Universität Lüneburg Seminar: Marktvergesellschaftung
Wintersemester 2001 / 2002
Gesa Klintworth
Inhaltsverzeichnis
Seite
Problemstellung 03
2 Kurzbiographie Talcott Parsons 05
3 Der Arbeitsmarkt - Definition und Besonderheiten 06
4 Kurze Darstellung des AGIL-Schemas von Talcott Parsons 08
5 Konkrete Anwendung des AGIL-Schemas auf den Arbeitsmarkt 10
5.1 Der Arbeitsmarkt als Element des Subsystems Wirtschaft. 10
5.2 Der Arbeitsmarkt und das Subsystem Politik 12
5.3 Der Arbeitsmarkt und das Sozial-kulturelle Subsystem 15
5.4 Der Arbeitsmarkt und das Subsystem Gesellschaftliche Gemeinschaft 17
5.4.1 Die Familie und der Arbeitsmarkt. 17
5.4.2 Die Gewerkschaften und der Arbeitsmarkt. 17
5.5 Der Arbeitsmarkt und die Umwelt des AGIL-Schemas 19
6 Abschließende Stellungnahme. 21
7 Quellen- und Literaturverzeichnis 22
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1 Problemstellung
Der Arbeitsmarkt ist heutzutage in aller Munde. Besonders die hohe Zahl der Arbeitslosen bereitet in vielen Volkswirtschaften große Sorge. Lange Zeit behandelte man das Wachstum des physikalischen Volumens des Outputs, der Investitionen von Geldkapital und der Zahl der in der Industrie Beschäftigten als alternative allgemeine Maßstäbe der
Produktivitätssteigerung, da sie fast parallele Bewegungen annahmen. Inzwischen wurde man eines Besseren belehrt. Wachstum des Gesamtertrags einer Branche bei gleichzeitig konstanter oder sogar sinkender Beschäftigungszahl sind der Regelfall geworden. Diese tendenzielle Abnahme der Anzahl der Beschäftigen pro erwirtschafteter Geldeinheit des Sozialproduktes ist in erster Linie ein Ergebnis der „Mechanisierung“, die später in „Automation“ und in organisatorische Verbesserungen einmündete, welche eine ganze Menge „technologischer Arbeitslosigkeit“ verursacht haben. Für Personen ohne recht spezifische Qualifikationen sind die Arbeitsmöglichkeiten in zunehmendem Maße eingeschränkt worden. Diese Einschränkung hat allerdings nicht zu einer ständig steigenden Arbeitslosenquote, sondern als Ergebnis der Standardhebung in der Bildung zu einer allgemeinen Kompetenzhebung der Arbeitskräfte geführt. Mittlerweile sind aber nicht mehr die eben beschriebene technisch bedingten Entlassungen das Problem, sondern aktuell ist die sogenannte strukturelle Arbeitslosigkeit in Deutschland dominant. Neben den fast täglich in den Zeitungen erscheinenden aktuellen Zahlen der Arbeitslosen in Deutschland kann man auch regelmäßig über strukturelle Maßnahmen lesen, die - von der Regierung erlassen - auf den Arbeitsmarkt wirken sollen, über die Entstehung neuer Berufsbilder, über neueste Trends auf dem Arbeitsmarkt, über Tarifverhandlungen usw.
In meiner Arbeit werde ich mich jedoch nicht mit diesen neuesten Statistiken, Zahlen und Werten befassen. Vielmehr möchte ich zunächst einige Besonderheiten des Arbeitsmarktes in modernen, funktional differenzierten Gesellschaften herausarbeiten. Anschließend versuche ich, mittels des bekannten und oft zitierten AGIL-Schemas zur Analyse moderner Gesellschaften des amerikanischen Soziologen Talcott Parsons, den Arbeitsmarkt einzuordnen und zu analysieren. Dafür stelle ich das AGIL-Schema kurz vor - für eine ausführliche Darstellung fehlt hier leider der Rahmen, da der Schwerpunkt meiner Arbeit in der praktischen Anwendung des AGIL-Schemas liegen soll. In der praktischen Analyse werde
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ich einige Aspekte ausgewählen, durchleuchten und beschrieben, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu
erheben. Besonderen Wert lege ich in dieser Arbeit - wegen der Aktualität des Problems - auf die Stellung der Arbeitslosen innerhalb der Gesellschaft. Deshalb ist ihnen ein separates Kapitel dieser Arbeit gewidmet.
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2 Kurzbiographie Talcott Parsons‘
Talcott Parsons wurde am 13.02.1932 in Colorado Springs, Colorado, USA geboren. Parsons studierte am Amherst College in Massachussetts, an der London School of Economics und an der Universität Heidelberg, wo er 1927 sein Studium abschloss. Zurück in den USA lehrte er zunächst Wirtschaftswissenschaften. 1944 wurde er Professor für Soziologie in Harvard, wo er bis 1973 arbeitete. Er starb im Jahre 1979.
Er war einer der führenden Vertreter der theoretischen Soziologie. Er ist der Begründer der funktionalistischen Schule. Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem allgemeinen theoretischen System für die Gesellschaftsanalyse. Ihre zentrale Idee ist es, die Gesellschaft als einen Organismus zu verstehen (nicht nur eine Struktur, wie im Strukturalismus), in dem jeder der zahlreichen Teile des Gesellschaftskörpers eine Rolle spielt für den Erhalt eines dynamischen Gleichgewichtes. Parsons war der erste Soziologe, der psychoanalytische Ansätze in sein soziologisches Konzept integrierte.
In seinem Werk „The Social System“ aus dem Jahre 1951 beschäftigt sich Parsons mit den groß-skalierten Systemen und Problemen der sozialen Ordnung, Integration und Gleichgewicht und erweiterte seine Methode der strukturfunktionalen Analyse, eine Studie der Wege, durch die die Interaktionen und Interbeziehungen der Einheiten, die das soziale System formen, an der Entwicklung und dem Erhalt des Systems im Zustand des dynamischen Gleichgewichtes beitragen. Der Forscher fragt sich selbst: Was ist die Funktion jeder der Institutionen, die in einer gegebenen sozialen Ordnung gesehen werden müssen bei Beachtung, dass jedes Element in einem speziellen Weg zum Erhalt und zur Stabilität des Systems beiträgt? In der funktionalistischen Systemtheorie geht es daher um die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft. So versucht Parsons, die Mikroperspektive - also das Individuum mit seiner individuell psychischen Dynamik - zu verbinden mit der
Makroperspektive, d. h. den gesellschaftlichen Sozialstrukturen. Das Ziel der funktionalistischen Systemtheorie ist es deshalb schlussendlich, zu erklären, wie Einheit und Ordnung in einer Gesellschaft entstehen. Plastischer ausgedrückt ist es die Frage, wie die nachwachsende Generation die Normen und Werte einer Gesellschaft übernimmt und verinnerlicht, so dass die Gesellschaft überdauern kann. Als wichtigste Werke Talcott Parsons‘ gelten: The structure of social action (1949), The social system (1951), Essays in sociological theory (1954) sowie die Beiträge zur soziologischen Theorie (1964).
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Arbeit zitieren:
Gesa Klintworth, 2002, Anwendung des AGIL-Schemas Talcott Parsons auf den Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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