturrecherche:
Meine Literaturrecherche gestaltete sich relativ einfach, da ich in der Vorarlberger Landesbibliothek sofort fündig wurde. Richtig gute Fachliteratur, die mir sehr nützlich war, bekam ich auf der Psychiatrie in Rankweil.
2
3 ICD 10 - Kapitel V
ICD ist die Abkürzung für die Internationale Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Deaseses). Diese Klassifikation wird von der Welt-gesundheitsorganisation (WHO) erstellt und in Kapitel V sind die psychischen Störungen klassifiziert. ICD 10 deshalb, weil es in der 10. Revision vorliegt. Diese Störungen werden durch psychopathologische Symptome, zeitlich Charakteristika und den Verlauf beschrieben. Zu den Symptomen zählen Störungen im Bereich des Bewusstseins, Empfindens und Wahrnehmens, des Gedächtnisses, des Denkens, der Intelligenz, des Fühlens und des Wollens. Klinisch-diagnostische Hauptgruppen der psychischen Störungen: F0: Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen: Dieser Abschnitt umfasst psychische Krankheiten mit nachweisbarer Ätiologie in einer zerebralen Krankheit, einer Hirnverletzung oder einer anderen Schädigung, die zu einer Hirnfunktionsstörung führt (Bsp. Demenz, Delir) F1: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen: Ein breites Spektrum von Störungen, deren Schweregrad von einer unkomplizierten Intoxikation und schädlichem Gebrauch bis zu einer eindeutigen psychotischen Störung reicht, die aber alle auf dem Gebrauch einer oder mehrerer psychotropher Substanzen beruhen. F2: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen F3: Affektive Störungen:
Bei diesen Störungen bestehen die Hauptsymptome in einer Veränderung der Stimmung oder der Affektivität, meist zur Depression hin, mit oder ohne begleitende Angst, oder zur gehobenen Stimmung.
3
F4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen wurden wegen des historischen Zusammenhangs mit dem Neurosenkonzept und wegen des beträchtlichen, wenn auch unklaren Anteils psychischer Verursachung in einem großen Kapitel zusammengefasst.
F5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen oder Faktoren: Dieser Abschnitt beinhaltet die Essstörungen, Schlafstörungen, sexuelle Funktionsstörungen, psychische Verhaltensstörungen im Wochenbett und schädlicher Gebrauch von nicht abhängigkeitserzeugenden Substanzen. F6: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen:
Hier sind klinisch wichtige, meist lang anhaltende Zustandsbilder und Verhaltensmuster beschrieben. Sie sind Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen Person und zu anderen Menschen. F7: Intelligenzminderung:
Ist eine sich in der Entwicklung manifestierende, stehen gebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten. F8: Entwicklungsstörungen:
In meisten Fällen sind die Sprache, visuell-räumliche Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen.
F9: Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn der Kindheit und Jugend:
Diese Gruppe von Störungen ist charakterisiert durch einen frühen Beginn, der Kombination von überaktivem, wenig modulierten Verhalten mit deutlicher Unaufmerksamkeit und Mangel an Ausdauer bei Aufgabenstellungen.
4
F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
(Internationale Klassifikation psychischer Störungen 2004/2005)
Unter F2 wird das Thema meiner Fachbereichsarbeit klassifiziert, die Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen. Als kleine Einführung in das Thema habe ich im nächsten Punkt verschiedene Definitionen der Schizophrenie angeführt.
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4 Definitionen
Bei meiner Literaturrecherche fand ich mehrere Definitionen der Schizophrenie, von denen ich folgende anführen möchte:
Geistesstörung unterschiedlicher Ausprägung ohne nachweisbare körperliche Ursache mit häufig ungünstigem Verlauf (Pschyrembel 2004: S 1630)
Psychische Erkrankung, die durch eine schwere Störung der Gesamtpersönlichkeit mit Verlust von Einheit und Ordnung der Wahrnehmung, des Denkens, der Affekte und der Identität gekennzeichnet ist (Pflege Heute 2007: S 1335)
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die sich üblicherweise in der Adoleszenz oder im früheren Erwachsenenalter manifestiert. Sie ist gekennzeichnet durch die partielle Desorganisation von Persönlichkeitsfunktionen, durch Regression der Entwicklung und eine Tendenz, sich aus interpersonellen Kontakten oft in eine subjektive, innere Welt mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen zurückzuziehen (Schizophrenie 2001: S 41)
Plötzlicher oder schleichender Kontaktverlust mit der bisher vertrauten, normalen Welt und Einbruch in eine fremdartige, psychotische Welt mit neuen Erlebnissen, die zur neuen Realität wird (Skript Paulinova 2008)
Gruppe verschiedenartiger, ihrem Wesen ihren Ursachen nach noch wenig er-forschter psychischer Krankheitszustände, die einhergehen mit charakteristi-
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Arbeit zitieren:
Grozdana Zivkovic, 2009, Schizophrenie - Allgemeine und spezielle Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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